Werbefachmann / Werbefachfrau

Werbefachleute haben die Erhöhung des Bekanntheitsgrades bestimmter Produkte und dadurch wiederum die Verkaufsförderung im Auge. Sie beraten ihre Auftraggeber*innen bei der Planung und Durchführung von Werbeaktionen, vermitteln Aufträge und organisieren die Direktwerbung. Je nach Werbemitteln (z. B. Plakatwerbung, Kino-, Fernseh- und Hörfunkspots, Anzeigen in Zeitungen, Internet) entwerfen sie Werbepläne und berechnen die Kosten. Werbefachleute sind in unterschiedlichen Bereichen der Werbebranche tätig (z. B. Kund*innenbetreuung, Werbegestaltung, Organisation). Sie arbeiten im Team mit Berufskolleg*innen aus dem Bereich Werbung und Markt- und Meinungsforschung (z. B. mit Grafiker*innen, Mediafachleuten, Werbetexter*innen, Markt- und Meinungsforscher*innen).

Akademischer Beruf
Hauptberuf

In jedem Beruf brauchst du spezielles fachliches Know-how, das in der Aus- und Weiterbildung vermittelt wird. In den beiden Menüpunkten Ausbildung und Weiterbildung findest du Informationen zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für diesen Beruf.

Es gibt auch Kompetenzen, Fähigkeiten und Eigenschaften, die in allen Berufen wichtig sind. Dazu gehören besonders:

  • Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit
  • genaues und sorgfältiges Arbeiten
  • selbstständiges Arbeiten
  • Einsatzfreude
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Fähigkeit und Bereitschaft mit anderen zusammen zu arbeiten (Teamfähigkeit)
  • Lernbereitschaft

Die folgende Liste gibt dir einen Überblick über weitere allgemeine Anforderungen, die in DIESEM Beruf häufig gestellt werden. Diese können natürlich je nach Betrieb, Institution oder Organisation sehr unterschiedlich sein.

DENK DARAN: Viele dieser Anforderungen sind auch Bestandteil der Ausbildung.

Hinweis: Die Begriffe werden in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.

    Körperliche Anforderungen: Welche körperlichen Eigenschaften sind wichtig?

  • gutes Sehvermögen (viel Lesen bzw. Arbeiten am Computer)

     

    Fachkompetenz: Welche Fähigkeiten und Kenntnisse werden von mir erwartet?

  • Anwendung generativer künstlicher Intelligenz (KI)
  • Fremdsprachenkenntnisse
  • gestalterische Fähigkeit
  • gute Deutschkenntnisse
  • gute rhetorische Fähigkeit
  • kaufmännisches Verständnis
  • Präsentationsfähigkeit

     

    Sozialkompetenz: Was brauche ich im Umgang mit anderen?

  • Argumentationsfähigkeit / Überzeugungsfähigkeit
  • Aufgeschlossenheit
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Kompromissbereitschaft
  • Kontaktfreude
  • Kritikfähigkeit
  • Kund*innenorientierung
  • Verhandlungsgeschick

     

    Selbstkompetenz: Welche persönlichen Eigenschaften sollte ich mitbringen?

  • Belastbarkeit / Resilienz
  • Beurteilungsvermögen / Entscheidungsfähigkeit
  • Flexibilität / Veränderungsbereitschaft
  • Selbstvertrauen / Selbstbewusstsein
  • Zielstrebigkeit

     

    Weitere Anforderungen: Was ist sonst noch wichtig?

  • gepflegtes Erscheinungsbild

     

    Methodenkompetenz: Welche Arbeits- und Denkweisen sind wichtig?

  • Koordinationsfähigkeit
  • Kreativität
  • logisch-analytisches Denken / Kombinationsfähigkeit
  • Organisationsfähigkeit
  • Planungsfähigkeit
  • systematische Arbeitsweise

Selbstständigkeit

Die Möglichkeit einer selbstständigen Berufsausübung ist z. B. gegeben durch:

a) Freies Gewerbe:

  • Werbeagentur
  • Werbeberater
  • Public Relations-Berater (PR-Berater)
  • Werbetexter
  • Direktwerbeunternehmen
  • Markt- und Meinungsforscher
  • Handelsgewerbe

Informationen zum „Freien Gewerbe“: freie Gewerbe erfordern in der Regel keinen Befähigungsnachweis, sondern lediglich eine Anmeldung bei der Gewerbebehörde. Grundsätzlich richtet sich der Gewerbeumfang nach dem Wortlaut der Gewerbeanmeldung.

