Büchsenmacher*innen stellen verschiedene Arten von Jagd- und Sportgewehren und Pistolen in handwerklicher Einzel- und Serienfertigung her und sind weiters mit der Wartung und Reparatur dieser Waffen befasst. Sie beraten und informieren ihre Kundinnen und Kunden verkaufen Munition und diverse Waffenzubehörprodukte.
Büchsenmacher*innen arbeiten im Team mit Berufskolleg*innen und weiteren Fach- und Hilfskräften in Werkstätten und Verkaufslokalen von Klein- und Mittelbetrieben des Büchsenmachergewerbes sowie in Werkshallen von größeren Industriebetrieben der Jagd- und Sportwaffenproduktion.
In jedem Beruf brauchst du spezielles fachliches Know-how, das in der Aus- und Weiterbildung vermittelt wird. In den beiden Menüpunkten Ausbildung und Weiterbildung findest du Informationen zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für diesen Beruf.
Es gibt auch Kompetenzen, Fähigkeiten und Eigenschaften, die in allen Berufen wichtig sind. Dazu gehören besonders:
Die folgende Liste gibt dir einen Überblick über weitere allgemeine Anforderungen, die in DIESEM Beruf häufig gestellt werden. Diese können natürlich je nach Betrieb, Institution oder Organisation sehr unterschiedlich sein.
DENK DARAN: Viele dieser Anforderungen sind auch Bestandteil der Ausbildung.
Hinweis: Die Begriffe werden in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.
Mit einer erfolgreich abgeschlossenen Lehre und vier weiteren Prüfungen erlangst du die Berufsmatura (Berufsreifeprüfung). Diese öffnet dir den Zugang zu Universitäts- und Fachhochschulstudien. Außerdem ermöglicht sie zusätzliche Karrierewege im erlernten Beruf, aber auch außerhalb des bisherigen Berufsfeldes.
Und so geht es:
Die Berufsmatura besteht aus vier Teilprüfungen: Deutsch (schriftlich und mündlich) und Mathematik (schriftlich), eine lebende Fremdsprache (schriftlich oder mündlich) und ein Fachbereich (schriftliche Prüfung oder Projektarbeit und mündliche Prüfung). Der Fachbereich ist ein Thema aus dem Berufsfeld des Kandidaten/der Kandidatin.
Wie funktioniert die Vorbereitung?
Die Vorbereitung auf die Berufsreifeprüfung erfolgt in Vorbereitungskursen, die von Erwachsenenbildungseinrichtungen (z. B. WIFI, BFI, Volkshochschulen), Berufsschulen oder höheren Schulen (z. B. AHS, HAK, HTL, HLW) angeboten werden. In solchen Lehrgängen können auch die jeweiligen Teilprüfungen abgelegt werden. Drei der vier Teilprüfungen können bereits während der Lehre abgelegt werden. Zur letzten Teilprüfung kannst du nach erfolgreichem Lehrabschluss, aber nicht vor dem 19. Geburtstag antreten.
Durch ein Förderprogramm, können die Vorbereitungskurse und die Prüfung seit September 2008 in ganz Österreich kostenlos angeboten werden. Zur konkreten Ausgestaltung der Vorbereitung auf die Berufsreifeprüfung bestehen in den einzelnen Bundesländern unterschiedliche Modelle. Informationen bieten u. a. die Bildungseinrichtungen und die Lehrlingsstellen der Wirtschaftskammern.
Link: Häufig gestellte Fragen!
Die WKO-Bildungspfade geben dir einen Überblick über durchgängige Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten in unterschiedlichen Berufen am Beispiel der WKO Bildungsangebote. Der Bildungspfad Berufsreifeprüfung steht in allen Lehrberufen offen:
Die Möglichkeit einer selbständigen Berufsausübung ist gegeben durch:
Rechtskraftgewerbe:
Rechtskraftgewerbe sind regelmentierte Gewerbe, bei denen die Zuverlässigkeit des Gewerbeanmelders/der Gewerbeanmelderin durch die Gewerbeehörde (Bezirksverwaltungsbehörde bzw. Magistrat) geprüft und festgestellt wird.
Für die Ausübung eines reglementierten Gewerbes (einschleißlich Rechtskraftgewerbe) sind, neben der Erfüllung der allgemeinen Voraussetzungen, Befähigungsnachweise zu erbringen, die in den angeführten Bundesgesetzblättern festgelegt sind.
