Nanotechnologe / Nanotechnologin

Nanotechnolog*innen sind vorwiegend im Bereich Forschung und Entwicklung tätig, wo sie sich mit der Beschaffenheit, den Eigenschaften und der Struktur von Materialien verschiedenster Art auf molekularer, atomarer und sub-atomarer Ebene beschäftigen. In der Nanotechnologie geht es vorwiegend darum, Materialien und die daraus gewonnenen Produkte auf molekularer bzw. atomarer Ebene zu erforschen, zu verändern und ihnen dadurch völlig neue Eigenschaften zu verleihen, die sie „natürlicherweise“ nicht hätten, z. B. besonders hohe Härte, Druckfestigkeit, Hitzebeständigkeit usw.

Die Erkenntnisse und Produkte aus den Nanowissenschaften, wie z. B. Nanomaterialien, kommen vor allem in den Bereichen der Biotechnologie, Informationstechnik, Energietechnik, Umwelttechnik und Medizintechnik zum Einsatz. Nanotechnolog*innen arbeiten in interdisziplinären Teams mit Berufskolleg*innen, wissenschaftlichen Assistenzkräften und Spezialist*innen aus verschiedenen Disziplinen, wie z. B. Biologie, Chemie, Physik oder Materialwissenschaften zusammen. Sie arbeiten in Forschungs- und Entwicklungslabors von Industriebetrieben sowie an Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen.

Akademischer Beruf
Hauptberuf

In jedem Beruf brauchst du spezielles fachliches Know-how, das in der Aus- und Weiterbildung vermittelt wird. In den beiden Menüpunkten Ausbildung und Weiterbildung findest du Informationen zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für diesen Beruf.

Es gibt auch Kompetenzen, Fähigkeiten und Eigenschaften, die in allen Berufen wichtig sind. Dazu gehören besonders:

  • Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit
  • genaues und sorgfältiges Arbeiten
  • selbstständiges Arbeiten
  • Einsatzfreude
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Fähigkeit und Bereitschaft mit anderen zusammen zu arbeiten (Teamfähigkeit)
  • Lernbereitschaft

Die folgende Liste gibt dir einen Überblick über weitere allgemeine Anforderungen, die in DIESEM Beruf häufig gestellt werden. Diese können natürlich je nach Betrieb, Institution oder Organisation sehr unterschiedlich sein.

DENK DARAN: Viele dieser Anforderungen sind auch Bestandteil der Ausbildung.

Hinweis: Die Begriffe werden in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.

    Körperliche Anforderungen: Welche körperlichen Eigenschaften sind wichtig?

  • Auge-Hand-Koordination
  • gutes Sehvermögen (viel Lesen bzw. Arbeiten am Computer)
  • Unempfindlichkeit gegenüber künstlicher Beleuchtung

     

    Fachkompetenz: Welche Fähigkeiten und Kenntnisse werden von mir erwartet?

  • Anwendung und Bedienung digitaler Tools
  • chemisches Verständnis
  • Datensicherheit und Datenschutz
  • Fremdsprachenkenntnisse
  • gute Beobachtungsgabe
  • gutes Gedächtnis
  • mathematisches Verständnis
  • technisches Verständnis

     

    Sozialkompetenz: Was brauche ich im Umgang mit anderen?

  • Argumentationsfähigkeit / Überzeugungsfähigkeit
  • Aufgeschlossenheit
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Kritikfähigkeit
  • Kund*innenorientierung

     

    Selbstkompetenz: Welche persönlichen Eigenschaften sollte ich mitbringen?

  • Aufmerksamkeit
  • Belastbarkeit / Resilienz
  • Beurteilungsvermögen / Entscheidungsfähigkeit
  • Flexibilität / Veränderungsbereitschaft
  • Geduld
  • Selbstmotivation
  • Sicherheitsbewusstsein
  • Umweltbewusstsein
  • Zielstrebigkeit

     

    Weitere Anforderungen: Was ist sonst noch wichtig?

  • Hygienebewusstsein
  • Infektionsfreiheit

     

    Methodenkompetenz: Welche Arbeits- und Denkweisen sind wichtig?