Liste der Freien Gewerbe:


b) reglementiertes Gewerbe:

  • Unternehmensberatung einschließlich der Unternehmensorganisation, BGBl. II Nr. 94/2003

Für die Ausübung eines reglementierten Gewerbes sind, neben der Erfüllung der allgemeinen Voraussetzungen, Befähigungsnachweise zu erbringen, die in den angeführten Bundesgesetzblättern festgelegt sind.
Downloadmöglichkeit der Zugangsvoraussetzung und Prüfungsordnungen (Bundesgesetzblätter): Wirtschaftskammer Österreich: Prüfungs- und Befähigungsnachweise für reglementierte Gewerbe


ALLGEMEINE HINWEISE:

Für jede Tätigkeit, die Sie selbstständig, regelmäßig und mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, ausüben wollen, brauchen Sie eine Gewerbeberechtigung (Ausnahme: Freie Berufe). Diese erhalten Sie durch Anmeldung bei der Gewerbebehörde (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat).
Unabhängig von einem etwaigen Befähigungsnachweis müssen sie dafür folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • das 18. Lebensjahr muss vollendet sein
  • österreichische Staatsbürgerschaft oder Staatsbürgerschaft eines anderen EU-Mitgliedstaates (oder eines Staates, mit dem ein entsprechender Staatsvertrag besteht) oder es liegt ein gültiger Aufenthaltstitel vor, der zur selbstständigen Tätigkeit berechtigt
  • keine Ausschließungsgründe (z. B. abgewiesene Konkursanträge, Bestrafung wegen Finanzstrafdelikten)

In allen Fällen einer selbstständigen Berufsausübung (ob im Rahmen eines Gewerbes oder als freiberufliche Tätigkeit) ist diese bei der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft und dem zuständigen Finanzamt zu melden.

Weitere Informationen und Kontakte:

Alternativen (Auswahl)

Alternative Berufe sind Berufe, die entweder eine ähnliche Ausbildung oder ähnliche Aufgaben- oder Tätigkeitsbereiche haben, wie der Beruf, über den du dich gerade informierst. Die Ähnlichkeit kann auch in den Arbeitsmaterialien, den Arbeitsumgebungen liegen oder in der Art, wie du mit anderen Menschen zusammenarbeitest.

Diese Liste soll dir bei der Überlegung helfen, welche Berufe und Ausbildungen für dich noch interessant sein könnten und dich auf weitere Ideen bringen.

Berufsinfos werden zur Verfügung gestellt von:

Folgende Inhalte löschen:

ABC-Analyse

Die ABC-Analyse ist ein Planungs- und Organisationsverfahren, das in der Lager- und Warenbewirtschaftung, aber auch in Werbung und Marketing eingesetzt wird. Die Analyse klassifiziert und systematisiert Güter, Materialien, KundInnen, LieferantInnen und andere Parameter je nach ihrer Bedeutung und Wichtigkeit/Dringlichkeit. In abfallender Reihenfolge A, B, C usw. ergibt sich eine Rangfolge, welche hilft, Präferenzen zu setzen und die betriebliche Planung auf jene Faktoren zu lenken, die für den Erfolg am meisten ausschlaggebend sind, und jene Faktoren zu kürzen oder zu streichen, die es am wenigsten sind.

Awareness Advertising

Für manche Produkte wird in einem Land oder einer Region Werbung betrieben, obwohl dieses Produkt dort noch nicht oder nur in geringem Umfang verfügbar ist bzw. dort vor der Markteinführung steht. Ziel dieser Werbestrategie ist der vorzeitige Aufbau eines bestimmten Markenimages und Bekanntheitsgrades bei den zukünftigen Kunden und Kundinnen.

Banner

Banner sind als Werbezweck von Unternehmen eingesetzte Grafiken, Schriftzüge, Bilder und Fotos (oft auch animiert), die in Internet-Seiten eingebaut sind, und die als Pop-Ups auftauchen, wenn man bestimmte Seiten öffnet.

Briefing

engl. to brief = zusammenfassen, austauschen und auf den laufenden Stand bringen, eine Kurzfassung erstellen; vor allem wichtig bei laufenden Projekten.

Consumer Promotion

consumer engl. für Verbraucher*innen, Abnehmer*innen; Promotion bedeutet Absatzförderung, gezielte Werbung. Consumer Promotions sind Verkaufsförderungsmaßnahmen, die sich direkt an die Verbraucher*innen richten.

Content-Marketing

Content-Marketing ist eine Form des Marketing, das den Schwerpunkt auf den Content (= Inhalt) legt. Im Gegensatz zu klassischen Werbestrategien (z. B. Printprodukte, Inserate, Werbespots) werden die Werbeinhalte beim Content-Marketing über Social Media, Blogs, Unternehmenswebsites, aber auch über Videos, Webinare oder Newsletter verbreitet. Diese Inhalte sollen die Kund*innen informieren, unterhalten, Vertrauen aufbauen und die Meinung bzw. Kaufentscheidung beeinflussen. Sie sind oft locker und unterhaltsam aufbereitet (z. B. Form von persönlichen Geschichten) und nützen einen Mix aus verschiedenen Medien (Fotos, Videos, Text).

Corporate Design

Das Corporate Design (CD) bezeichnet den Außenauftritt und die öffentliche Erscheinungsform eines Unternehmens z. B. in Form von wiedererkennbaren Logos und Labels oder einer einheitlichen Farbgebung.

