Unteroffizier*innen bilden andere Unteroffizier*innen, Rekrut*innen und militärisches Personal im Gefechts-, Exerzier- Waffen- und Schießdienst sowie in Kampftechniken der jeweiligen Waffengattung des Österreichischen Bundesheeres aus. Sie befehligen die ihnen unterstellte Einheit und führen sie in Übungen und bei Hilfs-, Rettungs- und Friedenssicherungseinsätzen im In- und Ausland.
Unteroffizier*innen versehen ihren Dienst in Uniformen und sind im Freien, in Werkstätten und Büros tätig. Dabei bedienen sie je nach Einsatzgebiet Anlagen, Maschinen, Geräte und Fahrzeuge der verschiedenen technischen Bereiche und unterstützen die Berufsoffizier*innen bei Verwaltungstätigkeiten. Sie arbeiten mit Offizier*innen und anderen Unteroffizier*innen zusammen und befehligen Rekrut*innen und niedrigere Dienstränge.
In jedem Beruf brauchst du spezielles fachliches Know-how, das in der Aus- und Weiterbildung vermittelt wird. In den beiden Menüpunkten Ausbildung und Weiterbildung findest du Informationen zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für diesen Beruf.
Es gibt auch Kompetenzen, Fähigkeiten und Eigenschaften, die in allen Berufen wichtig sind. Dazu gehören besonders:
Die folgende Liste gibt dir einen Überblick über weitere allgemeine Anforderungen, die in DIESEM Beruf häufig gestellt werden. Diese können natürlich je nach Betrieb, Institution oder Organisation sehr unterschiedlich sein.
DENK DARAN: Viele dieser Anforderungen sind auch Bestandteil der Ausbildung.
Hinweis: Die Begriffe werden in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.
Die Ausbildung zum/zur Unteroffizier*in erfolgt grundsätzlich in den Ausbildungseinrichtungen des Österreichischen Bundesheeres. Durch die Nutzung bundesheereigener Bildungseinrichtungen und Bildungsangebote sind zahlreiche Auf- und Umstiegsmöglichkeiten gegeben. Auch die Höherqualifikation zum/zur °Berufsoffizier*in# ist möglich.
Voraussetzung für die Zulassung zur Ausbildung sind
Die Ausbildung zum/zur Unteroffizier*in besteht aus drei Abschnitten und dauert insgesamt 18 Monate:
Weitere Informationen zur Ausbildung findest hier:
Art: Lehrgang
Dauer: 2 Semester
Form: Vollzeit
Voraussetzungen:
u. a. Österreichische Staatsbürgerschaft, Alter 18 bis 40 Jahre, geleisteter Grundwehrdienst oder Ausbildungsdienst für Frauen beim Bundesheer, bestandene Zulassungsprüfung und psychologische Eignung
Abschluss:
Ausmusterung als Unteroffizier/in mit Dienstgrad Wachtmeister/in
Info:
Ausbildungsziel: Berufsunteroffizier des österreichischen Bundesheeres
Die Gesamtausbildungsdauer zur Berufsunteroffizierin oder zum Berufsunteroffizier beträgt grob 18 Monate, davon entfallen etwa 5 Monate oder 23 Wochen auf die Kaderanwärterausbildung 3 inklusive der entscheidenden zweiten Dienstprüfung, die in dieser Form ausschließlich von künftigen Unteroffizierinnen und Unteroffizieren des Berufsstandes absolviert wird.
Weitere Infos: https://karriere.bundesheer.at/karriere/unteroffizier
Heeresunteroffiziersakademie
Forstbergstraße 20
4470 Enns
Tel.: +43 (0)050201 -991640
Fax: +43 (0)7221 / 700 -17550
email: ausbildungsdienst@bmlv.gv.at
Internet: https://karriere.bundesheer.at
Schwerpunkte:
Unteroffiziersakademie
Dauer: individuell
Form: Berufsbegleitend
Voraussetzungen:
Abschluss: Stabsunteroffizier*in Miliz
Berechtigungen:
Die Absolvent*innen sind berechtigt, eine für die Personengruppe Stabsunteroffizier vorgesehene Funktion in der Einsatzorganisation des Österreichischen Bundesheeres zu besetzen. Dabei haben sie die Aufgaben eines Zugskommandanten im Bereich der Führung oder eines Stabsmitgliedes in Form einer Folgeverwendung wahrzunehmen. Darüber hinaus haben Stabsunteroffiziere in der Milizlaufbahn bei Übungen und Einsätzen temporäre Vertretungen ihrer fachlich zuständigen Vorgesetzten, die in der Regel die Funktion eines Fachoffiziers bekleiden, wahrzunehmen.