  • interdisziplinäres Denken
  • komplexes / vernetztes Denken
  • Kreativität
  • logisch-analytisches Denken / Kombinationsfähigkeit
  • Problemlösungsfähigkeit
  • systematische Arbeitsweise

Selbstständigkeit

Die Möglichkeit einer selbstständigen Berufsausübung ist beispielsweise gegeben durch:

a) reglementierte Gewerbe:

  • Ingenieurbüros (Beratende Ingenieure) (BGBl. II Nr. 89/2003; Novelle mit Art. 58 BGBl. II Nr. 399/2008)

Für die Ausübung eines reglementierten Gewerbes oder Handwerks sind, neben der Erfüllung der allgemeinen Voraussetzungen, Befähigungsnachweise zu erbringen, die in den angeführten Bundesgesetzblättern festgelegt sind.
Downloadmöglichkeit der Zugangsvoraussetzung und Prüfungsordnungen (Bundesgesetzblätter): Wirtschaftskammer Österreich: Prüfungs- und Befähigungsnachweise für reglementierte Gewerbe
Liste der reglementierten Gewerbe: Bundeseinheitliche Liste der reglementierten Gewerbe

b) Rechtskraftgewerbe:

  • Chemische Laboratorien (BGBl. II Nr. 36/2003; Novelle mit Art. 6 BGBl. II Nr. 399/2008)

Rechtskraftgewerbe sind reglementierte Gewerbe, bei denen die Zuverlässigkeit des Gewerbeanmelders / der Gewerbeanmelderin durch die Gewerbebehörde (Bezirksverwaltungsbehörde bzw. Magistrat) geprüft und festgestellt wird.


ALLGEMEINE HINWEISE:

Selbstständige Tätigkeiten sind alle Tätigkeit, die du in eigener Verantwortung (also nicht angestellt), regelmäßig und mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, ausüben willst. Für viele dieser Tätigkeiten brauchst du eine Gewerbeberechtigung. Es gibt aber auch sogenannte Freie Berufe (freiberufliche Tätigkeiten) und land- und forstwirtschaftliche Tätigkeiten, die nicht der Gewerbeordnung unterliegen. Auch für viele dieser Tätigkeiten gibt es eigene Rechtsvorschriften für die selbstständige Berufsausübung, manche können aber auch ohne besondere Voraussetzungen selbstständig ausgeübt werden.

In allen Fällen einer selbstständigen Berufsausübung (egal, ob im Rahmen eines Gewerbes, als freiberufliche Tätigkeit, im Rahmen eines Land- und forstwirtschaftlichen Betriebes) musst du diese bei der zuständigen Sozialversicherungsanstalt und dem zuständigen Finanzamt melden. Je nach selbstständiger Tätigkeit gibt es noch andere Meldepflichten oder Register, in die du dich eintragen musst.

Selbstständige Tätigkeiten, für die eine Gewerbeberechtigung erforderlich ist, musst du außerdem bei der Gewerbebehörde (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat) anmelden.
Unabhängig von einem oft notwendigen Befähigungsnachweis musst du dafür folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • das 18. Lebensjahr muss vollendet sein
  • österreichische Staatsbürgerschaft oder Staatsbürgerschaft eines anderen EU-Mitgliedstaates (oder eines Staates, mit dem ein entsprechender Staatsvertrag besteht) oder es liegt ein gültiger Aufenthaltstitel vor, der zur selbstständigen Tätigkeit berechtigt
  • keine Ausschließungsgründe (z. B. abgewiesene Konkursanträge, Bestrafung wegen Finanzstrafdelikten)

Für weitere Informationen schau dir unseren Thementext Im Fokus: Selbstständigkeit an oder nutze eine der folgenden Quellen und Kontakte:

Alternativen (Auswahl)

Alternative Berufe sind Berufe, die entweder eine ähnliche Ausbildung oder ähnliche Aufgaben- oder Tätigkeitsbereiche haben, wie der Beruf, über den du dich gerade informierst. Die Ähnlichkeit kann auch in den Arbeitsmaterialien, den Arbeitsumgebungen liegen oder in der Art, wie du mit anderen Menschen zusammenarbeitest.

Diese Liste soll dir bei der Überlegung helfen, welche Berufe und Ausbildungen für dich noch interessant sein könnten und dich auf weitere Ideen bringen.

