Molekularmediziner*innen arbeiten im Bereich der biomedizinischen Forschung, Entwicklung und Produktion (medizinische Biotechnologie). Im klinischen Bereich sind sie mit Aufgaben der Labordiagnostik befasst (z. B. Diagnose und Analyse von Stoffwechselkrankheiten, Tumorkrankheiten und dergleichen). Sie führen Forschungsprojekte und Studien durch, werten Untersuchungsergebnisse aus und verfassen Forschungsberichte und wissenschaftliche Publikationen.
Molekularmediziner*innen arbeiten vorwiegend in Forschungseinrichtungen für Molekularmedizin, bei Pharmakonzernen, in Labors von Krankenhäusern und Universitätskliniken oder an Universitäten und wissenschaftlichen Instituten und im öffentlichen Bereich bei Gesundheitsministerien und Gesundheitsämtern. Sie arbeiten interdisziplinär im Team mit wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen und weiteren Spezialist*innen aus den Bereichen Biotechnologie, Biochemie, Medizin und Gentechnik.
In jedem Beruf brauchst du spezielles fachliches Know-how, das in der Aus- und Weiterbildung vermittelt wird. In den beiden Menüpunkten Ausbildung und Weiterbildung findest du Informationen zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für diesen Beruf.
Es gibt auch Kompetenzen, Fähigkeiten und Eigenschaften, die in allen Berufen wichtig sind. Dazu gehören besonders:
Die folgende Liste gibt dir einen Überblick über weitere allgemeine Anforderungen, die in DIESEM Beruf häufig gestellt werden. Diese können natürlich je nach Betrieb, Institution oder Organisation sehr unterschiedlich sein.
DENK DARAN: Viele dieser Anforderungen sind auch Bestandteil der Ausbildung.
Hinweis: Die Begriffe werden in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.
Die Möglichkeit einer selbstständigen Berufsausübung ist beispielsweise gegeben durch:
a) Rechtskraftgewerbe:
Rechtskraftgewerbe sind reglementierte Gewerbe, bei denen die Zuverlässigkeit des Gewerbeanmelders / der Gewerbeanmelderin durch die Gewerbebehörde (Bezirksverwaltungsbehörde bzw. Magistrat) geprüft und festgestellt wird.
b) freie Berufe:
Nach Abschluss eines Medizinstudiums, der Absolvierung der Turnusausbildung und anschließender Arztprüfung wird das „ius practicandi“ erworben. Es ist die Berechtigung zur selbständigen Tätigkeit als Arzt/Ärztin. Eine Facharztausbildung dauert rund sechs Jahre und kann in insgesamt 43 Fächern erfolgen.
Freie Berufe sind selbstständige (freiberufliche) Tätigkeiten, die nicht der Gewerbeordnung unterliegen (z. B. Arzt / Ärztin und andere Gesundheitsberufe, Rechtsanwalt / Rechtsanwältin, Musiker*in, Schriftsteller*in und andere Künstlerberufe). Für einige freie Berufe ist die Berufsausübung durch eigene Rechtsvorschriften (Ärztegesetz, Rechtsanwaltsordnung, Ziviltechnikergesetz etc.) geregelt und es bestehen eigene Interessensvertretungen (Kammern oder Berufsverbände), denen die Aufnahme der selbstständigen Berufstätigkeit gemeldet werden muss. Für andere freie Berufe, wie z. B. Künstler*in, Schriftsteller*in, Journalist*in, bestehen keine besonderen Rechtsvorschriften und Meldepflichten.
ALLGEMEINE HINWEISE:
Selbstständige Tätigkeiten sind alle Tätigkeit, die du in eigener Verantwortung (also nicht angestellt), regelmäßig und mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, ausüben willst. Für viele dieser Tätigkeiten brauchst du eine Gewerbeberechtigung. Es gibt aber auch sogenannte Freie Berufe (freiberufliche Tätigkeiten) und land- und forstwirtschaftliche Tätigkeiten, die nicht der Gewerbeordnung unterliegen. Auch für viele dieser Tätigkeiten gibt es eigene Rechtsvorschriften für die selbstständige Berufsausübung, manche können aber auch ohne besondere Voraussetzungen selbstständig ausgeübt werden.
In allen Fällen einer selbstständigen Berufsausübung (egal, ob im Rahmen eines Gewerbes, als freiberufliche Tätigkeit, im Rahmen eines Land- und forstwirtschaftlichen Betriebes) musst du diese bei der zuständigen Sozialversicherungsanstalt und dem zuständigen Finanzamt melden. Je nach selbstständiger Tätigkeit gibt es noch andere Meldepflichten oder Register, in die du dich eintragen musst.
Selbstständige Tätigkeiten, für die eine Gewerbeberechtigung erforderlich ist, musst du außerdem bei der Gewerbebehörde (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat) anmelden.
Unabhängig von einem oft notwendigen Befähigungsnachweis musst du dafür folgende Voraussetzungen erfüllen:
Für weitere Informationen schau dir unseren Thementext Im Fokus: Selbstständigkeit an oder nutze eine der folgenden Quellen und Kontakte:
Mit den alternativen Berufen wollen wir dir helfen, Berufe zu finden, die für dich sonst noch interessant sein könnten.
