Volkswirt*innen studieren, analysieren und beschreiben wirtschaftliche Prozesse und Systeme. Im Unterschied zu Betriebswirt*innen, welche auf Prozesse in Unternehmen spezialisiert sind (Mikroökonomie), befassen sich Volkswirt*innen mit gesamtgesellschaftlichen nationalen und globalen Phänomenen und Zusammenhängen wie Konjunktur, Arbeitslosenrate, Inflation oder dem Bruttosozialprodukt (Makroökonomie).
Nachdem Volkswirt*innen zumeist mit der wirtschaftlichen Lage und Entwicklung eines Landes befasst sind, wurden sie früher auch als „Nationalökonomen“ bezeichnet. Schon lange gehen Volkswirt*innen in ihrer Arbeit aber über nationale Grenzen hinaus und studieren global-wirtschaftliche Entwicklungen und Größen.
Volkswirt*innen arbeiten sowohl in öffentlichen Institutionen (Universitäten, Ministerien), Wirtschaftsforschungsinstituten als auch in Unternehmen der Privatwirtschaft – insbesondere Banken und Versicherungen – mit Fachkräften wie Betriebswirt*innen, Jurist*innen oder Manager*innen zusammen.
In jedem Beruf brauchst du spezielles fachliches Know-how, das in der Aus- und Weiterbildung vermittelt wird. In den beiden Menüpunkten Ausbildung und Weiterbildung findest du Informationen zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für diesen Beruf.
Es gibt auch Kompetenzen, Fähigkeiten und Eigenschaften, die in allen Berufen wichtig sind. Dazu gehören besonders:
Die folgende Liste gibt dir einen Überblick über weitere allgemeine Anforderungen, die in DIESEM Beruf häufig gestellt werden. Diese können natürlich je nach Betrieb, Institution oder Organisation sehr unterschiedlich sein.
DENK DARAN: Viele dieser Anforderungen sind auch Bestandteil der Ausbildung.
Hinweis: Die Begriffe werden in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.
Die Volkswirtschaftslehre ist eine Wissenschaft mit zahlreichen Anwendungsfeldern. Die Möglichkeiten zur selbstständigen Berufsausübung hängen von den jeweiligen Qualifikationen der Volkswirt*innen ab und können daher sehr unterschiedlich sein. Die selbstständige Berufsausübung kann beispielsweise im Rahmen folgender Tätigkeiten erfolgen:
a) freie Berufe:
Freie Berufe sind selbstständige (freiberufliche) Tätigkeiten, die nicht der Gewerbeordnung unterliegen (z. B. Arzt / Ärztin und andere Gesundheitsberufe, Rechtsanwalt / Rechtsanwältin, Musiker*in, Schriftsteller*in und andere Künstlerberufe). Für einige freie Berufe ist die Berufsausübung durch eigene Rechtsvorschriften (Ärztegesetz, Rechtsanwaltsordnung, Ziviltechnikergesetz etc.) geregelt und es bestehen eigene Interessensvertretungen (Kammern oder Berufsverbände), denen die Aufnahme der selbstständigen Berufstätigkeit gemeldet werden muss. Für andere freie Berufe, wie z. B. Künstler*in, Schriftsteller*in, Journalist*in, bestehen keine besonderen Rechtsvorschriften und Meldepflichten.
b) freie Gewerbe:
Informationen zum „Freien Gewerbe“: freie Gewerbe erfordern in der Regel keinen Befähigungsnachweis, sondern lediglich eine Anmeldung bei der Gewerbebehörde. Grundsätzlich richtet sich der Gewerbeumfang nach dem Wortlaut der Gewerbeanmeldung.
Liste der freien Gewerbe: Bundeseinheitliche Liste der freien Gewerbe
c) reglementierte Gewerbe:
Für die Ausübung eines reglementierten Gewerbes oder Handwerks sind, neben der Erfüllung der allgemeinen Voraussetzungen, Befähigungsnachweise zu erbringen, die in den angeführten Bundesgesetzblättern festgelegt sind.
Downloadmöglichkeit der Zugangsvoraussetzung und Prüfungsordnungen (Bundesgesetzblätter): Wirtschaftskammer Österreich: Prüfungs- und Befähigungsnachweise für reglementierte Gewerbe
Liste der reglementierten Gewerbe: Bundeseinheitliche Liste der reglementierten Gewerbe
ALLGEMEINE HINWEISE:
Selbstständige Tätigkeiten sind alle Tätigkeit, die du in eigener Verantwortung (also nicht angestellt), regelmäßig und mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, ausüben willst. Für viele dieser Tätigkeiten brauchst du eine Gewerbeberechtigung. Es gibt aber auch sogenannte Freie Berufe (freiberufliche Tätigkeiten) und land- und forstwirtschaftliche Tätigkeiten, die nicht der Gewerbeordnung unterliegen. Auch für viele dieser Tätigkeiten gibt es eigene Rechtsvorschriften für die selbstständige Berufsausübung, manche können aber auch ohne besondere Voraussetzungen selbstständig ausgeübt werden.
In allen Fällen einer selbstständigen Berufsausübung (egal, ob im Rahmen eines Gewerbes, als freiberufliche Tätigkeit, im Rahmen eines Land- und forstwirtschaftlichen Betriebes) musst du diese bei der zuständigen Sozialversicherungsanstalt und dem zuständigen Finanzamt melden. Je nach selbstständiger Tätigkeit gibt es noch andere Meldepflichten oder Register, in die du dich eintragen musst.
Selbstständige Tätigkeiten, für die eine Gewerbeberechtigung erforderlich ist, musst du außerdem bei der Gewerbebehörde (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat) anmelden.
