Ob Handy, Skateboard, Turnschuh oder Bankkonto: Produktentwickler*innen befassen sich mit neuen Produktideen, Dienstleistungen und Services oder erarbeiten Konzepte zur Weiterentwicklung von bestehenden Produkten und Dienstleistungen. Bei ihrer Arbeit beachten sie die von der Unternehmensleitung vorgegebenen Ziele und Parameter wie Kosten- und Materialeffizienz, Kund*innenorientierung, Umweltschutz oder Nachhaltigkeit. Sie übernehmen Planungs-, Steuerungs- und Koordinierungsaufgaben und arbeiten dabei eng mit dem Management, der Produktionsleitung und anderen betrieblichen Abteilungen wie Marketing, Verkauf und Vertrieb zusammen.
Produktentwickler*innen arbeiten in Industrie- und Gewerbebetrieben sowie in Dienstleistungsunternehmen wie z. B. Telefon- und Internetanbieter oder Banken und Versicherungen. Sie arbeiten im Team mit Fachkräften und Spezialist*innen unterschiedlicher Fachbereiche und kommunizieren mit Mitarbeiter*innen der verschiedenen betrieblichen Abteilungen.
Vergleiche dazu die Berufsprofile Innovationstechniker*in, Forschungs- & Entwicklungstechniker*in oder Industrial-Designer*in.
In jedem Beruf brauchst du spezielles fachliches Know-how, das in der Aus- und Weiterbildung vermittelt wird. In den beiden Menüpunkten Ausbildung und Weiterbildung findest du Informationen zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für diesen Beruf.
Es gibt auch Kompetenzen, Fähigkeiten und Eigenschaften, die in allen Berufen wichtig sind. Dazu gehören besonders:
Die folgende Liste gibt dir einen Überblick über weitere allgemeine Anforderungen, die in DIESEM Beruf häufig gestellt werden. Diese können natürlich je nach Betrieb, Institution oder Organisation sehr unterschiedlich sein.
DENK DARAN: Viele dieser Anforderungen sind auch Bestandteil der Ausbildung.
Hinweis: Die Begriffe werden in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.
Eine selbstständige Berufsausübung ist vor allem im Rahmen folgender reglementierter Gewerbe möglich:
Für die Ausübung eines reglementierten Gewerbes oder Handwerks sind, neben der Erfüllung der allgemeinen Voraussetzungen, Befähigungsnachweise zu erbringen, die in den angeführten Bundesgesetzblättern festgelegt sind.
Downloadmöglichkeit der Zugangsvoraussetzung und Prüfungsordnungen (Bundesgesetzblätter): Wirtschaftskammer Österreich: Prüfungs- und Befähigungsnachweise für reglementierte Gewerbe
Liste der reglementierten Gewerbe: Bundeseinheitliche Liste der reglementierten Gewerbe
ALLGEMEINE HINWEISE:
Selbstständige Tätigkeiten sind alle Tätigkeit, die du in eigener Verantwortung (also nicht angestellt), regelmäßig und mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, ausüben willst. Für viele dieser Tätigkeiten brauchst du eine Gewerbeberechtigung. Es gibt aber auch sogenannte Freie Berufe (freiberufliche Tätigkeiten) und land- und forstwirtschaftliche Tätigkeiten, die nicht der Gewerbeordnung unterliegen. Auch für viele dieser Tätigkeiten gibt es eigene Rechtsvorschriften für die selbstständige Berufsausübung, manche können aber auch ohne besondere Voraussetzungen selbstständig ausgeübt werden.
In allen Fällen einer selbstständigen Berufsausübung (egal, ob im Rahmen eines Gewerbes, als freiberufliche Tätigkeit, im Rahmen eines Land- und forstwirtschaftlichen Betriebes) musst du diese bei der zuständigen Sozialversicherungsanstalt und dem zuständigen Finanzamt melden. Je nach selbstständiger Tätigkeit gibt es noch andere Meldepflichten oder Register, in die du dich eintragen musst.
Selbstständige Tätigkeiten, für die eine Gewerbeberechtigung erforderlich ist, musst du außerdem bei der Gewerbebehörde (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat) anmelden.
Unabhängig von einem oft notwendigen Befähigungsnachweis musst du dafür folgende Voraussetzungen erfüllen:
Für weitere Informationen schau dir unseren Thementext Im Fokus: Selbstständigkeit an oder nutze eine der folgenden Quellen und Kontakte:
Mit den alternativen Berufen wollen wir dir helfen, Berufe zu finden, die für dich sonst noch interessant sein könnten.
In dieser Liste findest du Berufe, die zum Beispiel eine ähnliche Ausbildung oder ähnliche Tätigkeiten haben, in denen du mit ähnlichen Materialien oder in einer ähnlichen Arbeitsumgebung arbeitest. Die Gemeinsamkeit kann auch in den Interessen und Fähigkeiten liegen, die in den Berufen gefragt sind oder es gibt gemeinsame Schul- oder Berufsschulstandorte.
BITTE BEACHTE: Bei manche Berufe ist auf den ersten Blick nicht immer klar, worin die Ähnlichkeit liegt. Es gibt aber trotzdem Überschneidungen und es kann spannend sein, diese herauszufinden, um auf neue Ideen zu kommen.