In dieser Liste findest du Berufe, die zum Beispiel eine ähnliche Ausbildung oder ähnliche Tätigkeiten haben, in denen du mit ähnlichen Materialien oder in einer ähnlichen Arbeitsumgebung arbeitest. Die Gemeinsamkeit kann auch in den Interessen und Fähigkeiten liegen, die in den Berufen gefragt sind oder es gibt gemeinsame Schul- oder Berufsschulstandorte.
BITTE BEACHTE: Bei manche Berufe ist auf den ersten Blick nicht immer klar, worin die Ähnlichkeit liegt. Es gibt aber trotzdem Überschneidungen und es kann spannend sein, diese herauszufinden, um auf neue Ideen zu kommen.
Biochemie | Wissenschaft von der chemischen Zusammensetzung und chemischen Prozessen in biologischen Organismen. |
Biosynthese | Der Prozess des Aufbaus von chemischen Verbindungen in den Zellen von lebenden Organismen. |
Biotechnologie | Die technische Nutzbarmachung und industrielle Verwertung biologischer Vorgänge (z. B. Hefegärung in der Lebensmittelindustrie). |
Gen | Ein Gen ist ein Abschnitt der DNS, welcher die Informationen zur Bildung bestimmter Proteine enthält und somit die Vererbung bestimmter Merkmale bedingt. Die Gesamtheit aller Gene nennt man Genom. |
Genforschung | Ein neuer und stark boomender Zweig der Biologie: durch direkten Eingriff in die Erbsubstanz von Lebewesen und Pflanzen (Genmanipulation) mittels biochemischer Verfahren soll die natürliche Geninformation zu medizinischen bzw. wirtschaftlichen Zwecken umgeformt werden. Mit diesen Verfahren will die Medizin bisher unheilbare Krankheiten in den Griff bekommen, die Wirtschaft verspricht sich landwirtschaftliche Ertragserhöhungen bei gleichzeitiger Verringerung des Einsatzes von Chemikalien und Pestiziden (Schädlingsbekämpfungsmittel). |
Gentechnologie | Alle Techniken, die für die Veränderung oder den Umbau der Erbinformation einer Zelle oder eines Organismus verwendet werden. Die Erbinformation kann sowohl durch chemische oder physikalische Behandlung als auch durch die Übertragung und den Einbau von Genmaterial einer anderen Zelle, eines anderen Organismus oder von künstlich hergestellten Genen verändert bzw. umgebaut werden. |
interdisziplinär | eine fächerübergreifende Zusammenarbeit (vor allem im Bereich der Wissenschaft und Technik) in Forschungs- und Entwicklungsprojekten, z. B. Zusammenarbeit von Medizin, Informatik, Physik und dergleichen. |
Neurobiologie | Eine interdisziplinäre Forschungsrichtung (interdisziplinär bedeutet die Zusammenarbeit von mehreren Wissenschaften, in diesem Fall Medizin, Neurologie und Biologie), die sich mit der Erforschung von Nervensystemen befasst, wie z. B. dem Zentralnervensystem oder dem Gehirnnervensystem. |
Nuklearmedizin | Nuklearmedizin ist ein medizinisches Sonderfach bei dem leicht radioaktive Medikamente verabreicht werden und so Stoffwechselvorgänge bildlich sichtbar gemacht werden können. Von Fachärztinnen und -ärzten der Nuklearmedizin wird auch das gesamte Spektrum der Diagnostik und Therapie von Schilddrüsenerkrankungen abgedeckt. |
Reinraum | Ein Reinraum ist ein Raum (häufig Labor), in dem der Anteil luftgetragener Teilchen (kleinste Teilchen, die in der Luft schweben) möglichst gering gehalten wird. Reinräume spielen unter anderem in der Medikamentenerzeugung, medizinischen Forschung, Optik, Nanotechnologie und Biowissenschaften, Lasertechnologie, Luft- und Raumfahrttechnik, Mikroelektronik usw. eine große Rolle. |
Rote Biotechnologie | Unter der "roten Biotechnologie" sind die Bereiche Medizin und Pharmazie zusammengefasst. Biotechnologische Erkenntnisse und Verfahren werden eingesetzt, um neue Arzneimittel und Impfstoffe, verbesserte Diagnosemöglichkeiten und individuellere Behandlungsmethoden zu entwickeln bzw. zu produzieren, z. B. gentechnisch hergestelltes Insulin (früher musste Insulin aus der Bauchspeicheldrüse von Schweinen und Rindern hergestellt werden; für 1 Gramm Insulin benötigt man die Bauchspeicheldrüsen von 50 Rindern). |
Zelle | Die Zelle ist die kleinste Einheit eines Organismus. Sie besitzt einen eigenen Energie- und Stoffwechsel sowie die Fähigkeit zur Selbstvermehrung. Weiters sind in ihr die gesamten Erbinformationen (Gene) des Organismus enthalten. |
Zytogenetik | Die Zytogenetik untersucht den Zusammenhang zwischen Zelle (Zyto) und deren Erbgut (Gene) |