Dreher*in (Lehrberuf)

Mit 1. November 2012 wurde dieser Lehrberuf durch den Lehrberuf Metallbearbeitung ersetzt. Berufs- und Ausbildungsinformationen findest du unter:

Dreher*innen stellen die verschiedensten Bauteile, wie Zahnräder, Achsen, Wellen, Kolben oder Scheiben für Maschinen, Geräte und Anlagen her. Sie bedienen mechanische und computergesteuerte Drehmaschinen und verwenden Werkzeuge wie Gewindebohrer, Hämmer, Feilen und dergleichen. Durch Drehen, Fräsen, Bohren oder Schleifen bearbeiten sie verschiedene Werkstücke aus Stahl, Eisen, Kupfer oder Kunststoff. Sie arbeiten im Team mit verschiedenen Fach- und Hilfskräften in Werkstätten und Produktionshallen von Unternehmen der Metallindustrie sowie in Betrieben des Maschinen-, Anlagen- und Fahrzeugbaus.

Synonym zu Hauptberuf
Lehrzeit:
3 Jahre

Tätigkeiten und Aufgaben

  • Maße von Fertigungszeichnungen auf Rohteile übertragen
  • Spantiefe, Drehgeschwindigkeit und Vorschub für die Werkstücke ermitteln
  • Werkstücke durch Feilen, Schleifen, Polieren etc. manuell bearbeiten
  • die Drehmaschinen auf- und abrüsten; die Maschinenfunktion einstellen
  • Werkstücke an mechanischen Drehmaschinen bearbeiten
  • verschiedene elektrische Drehmaschinen bedienen (z. B. Spitzen-, Revolver-, Karussell-, Plan-, Kopierdrehmaschine, Zentriermaschine, Bohr-, Schleif-, Fräsmaschine)
  • computergesteuerte Drehmaschinen (CNC-Maschinen) bedienen
  • die vom Konstruktionsbüro erstellten Programme und Daten für CNC-Maschinen eingeben
  • die Fertigungsabläufe kontrollieren und überwachen
  • die Werkmaschinen mit Kühlflüssigkeit befüllen
  • die gedrehten Werkstücke überprüfen und abmessen; Abweichungen korrigieren
  • Maßnahmen zur Qualitätskontrolle und Qualitätssicherung durchführen
  • Maschinen, Werkzeuge und Geräten reinigen und warten

In jedem Beruf brauchst du spezielles fachliches Know-how, das in der Aus- und Weiterbildung vermittelt wird. In den beiden Menüpunkten Ausbildung und Weiterbildung findest du Informationen zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für diesen Beruf.

Es gibt auch Kompetenzen, Fähigkeiten und Eigenschaften, die in allen Berufen wichtig sind. Dazu gehören besonders:

  • Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit
  • genaues und sorgfältiges Arbeiten
  • selbstständiges Arbeiten
  • Einsatzfreude
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Fähigkeit und Bereitschaft mit anderen zusammen zu arbeiten (Teamfähigkeit)
  • Lernbereitschaft

Die folgende Liste gibt dir einen Überblick über weitere allgemeine Anforderungen, die in DIESEM Beruf häufig gestellt werden. Diese können natürlich je nach Betrieb, Institution oder Organisation sehr unterschiedlich sein.

DENK DARAN: Viele dieser Anforderungen sind auch Bestandteil der Ausbildung.

Hinweis: Die Begriffe werden in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.

    Körperliche Anforderungen: Welche körperlichen Eigenschaften sind wichtig?

  • Auge-Hand-Koordination
  • Fingerfertigkeit
  • gute Reaktionsfähigkeit
  • Lärmunempfindlichkeit

     

    Fachkompetenz: Welche Fähigkeiten und Kenntnisse werden von mir erwartet?

  • gestalterische Fähigkeit
  • gute Beobachtungsgabe
  • gutes Augenmaß
  • handwerkliche Geschicklichkeit
  • räumliches Vorstellungsvermögen
  • technisches Verständnis

     

    Sozialkompetenz: Was brauche ich im Umgang mit anderen?

  • Kommunikationsfähigkeit

     

    Selbstkompetenz: Welche persönlichen Eigenschaften sollte ich mitbringen?

  • Aufmerksamkeit
  • Belastbarkeit / Resilienz
  • Beurteilungsvermögen / Entscheidungsfähigkeit
  • Flexibilität / Veränderungsbereitschaft
  • Geduld
  • Sicherheitsbewusstsein

     

    Methodenkompetenz: Welche Arbeits- und Denkweisen sind wichtig?