Downloadmöglichkeit der Zugangsvoraussetzung und Prüfungsordnungen (Bundesgesetzblätter): Wirtschaftskammer Österreich: Prüfungs- und Befähigungsnachweise für reglementierte Gewerbe
ALLGEMEINE HINWEISE:
Für jede Tätigkeit, die Sie selbstständig, regelmäßig und mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, ausüben wollen, brauchen Sie eine Gewerbeberechtigung (Ausnahme: Freie Berufe). Diese erhalten Sie durch Anmeldung bei der Gewerbebehörde (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat).
Unabhängig von einem etwaigen Befähigungsnachweis müssen sie dafür folgende Voraussetzungen erfüllen:
Freie Berufe sind selbstständige (freiberufliche) Tätigkeiten, die nicht der Gewerbeordnung unterliegen (z. B. Arzt/Ärztin und andere Gesundheitsberufe, Rechtsanwalt/-anwältin, Musiker*in, Schriftsteller*in und andere Künstlerberufe). Für einige freie Berufe ist die Berufsausübung durch eigene Rechtsvorschriften (Ärztegesetz, Rechtsanwaltsordnung, Ziviltechnikergesetz etc.) geregelt und es bestehen eigene Interessensvertretungen (Kammern oder Berufsverbände), denen die Aufnahme der selbstständigen Berufstätigkeit gemeldet werden muss. Für andere freie Berufe, wie z. B. Künstler*in, Schriftsteller*in, Journalist/Journalistin, bestehen keine besonderen Rechtsvorschriften und Meldepflichten.
In allen Fällen einer selbstständigen Berufsausübung (ob im Rahmen eines Gewerbes oder als freiberufliche Tätigkeit) ist diese bei der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft und dem zuständigen Finanzamt zu melden.
Weitere Informationen und Kontakte:
Durch die Verwandtschaftsregelung wird die Ausbildung in einem Lehrberuf auf Teile der Lehrzeit in anderen (verwandten) Lehrberufen angerechnet. Dadurch verkürzt sich die Lehrzeit bei der Ausbildung in einem weiteren Lehrberuf (oder auch beim Wechsel auf einen verwandten Lehrberuf). In manchen Fällen wird die Lehrzeit und die Lehrabschlussprüfung auch vollkommen ersetzt.
Bei folgenden verwandten Lehrberufen verkürzt sich die Lehrzeit im Ausmaß der angegebenen Lehrjahre. (Beispiel: Der Eintrag „1. voll“ bedeutet z. B., dass sich die Lehrzeit im verwandten Lehrberuf um ein Jahr verkürzt.)
Alternative Berufe sind Berufe, die entweder eine ähnliche Ausbildung oder ähnliche Aufgaben- oder Tätigkeitsbereiche haben, wie der Beruf, über den du dich gerade informierst. Die Ähnlichkeit kann auch in den Arbeitsmaterialien, den Arbeitsumgebungen liegen oder in der Art, wie du mit anderen Menschen zusammenarbeitest.
Diese Liste soll dir bei der Überlegung helfen, welche Berufe und Ausbildungen für dich noch interessant sein könnten und dich auf weitere Ideen bringen.
Büchsenmacher*innen stellen in handwerklicher Fein- und Präzisionsarbeit Jagd- und Sportgewehre, Pistolen sowie deren Einzelteile, wie Gewehrabzüge, Gewehrschäfte, Patronenmagazine usw. her. Dazu lesen und verwenden sie technische Pläne, Werkskizzen und Konstruktionszeichnungen und wenden verschiedene holz- und Metall bearbeitende Verfahren, wie Feilen, Drehen, Bohren, Schneiden, Fräsen, Löten, Schweißen und dergleichen an.
Sie beraten und informieren ihre Kund*innen über Bauart, Funktionen und Handhabung der Waffen und besprechen mit ihnen insbesondere Wünsche, Gestaltungsmöglichkeiten, Materialeinsatz und Kosten im Rahmen von Neu- und Sonderanfertigungen von Schusswaffen. Bei Einzelanfertigungen auf speziellem Kundenwunsch vermessen Büchsenmacher*innen zuerst Arm-, Hand- und Fingerlänge sowie das Gesicht, um die Waffe genau auf den Kunden/die Kundin abzupassen. Der Schafft der Waffe wird in der Regel passgenau aus Holz gefertigt, manche Teile wie Lauf und einzelnes Zubehör wird häufig zugekauft.
