Maler*innen und Beschichtungstechniker*innen im Schwerpunkt Historische Maltechnik sind Spezialist*innen für Restaurierung und Wiederherstellung von Malereien, Verzierungen und Schriften in und an historischen Gebäuden und Denkmälern. Sie besichtigen die Baustelle (Innenräume und Außenfassaden von historischen Gebäuden, aber auch Denkmäler), besprechen mit Denkmalpfleger*innen und Restaurator*innen die erforderlichen Arbeitsschritte und wählen die geeigneten Arbeitstechniken und Materialien aus. Mit z. B. Pinsel-, Spritz- und Spachteltechniken stellen sie historische Beschichtungen her oder rekonstruieren diese. Sie führen Fresco- und Seccomalereien durch, erzeugen Imitationen, Illusionsmalereien und bringen Schriftformen an.
Maler*innen und Beschichtungstechniker*innen verwenden spezielle Farben (z. B. Kalk-, Kasein- und Emulsionsfarben), Überzugsmittel, Malereiwerkzeuge (wie z. B. Spritzaggregate, Rollen, Pinsel und Spachteln), Bindemittel usw. Sie arbeiten im Team mit Berufskolleginnen und -kollegen in Werkstätten, vor allem aber im Team mit Restaurator*innen in Innenräumen und an Außenflächen vor Ort bei ihren Auftraggeber*innen sowie zu Ämtern und Behörden (z. B. Bundesdenkmalamt). Meist sind sie in gewerblichen Klein- und Mittelbetrieben beschäftigt.
In jedem Beruf brauchst du spezielles fachliches Know-how, das in der Aus- und Weiterbildung vermittelt wird. In den beiden Menüpunkten Ausbildung und Weiterbildung findest du Informationen zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für diesen Beruf.
Es gibt auch Kompetenzen, Fähigkeiten und Eigenschaften, die in allen Berufen wichtig sind. Dazu gehören besonders:
Die folgende Liste gibt dir einen Überblick über weitere allgemeine Anforderungen, die in DIESEM Beruf häufig gestellt werden. Diese können natürlich je nach Betrieb, Institution oder Organisation sehr unterschiedlich sein.
DENK DARAN: Viele dieser Anforderungen sind auch Bestandteil der Ausbildung.
Hinweis: Die Begriffe werden in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.
Mit einer erfolgreich abgeschlossenen Lehre und vier weiteren Prüfungen erlangst du die Berufsmatura (Berufsreifeprüfung). Diese öffnet dir den Zugang zu Universitäts- und Fachhochschulstudien. Außerdem ermöglicht sie zusätzliche Karrierewege im erlernten Beruf, aber auch außerhalb des bisherigen Berufsfeldes.
Und so geht es:
Die Berufsmatura besteht aus vier Teilprüfungen: Deutsch (schriftlich und mündlich) und Mathematik (schriftlich), eine lebende Fremdsprache (schriftlich oder mündlich) und ein Fachbereich (schriftliche Prüfung oder Projektarbeit und mündliche Prüfung). Der Fachbereich ist ein Thema aus dem Berufsfeld des Kandidaten/der Kandidatin.
Wie funktioniert die Vorbereitung?
Die Vorbereitung auf die Berufsreifeprüfung erfolgt in Vorbereitungskursen, die von Erwachsenenbildungseinrichtungen (z. B. WIFI, BFI, Volkshochschulen), Berufsschulen oder höheren Schulen (z. B. AHS, HAK, HTL, HLW) angeboten werden. In solchen Lehrgängen können auch die jeweiligen Teilprüfungen abgelegt werden. Drei der vier Teilprüfungen können bereits während der Lehre abgelegt werden. Zur letzten Teilprüfung kannst du nach erfolgreichem Lehrabschluss, aber nicht vor dem 19. Geburtstag antreten.
Durch ein Förderprogramm, können die Vorbereitungskurse und die Prüfung seit September 2008 in ganz Österreich kostenlos angeboten werden. Zur konkreten Ausgestaltung der Vorbereitung auf die Berufsreifeprüfung bestehen in den einzelnen Bundesländern unterschiedliche Modelle. Informationen bieten u. a. die Bildungseinrichtungen und die Lehrlingsstellen der Wirtschaftskammern.
Link: Häufig gestellte Fragen!
Die WKO-Bildungspfade geben dir einen Überblick über durchgängige Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten in unterschiedlichen Berufen am Beispiel der WKO Bildungsangebote. Der Bildungspfad Berufsreifeprüfung steht in allen Lehrberufen offen:
Die Möglichkeit einer selbstständigen Berufsausübung ist gegeben durch:
Reglementierte Gewerbe/Handwerke:
Für die Ausübung eines reglementierten Gewerbes sind, neben der Erfüllung der allgemeinen Voraussetzungen, Befähigungsnachweise zu erbringen, die in den angeführten Bundesgesetzblättern festgelegt sind.