  • Kreativität
  • systematische Arbeitsweise

Mit 1. November 2012 wurde dieser Lehrberuf durch den Lehrberuf Metallbearbeitung ersetzt. Die Ausbildung erfolgt im Lehrberuf Metallbearbeitung. >>siehe °Metallbearbeitung (Lehrberuf)#.

Selbstständigkeit

Die Möglichkeit einer selbstständigen Berufsausübung ist im Rahmen folgender reglementierter Gewerbe und Handwerkemöglich:

  • Mechatroniker für Maschinen- und Fertigungstechnik, BGBl. II Nr. 69/2003 (Novelle Art. 31 BGBl. II Nr. 399/2008),
  • Metalltechnik für Metall- und Maschinenbau, Schlosser, BGBl. II Nr. 79/2003 (Novelle Art. 37 BGBl. II Nr. 399/2008),
  • Metalltechnik für Schmiede und Fahrzeugbau, Schmiede, BGBl. II Nr. 79/2003 (Novelle Art. 37 BGBl. II Nr. 399/2008).

Für die Ausübung eines reglementierten Gewerbes sind, neben der Erfüllung der allgemeinen Voraussetzungen, Befähigungsnachweise zu erbringen, die in den angeführten Bundesgesetzblättern festgelegt sind.
Downloadmöglichkeit der Zugangsvoraussetzung und Prüfungsordnungen (Bundesgesetzblätter): Wirtschaftskammer Österreich: Prüfungs- und Befähigungsnachweise für reglementierte Gewerbe


Freies Gewerbe:

  • Anfertigung von Schlüsseln mittels Kopierfräsmaschinen
  • Schleifen von Schneidwaren

Informationen zum „Freien Gewerbe“: freie Gewerbe erfordern in der Regel keinen Befähigungsnachweis, sondern lediglich eine Anmeldung bei der Gewerbebehörde. Grundsätzlich richtet sich der Gewerbeumfang nach dem Wortlaut der Gewerbeanmeldung.

Liste der Freien Gewerbe:


Allgemeine Hinweise:

Für jede Tätigkeit, die Sie selbstständig, regelmäßig und mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, ausüben wollen, brauchen Sie eine Gewerbeberechtigung (Ausnahme: Freie Berufe). Diese erhalten Sie durch Anmeldung bei der Gewerbebehörde (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat).
Unabhängig von einem etwaigen Befähigungsnachweis müssen sie dafür folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • das 18. Lebensjahr muss vollendet sein
  • österreichische Staatsbürgerschaft oder Staatsbürgerschaft eines anderen EU-Mitgliedstaates (oder eines Staates, mit dem ein entsprechender Staatsvertrag besteht) oder es liegt ein gültiger Aufenthaltstitel vor, der zur selbstständigen Tätigkeit berechtigt
  • keine Ausschließungsgründe (z. B. abgewiesene Konkursanträge, Bestrafung wegen Finanzstrafdelikten)

Freie Berufe sind selbstständige (freiberufliche) Tätigkeiten, die nicht der Gewerbeordnung unterliegen (z. B. Arzt/Ärztin und andere Gesundheitsberufe, Rechtsanwalt/-anwältin, Musiker*in, Schriftsteller*in und andere Künstlerberufe). Für einige freie Berufe ist die Berufsausübung durch eigene Rechtsvorschriften (Ärztegesetz, Rechtsanwaltsordnung, Ziviltechnikergesetz etc.) geregelt und es bestehen eigene Interessensvertretungen (Kammern oder Berufsverbände), denen die Aufnahme der selbstständigen Berufstätigkeit gemeldet werden muss. Für andere freie Berufe, wie z. B. Künstler*in, Schriftsteller*in, Journalist/Journalistin, bestehen keine besonderen Rechtsvorschriften und Meldepflichten.

In allen Fällen einer selbstständigen Berufsausübung (ob im Rahmen eines Gewerbes oder als freiberufliche Tätigkeit) ist diese bei der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft und dem zuständigen Finanzamt zu melden.

Weitere Informationen und Kontakte:

Berufsinfos werden zur Verfügung gestellt von:

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Arbeitsbereiche

Das Drehen zählt zu den spanenden Arbeitsverfahren der Metallbearbeitung (d. h. Abtragen von Werkstoffteilen bzw. Spänen durch Fertigungsverfahren wie Drehen, Bohren, Fräsen oder Schleifen). Dreher*innen stellen an mechanischen, elektrischen oder computergesteuerten Drehmaschinen Bauteile für Maschinen, Geräte und Anlagen her. Dabei planen sie die entsprechenden Fertigungsabläufe, wählen die notwendigen Werkzeuge und Materialien aus und richten die Drehmaschinen und Vorrichtungen ein. Die fertigen Werkstücke werden mit Messwerkzeugen, wie z. B. Schieblehre, Mikrometerschraube, Maßband, Lineal vermessen und bei Abweichungen nachbearbeitet.