Info:
Bereiche und Sektoren bzw. Berufs- und Tätigkeitsfelder
Der Stabsunteroffizier in der Milizlaufbahn leistet ihren oder seinen Dienst in einer der folgenden Aufgabengebiete oder Funktionen:
Weitere Infos: https://karriere.bundesheer.at/karriere/unteroffizier
Heeresunteroffiziersakademie
Forstbergstraße 20
4470 Enns
Tel.: +43 (0)050201 -991640
Fax: +43 (0)7221 / 700 -17550
email: ausbildungsdienst@bmlv.gv.at
Internet: https://karriere.bundesheer.at
Schwerpunkte:
Unteroffiziersakademie
Die selbstständige (freiberufliche) Berufsausübung als Unteroffizier*in ist nicht möglich.
ALLGEMEINE HINWEISE:
Selbstständige Tätigkeiten sind alle Tätigkeit, die du in eigener Verantwortung (also nicht angestellt), regelmäßig und mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, ausüben willst. Für viele dieser Tätigkeiten brauchst du eine Gewerbeberechtigung. Es gibt aber auch sogenannte Freie Berufe (freiberufliche Tätigkeiten) und land- und forstwirtschaftliche Tätigkeiten, die nicht der Gewerbeordnung unterliegen. Auch für viele dieser Tätigkeiten gibt es eigene Rechtsvorschriften für die selbstständige Berufsausübung, manche können aber auch ohne besondere Voraussetzungen selbstständig ausgeübt werden.
In allen Fällen einer selbstständigen Berufsausübung (egal, ob im Rahmen eines Gewerbes, als freiberufliche Tätigkeit, im Rahmen eines Land- und forstwirtschaftlichen Betriebes) musst du diese bei der zuständigen Sozialversicherungsanstalt und dem zuständigen Finanzamt melden. Je nach selbstständiger Tätigkeit gibt es noch andere Meldepflichten oder Register, in die du dich eintragen musst.
Selbstständige Tätigkeiten, für die eine Gewerbeberechtigung erforderlich ist, musst du außerdem bei der Gewerbebehörde (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat) anmelden.
Unabhängig von einem oft notwendigen Befähigungsnachweis musst du dafür folgende Voraussetzungen erfüllen:
Für weitere Informationen schau dir unseren Thementext Im Fokus: Selbstständigkeit an oder nutze eine der folgenden Quellen und Kontakte:
Alternative Berufe sind Berufe, die entweder eine ähnliche Ausbildung oder ähnliche Aufgaben- oder Tätigkeitsbereiche haben, wie der Beruf, über den du dich gerade informierst. Die Ähnlichkeit kann auch in den Arbeitsmaterialien, den Arbeitsumgebungen liegen oder in der Art, wie du mit anderen Menschen zusammenarbeitest.
Diese Liste soll dir bei der Überlegung helfen, welche Berufe und Ausbildungen für dich noch interessant sein könnten und dich auf weitere Ideen bringen.
Unteroffizier*innen bilden als Kommandant*innen Rekrut*innen und Unteroffizier*innen im Gefechts-, Exerzier-, Waffen- und Schießdienst und in Kampftechniken der jeweiligen Waffengattung aus. Sie bereiten ihre Einheiten aber auch auf Hilfs- und Rettungsaktionen vor und befehligen sie im Einsatz. Sie arbeiten in den Ausbildungseinrichtungen und Waffengattungsschulen des Österreichischen Bundesheeres (ÖBH) als Lehrer*innen und Ausbilder*innen.
Neben der Sicherung der militärischen Landesverteidigung werden Hilfeleistungen bei Elementarereignissen (Naturkatastrophen verschiedenster Art), bei der Friedenssicherung und humanitären Hilfe im nationalen und internationalen Einsatz und bei Such- und Rettungsdiensten immer wichtiger. Unteroffizier*innen unterstützen die Berufsoffizier*innen bei der Planung, Koordination und Überwachung dieser Einsätze, bereiten die ihnen anvertrauten Soldat*innen darauf vor und führen sie.
Unteroffizier*innen üben ihre Tätigkeiten in verschiedenen Spezialbereichen aus. Derzeit stehen Fachgebiete bzw. Waffengattungen in den Bereichen Landstreitkräfte, Luftstreitkräfte, Cyber-Kräfte, Informationskräfte und Spezialeinsatzkräfte wie das Jagdkommando, der Versorgungsdienst (Wirtschaftsdienst, technischer Dienst), Sanitätsdienst, ABC-Abwehr (atomare, biologische und chemische Angriffe) und Ordnungsdienst (siehe Militärstreife (m./w./d.)) zur Auswahl.
Unteroffizier*innen sind in den verschiedenen Waffengattungen auf unterschiedlichen Ebenen (z. B. Gruppe, Zug) im nationalen und internationalen Einsatz tätig. Sie arbeiten als enge Mitarbeiter*innen von Berufsoffizier*innen in der Führungsunterstützung der Truppe.
