Psychotherapeut*in

Psychotherapeut*innen führen eigenständig Behandlungen von Menschen mit psychischen oder psychosomatischen Problemen oder Erkrankungen durch. Sie betreuen ihre Klient*innen in beruflichen, persönlichen oder familiären Krisen- und Entscheidungssituationen. Psychotherapeut*innen haben sich in mindestens einer Psychotherapie-Methode, wie z. B. Systemische Familientherapie, Verhaltenstherapie, Gesprächspsychotherapie (= Klient*innenzentrierte Psychotherapie) oder Psychoanalyse spezialisiert. Entsprechend ihrer Spezialisierung planen sie die Behandlung und setzen gezielt psychotherapeutische Interventionen. Ihr Ziel ist, die bestehenden Probleme oder Symptome gemeinsam mit den Klient*innen zu mildern oder zu beseitigen und ihre Persönlichkeitsentwicklung und ihre Gesundheit zu fördern.

Psychotherapeut*innen arbeiten mit Einzelpersonen oder mit Gruppen und haben, je nach Problemlage, auch Kontakt zu deren Angehörigen und Bezugspersonen. Je nach Tätigkeitsbereich arbeiten sie mit Berufskolleg*innen und mit Ärzt*innen, , Lehrer*innen, Heilpädagog*innen und anderen therapeutischen Fachkräften und beratenden Berufen zusammen.

Akademischer Beruf
Hauptberuf

In jedem Beruf brauchst du spezielles fachliches Know-how, das in der Aus- und Weiterbildung vermittelt wird. In den beiden Menüpunkten Ausbildung und Weiterbildung findest du Informationen zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für diesen Beruf.

Es gibt auch Kompetenzen, Fähigkeiten und Eigenschaften, die in allen Berufen wichtig sind. Dazu gehören besonders:

  • Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit
  • genaues und sorgfältiges Arbeiten
  • selbstständiges Arbeiten
  • Einsatzfreude
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Fähigkeit und Bereitschaft mit anderen zusammen zu arbeiten (Teamfähigkeit)
  • Lernbereitschaft

Die folgende Liste gibt dir einen Überblick über weitere allgemeine Anforderungen, die in DIESEM Beruf häufig gestellt werden. Diese können natürlich je nach Betrieb, Institution oder Organisation sehr unterschiedlich sein.

DENK DARAN: Viele dieser Anforderungen sind auch Bestandteil der Ausbildung.

Hinweis: Die Begriffe werden in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.

    Fachkompetenz: Welche Fähigkeiten und Kenntnisse werden von mir erwartet?

  • Anwendung und Bedienung digitaler Tools
  • Datensicherheit und Datenschutz
  • gute Beobachtungsgabe
  • gute Deutschkenntnisse
  • medizinisches Verständnis

     

    Sozialkompetenz: Was brauche ich im Umgang mit anderen?

  • Argumentationsfähigkeit / Überzeugungsfähigkeit
  • Aufgeschlossenheit
  • Bereitschaft zum Zuhören
  • Einfühlungsvermögen
  • Hilfsbereitschaft
  • interkulturelle Kompetenz
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Kontaktfreude
  • Kund*innenorientierung
  • soziales Engagement

     

    Selbstkompetenz: Welche persönlichen Eigenschaften sollte ich mitbringen?

  • Aufmerksamkeit
  • Ausdauer / Durchhaltevermögen
  • Belastbarkeit / Resilienz
  • Beurteilungsvermögen / Entscheidungsfähigkeit
  • Flexibilität / Veränderungsbereitschaft
  • Freundlichkeit
  • Geduld
  • Selbstbeherrschung
  • Selbstorganisation
  • Selbstvertrauen / Selbstbewusstsein
  • Verschwiegenheit / Diskretion
  • Zielstrebigkeit

     

    Weitere Anforderungen: Was ist sonst noch wichtig?

