Berufstaucher*innen führen verschiedene Taucharbeiten unter Wasser durch. In der Regel sind sie auf ein bestimmtes Einsatzgebiet spezialisiert: Als Bau- oder Industrietaucher*innen verlegen und verschweißen Pipelines, kontrollieren Wasserkraftwerke und Hafenanlagen oder sprengen Unterwasserhindernisse. Als Bergungs- und Rettungstaucher*innen bergen sie verunglückte Personen, Fahrzeuge und andere Gegenstände.
Berufstaucher*innen hantieren mit Tauchanzügen, Atemgasflaschen, Kameras sowie mit Spezialwerkzeugen, Schweißgeräten und Bohrern. Sie arbeiten für Wasserbau-Unternehmen, für Einsatzorganisationen (z. B. Berufsfeuerwehren) und im öffentlichen Dienst. Dabei sind sie im Team mit Berufskolleg*innen tätig und haben Kontakt zu Mitarbeiter*innen von Unternehmen, Behörden und Institutionen.
allgemein:
Industrie- und Bautaucher*innen:
Rettungs- und Bergungstaucher*innen:
In jedem Beruf brauchst du spezielles fachliches Know-how, das in der Aus- und Weiterbildung vermittelt wird. In den beiden Menüpunkten Ausbildung und Weiterbildung findest du Informationen zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für diesen Beruf.
Es gibt auch Kompetenzen, Fähigkeiten und Eigenschaften, die in allen Berufen wichtig sind. Dazu gehören besonders:
Die folgende Liste gibt dir einen Überblick über weitere allgemeine Anforderungen, die in DIESEM Beruf häufig gestellt werden. Diese können natürlich je nach Betrieb, Institution oder Organisation sehr unterschiedlich sein.
DENK DARAN: Viele dieser Anforderungen sind auch Bestandteil der Ausbildung.
Hinweis: Die Begriffe werden in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.
Je nachdem, bei welcher Institution und für welche Einsätze Berufstaucher*innen benötigt werden, wird für die Aufnahme eine entsprechende abgeschlossene Berufsausbildung verlangt. Diese liegen im medizinischen (z. B. °Arzt / Ärztin#, °Sanitäter*in#), im handwerklichen (z. B. Schweißer*in, Maurer*in, Zimmerer*in) oder im öffentlichen Bereich (z. B. °Berufsfeuerwehrmann / Berufsfeuerwehrfrau#).
Die Tauchausbildung erfolgt meist durch Tauchverbände, die innerbetrieblich zugewiesen werden. Vorausgesetzt werden in der Regel ein Leumundszeugnis, ein Mindestalter von 19 Jahren und gesunde Atmungsorgane.
Art: Lehrgang
Dauer: 270 Lehreinheiten
Form: Berufsbegleitend
Voraussetzungen:
Abschluss:
Zeugnis
Info:
Zielgruppe: Interessierte Personen mit guten handwerklichen Kenntnissen (z. B. aus der Baubranche und metallverarbeitenden Berufen)
Kosten: EUR 7.300,00
Die Sprengbefugnis ist nicht vorgeschrieben.
Der Unterwassersprengkurs ist ein eigener Sonderkurs, der als Zusatzausbildung empfehlenswert ist.
Inhalte:
Der Lehrgang ist nach den Forderungen der Fachkräfte-Verordnung (FK-V) entsprechend dem Bundesgesetzblatt Nr. 13 vom 10. Jänner 2007 für die Durchführung von „Allgemeinen Taucharbeiten“ organisiert und vermittelt den TeilnehmerInnen Fachkenntnisse für das Arbeiten unter Wasser.
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Die Möglichkeit einer selbstständigen Berufsausübung ist im Rahmen des freien Gewerbes Tauchunternehmen gegeben.
