Für den Beruf Schwarzdecker*in besteht seit 1. August 2019 die Möglichkeit einer Ausbildung im Lehrberuf Bauwerksabdichtungstechnik (siehe Bauwerksabdichtungstechnik (Lehrberuf)).
Schwarzdecker*innen arbeiten in Hoch- und Tiefbaubetrieben. Zu ihren Aufgaben gehört es, Dächer (z. B. Flachdächer), Tunnelwände oder Brücken- und Straßenbeläge abzudecken und zu isolieren, wobei sie hauptsächlich den Werkstoff Bitumen einsetzen (daher auch die Bezeichnung „Schwarzdecker*in“, da Bitumen schwarz ist).
Schwarzdecker*innen verwenden bei ihrer Arbeit spezielle, industriell vorgefertigte Bitumenbahnen oder tragen das Bitumen direkt auf. Dann erhitzen sie das Bitumen in einem Kocher, streichen es auf die zu behandelnde Fläche und verkleben darauf mehrere Bahnen von z. B. Pappe, Kunststoff oder Aluminium. Sie arbeiten unter den Anweisungen von Polier*innen und Bauleiter*innen mit anderen Fach- und Hilfskräften zusammen.
In jedem Beruf brauchst du spezielles fachliches Know-how, das in der Aus- und Weiterbildung vermittelt wird. In den beiden Menüpunkten Ausbildung und Weiterbildung findest du Informationen zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für diesen Beruf.
Es gibt auch Kompetenzen, Fähigkeiten und Eigenschaften, die in allen Berufen wichtig sind. Dazu gehören besonders:
Die folgende Liste gibt dir einen Überblick über weitere allgemeine Anforderungen, die in DIESEM Beruf häufig gestellt werden. Diese können natürlich je nach Betrieb, Institution oder Organisation sehr unterschiedlich sein.
DENK DARAN: Viele dieser Anforderungen sind auch Bestandteil der Ausbildung.
Hinweis: Die Begriffe werden in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.
Für den Beruf Schwarzdecker*in besteht seit 1. August 2019 die Möglichkeit einer Ausbildung im Lehrberuf Bauwerksabdichtungstechnik (siehe °Bauwerksabdichtungstechnik (Lehrberuf)#).
Die Möglichkeit einer selbstständigen Berufsausübung ist gegeben durch:
Reglementierte Gewerbe/Handwerke:
Für die Ausübung eines reglementierten Gewerbes sind, neben der Erfüllung der allgemeinen Voraussetzungen, Befähigungsnachweise zu erbringen, die in den angeführten Bundesgesetzblättern festgelegt sind.
Downloadmöglichkeit der Zugangsvoraussetzung und Prüfungsordnungen (Bundesgesetzblätter): Wirtschaftskammer Österreich: Prüfungs- und Befähigungsnachweise für reglementierte Gewerbe
ALLGEMEINE HINWEISE:
Für jede Tätigkeit, die Sie selbstständig, regelmäßig und mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, ausüben wollen, brauchen Sie eine Gewerbeberechtigung (Ausnahme: Freie Berufe). Diese erhalten Sie durch Anmeldung bei der Gewerbebehörde (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat).
Unabhängig von einem etwaigen Befähigungsnachweis müssen sie dafür folgende Voraussetzungen erfüllen:
Weitere Informationen und Kontakte:
Alternative Berufe sind Berufe, die entweder eine ähnliche Ausbildung oder ähnliche Aufgaben- oder Tätigkeitsbereiche haben, wie der Beruf, über den du dich gerade informierst. Die Ähnlichkeit kann auch in den Arbeitsmaterialien, den Arbeitsumgebungen liegen oder in der Art, wie du mit anderen Menschen zusammenarbeitest.
Diese Liste soll dir bei der Überlegung helfen, welche Berufe und Ausbildungen für dich noch interessant sein könnten und dich auf weitere Ideen bringen.
Schwarzdecker*innen verarbeiten Bitumen für die Herstellung von Abdeckungen. Bitumen ist eine aus Erdöl gewonnene Masse, die sich sehr gut als Abdichtung und Isoliermaterial eignet. Zur Herstellung der verschiedenen Abdeckungen verwenden sie meist industriell gefertigte Bitumenbahnen (z. B. Rohpappe, Kunststoffvliese oder Aluminiumfolien, auf die beidseitig Bitumen aufgebracht wurde). Diese Bahnen bringen sie in Tunnelwänden oder auf Brücken und Straßen anbringen. Über die Bitumenschichten werden dann von anderen Fachkräften Beton- oder Asphaltbeläge angebracht.