Unteroffizier*innen hantieren mit Waffen und technischen Waffensystemen und schulen militärisches Personal in Kampftechniken. In Werkstätten arbeiten sie mit Maschinen, Anlagen, Geräten und Werkzeug. Sie steuern militärische Fahrzeuge aller Art und bedienen Überwachungs-, Kommunikations- und Navigationseinrichtungen. Bei Verwaltungsaufgaben arbeiten sie mit den üblichen Büro- und Kommunikationsgeräten, wie Computern und Laptops, Druckern, Scannern, Kopiergeräten und (Mobil-)Telefonen. Im Sanitätsdienst verwenden sie Transportmittel wie Tragebahren und Mittel für die Erste Hilfe.
Je nach Anlass (z. B. Übungen, Empfänge, Assistenzeinsätze) tragen Unteroffizier*innen unterschiedliche Uniformen, Ausrüstungen und Waffen (z. B. Galauniform, Feldausrüstung, Tarnkleidung, Helme, schusssichere Westen).
Unteroffizier*innen führen ihre Aufgaben in den Kasernen des Österreichischen Bundesheeres (ÖBH), auf den Übungsplätzen sowie anderen Ausbildungseinrichtungen und bei internationalen Übungen auch im Ausland durch. Sie arbeiten je nach Verwendung in Werkstätten, in Büros und in anderen Verwaltungs- und Übungsräumlichkeiten des ÖBH. Unteroffizier*innen arbeiten mit Berufsoffizier*innen zusammen und befehligen Rekrut*innen und niedrigere Dienstränge.
Sowohl bei nationalen als auch bei internationalen Einsätzen wird die Zusammenarbeit mit Mitarbeiter*innen aus Hilfs- und Rettungsorganisationen immer wichtiger. Auch der Kontakt zu Berufskolleg*innen aus anderen Ländern nimmt ständig zu. Außerdem stehen Unteroffizier*innen insbesondere während Übungen und Hilfseinsätzen in Kontakt mit der Zivilbevölkerung.
Unteroffizier*innen sind beim Österreichischen Bundesheer (ÖBH) beschäftigt.
Unteroffizier*innen sind auf bestimmte Fachgebiete bzw. Waffengattungen spezialisiert und werden in entsprechenden Einheiten eingesetzt:
Spezialisierungs- und Aufstiegsmöglichkeiten (Auswahl):
Unteroffizier*innen sind beruflich immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. Voraussetzung für Erfolg in diesem Beruf ist es, immer auf dem neuesten Stand der Entwicklung zu bleiben und das Fachwissen, die Methodenkompetenzen und sozialen Kompetenzen laufend zu ergänzen und zu vertiefen.
In den Ausbildungseinrichtungen des Österreichischen Bundesheeres gibt es zahlreiche Weiterbildungsangebote, die einen Auf- oder Umstieg ermöglichen, etwa an der Theresianischen Militärakademie, der Landesverteidigungsakademie oder der Heeresunteroffiziersakademie (HUAk).
Darüber hinaus bieten Weiterbildungseinrichtungen wie z. B. das Berufsförderungsinstitut (BFI) und das Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) sowie zahlreiche Fachhochschullehrgänge und Universitätslehrgänge eine gute Möglichkeit sich in relevanten Bereichen weiterzubilden und höher zu qualifizieren.
Weiterführende Bildungsmöglichkeiten und Höherqualifizierung:
ABC-Waffen | Abkürzung für Atomare/Biologische/Chemische Waffen und Waffensysteme. |
Ballistik | Als Ballistik (griech. = werfen) bezeichnet man „Die Lehre von den geworfenen Körpern“. Sie ist ein Teilbereich der Physik und beschreibt die Vorgänge, eines sich durch den Raum bewegenden Flugkörpers (Projektil, Rakete). |
Garde | Ursprünglich aus dem Franzözischen für Wache, Elitetruppe. Früher stellte die Garde die Leibwache eines Fürsten oder militärischen Führers dar. Heute ist die Garde jener Eliteverband, der die Republik Österreich und das österreichische Bundesheer nach außen repräsentiert. Für Rekruten gibt es bestimmte Anforderungen, sie müssen z. B. mindestens 176 cm groß sein. |
IKT | Abkürzung für Informations- und Kommunikationstechnolgie. |
Kader | Die aus Berufsoffizier*innen und Berufsunteroffizier*innen bestehende miliärische Kern- bzw. Elitetruppen. |
nichtletale Waffen | Letal bedeutet "tödlich". Nicht-letal sind demnach nicht-tödliche "Waffen" wie z. B. Pfeffersprays, Wasserwerfer oder Tränengas. |
Regiment | Eine größere (meist von einem Oberst oder Oberstleutnant befehligte) Truppeneinheit. |