Berufsinfos werden zur Verfügung gestellt von:

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Atomphysik

Die Atomphysik beschäftigt sich mit dem Aufbau und der Funktionsweise der Atome. Atome sind die kleinsten, mit chemischen Mitteln nicht weiter zerlegbaren Elemente. Ein Atom ist etwa 10 Millionen mal kleiner als ein Millimeter. Der Name "Atom" kommt aus dem Griechischen "atomos" und heißt unteilbar. Diese Definition geht auf Demokrit zurück, einem griechischen Philosophen aus dem 5. Jahrhundert vor Chr. Er erklärte die Welt als Zusammensetzung unvergänglicher Teilchen, die sich im leeren Raum bewegen.

Gentechnologie

Alle Techniken, die für die Veränderung oder den Umbau der Erbinformation einer Zelle oder eines Organismus verwendet werden. Die Erbinformation kann sowohl durch chemische oder physikalische Behandlung als auch durch die Übertragung und den Einbau von Genmaterial einer anderen Zelle, eines anderen Organismus oder von künstlich hergestellten Genen verändert bzw. umgebaut werden.

Halbleiter

Stoffe wie z. B. Silizium oder Germanium, deren Leitfähigkeit zwischen der von Leitern (wie Metallen) und der von Isolierstoffen (wie Porzellan) liegt. Leitfähigkeit nimmt durch geringfügigen Zusatz von Fremdstoffen zu.

Mikrochip

Ein sehr kleines (mikroskopisches) Halbleiterplättchen, das einen integrierten Schaltkreis oder eine Gruppe solcher Schaltungen trägt und auf dem Informationen gespeichert werden können, siehe auch: Mikroelektronik.

Molekularbiologie

Die Molekularbiologie ist ein relativ junger Zweig der Biologie, der sich mit den chemisch-physikalischen Eigenschaften organischer Verbindungen im lebenden Organismus beschäftigt; die Molekulargenetik ist ein Teilgebiet der Genetik, das sich mit den Zusammenhängen zwischen Vererbung und den chemisch-physikalischen Eigenschaften der Gene beschäftigt.

Nanobiotechnologie

Nanobiotechnologie ist eine interdisziplinäre Technologie, in der Nanotechnologie und Biotechnologie zusammen kommen. Sie zielt auf die Nachahmung der Natur zu technischen Zwecken, wobei im Unterschied zur Bionik auf der nanoskaligen Ebene geforscht und entwickelt wird.

Nanoteilchen

Die Begriffe Nanopartikel oder Nanoteilchen bezeichnen Verbünde von einigen wenigen bis einigen tausend Atomen oder Molekülen. Ihre Größe liegt typischerweise bei 1 bis 100 Nanometern: Ein Nanometer (Abkürzung: nm) entspricht 0,000 000 001 Meter = 1 Millionstel Millimeter.

Qualitätsmanagement

Qualitätsmanagement bezeichnet alle Maßnahmen zur Qualitätssicherung und -verbesserung von Produkten, Prozessen oder Dienstleistungen jeglicher Art. Dazu gehört z. B. die Einhaltung von rechtlich oder betrieblich vorgeschriebenen Normen, Hygiene-, Sicherheits- und Qualitätsstandards. In vielen Branchen wie z. B. in der Luft- und Raumfahrt, Medizintechnik, Arznei- und Lebensmittelherstellung ist Qualitätsmanagement gesetzlich vorgeschrieben.

Rastertunnelmikroskop

Das Rastertunnelmikroskop ist ein Mikroskop, das in der Atomphysik, Oberflächenphysik und vor allem in der Nanotechnologie eingesetzt wird, um die physikalische Objekte auf molekularer bzw. auf atomarer Ebene zu untersuchen.

Reinraum

Ein Reinraum ist ein Raum (häufig Labor), in dem der Anteil luftgetragener Teilchen (kleinste Teilchen, die in der Luft schweben) möglichst gering gehalten wird. Reinräume spielen unter anderem in der Medikamentenerzeugung, medizinischen Forschung, Optik, Nanotechnologie und Biowissenschaften, Lasertechnologie, Luft- und Raumfahrttechnik, Mikroelektronik usw. eine große Rolle.
Die Arbeit unter Reinraumbedingungen ist erschwert, weil auch die Mitarbeiter*innen (z. B. Reinraum-Operator*in) spezielle sterile Schutzanzüge tragen (Ganzkörperoverall, Schutzbrille, Handschuhen, Mundschutz), die die Bewegungsfreiheit deutlich einschränken.