Hinweis: Der Lehrberuf Bonbon- und Konfektmacher*in wurde per 31.07.2021 durch den Lehrberuf Chocolatier / Chocolatière ersetzt. Eine Ausbildung in diesem Lehrberuf ist nicht mehr möglich.
Bonbon- und Konfektmacher*innen stellen Süßwaren wie Schokoladen, Bonbons, Konfekt, Marzipan oder Überzugsmassen her. In vielen Betrieben sind die Arbeitsvorgänge automatisiert, d. h., dass Bonbon- und Konfektmacher*innen im Rahmen ihrer Tätigkeit Maschinen und Anlagen steuern und überwachen. Sie verrichten ihre Arbeit mit Hilfe von Rührmaschinen, Walzmaschinen oder Formmaschinen. Meistens arbeiten sie nach vorgegebenen Rezepten, sie entwickeln aber auch neue Kreationen. Bonbon- und Konfektmacher*innen sind in Betrieben der Süßwarenindustrie oder in Konditoreien beschäftigt und arbeiten mit Berufskolleg*innen und Hilfskräften zusammen.
In jedem Beruf brauchst du spezielles fachliches Know-how, das in der Aus- und Weiterbildung vermittelt wird. In den beiden Menüpunkten Ausbildung und Weiterbildung findest du Informationen zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für diesen Beruf.
Es gibt auch Kompetenzen, Fähigkeiten und Eigenschaften, die in allen Berufen wichtig sind. Dazu gehören besonders:
Die folgende Liste gibt dir einen Überblick über weitere allgemeine Anforderungen, die in DIESEM Beruf häufig gestellt werden. Diese können natürlich je nach Betrieb, Institution oder Organisation sehr unterschiedlich sein.
DENK DARAN: Viele dieser Anforderungen sind auch Bestandteil der Ausbildung.
Hinweis: Die Begriffe werden in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.
Hinweis: Der Lehrberuf Bonbon- und Konfektmacher*in wurde per 31.07.2021 durch den Lehrberuf Chocolatier / Chocolatière ersetzt. Eine Ausbildung in diesem Lehrberuf ist nicht mehr möglich.
Die Möglichkeit einer selbstständigen Berufsausübung ist gegeben durch:
a) Reglementierte Gewerbe/Handwerke:
Für die Ausübung eines reglementierten Gewerbes sind, neben der Erfüllung der allgemeinen Voraussetzungen, Befähigungsnachweise zu erbringen, die in den angeführten Bundesgesetzblättern festgelegt sind.
Downloadmöglichkeit der Zugangsvoraussetzung und Prüfungsordnungen (Bundesgesetzblätter): Wirtschaftskammer Österreich: Prüfungs- und Befähigungsnachweise für reglementierte Gewerbe
b) Freies Gewerbe:
Informationen zum „Freien Gewerbe“:
Freie Gewerbe erfordern in der Regel keinen Befähigungsnachweis, sondern lediglich eine Anmeldung bei der Gewerbebehörde (Bezirksverwaltungsbehörde). Grundsätzlich richtet sich der Gewerbeumfang nach dem Wortlaut der Gewerbeanmeldung.
Liste der Freien Gewerbe:
Für jede Tätigkeit, die Sie selbstständig, regelmäßig und mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, ausüben wollen, brauchen Sie eine Gewerbeberechtigung (Ausnahme: Freie Berufe). Diese erhalten Sie durch Anmeldung bei der Gewerbebehörde (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat).
Unabhängig von einem etwaigen Befähigungsnachweis müssen Sie dafür folgende Voraussetzungen erfüllen:
In allen Fällen einer selbstständigen Berufsausübung (ob im Rahmen eines Gewerbes oder als freiberufliche Tätigkeit) ist diese bei der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft und dem zuständigen Finanzamt zu melden.
Weitere Informationen und Kontakte:
Alternative Berufe sind Berufe, die entweder eine ähnliche Ausbildung oder ähnliche Aufgaben- oder Tätigkeitsbereiche haben, wie der Beruf, über den du dich gerade informierst. Die Ähnlichkeit kann auch in den Arbeitsmaterialien, den Arbeitsumgebungen liegen oder in der Art, wie du mit anderen Menschen zusammenarbeitest.
Diese Liste soll dir bei der Überlegung helfen, welche Berufe und Ausbildungen für dich noch interessant sein könnten und dich auf weitere Ideen bringen.
Bonbon- und Konfektmacher*innen reinigen, sortieren, mahlen und rösten Kakaobohnen, Nüsse oder Mandeln. Zur Schokoladenherstellung wird das Kakaopulver aus Kakaobohnen gefiltert und zu einer Kakaogrundmasse weiterverarbeitet. Diese verfeinern sie mit verschieden Zutaten, wie z. B. Zucker, Kakaobutter und Aromastoffen und gießen sie in verschiedene Formen (z. B. Schokoladetafeln).
Bei der Konfektherstellung wiegen Bonbon- und Konfektmacher*innen die Zutaten mit einem automatischen Wiegesystem und mischen diese nach Rezept. Aus dem Teig formen sie Konfekt- und Zierstücke – entweder händisch oder maschinell. Die fertigen Konfektstücke werden mit verschiedenen Füllungen gefüllt, mit Glasuren übergossen und dekoriert.