Corporate Identity

Die Corporate Identity (CI) beschreibt die Identität eines Unternehmens, also die Art, wie ein Unternehmen sich selbst nach innen und außen darstellt. Wichtig ist, dass diese Darstellung einer einheitlichen Linie folgt. Das betrifft das einheitliche Verhalten (Corporate Culture), die einheitliche Kommunikation (Corporate Communications) und das einheitliche Erscheinungsbild (Corporate Design, CD).

Corporate Wording

Corperate Wording ist Teil einer Kommunikationsstrategie (Corporate Communications, CC) eines Unternehmens. Es gibt bestimmte Worte, Formulierungen und Phrasen vor, die in allen Kommunikationskanälen (Website, Jahresbericht, Mitarbeiter*innenzeitung, Werbung) verwendet werden sollen z. B. positive Formulierungen im Kund*innenkontakt, bestimmte Produktbezeichnungen, Anredeformen für Kund*innen. Ziel ist eine einheitliche Kommunikation von allen Abteilungen und Mitarbeiter*innen des Unternehmens, passend zur Corporate Identity (CI), (Corporate Culture, CC) und dem einheitliche Erscheinungsbild (Corporate Design, CD).

Direkt Marketing

Alle Marketing- und Werbemaßnahmen, die ein Unternehmen in direktem Kontakt, durch persönliche Beziehungen mit der Zielgruppe durchführt (z. B. Messen, Verkostungen, Verkaufsgespräche).

Human Relations

Unter Human Relations versteht man die Beziehungen einer Unternehmung/Institution zu ihren Mitarbeiter*innen. Instrumente der Förderung und Verbesserung dieser Beziehungen sind z. B. Betriebsausflüge, Betriebsfeiern, Newsletter für MitarbeiterInnen, Leistungs-Prämien, Preise usw.

Incentive Events

engl.: incentive = Anreiz, Ansporn; Incentive Events sind bestimmte Veranstaltungen, Workshops oder Präsentationen für Kund*innen, Franchisenehmer*innen, Mitarbeiter*innen etc., die darauf ausgerichtet sind, die Beziehung der Besucher*innen zum Unternehmen zu stärken (z.B. die Motivation, das Kaufverhalten etc. zu fördern).

Industrial Relations

ist Teil von Public Relations Strategien. Bedeutet soviel wie "Beziehungspflege zu Geschäfts- und BranchenpartnerInnen", d. h. zu Kund*innen, Teilhaber*innen und Geschäftspartner*innen, Lieferant*innen, Banken oder Versicherungen; darunter fallen alle Maßnahmen, die darauf abzielen, diese Beziehungen zu fördern und zu stärken, z. B. Aussenden von Info-Broschüren, Präsentationsmappen, Geschäftsberichte etc.

Marketing

Marketing bezeichnet die Ausrichtung eines Unternehmens auf die Verbesserung der Absatzmöglichkeiten.

Merchandising

Merchandise, engl. für: Handel treiben, Waren vertreiben. Merchandising ist ein Instrument der Sales Promotion (Verkaufsförderung). Darunter versteht man die Gesamtheit der Verkaufsförderungsmaßnahmen.

Permission Marketing

Sammelbegriff für das erlaubte Zuschicken von Produktinformationen an Nutzer*innen, die ihre E-Mail- oder Post-Adresse bei der Registrierung für einen Newsletter, eine Mailingliste oder auf der Website hinterlassen haben.

Profiling

engl; to profile = ein Profil erstellen; beim Profiling geht es darum, ein möglichst genaues Bild der Interessen und Bedürfnisse der Kund*innen/Verbraucher*innen zu erstellen, um Marketing- und Werbemaßnahmen optimal einsetzen zu können. Der Begriff wird auch in der Kriminalistik für die Erstellung von Täter*innenprofilen verwendet oder im Personalmanagement für Erstellung von Bewerber*innenprofilen, speziell bei Führungskräften.

Public Relations (PR)

Public Relations (PR) oder auch "Öffentlichkeitsarbeit", umfasst alle Maßnahmen, das Ansehen bzw. den Bekanntheitsgrad einer Person, einer Institution oder eines Unternehmens in der Öffentlichkeit zu fördern und zu verbessern. Beispiele für PR-Maßnahmen sind Imagewerbung durch Inserate und TV-Spots, Presseaussendungen, Unternehmensblogs (Corporate Blogs), Vorträge, Pressekonferenzen, Publikationen, Teilnahme an Ausstellungen, PR-Events, gemeinnützigen Aktionen sowie die Schulung und Information der Mitarbeiter*innen (interne PR).

Sales Promotion

Verkaufsförderung; strategische Planung und Durchführung von Maßnahmen eines Unternehmens, den Absatz bzw. Verkauf zu steigern.

Werbung

Werbung ist ein wesentlicher Bestandteil des Marketings eines Unternehmens. Üblicherweise wird Werbung als "Absatzwerbung" verstanden, d. h. als eine vom Unternehmen ausgehende Maßnahme zur Absatz- und Verkaufsförderung des beworbenen Produktes.