Im Rahmen der industriellen Serienfertigung bedienen Dreher*innen vorwiegend computergesteuerte Drehmaschinen. Ihre Aufgabe ist hier, die von der technischen Leitung bzw. von der Konstruktionsabteilung errechneten Daten für die Werkstücke in die Maschinen einzugeben und die Fertigungsabläufe zu überwachen. Abschließend überprüfen sie die Qualität der Werkstücke. Außerdem reinigen und warten Dreher*innen die zu bedienenden Maschinen.

Arbeitsmittel

Dreher*innen arbeiten mit Materialien, wie Stahl, Eisen, Kupfer, Bronze, Messing, Aluminium usw. sowie mit Kunststoffen verschiedenster Art und hantieren mit Werkzeugen und Geräten, wie z. B. Gewindebohrer, Gabelschlüssel, Schraubenschlüssel, Hämmer, Feilen und Handbohrmaschinen sowie mit Zentrier-, Schleif-, Polier- und Fräsmaschinen. Sie bedienen bzw. programmieren halb- und vollautomatische Drehmaschinen, wie z. B. Spitzen-, Revolver-, Karussell-, Plan-, Kopierdrehmaschinen, vermessen die Werkstücke mit Messwerkzeugen (Mikrometerschraube, Schieblehre, Maßband etc.) und lesen und verwenden Werkzeichnungen, technische Pläne und Programmieranleitungen für computergesteuerte Drehmaschinen.

Arbeitsumfeld

Dreher*innen arbeiten vorwiegend in Werkstätten und Produktionshallen von metallbearbeitenden Gewerbe- und Industriebetrieben, z. B. in Drehereien oder in Betrieben des Maschinen-, Anlagen- und Apparatebaus. Sie arbeiten im Team mit andern Fach- und Hilfskräften der Metallbearbeitung, siehe z. B.: Metallbearbeitung (Lehrberuf), Konstrukteur*in (Lehrberuf), Metalltechnik (Modullehrberuf).

  • Betriebe des Maschinen-, Anlagen- und Apparatebaus
  • Großbetriebe der Metallindustrie (Stahlbau, Maschinenbau, Anlagenbau usw.)

Das Berufsbild der Dreher*innen hat sich durch den Einsatz computergesteuerter Drehmaschinen (CNC-Maschinen) verändert. Heute sind qualifizierte Facharbeiter*innen gefragt, die diese Maschinen einstellen, bedienen, überwachen, warten und reparieren können. Computerprogrammierung wird zukünftig als Grundqualifikation erwartet.

Vor allem im Bereich der computergesteuerten Drehmaschinen, aber auch in den Bereichen Qualitätssicherung und Technisches Englisch ist Weiterbildung für Dreher*innen von großer Bedeutung.

Das Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) und das Berufsförderungsinstitut (bfi) bieten Kurse für die Bedienung von computergesteuerten Drehmaschinen an.

Weiterführende Bildungsmöglichkeiten und Höherqualifizierung:

CAD

Abkürzung für "Computer Aided Design" (computerunterstütztes Design): Computerprogramme für Planung, Entwurf und Konstruktion. Zeichnungen und räumliche Darstellungen von geometrischen Formen und Modellen können von allen Seiten und aus allen Perspektiven gezeigt werden (3-D-Darstellungen). CAD beinhaltet Berechnungsanwendungen, Informationsbereitstellung, automatisiertes Zeichnen und rechnerunterstützten Entwurf.

CAM

Abkürzung für "Computer Aided Manufacturing" (Computerunterstützte Produktion).

CNC-Maschine

Computergesteuerte Maschine; CNC = computer numerical control.

Messschieber

Der Messschieber bezeichnet ein Messgerät zur Messung von Außen- und Innenmaßen. Dazu dienen zwei Messschenkel, von denen in der Regel einer verschiebbar ist und eine Tiefenmessstange, die z. B. zur Messung von Bohrungen dient.

Manchmal werden für den Messschieber auch die Begriffe "Schieblehre" oder Schublehre" verwendet.

Metallurgie

Wissenschaft von der chemischen Zusammensetzung und den physikalischen Eigenschaften von Metallen aller Art.