Informationen zum „Freien Gewerbe“: freie Gewerbe erfordern in der Regel keinen Befähigungsnachweis, sondern lediglich eine Anmeldung bei der Gewerbebehörde. Grundsätzlich richtet sich der Gewerbeumfang nach dem Wortlaut der Gewerbeanmeldung.
Liste der freien Gewerbe: Bundeseinheitliche Liste der freien Gewerbe
ALLGEMEINE HINWEISE:
Selbstständige Tätigkeiten sind alle Tätigkeit, die du in eigener Verantwortung (also nicht angestellt), regelmäßig und mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, ausüben willst. Für viele dieser Tätigkeiten brauchst du eine Gewerbeberechtigung. Es gibt aber auch sogenannte Freie Berufe (freiberufliche Tätigkeiten) und land- und forstwirtschaftliche Tätigkeiten, die nicht der Gewerbeordnung unterliegen. Auch für viele dieser Tätigkeiten gibt es eigene Rechtsvorschriften für die selbstständige Berufsausübung, manche können aber auch ohne besondere Voraussetzungen selbstständig ausgeübt werden.
In allen Fällen einer selbstständigen Berufsausübung (egal, ob im Rahmen eines Gewerbes, als freiberufliche Tätigkeit, im Rahmen eines Land- und forstwirtschaftlichen Betriebes) musst du diese bei der zuständigen Sozialversicherungsanstalt und dem zuständigen Finanzamt melden. Je nach selbstständiger Tätigkeit gibt es noch andere Meldepflichten oder Register, in die du dich eintragen musst.
Selbstständige Tätigkeiten, für die eine Gewerbeberechtigung erforderlich ist, musst du außerdem bei der Gewerbebehörde (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat) anmelden.
Unabhängig von einem oft notwendigen Befähigungsnachweis musst du dafür folgende Voraussetzungen erfüllen:
Für weitere Informationen schau dir unseren Thementext Im Fokus: Selbstständigkeit an oder nutze eine der folgenden Quellen und Kontakte:
Alternative Berufe sind Berufe, die entweder eine ähnliche Ausbildung oder ähnliche Aufgaben- oder Tätigkeitsbereiche haben, wie der Beruf, über den du dich gerade informierst. Die Ähnlichkeit kann auch in den Arbeitsmaterialien, den Arbeitsumgebungen liegen oder in der Art, wie du mit anderen Menschen zusammenarbeitest.
Diese Liste soll dir bei der Überlegung helfen, welche Berufe und Ausbildungen für dich noch interessant sein könnten und dich auf weitere Ideen bringen.
Berufstaucher*innen tauchen in der Regel in Teams von zwei bis fünf Personen in verschiedenen Gewässern. Ihre Ausbildung und Arbeit ist hochspezialisiert, ihre Einsatzgebiete sind sehr vielfältig.
Im Rahmen der Herstellung, Wartung und Reparatur von Wasserbauwerken wie Brücken, Schleusen, Hafenanlagen und Wasserkraftwerke bohren, schweißen und sprengen sie unter Wasser. Sie überprüfen und kontrollieren Bauteile, versenken diese an der gewünschten Stelle, montieren sie dort zusammen und verankern sie im Grund. Während ihrer Arbeit unter Wasser halten sie via Funk Kontakt mit der Bodenstation. Außerdem fotografieren und filmen sie unter Wasser.
Taucher*innen überprüfen unter Wasser befindliche Teile von Schiffen, Docks, Schwimmkränen und anderen Wasserfahrzeugen. Sie reinigen Schiffsböden, dichten Lecks an Schiffskörpern ab und führen verschiedene Unterwasserreparaturen aus. Sie räumen und beseitigen Unterwasserhindernisse wie Geröll, Schotter, Felsen und Ablagerungen und führen auch Unterwassersprengungen durch. Darüber hinaus arbeiten sie für Unternehmen der Erdölindustrie, die z. B. Ölplattformen in Hochseegewässern betreiben. Hier verlegen Sie Pipelines, Rohre und Kabel und führen Unterwasser-Schweißarbeiten durch.