Im Rahmen von Wartungs- und Reparaturarbeiten überprüfen sie die Schusswaffen, reinigen und polieren die Läufe und stellen die Zielfernrohre ein. Bei schadhaften Waffen suchen sie die genauen Ursachen der Funktionsmängel und beheben diese. Dazu zerlegen sie die Waffen und tauschen defekte Teile aus. Ersatzteile, die nicht mehr serienmäßig erzeugt werden, werden von Büchsenmacher*innen neu angefertigt. Büchsenmacher*innen bringen auch Gravuren wie Ornamente und Schriftzüge usw. an den Metall- und Holzteilen von Waffen an.
Büchsenmacher*innen arbeiten mit Jagdgewehren, Sportwaffen und Pistolen aller Art und verarbeiten dabei Materialien, wie Stahl, Aluminium, Titan, Kupfer, Bronze, Gold sowie Kunststoffe und verschiedene Hölzer. Zur Herstellung von Einzelteilen verwenden sie mechanische und elektronisch gesteuerte Maschinen und Geräte, wie z. B. Schneid-, Gewindeschneid-, Dreh-, Bohr-, Fräs-, Polier und Hämmermaschinen. Für Feinarbeiten verwenden sie manuelle Werkzeuge: Hämmer, Feilen, Zangen, Schraubenzieher, Schraubenschlüssel usw.
Weiters arbeiten sie mit Computer, betrieblicher Software, E-Mail und Internet und diversen Bürogeräten, wie Drucker, Scanner und Kopierer. Sie lesen und verwenden technische Pläne, Skizzen und Werkzeichnungen und führen Betriebsbücher, Wartungs- und Serviceprotokolle, Kund*innenkarteien und Fachjournale.
Büchsenmacher*innen arbeiten in Werkstätten und Verkaufslokalen von Gewerbebetrieben sowie in Werkhallen von größeren Industriebetrieben. Sie arbeiten im Team mit Berufskolleg*innen und anderen handwerklichen Fach- und Hilfskräften, siehe z. B.: Waffenbautechniker*in, Waffenmechaniker*in (Lehrberuf), Waffen- und Munitionshändler*in (Lehrberuf) und haben Kontakt zu Kund*innen und Lieferant*innen. Zum Kunden*innenkreis von Büchsenmacher*innen zählen großteils das Bundesheer, Berufsjäger*innen und Sportschützen.
Der Beruf Büchsenmacher*in ermöglicht mit entsprechender Berufserfahrung und Weiterbildung beispielsweise die Spezialisierung auf:
Büchsenmacher*innen sind beruflich immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. Voraussetzung für Erfolg in diesem Beruf ist es, immer auf dem neuesten Stand der Entwicklung zu bleiben und das Fachwissen, die Methodenkompetenzen und sozialen Kompetenzen laufend zu ergänzen und zu vertiefen.
Weiterbildungseinrichtungen wie z. B. das Berufsförderungsinstitut (BFI) und das Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) bieten in relevanten Bereichen (z. B. Metallbearbeitung, Kunststofftechnik, Schweiß- und Löttechniken) zahlreiche Kurse und Lehrgänge sowie Werkmeisterschulen an.
Möglichkeiten zur beruflichen Höherqualifizierung bieten außerdem Vorbereitungs- und Aufbaulehrgänge für Berufstätige an berufsbildenden höheren Schulen, insbesondere an Höheren Technischen Lehranstalten.Mit dem Abschluss eines Aufbaulehrganges (3 Jahre) ist neben einer höheren Fachqualifikation außerdem die Matura verbunden, die ein Studium an Fachhochschulen und Universitäten (z. B. Holztechnik, Metalltechnik, Metalldesign) ermöglicht.
Studium ohne Matura:
Für ein Studium an einer Fachhochschule, Universität oder Pädagogischen Hochschulen ist normalerweise die Matura einer Allgemeinbildenden (AHS) oder Berufsbildenden Höheren Schule (BHS) erforderlich.
Es bestehen aber auch andere Zugangsmöglichkeiten:
Weiterführende Bildungsmöglichkeiten und Höherqualifizierung:
Ballistik | Als Ballistik (griech. = werfen) bezeichnet man „Die Lehre von den geworfenen Körpern“. Sie ist ein Teilbereich der Physik und beschreibt die Vorgänge, eines sich durch den Raum bewegenden Flugkörpers (Projektil, Rakete). |
Einzellader | Eine einschüssige Waffe, die keine Vorrichtung für ein Magazin besitzt. |
Hinterlader | Eine Waffe, deren Lauf von hinten geladen wird. |
Kaliber | Kaliber ist das Maß für den Durchmesser von Projektilen von Schusswaffen. Umgangssprachlich wird die Bezeichnung Kaliber auch für den Munitionstyp oder Patronentyp benutzt. |