  • gepflegtes Erscheinungsbild

     

    Methodenkompetenz: Welche Arbeits- und Denkweisen sind wichtig?

  • komplexes / vernetztes Denken
  • Kreativität
  • logisch-analytisches Denken / Kombinationsfähigkeit
  • Planungsfähigkeit
  • Problemlösungsfähigkeit

Selbstständigkeit

Die Möglichkeit einer selbstständigen Berufsausübung ist beispielsweise durch die folgenden freiberuflichen Tätigkeiten gegeben:

  • Psychotherapie

Die Voraussetzungen für die selbstständige Ausübung der Psychotherapie sind:

  • erfolgreiche Absolvierung des psychotherapeutischen Propädeutikums und des psychotherapeutischen Fachspezifikums
  • Eigenberechtigung
  • Vollendung des 28. Lebensjahres
  • Nachweis der zur Erfüllung der Berufspflichten erforderlichen gesundheitlichen Eignung und Vertrauenswürdigkeit
  • Eintragung in die Psychotherapeut*innenliste

Freie Berufe sind selbstständige (freiberufliche) Tätigkeiten, die nicht der Gewerbeordnung unterliegen (z. B. Arzt / Ärztin und andere Gesundheitsberufe, Rechtsanwalt / Rechtsanwältin, Musiker*in, Schriftsteller*in und andere Künstlerberufe). Für einige freie Berufe ist die Berufsausübung durch eigene Rechtsvorschriften (Ärztegesetz, Rechtsanwaltsordnung, Ziviltechnikergesetz etc.) geregelt und es bestehen eigene Interessensvertretungen (Kammern oder Berufsverbände), denen die Aufnahme der selbstständigen Berufstätigkeit gemeldet werden muss. Für andere freie Berufe, wie z. B. Künstler*in, Schriftsteller*in, Journalist*in, bestehen keine besonderen Rechtsvorschriften und Meldepflichten.


ALLGEMEINE HINWEISE:

Selbstständige Tätigkeiten sind alle Tätigkeit, die du in eigener Verantwortung (also nicht angestellt), regelmäßig und mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, ausüben willst. Für viele dieser Tätigkeiten brauchst du eine Gewerbeberechtigung. Es gibt aber auch sogenannte Freie Berufe (freiberufliche Tätigkeiten) und land- und forstwirtschaftliche Tätigkeiten, die nicht der Gewerbeordnung unterliegen. Auch für viele dieser Tätigkeiten gibt es eigene Rechtsvorschriften für die selbstständige Berufsausübung, manche können aber auch ohne besondere Voraussetzungen selbstständig ausgeübt werden.

In allen Fällen einer selbstständigen Berufsausübung (egal, ob im Rahmen eines Gewerbes, als freiberufliche Tätigkeit, im Rahmen eines Land- und forstwirtschaftlichen Betriebes) musst du diese bei der zuständigen Sozialversicherungsanstalt und dem zuständigen Finanzamt melden. Je nach selbstständiger Tätigkeit gibt es noch andere Meldepflichten oder Register, in die du dich eintragen musst.

Selbstständige Tätigkeiten, für die eine Gewerbeberechtigung erforderlich ist, musst du außerdem bei der Gewerbebehörde (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat) anmelden.
Unabhängig von einem oft notwendigen Befähigungsnachweis musst du dafür folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • das 18. Lebensjahr muss vollendet sein
  • österreichische Staatsbürgerschaft oder Staatsbürgerschaft eines anderen EU-Mitgliedstaates (oder eines Staates, mit dem ein entsprechender Staatsvertrag besteht) oder es liegt ein gültiger Aufenthaltstitel vor, der zur selbstständigen Tätigkeit berechtigt
  • keine Ausschließungsgründe (z. B. abgewiesene Konkursanträge, Bestrafung wegen Finanzstrafdelikten)

Für weitere Informationen schau dir unseren Thementext Im Fokus: Selbstständigkeit an oder nutze eine der folgenden Quellen und Kontakte:

Alternativen (Auswahl)

Alternative Berufe sind Berufe, die entweder eine ähnliche Ausbildung oder ähnliche Aufgaben- oder Tätigkeitsbereiche haben, wie der Beruf, über den du dich gerade informierst. Die Ähnlichkeit kann auch in den Arbeitsmaterialien, den Arbeitsumgebungen liegen oder in der Art, wie du mit anderen Menschen zusammenarbeitest.