Unabhängig von einem oft notwendigen Befähigungsnachweis musst du dafür folgende Voraussetzungen erfüllen:
Für weitere Informationen schau dir unseren Thementext Im Fokus: Selbstständigkeit an oder nutze eine der folgenden Quellen und Kontakte:
Alternative Berufe sind Berufe, die entweder eine ähnliche Ausbildung oder ähnliche Aufgaben- oder Tätigkeitsbereiche haben, wie der Beruf, über den du dich gerade informierst. Die Ähnlichkeit kann auch in den Arbeitsmaterialien, den Arbeitsumgebungen liegen oder in der Art, wie du mit anderen Menschen zusammenarbeitest.
Diese Liste soll dir bei der Überlegung helfen, welche Berufe und Ausbildungen für dich noch interessant sein könnten und dich auf weitere Ideen bringen.
Bruttoinlandsprodukt | Das Bruttoinlandsprodukt (kurz "BIP") gibt den Gesamtwert aller Güter (das sind Waren und Dienstleistungen) an, die innerhalb eines Jahres innerhalb einer Volkswirtschaft hergestellt wurden und dem Endverbrauch dienen. |
Datawarehouse | Umfassende Sammlung von Daten, um Entscheidungen im Management, aber auch in allen anderen Unternehmensbereichen zu erleichtern (engl. data = Daten und engl. warehouse = Warenlager). Datawarehouses sind Kombinationen und Vernetzungen verschiedener Datenbanken innerhalb eines Unternehmens. |
Datenmodellierung | Erstellung von Konzepten und Lösungen für die Sammlung, Speicherung, Strukturierung und Weiterverarbeitung von Daten aller Art, z. B. Kundendaten, betriebsinterne Daten, Statistiken, wissenschaftliche Daten und dergleichen. Zur Speicherung und Verarbeitung von Daten werden in der Regel Datenbankprogramme wie z. B. Access oder SQL verwendet. |
Defizit | a) bezeichnet einen Mangel oder eine Schwäche b) volkswirtschaftlich spricht man von Defizit, wenn die (geplanten) Ausgaben höher sind, als die (geplanten) Einnahmen und daraus ein negativer Saldo (=Defizit) entsteht, z. B. Budgetdefizit, Außenhandelsdefizit (Importe sind höher als Exporte) |
Demografie | Demografie ist die zahlenmäßige, statistische Erfassung der Bevölkerung, z. B. hinsichtlich bestimmter Merkmale wie z. B. Bevölkerungswachstum, Alter, Geschlecht. |
Empirie – empirisch | Der Begriff Empirie bedeutet soviel wie "auf Erfahrung gestützt", "aus Daten gewonnen" oder "durch Beobachtung ermittelt". Empirisch sind daher alle Verfahren (innerhalb von Wissenschaft und Forschung), die Daten aller Art, sammeln, auswerten und interpretieren. |
Etat | Mit "Etat" wird der (Staats-)Haushalt bezeichnet. Gemeint sind jene Finanzmittel, die für einen bestimmten Zeitraum zu bestimmten Zwecken zur Verfügung stehen. |
Human Development Index | Der Human Development Index (HDI) der Vereinten Nationen ist ein Wohlstandsindikator für Länder. Anders als z. B. das Bruttoinlandsprodukt (BIP) berücksichtigt er nicht nur das Pro-Kopf-Einkommen, sondern ebenso die Lebenserwartung und den Bildungsgrad. |
Inflation | Die Inflation bezeichnet einen anhaltenden Anstieg des allgemeinen Preisniveaus (= Geldentwertung). Hier findest du eine genauere Erklärung der Europäischen Zentralbank. |
Infrastruktur | Unter "Infrastruktur" wird die Summe des Straßen-, Schienen-, Elektrizitäts-, Wasser- und Güterangebotsnetzes verstanden, die die Versorgung einer Region oder einer Stadt sicherstellt und somit die organisatorische Grundlage für das wirtschaftliche Funktionieren bildet. In umfassender Bedeutung beinhaltet dieser Begriff z. B. auch Bildungs- und Kultureinrichtungen, militärische Anlagen und Arbeitskräfte. |
Konjunktur | Eine bestimmte Wirtschaftslage oder -entwicklung bzw. auch ein Wirtschaftsaufschwung (Hochkonjunktur). |
Makroökonomie | Die Makroökonomie ist jener Teilbereich der Volkswirtschaftslehre, der wirtschaftliche Zusammenhänge aus der gesamtwirtschaftlichen Perspektive erforscht. |
Mikroökonomie | Die Mikroökonomie ist jener Teilbereich der Volkswirtschaftslehre, der sich mit dem wirtschaftlichen Verhalten von z. B. Konsument*innen, Haushalten oder Unternehmen beschäftigt. |
NAFTA | Abk. für North American Free Trade Agreement. Freihandelszone zwischen Kanada, Mexiko und den USA. |
Ökonometrie | eine Teildisziplin der Wirtschaftswissenschaften. Mit Hilfe von mathematischen und statistischen Methoden werden wirtschaftstheoretische Modelle entwickelt und auf ihre Aussagekraft hin überprüft. |
Ökonomie | Ökonomie ist die griechische Bezeichnung für Wirtschaft. Der Begriff Ökonomie steht auch für Wirtschaftssystem und bezeichnet u. a. das geregelte (also nicht zufällige, ungeplante) Zusammenwirken der verschiedenen Wirtschaftsakteur*innen (z. B. Betriebe, Haushalte, öffentliche Hand), insbesondere wie die Herstellung, die Verteilung und der Verbrauch von Gütern und Dienstleistungen organisiert ist. |
ökonomisch |
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Operations Research | Unternehmensforschung. Sie wird in der Wirtschaft zur Unterstützung von Entscheidungsprozessen mit Hilfe von mathematischen Verfahren eingesetzt. |