Ebenso dichten Schwarzdecker*innen Flachdächer gegen eindringendes Wasser ab, indem sie die Bitumenschicht gleichmäßig verteilen und die Oberfläche meist mit einer Kieselschicht schützen. Mit dieser vollkommen wasserdichten Abdeckung können ebene Dächer (Flachdächer) gegen eindringendes Wasser geschützt werden.
Manchmal tragen die Schwarzdecker*innen das Bitumen nicht mit Bitumenbahnen, sondern direkt auf. Dafür erhitzen sie das Bitumen in einem Kocher, streichen es auf die zu behandelnde Fläche und legen darauf mehrere Bahnen von z. B. Pappe, Kunststoff oder Aluminium, die sie mit dem Heißbitumen hohlraumfrei verkleben.
Schwarzdecker*innen arbeiten mit unterschiedlichen Materialien wie z. B. Pappe, Kunststoffvliese, Aluminiumfolien, Bitumen und Beton. Sie bauen Arbeits- und Sicherheitsgerüste auf, bedienen Seilwinden und Schrägaufzüge und setzen Handwerkzeuge und Geräte wie Dach- und Schieferdeckerwerkzeuge, Hämmer, Trennfräsen, Stichsägen, Zangen, Blechscheren und Markier- und Messwerkzeuge ein. Sie hantieren mit Dämm- und Isoliermaterialien und Gasbrennern. Schwarzdecker*innen tragen Schutzhelme und andere Schutzkleidung. Bei der Arbeit in größeren Höhen legen sie auch Sicherungsgurte und -seile an.
Schwarzdecker*innen arbeiten auf Baustellen für Betriebe des Dachdeckergewerbes oder große Bauunternehmen. Sie arbeiten im Team mit Berufskolleginnen und -kollegen und haben Kontakt zu anderen Fach- und Hilfskräften des Bauwesens, siehe z. B. Straßenerhaltungsfachmann / Straßenerhaltungsfachfrau (Lehrberuf), Dachdecker*in (Lehrberuf), Zimmerei (Lehrberuf), Spengler*in (Lehrberuf), Hochbau (Lehrberuf).
Schwarzdecker*innen arbeiten überwiegend im Freien unter verschiedenen Witterungsverhältnissen und oft in großer Höhe. Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Witterungsunempfindlichkeit sind daher wichtige Voraussetzungen für diesen Beruf.
Der Beruf Schwarzdecker*in ermöglicht mit entsprechender Berufserfahrung und Weiterbildung beispielsweise die Spezialisierung auf:
Spezialisierungs- und Aufstiegsmöglichkeiten (Auswahl):
Schwarzdecker*innen sind beruflich immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. Voraussetzung für Erfolg in diesem Beruf ist es, immer auf dem neuesten Stand der Entwicklung zu bleiben und das Fachwissen, die Methodenkompetenzen und sozialen Kompetenzen laufend zu ergänzen und zu vertiefen.
Weiterbildung kann für Schwarzdecker*innen auch bedeuten, eine Fachausbildung im Rahmen einer Lehre zu absolvieren (zum Beispiel den Lehrberuf Bauwerksabdichtungstechnik). Der Besuch von Vorbereitungs- oder Aufbaulehrgänge ermöglicht den Abschluss einer berufsbildende Mittleren oder Höheren Schule (Fachschule, Kolleg, HTL für Berufstätige), z. B. im Bereich Bautechnik.
Insbesondere die Bauakademie Österreich (www.bauakdemie.at) bietet österreichweit zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten.
klimaaktiv: Angebote rund um die Themenbereiche Energieeffizienz, Bauen und Energie, ökologisches/nachhaltiges Bauen, Bausanierung usw. können über die Webseite der klimaaktiv Bildungskoordination gefunden werden, einschließlich dem klimaaktiv e-Learning Tool: www.klimaaktiv.at/bildung.html
Weiterführende Bildungsmöglichkeiten und Höherqualifizierung:
Beton | Künstliches Gestein aus Zement, Wasser und Zuschlägen (Sand, Kies, Schotter usw.). Es gibt unterschiedliche Betonarten mit unterschiedlichen Dichten, z. B. Leichtbeton, Normal- und Schwerbeton. Enthält der Beton Stahleinlagen, unterscheidet man zwischen bewehrtem und unbewehrtem Beton, Stahlbeton oder Spannbeton etc. |
Bitumen | Ein auch natürlich vorkommendes, aber meist aus Erdöl gewonnenes Stoffgemisch. Bitumen wird hauptsächlich in der Bauwirtschaft (z. B. als einer der Hauptbestandteile von Asphalt) eingesetzt. |
Stahlbeton | Stahlbeton ist Beton, der mit Stahleinlagen in Form von Drähten, Stäben oder Matten verstärkt wird. Stahlbeton wird für Konstruktionen eingesetzt, die stärkeren Zugkräften ausgesetzt sind. |