Tierärzt*innen (Veterinärmediziner*innen) pflegen und behandeln erkrankte Tiere und kümmern sich um die Gesundheitsvorsorge gesunder Tiere (z. B. Impfungen, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen). Sie versorgen Wunden und Brüche, führen Sterilisationen und Kastrationen durch und schläfern schwerkranke oder stark verletzte Tiere ein. Im städtischen Bereich führen sie eigenständig oder gemeinsam mit Berufskolleg*innen Kleintierpraxen und betreuen Haustiere wie Hunde, Katzen, Meerschweinchen oder Wellensittiche. Im ländlichen Bereich betreuen sie landwirtschaftliche Nutztiere wie Kühe, Pferde, Schafe, Ziegen vor Ort auf den Bauernhöfen. Außerdem sind Tierärzt*innen an veterinärmedizinischen Universitäten, in Versuchsanstalten und pharmazeutischen Labors beschäftigt.
Bereich tierärztliche Praxis für Klein- und Großtiere:
Bereich Arzneimittelentwicklung und Lebensmittelindustrie:
In jedem Beruf brauchst du spezielles fachliches Know-how, das in der Aus- und Weiterbildung vermittelt wird. In den beiden Menüpunkten Ausbildung und Weiterbildung findest du Informationen zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für diesen Beruf.
Es gibt auch Kompetenzen, Fähigkeiten und Eigenschaften, die in allen Berufen wichtig sind. Dazu gehören besonders:
Die folgende Liste gibt dir einen Überblick über weitere allgemeine Anforderungen, die in DIESEM Beruf häufig gestellt werden. Diese können natürlich je nach Betrieb, Institution oder Organisation sehr unterschiedlich sein.
DENK DARAN: Viele dieser Anforderungen sind auch Bestandteil der Ausbildung.
Hinweis: Die Begriffe werden in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.
Für den Beruf Tierarzt/Tierärztin ist ein abgeschlossenes Universitätsstudium in Veterinärmedizin erforderlich.
Art: Masterstudium
Dauer: 4 Semester
Form: Vollzeit
Voraussetzungen:
abgeschlossenes, facheinschlägiges Bachelorstudium
Abschluss:
Master of Science (MSc)
Berechtigungen:
Zugangsberechtigung zu facheinschlägigen PhD-Studien
Weitere Infos: https://www.studienwahl.at
Veterinärmedizinische Universität Wien
Veterinärplatz 1
1210 Wien
Tel.: +43 (0)1 / 250 77 -0
Fax: +43 (0)1 / 250 77 -1090
email: studieninfo@vetmeduni.ac.at
Internet: https://www.vetmeduni.ac.at
Art: Diplomstudium
Dauer: 12 Semester
Form: Vollzeit
Voraussetzungen:
Abschluss:
Diplomtierarzt / Diplomtierärztin (Mag. med. vet.)
Berechtigungen:
Zugangsberechtigung zu facheinschlägigen Doktoratsstudien
Weitere Infos: https://www.studienwahl.at
Veterinärmedizinische Universität Wien
Veterinärplatz 1
1210 Wien
Tel.: +43 (0)1 / 250 77 -0
Fax: +43 (0)1 / 250 77 -1090
email: studieninfo@vetmeduni.ac.at
Internet: https://www.vetmeduni.ac.at
Tierarzt/Tierärztin zählt zu den freien Berufen. Für die selbstständige Berufsausübung sind folgende Voraussetzungen zu erfüllen:
Freie Berufe sind selbstständige (freiberufliche) Tätigkeiten, die nicht der Gewerbeordnung unterliegen (z. B. Arzt/Ärztin und andere Gesundheitsberufe, Rechtsanwalt/-anwältin, Musiker*in, Schriftsteller*in und andere Künstlerberufe). Für einige freie Berufe ist die Berufsausübung durch eigene Rechtsvorschriften (Ärztegesetz, Rechtsanwaltsordnung, Ziviltechnikergesetz etc.) geregelt und es bestehen eigene Interessenvertretungen (Kammern oder Berufsverbände), denen die Aufnahme der selbstständigen Berufstätigkeit gemeldet werden muss. Für andere freie Berufe, wie z. B. Künstler*in, Schriftsteller*in, Journalist*in, bestehen keine besonderen Rechtsvorschriften und Meldepflichten.
Alternative Berufe sind Berufe, die entweder eine ähnliche Ausbildung oder ähnliche Aufgaben- oder Tätigkeitsbereiche haben, wie der Beruf, über den du dich gerade informierst. Die Ähnlichkeit kann auch in den Arbeitsmaterialien, den Arbeitsumgebungen liegen oder in der Art, wie du mit anderen Menschen zusammenarbeitest.
Diese Liste soll dir bei der Überlegung helfen, welche Berufe und Ausbildungen für dich noch interessant sein könnten und dich auf weitere Ideen bringen.
Tierärzt*innen betreuen und pflegen kranke und verletzte Tiere und führen an gesunden Tieren zum Teil gesetzlich vorgeschriebene Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen durch. Sie diagnostizieren und behandeln Krankheiten (z. B. Infektionen, Geschwüre, Verwurmungen) versorgen Wunden und Verletzungen (z. B. durch Verbinden, Schienen, Eingipsen), entfernen Zecken und führen Sterilisationen bzw. Kastrationen an den Tieren durch. Mit einer starken Betäubungsspritze schläfern sie alte, unheilbar kranke oder verletzte Tiere ein, damit diese nicht unnötig leiden müssen.
Im ländlichen Bereich sind Tierärzt*innen vorwiegend mit der Betreuung von landwirtschaftlichen Nutztieren (z. B. Kühe, Schafe, Ziegen, Geflügel) befasst. Sie führen Großtier- oder Nutztierpraxen und besuchen zur Behandlung der Tiere den landwirtschaftlichen Betrieb. Dort impfen sie die Tiere, kontrollieren ihren Gesundheitszustand bzw. ordnen Maßnahmen zur Behandlung von Krankheiten an, führen künstliche Befruchtungen durch, helfen bei den Geburten von Kälbern, Fohlen oder Lämmern, kontrollieren die gesetzlich vorgeschriebenen Hygienevorschriften (z. B. bezüglich Stallführung, Milchgewinnung) und beraten die Landwirt*innen hinsichtlich Fütterung und Tierpflege.
Ein weiterer Tätigkeitsbereich von Tierärzt*innen ist die Betreuung von Wildtieren in Tierparks und Naturreservaten, von Tieren in zoologischen Gärten oder von Pferden in Gestüten und Reitställen. Im Bereich der tiermedizinischen Forschung befassen sie sich mit der Erkennung und Bekämpfung von Tierkrankheiten, sie erforschen die Übertragungsweisen von Viren und Tierkrankheiten auf den Menschen, entwickeln veterinärmedizinische Medikamente und Heilmethoden und befassen sich mit Fragen der Zucht, Aufzucht, Ernährung und Haltungsbedingungen von Tieren. Weiters sind sie für die Genehmigung und Überwachung von Tiertransporten und Tierversuchen zuständig.
Tierärzt*innen müssen gut mit Klein- und Groß- bzw. Nutztieren aller Art umgehen können: sie behandeln Hunde, Katzen, Meerschweinchen und Hamster, aber auch Pferde, Rinder, Schafe, Ziegen, mitunter auch verletzte Wildtiere. Sind sie in Zoos beschäftigt, behandeln sie auch die verschiedensten exotischen Tiere wie z. B. Raubkatzen, Schlangen, Elefanten. Bei ihrer Arbeit hantieren sie mit verschiedenen veterinärmedizinischen Instrumenten, Geräten und Materialien wie z. B. Spritzen, Skalpelle, Betäubungsgeräte, Blutanalysegeräte, Zentrifugen, Mullbinden, Pasten, Cremes, Tabletten und Tropfen.
Der Beruf der Tierärzt*in erfordert eine hohe Einsatzbereitschaft, Unempfindlichkeit gegen Schmutz, Blut und Gerüche, sowie die Fähigkeit, mit nervösen, ängstlichen oder aggressiven Tieren (mitunter auch Tierhalter*innen) richtig umzugehen. Besonders in der (meist ländlichen) Großtierpraxis ist auch ein gewisses Maß an physischer Kraft und Ausdauer (körperliche Anstrengung) erforderlich.
Tierärzt*innen arbeiten in den Räumlichkeiten (Untersuchungszimmer, Labors, Büros) von Kleintierpraxen, Tierkliniken, veterinärmedizinischen Universitätskliniken und -instituten. Oft führen sie Tierarztpraxen auch selbst oder im Team mit Kolleg*innen. Im ländlichen Bereich arbeiten sie außerdem häufig auf Bauernhöfen. Sie arbeiten mit Berufskolleg*innen, Assistent*innen (Tierärztliche Ordinationsassistenz (Lehrberuf)) und Hilfskräften zusammen und stehen in Kontakt mit Tierhalter*innen (z. B. Landwirt*innen, Pferdewirt*innen), Mitarbeiter*innen von Zoos oder Tierheimen (Tierpfleger*in (Lehrberuf)), sowie mit Mitarbeiter*innen von Ämtern und Behörden.
Tierärzte/Tierärztinnen sind beruflich immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt.
Neue Entwicklungen und Weiterbildungsbereiche für Tierärzte/Tierärztinnen:
Jede Tierärztin und jeder Tierarzt ist nach dem Tierärztegesetz (TÄG § 20 Abs.3) zur Fortbildung verpflichtet.
Die Österreichische Tierärztekammer bietet im Rahmen der Veterinärakademie diverse Weiterbildungen an. Infos dazu unter: www.tieraerztekammer.at/fortbildung/fortbildungskalender >> Veterinärakademie
Weiterführende Bildungsmöglichkeiten und Höherqualifizierung:
Hygiene | Als Hygiene werden alle Maßnahmen bezeichnet, die dazu beitragen, die Gesundheit zu erhalten und die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern. Das betrifft die persönliche Hygiene (z. B. regelmäßiges Händewaschen) genauso wie Hygiene im Arbeitsbereich von medizinischen oder pflegenden Berufen (z. B. Sterilisation von Arbeitsgeräten, Desinfektion von Wunden), aber auch den Bereich Lebensmittel, Wohnen- und Arbeiten. |
Veterinärmedizin | = Tierheilkunde |