Diese Liste soll dir bei der Überlegung helfen, welche Berufe und Ausbildungen für dich noch interessant sein könnten und dich auf weitere Ideen bringen.

Berufsinfos werden zur Verfügung gestellt von:

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Affekt

Fachbegriff der Psychologie. Heftige Erregung, Zustand einer außergewöhnlichen seelischen Erregung und Angespanntheit.

Arbeitstherapie

Teilbereich der Ergotherapie; dosierte körperliche oder geistige Arbeit z. B. im Rahmen einer planmäßigen beruflichen Rehabilitation (evt. kombiniert mit beruflicher Umschulung) oder in Suchtkliniken mit längerfristiger Behandlungsdauer.

Gestalttherapie

Ein psychotherapeutisches Verfahren, das die Wahrnehmung des Patienten/ der Patientin im "Hier und Jetzt" fördern soll. Ziel dieser Art von Therapie ist der bessere Kontakt des Menschen zu seiner Umwelt. Durch das Verstehen des Selbst kann auch der Mitmensch besser verstanden werden. Das soll durch das intensive und bewusste Erleben der Gefühle - durch konkrete Erfahrungen - erreicht werden, im Gegensatz zu Therapieformen, bei denen das Gespräch im Vordergrund steht.

Individualpsychologie

Diese Form der Psychotherapie wurde von Alfred Adler (1870 - 1937) begründet. Adler war ursprünglich ein Schüler von Sigmund Freud, hat sich später aber mit seinem eigenen Ansatz weiter entwickelt. Die Individualpsychologie geht davon aus, dass alles Verhalten dem Streben nach Macht und Anerkennung zugrunde liegt. Besondere Beachtung wird der Lebensleitlinie, dem Lebensstil eines Menschen geschenkt, worunter die spezifische Art eines Menschen, Schwächen und Unsicherheiten zu kompensieren, verstanden wird.

Neurose

Unter einer Neurose verstehen die meisten Fachleute eine seelisch bedingte Gesundheitsstörung, deren Ursachen dem Betroffenen nicht bewusst und letztlich in der Kindheitsentwicklung zu suchen sind. Typische Beschwerden sind Ängste, Zwänge oder auch körperliche Symptome, für die man aber keine eigentlichen körperlichen Ursachen finden kann.

Psychodrama

Ziel dieser Therapieform ist die Freisetzung des kreativen Potentials im Menschen durch spielerisches Darstellen von Lebenssituationen. Das Psychodrama wurde von Jacob Moreno (1889-1974) in den 30er Jahren eingeführt.

Psycholinguistik

ist ein Zweig der Linguistik. Dabei werden psychische Vorgänge beim Erlernen einer Sprache bzw. bei ihrem Gebrauch erforscht. Eine Fragestellung ist z. B. der Unterschied im Erlernen einer Erstsprache (Muttersprache) im Vergleich zum Zweit- oder Mehrsprachenerwerb.

Psychopharmaka

Oberbegriff für alle Medikamente, die in erster Linie die Psyche des Menschen beeinflussen. Die am häufigsten gebrauchten Psychopharmaka sind Antidepressiva und Neuroleptika (wirken z. B. gegen Beschwerden wie Stimmenhören und Verfolgungsängste).

Psychose

Die Psychose ist eine psychische Störung mit meist erheblichen Beeinträchtigungen der Wahrnehmung und des Körper- und Selbstempfindens. Eine Psychose kann wahnhafte Ausprägungen annehmen.