Bei der Marzipanherstellung mischen und mahlen Bonbon- und Konfektmacher*innen die entsprechenden Zutaten wie Mandeln, Kartoffelsirup und Staubzucker in einer speziellen Maschine („Melangeur“) und verarbeiten sie zu einer Marzipanmasse. Aus der fertigen Masse formen sie händisch oder maschinell Marzipanstücke, -rollen oder -figuren.
Während der Produktion überprüfen Bonbon- und Konfektmacher*innen laufend, ob die Massen die richtige Farbe und Konsistenz haben und entnehmen Proben, damit sie in den Produktionsprozess eingreifen können, falls etwas nicht stimmt. Abschließend werden die Produkte verpackt, eingelagert bzw. für die Auslieferung bereitgestellt. Die Bonbon- und Konfektmacher*innen reinigen und warten von Zeit zu Zeit auch die Maschinen und Anlagen.
Damit einwandfreie Zutaten in der Produktion verwendet werden, beurteilen Bonbon- und Konfektmacher*innen die Qualität der Rohstoffe (z. B. Persipan, Nüsse und Trockenfrüchte, Nougat, Kakao oder Schokolade, Fett und Aromen).
Bonbon- und Konfektmacher*innen in der Süßwarenindustrie verrichten einen Großteil ihrer Arbeit im Rahmen von automatisierten Produktionsvorgängen, sie entwickeln und erproben aber auch neue Rezepturen und stellen gegebenenfalls verschiedenste – meist besonders hochwertige – Produkte händisch her.
Bonbon- und Konfektmacher*innen bedienen Kochanlagen, Röst- und Filteranlagen, Brech-, Walz- und Mahlmaschinen und andere maschinelle Anlagen zur Süßwarenerzeugung. Sie verwenden Waagen, Rührgeräte, Spachteln, Spritz- und anderen Formen und arbeiten zu einem beträchtlichen Teil auch nur mit ihren Händen. Viele der eingesetzten Maschinen werden elektronisch oder digital gesteuert. In modernen Produktionsbetrieben arbeiten Bonbon- und Konfektmacher*innen auch mit Softwareprogrammen zur Maschinensteuerung (CAM).
Bonbon- und Konfektmacher*innen sind in Backstuben von Konditoreien und Produktionshallen von Betrieben der Süßwarenindustrie tätig. Sie arbeiten – je nach Art und Größe des Betriebs – im Team mit Berufskolleg*innen und Hilfskräften zusammen, siehe auch: Bäckerei (Lehrberuf), Lebzelter*in und Wachszieher*in (Lehrberuf), Konditorei (Zuckerbäckerei) (Lehrberuf).
Hygiene ist oberstes Gebot, deshalb tragen Bonbon- und Konfektmacher*innen Arbeitskleidung und Kopfbedeckung – fallweise benützen sie auch Gehörschutz, da Maschinen in der industriellen Fertigung teilweise höhere Lärmbelastung verursachen.
Der Beruf Bonbon- und Konfektmacher*in ermöglicht mit entsprechender Berufserfahrung und Weiterbildung beispielsweise die Spezialisierung auf:
Bonbon- und Konfektmacher*innen sind beruflich immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. Voraussetzung für Erfolg in diesem Beruf ist es, immer auf dem neuesten Stand der Entwicklung zu bleiben und das Fachwissen, die Methodenkompetenzen und sozialen Kompetenzen laufend zu ergänzen und zu vertiefen.
Fachspezifische Weiterbildungen bietet insbesondere die Lebensmittelakademie des österreichischen Gewerbes an. Weiterbildungseinrichtungen wie z. B. das Berufsförderungsinstitut (BFI) und das Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) bieten neben fachlichen Themen auch Kurse und Lehrgänge in weiteren Bereichen (z. B. Betriebsführung, Verkauf und Marketing) an.
Auch der Besuch von Fachtagungen, Branchenveranstaltungen (z. B. Messen, Exkursionen) und das Lesen von Fachmagazine ermöglicht Weiterbildung hinsichtlich neuer Entwicklungen in dem Bereich.
Möglichkeiten zur beruflichen Höherqualifizierung bieten außerdem Vorbereitungs- und Aufbaulehrgänge für Berufstätige an berufsbildenden höheren Schulen, insbesondere an Höhere Lehranstalten für Lebensmittel- und Biotechnologie sowie Werkmeisterschulen für Berufstätige.
Mit dem Abschluss eines Aufbaulehrganges (3 Jahre) ist neben einer höheren Fachqualifikation außerdem die Matura verbunden, die ein Studium an Fachhochschulen und Universitäten (z. B. Food Design) ermöglicht.
Studium ohne Matura:
Für ein Studium an einer Fachhochschule, Universität oder Pädagogischen Hochschulen ist normalerweise die Matura einer Allgemeinbildenden (AHS) oder Berufsbildenden Höheren Schule (BHS) erforderlich.
Es bestehen aber auch andere Zugangsmöglichkeiten:
Weiterführende Bildungsmöglichkeiten und Höherqualifizierung:
Persipan | Persipanrohmasse ist eine aus geschälten Mandeln, Marillen- oder Pfirsichkernen hergestellte Masse. Sie stellt einen kostengünstigen Ersatz der qualitativ hochwertigeren Marzipanrohmasse dar. |