CAD | Abkürzung für "Computer Aided Design" (computerunterstütztes Design): Computerprogramme für Planung, Entwurf und Konstruktion. Zeichnungen und räumliche Darstellungen von geometrischen Formen und Modellen können von allen Seiten und aus allen Perspektiven gezeigt werden (3-D-Darstellungen). CAD beinhaltet Berechnungsanwendungen, Informationsbereitstellung, automatisiertes Zeichnen und rechnerunterstützten Entwurf. |
CAM | Abkürzung für "Computer Aided Manufacturing" (Computerunterstützte Produktion). |
CIM | Abkürzung für "Computer Integrated Manufacturing". CIM ist die datenmäßige Verknüpfung der industriellen Bereiche Entwicklung, Konstruktion, Planung, Fertigung, Montage und Qualitätssicherung über Datennetze (smart production). Ziele der CIM-Strategie sind u. a. die bessere Auslastung der Produktionsanlagen, die Verkürzung der Durchlaufzeiten, die Verringerung der Lagerhaltung sowie die Erhöhung der Produktionsflexibilität und damit der Anpassungsfähigkeit an die Markterfordernisse. |
Digitaler Zwilling | Als digitalen Zwilling (engl. digital Twin) wird die Möglichkeit bezeichnet mittels spezieller Software Konstruktionen, Designs, Produktionsabläufe oder Fertigungsstraßen exakt (wie einen Zwilling) digital abzubilden. In diese Abbildung können sowohl die Daten von bestehenden Materialien, Dingen oder Konstruktionen einfließen, als auch von zukünftigen (in Planung). Mit einem digitalen Zwilling können verschiedene Abläufe und Szenarien erstellt werden. Sie helfen dabei Produkte, Fertigungsabläufe oder Designs zu erstellen bzw. weiterzuentwickeln, ohne zuerst aufwändige Modelle bauen zu müssen. Mit einem digitalen Zwilling können somit verschiedene Varianten digital ausprobiert oder auch Störungen vorausgesehen werden. |
Industrie 4.0 | Unter Industrie 4.0 versteht man die vermehrte Digitalisierung und Automatisierung von Arbeits- und Produktionsprozessen in allen Arbeits- und Wirtschaftsbereichen, etwa durch Computer und Roboter. Wesentliches Element von Industrie 4.0 ist dabei die intelligente, digitale Vernetzung der gesamten Produktionsumgebung ("smart production"), also von den Maschinen und Anlagen über die Logistik- und Manipulationssysteme bis hin zur Gebäudetechnik untereinander, aber auch mit dem Menschen (MitarbeiterInnen). Die erste industrielle Revolution bestand in der Mechanisierung mittels Wasser- und Dampfkraft; darauf folgtedie zweite industrielle Revolution, geprägt durch Massenfertigung mit Hilfe von Fließbändern und elektrischer Energie, sowie daran anschließend die dritte industrielle Revolution oder digitale Revolution mit Einsatz von Elektronik und IT (v. a. die speicherprogrammierbare Steuerung und die CNC-Maschine) zur Automatisierung der Produktion. |
Innovationsmanagement | Innovationsmanagement ist die systematische Planung und Umsetzung von neuen Ideen in Unternehmen und Organisationen. Das Management von Innovationen ist ein Teil der Unternehmensstrategie und kann sich auf neue Produkte, Dienstleistungen, Fertigungsprozesse oder Organisationsstrukturen beziehen. Während Produktinnovationen meist auf den Markt und die KundInnen abzielen, sind betriebliche Prozessinnovationen in erster Linie auf die Verbesserung von Effektivität, Effizienz und Kostensenkung ausgerichtet. |
Open Innovation | Im Rahmen von Open Innovation öffnen Unternehmen und Institutionen ihre Innovationsprozesse. Ziel ist Innovationen schneller effizienter und kostengünstiger voranzutreiben. Dies ist vor allem für Bereiche interessant, die sehr entwicklungsintensiv aber auch kostspielig und schnelllebig sind z. B. IT-Technik-,. Software-, Pharmaprodukte. Der Open Innovation Ansatz kann von Situation zu Situation anders aussehen. Z. B. kann bei der Entwicklung einer neuen Logistik-Software das Wissen der Lieferant*innen und Kund*innen eingebunden werden (Outside-In-Prozess) oder ein entwickelter Werkstoff (z. B. Teflon) erst außerhalb des Unternehmens produziert und vertrieben werden (Inside-Out-Prozess). |
Qualitätsmanagement | Qualitätsmanagement bezeichnet alle Maßnahmen zur Qualitätssicherung und -verbesserung von Produkten, Prozessen oder Dienstleistungen jeglicher Art. Dazu gehört z. B. die Einhaltung von rechtlich oder betrieblich vorgeschriebenen Normen, Hygiene-, Sicherheits- und Qualitätsstandards. In vielen Branchen wie z. B. in der Luft- und Raumfahrt, Medizintechnik, Arznei- und Lebensmittelherstellung ist Qualitätsmanagement gesetzlich vorgeschrieben. |
Rapid Prototyping | bezeichnet das schnelle (engl: rapid) herstellen eines Prototyps für die Produktplanung, das Product Design oder die Fertigungsplanung. Mögliche Rapid Prototyping-Verfahren sind: 3D-Druck (Pulver, Granulate), Contour Crafting (Beton), Elektronenstrahlschmelzen (Metall), Polyamidguss (Polyamide), Selektives Laserschmelzen (Polycarbonate, Polyamide, Polyvinylchlorid, Metalle, Keramiken), u.v.m. |
Smart Production | „Smart production“ bezeichnet die digitale und intelligente Vernetzung der Produktionsumgebungen und aller damit verbundenen Bestandteile. Insbesondere wird damit die Vernetzung von Maschinen, Services und Menschen über die gesamte Produktionskette hinweg beschrieben. Unternehmen sollen dadurch intelligenter, rascher und vorausschauender agieren und flexibler (individualisierter) und effizienter (günstiger) produzieren können. Smart production wird teilweise als Synonym für Industrie 4.0 verwendet, ist aber eher ein Bestandteil von Industrie 4.0. |