Berufstaucher*innen sind auch für Einsatzorganisationen wie Feuerwehr, Rettung und Polizei tätig und bergen als Rettungs- und Bergungstaucher*innen verunglückte (ertrunkene) Personen, aber auch Opfer von Verbrechen sowie versunkene Gegenstände wie Autos, Motorräder, Wracks und dergleichen.
Berufstaucher*innen tragen Tauchanzüge, Atemgasmasken, mitunter auch Taucherhelme. Sie arbeiten mit Leichttauchgeräten, Druckgasflaschen, Atemgaskompressoren, Mischgasfüllanlagen und Druckmindersystemen. Weiters verwenden sie Unterwasserkameras für Unterwasserfotos und -videos und stehen via Funk mit dem Personal über Wasser in Kontakt.
Für Montage- und Reparaturarbeiten verwenden sie Spezialgeräte und -werkzeuge wie Schweiß-, Löt-, Bohrgeräte, Schraubenschlüssel, Schraubenzieher, Lunten und Sprengmittel und für Bergungsarbeiten Ketten, Seile und Kräne sowie Erste-Hilfe Ausrüstung.
Berufstaucher*innen arbeiten fast ausschließlich im Freien unter Wasser und das bei unterschiedlichen Witterungen und Temperaturen. Ihre Einsätze finden an Flüssen, Seen, Staudämmen und im offenen Meer statt. Sie führen ihre Arbeit in der Regel im Team mit Berufskolleg*innen aus und haben Kontakt zu Einsatzkräften (Berufsfeuerwehrleuten, Exekutivbediensteten im Polizeidienst) sowie zu Mitarbeiter*innen von Unternehmen, Behörden und Institutionen.
Taucher*innen sind einem erhöhten Unfall-Risiko ausgesetzt und durch die ständige Druckbelastung beim Tauchen ist auch die gesundheitliche Belastung hoch. Die wechselnden Arbeitsorte erfordern außerdem Reisebereitschaft.
Berufstaucher*in sind bei
Der Beruf Berufstaucher*in ermöglicht mit entsprechender Berufserfahrung und Weiterbildung beispielsweise die Spezialisierung auf betriebsspezifische Einsatzbereiche wie z.B.
Spezialisierungs- und Aufstiegsmöglichkeiten (Auswahl):
Berufstaucher*innen sind beruflich immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. Voraussetzung für Erfolg in diesem Beruf ist es, immer auf dem neuesten Stand der Entwicklung zu bleiben und das Fachwissen, die Methodenkompetenzen und sozialen Kompetenzen laufend zu ergänzen und weiter zu entwickeln.
Weiterbildungseinrichtungen wie z. B. das Berufsförderungsinstitut (BFI) und das Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) führen in diversen relevanten Themenbereiche Kurse und Lehrgänge durch, wie z. B. Schweißkurse, Erste Hilfe, Umweltschutzthemen.
Zur Vermittlung von Anwendungskenntnissen neuer Techniken (z. B. neue Geräte und Technologien) führen Betriebe und Einsatzorganisationen regelmäßig interne Schulungen zur Weiterbildung ihrer Mitarbeiter*innen durch oder bieten Herstellerfirmen die Möglichkeit Schulungen vor Ort durchzuführen an.
Darüber hinaus stehen Berufstaucher*innen mit entsprechender Weiterbildung berufliche Weiterentwicklungsmöglichkeiten z. B. in Richtung Schwimmlehrer*in oder Tauchlehrer*in offen. Auch die staatliche Lehrwarte- bzw. Instruktor*innenausbildung, die staatliche Trainer*innenausbildung oder die Diplomtrainer*innenausbildung bieten sich an. Weitere Informationen dazu findest du auf der Webseite der österreichischen Bundessportakademie.
Weiterführende Bildungsmöglichkeiten und Höherqualifizierung: