Unternehmensberater*in

Unternehmensberater*innen beraten private Unternehmen und öffentliche Organisationen und Institutionen in den verschiedensten Themenbereichen. Die Beratung kann z. B. betriebswirtschaftliche, rechtliche, technische oder strategische Fragen betreffen. Im Rahmen ihrer Beratungsleistung oder eines Beratungsprojekts analysieren sie die Ist-Situation des Betriebes, besprechen mit ihren Klient*innen Anforderungen, Herausforderungen und Probleme und erarbeiten mit ihnen Lösungsvorschläge und Umsetzungskonzepte.

Für Unternehmensberatung typische Beratungsbereiche sind z. B. Management-, Personal-, Strategie-, Finanz- oder Organisationsberatung (siehe Arbeits- und Tätigkeitsbereiche), um nur einige zentrale zu nennen.
Unternehmensberater*innen verfügen neben ihrem spezifischem Fachwissen über umfassende Methoden- und Sozialkompetenzen. Sie arbeiten eigenständig sowie im Team mit Mitarbeiter*innen, Assistenz- und Fachkräften und kommunizieren intensiv mit ihren Klient*innen und Auftraggeber*innen.

Akademischer Beruf
Hauptberuf

In jedem Beruf brauchst du spezielles fachliches Know-how, das in der Aus- und Weiterbildung vermittelt wird. In den beiden Menüpunkten Ausbildung und Weiterbildung findest du Informationen zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für diesen Beruf.

Es gibt auch Kompetenzen, Fähigkeiten und Eigenschaften, die in allen Berufen wichtig sind. Dazu gehören besonders:

  • Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit
  • genaues und sorgfältiges Arbeiten
  • selbstständiges Arbeiten
  • Einsatzfreude
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Fähigkeit und Bereitschaft mit anderen zusammen zu arbeiten (Teamfähigkeit)
  • Lernbereitschaft

Die folgende Liste gibt dir einen Überblick über weitere allgemeine Anforderungen, die in DIESEM Beruf häufig gestellt werden. Diese können natürlich je nach Betrieb, Institution oder Organisation sehr unterschiedlich sein.

DENK DARAN: Viele dieser Anforderungen sind auch Bestandteil der Ausbildung.

Hinweis: Die Begriffe werden in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.

    Fachkompetenz: Welche Fähigkeiten und Kenntnisse werden von mir erwartet?

  • Anwendung generativer künstlicher Intelligenz (KI)
  • Anwendung und Bedienung digitaler Tools
  • Datensicherheit und Datenschutz
  • Fremdsprachenkenntnisse
  • gute Beobachtungsgabe
  • gute Deutschkenntnisse
  • gute rhetorische Fähigkeit
  • gutes Gedächtnis
  • kaufmännisches Verständnis
  • wirtschaftliches Verständnis
  • Zahlenverständnis und Rechnen

     

    Sozialkompetenz: Was brauche ich im Umgang mit anderen?

  • Argumentationsfähigkeit / Überzeugungsfähigkeit
  • Aufgeschlossenheit
  • Durchsetzungsvermögen
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Kund*innenorientierung
  • Motivationsfähigkeit

     

    Selbstkompetenz: Welche persönlichen Eigenschaften sollte ich mitbringen?

  • Aufmerksamkeit
  • Belastbarkeit / Resilienz
  • Beurteilungsvermögen / Entscheidungsfähigkeit
  • Flexibilität / Veränderungsbereitschaft
  • Freundlichkeit
  • Geduld
  • Selbstorganisation
  • Verschwiegenheit / Diskretion

     

    Weitere Anforderungen: Was ist sonst noch wichtig?

  • gepflegtes Erscheinungsbild
  • Reisebereitschaft

     

    Methodenkompetenz: Welche Arbeits- und Denkweisen sind wichtig?

  • Informationsrecherche und Wissensmanagement
  • interdisziplinäres Denken
  • komplexes / vernetztes Denken
  • Kreativität
  • logisch-analytisches Denken / Kombinationsfähigkeit
  • Planungsfähigkeit
  • Problemlösungsfähigkeit
  • Prozessverständnis
  • unternehmerisches Denken

Selbstständigkeit

Die Möglichkeit einer selbstständigen Berufsausübung ist beispielsweise gegeben durch:

a) Reglementierte Gewerbe:

  • Unternehmensberatung einschließlich der Unternehmensorganisation, BGBl. II Nr. 112/2018
  • Ingenieurbüros (Beratende Ingenieure), BGBl. II Nr. 89/2003 (Novelle mit Art. 58 BGBl. II Nr. 399/2008

Information zum „Reglementierten Gewerbe“: die Zulassungsbedingungen für reglementierte Handwerke und Gewerbe sind bundesgesetzlich geregelt (siehe hierzu die jeweils angegebenen Bundesgesetzblätter, einsehbar unter: Rechtsinformationssystem Österreich

b) Freie Gewerbe:

  • Public Relations-Berater

Informationen zum „Freien Gewerbe“: freie Gewerbe erfordern in der Regel keinen Befähigungsnachweis, sondern lediglich eine Anmeldung bei der Gewerbebehörde. Grundsätzlich richtet sich der Gewerbeumfang nach dem Wortlaut der Gewerbeanmeldung.

Liste der Freien Gewerbe:

ALLGEMEINE HINWEISE:

Selbstständige Tätigkeiten sind alle Tätigkeit, die du in eigener Verantwortung (also nicht angestellt), regelmäßig und mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, ausüben willst. Für viele dieser Tätigkeiten brauchst du eine Gewerbeberechtigung. Es gibt aber auch sogenannte Freie Berufe (freiberufliche Tätigkeiten) und land- und forstwirtschaftliche Tätigkeiten, die nicht der Gewerbeordnung unterliegen. Auch für viele dieser Tätigkeiten gibt es eigene Rechtsvorschriften für die selbstständige Berufsausübung, manche können aber auch ohne besondere Voraussetzungen selbstständig ausgeübt werden.

In allen Fällen einer selbstständigen Berufsausübung (egal, ob im Rahmen eines Gewerbes, als freiberufliche Tätigkeit, im Rahmen eines Land- und forstwirtschaftlichen Betriebes) musst du diese bei der zuständigen Sozialversicherungsanstalt und dem zuständigen Finanzamt melden. Je nach selbstständiger Tätigkeit gibt es noch andere Meldepflichten oder Register, in die du dich eintragen musst.

Selbstständige Tätigkeiten, für die eine Gewerbeberechtigung erforderlich ist, musst du außerdem bei der Gewerbebehörde (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat) anmelden.
Unabhängig von einem oft notwendigen Befähigungsnachweis musst du dafür folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • das 18. Lebensjahr muss vollendet sein
  • österreichische Staatsbürgerschaft oder Staatsbürgerschaft eines anderen EU-Mitgliedstaates (oder eines Staates, mit dem ein entsprechender Staatsvertrag besteht) oder es liegt ein gültiger Aufenthaltstitel vor, der zur selbstständigen Tätigkeit berechtigt
  • keine Ausschließungsgründe (z. B. abgewiesene Konkursanträge, Bestrafung wegen Finanzstrafdelikten)

Für weitere Informationen schau dir unseren Thementext Im Fokus: Selbstständigkeit an oder nutze eine der folgenden Quellen und Kontakte:

Alternativen (Auswahl)

Alternative Berufe sind Berufe, die entweder eine ähnliche Ausbildung oder ähnliche Aufgaben- oder Tätigkeitsbereiche haben, wie der Beruf, über den du dich gerade informierst. Die Ähnlichkeit kann auch in den Arbeitsmaterialien, den Arbeitsumgebungen liegen oder in der Art, wie du mit anderen Menschen zusammenarbeitest.

Diese Liste soll dir bei der Überlegung helfen, welche Berufe und Ausbildungen für dich noch interessant sein könnten und dich auf weitere Ideen bringen.

Berufsinfos werden zur Verfügung gestellt von:

Folgende Inhalte löschen:

ABC-Analyse

Die ABC-Analyse ist ein Planungs- und Organisationsverfahren, das in der Lager- und Warenbewirtschaftung, aber auch in Werbung und Marketing eingesetzt wird. Die Analyse klassifiziert und systematisiert Güter, Materialien, KundInnen, LieferantInnen und andere Parameter je nach ihrer Bedeutung und Wichtigkeit/Dringlichkeit. In abfallender Reihenfolge A, B, C usw. ergibt sich eine Rangfolge, welche hilft, Präferenzen zu setzen und die betriebliche Planung auf jene Faktoren zu lenken, die für den Erfolg am meisten ausschlaggebend sind, und jene Faktoren zu kürzen oder zu streichen, die es am wenigsten sind.

Arbeits- und Organisationspsychologie

Arbeits- und Organisationspsychologie beinhaltet Regelungen und Maßnahmen zur Steuerung des Ablaufs von Arbeitsschritten und Arbeitsprozessen.

Baisse/Hausse

Fachbegriffe im Börsenhandel: gehen Aktienkurse über längere Zeit zurück, spricht man von einer Baisse. Ein Trend mit steigenden Aktienkursen wird Hausse genannt.

Betriebsblindheit

Betriebsblindheit ist die Bezeichnung für eine träge, routinemäßige Arbeitsweise, die mangels (Selbst)Kritik und nötiger Distanz zur eigenen Arbeit Weiterentwicklungen verhindern und Probleme zementieren kann.

Coaching

Engl. für trainieren, betreuen, vorbereiten. Beratung durch einen spezifisch (oft psychologisch) ausgebildeten Coach. Dabei werden allgemeine, persönliche oder unternehmensinterne Probleme angesprochen.

Consulting

Erarbeitung von Lösungsansätzen für betriebswirtschaftliche Problemstellungen eines Unternehmens. Erfolgt meist durch Beratungsorganisationen bzw. durch externe Personen (Consulter*innen).

Controlling

Controlling ist ein systematisches Steuerungs- und Koordinationskonzept zur Kontrolle, Planung, Lenkung und Steuerung wirtschaftlicher Prozesse im Unternehmen. Durch die gezielte Berechnung von Steuer- und Zielgrößen kann das Controlling vergangene Entscheidungen der Geschäftsführung evaluieren (bewerten) und zukünftige Entscheidungsfindungsprozesse unterstützen.

Corporate Finance

Umfassende Produktprogramme, die zur Unterstützung von Unternehmen von Finanzdienstleister*innen oder Unternehmensberater*innen angeboten werden.

Hard Skills / Soft Skills

Die Bezeichnung für fachliche Kompetenzen. Im Gegensatz dazu: Soft Skills = Soziale Kompetenzen wie z. B. Teamfähigkeit, Kommunikationskompetenz, Kontaktfähigkeit.

Human Resources

Human Resources bezeichnet die Gesamtheit des menschlichen Leistungspotenzials eines Unternehmens, d. h. der Leistungen, die alle Mitarbeiter*innen erbringen können. Ausgedrückt wird dies in Kennzahlen, z. B. Anzahl der Mitarbeiter*innen, Umsatz- bzw. Produktionseinheiten pro Mitarbeiter*in.

IFRS

Die International Financial Reporting Standards sind internationale Rechnungslegungsvorschriften und sollen die internationale Vergleichbarkeit von Jahres- und Konzernabschlüssen erleichtern.

Industrie 4.0

Unter Industrie 4.0 versteht man die vermehrte Digitalisierung und Automatisierung von Arbeits- und Produktionsprozessen in allen Arbeits- und Wirtschaftsbereichen, etwa durch Computer und Roboter. Wesentliches Element von Industrie 4.0 ist dabei die intelligente, digitale Vernetzung der gesamten Produktionsumgebung ("smart production"), also von den Maschinen und Anlagen über die Logistik- und Manipulationssysteme bis hin zur Gebäudetechnik untereinander, aber auch mit dem Menschen (MitarbeiterInnen).

Die erste industrielle Revolution bestand in der Mechanisierung mittels Wasser- und Dampfkraft; darauf folgtedie zweite industrielle Revolution, geprägt durch Massenfertigung mit Hilfe von Fließbändern und elektrischer Energie, sowie daran anschließend die dritte industrielle Revolution oder digitale Revolution mit Einsatz von Elektronik und IT (v. a. die speicherprogrammierbare Steuerung und die CNC-Maschine) zur Automatisierung der Produktion.

Lobbying

Lobbying ist die gezielte Vertretung von Interessen, mit dem Ziel, (z. B. politische) Entscheidungen im Sinne des Auftraggebers/der Auftraggeberin zu beeinflussen. Bekannte Lobbys sind z. B. die Industriellenvereinigung, die Wirtschafts- und Arbeiterkammern, Umweltschutzorganisationen usw.

Management by Exception (MbE)

Eine Managementstrategie: Das Management schalten sich nur in Ausnahmefällen ein. Im betrieblichen Normalfall steuern und kontrollieren sich die MitarbeiterInnen und Teams innerhalb von vorgegebenen Rahmenbedingungen selbst.

Management by Objectives (MbO)

Eine Managementstrategie: Die Steuerung des Unternehmens und seiner MitarbeiterInnen durch Zielvereinbarung und Zielvorgaben und nicht durch Anweisungen.

Operations Research

Unternehmensforschung. Sie wird in der Wirtschaft zur Unterstützung von Entscheidungsprozessen mit Hilfe von mathematischen Verfahren eingesetzt.

Outsourcing

Bedeutet "Outside Resource Using" und meint damit die Übertragung von Unternehmenstätigkeiten bzw. -aufgabenfelder auf extern beauftragte Betriebe oder Organisationen.

Risk-Management

Die Berücksichtigung und Einkalkulierung aller möglichen Risiken (versicherbare und nicht versicherbare), die den Unternehmenserfolg oder -fortbestand gefährden könnten.

Social Skills

engl., bedeutet soziale Kompetenzen wie Kommunikationsfähigkeit, Teamfähigkeit, Konfliktfähigkeit, Rhetorik usw. Social skills gehören längst nicht mehr nur in den Dienstleistungs- und Managementberufen zu den sogenannten "Schlüsselqualifikationen", sondern immer mehr auch in technischen und handwerklichen Berufen. Ihnen kommt oft eine gleich hohe Bedeutung zu wie der fachlichen Kompetenz.

Supply Chain

Die Supply Chain ist die "Lieferkette". Sie bezeichnet den Weg der Waren und Materialien vom Lieferanten ins jeweilige Unternehmen, über den Produktionsprozess bis zum Verkauf und zur Auslieferung der Waren und Materialien an die Kund*innen.

Total Quality Management (TQM)

Als Total Quality Management (totales Qualitäts-Management, TQM) bezeichnet man die durchgängige, laufende und alle Bereiche einer Organisation (Unternehmen, Institution etc.) erfassende Aufzeichnung, Sichtung, Organisation und Kontrolle der Geschäftsprozesse, die dazu dient, Qualität als Systemziel einzuführen und dauerhaft sicher zu stellen.

US-GAAP

Die United States Generally Accepted Accounting Principles sind die allgemein anerkannten US-amerikanischen Rechnungslegungsvorschriften.

Workflow-Management

Die Organisation und Optimierung (der bestmöglicher Einsatz) von Arbeitsprozessen und Arbeitsschritten.