Downloadmöglichkeit der Zugangsvoraussetzung und Prüfungsordnungen (Bundesgesetzblätter): Wirtschaftskammer Österreich: Prüfungs- und Befähigungsnachweise für reglementierte Gewerbe
ALLGEMEINE HINWEISE:
Für jede Tätigkeit, die Sie selbstständig, regelmäßig und mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, ausüben wollen, brauchen Sie eine Gewerbeberechtigung (Ausnahme: Freie Berufe). Diese erhalten Sie durch Anmeldung bei der Gewerbebehörde (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat).
Unabhängig von einem etwaigen Befähigungsnachweis müssen sie dafür folgende Voraussetzungen erfüllen:
In allen Fällen einer selbstständigen Berufsausübung (ob im Rahmen eines Gewerbes oder als freiberufliche Tätigkeit) ist diese bei der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft und dem zuständigen Finanzamt zu melden.
Weitere Informationen und Kontakte:
Durch die Verwandtschaftsregelung wird die Ausbildung in einem Lehrberuf auf Teile der Lehrzeit in anderen (verwandten) Lehrberufen angerechnet. Dadurch verkürzt sich die Lehrzeit bei der Ausbildung in einem weiteren Lehrberuf (oder auch beim Wechsel auf einen verwandten Lehrberuf). In manchen Fällen wird die Lehrzeit und die Lehrabschlussprüfung auch vollkommen ersetzt.
Bei folgenden verwandten Lehrberufen verkürzt sich die Lehrzeit im Ausmaß der angegebenen Lehrjahre. (Beispiel: Der Eintrag „1. voll“ bedeutet z. B., dass sich die Lehrzeit im verwandten Lehrberuf um ein Jahr verkürzt.)
Alternative Berufe sind Berufe, die entweder eine ähnliche Ausbildung oder ähnliche Aufgaben- oder Tätigkeitsbereiche haben, wie der Beruf, über den du dich gerade informierst. Die Ähnlichkeit kann auch in den Arbeitsmaterialien, den Arbeitsumgebungen liegen oder in der Art, wie du mit anderen Menschen zusammenarbeitest.
Diese Liste soll dir bei der Überlegung helfen, welche Berufe und Ausbildungen für dich noch interessant sein könnten und dich auf weitere Ideen bringen.
Maler*innen und Beschichtungstechniker*innen im Schwerpunkt Historische Maltechnik stellen historische Malereien und Verzierungen her oder rekonstruieren sie (stellen sie wieder her). Bei der Auswahl ihrer Materialien (Farben, Beschichtungen, Bindemittel, Füllstoffe) legen sie großes Augenmerk auf historische Rezepturen und verwenden für diesen Zweck besonders geeignete Materialien wie z. B. Kalk-, Kasein- und Emulsionsfarben.
Maler*innen und Beschichtungstechniker*innen beraten ihre Kundinnen und Kunden und besprechen den Auftrag, die gewünschten Farbtönungen, Qualität der Farben und Beschichtungen, aber auch die erforderliche Arbeitstechnik usw. mit Restaurator*innen und Mitarbeiter*innen des Bundesdenkmalamtes. Sie wählen die benötigten Materialien (Pigmente, Farben und Füllstoffe) aus und bereiten Werkzeuge und Maschinen vor. Vor Beginn ihrer Arbeit überprüfen sie die zu bearbeitenden Flächen auf Mängel wie Feuchtigkeit, Risse oder Unebenheiten des Untergrunds usw. Sie entfernen alte Farbschichten und Anstriche z. B. durch Abschaben, beseitigen Unebenheiten und Risse mit Spachtel- und Füllmassen und glätten den Untergrund. Danach tragen sie unter Beachtung historischer Techniken die Bemalung bzw. Beschichtung auf. Sie stellen z. B. Frescomalereien, Imitationen und Illusionsmalereien (Malereien, die wie Plastiken, also 3-Dimensional wirken) her und bringen Schriftformen, Verzierungen und Schmuckelemente an.
Maler*innen und Beschichtungstechniker*innen tragen Farben mit Spritzaggregaten oder händisch mit Bürsten, Pinseln oder Rollern auf oder wenden Spachteltechniken an. In der historischen Maltechnik spielt die Arbeit mit Pinseln und Spachteln eine große Rolle. Vor dem eigentlichen Arbeitsbeginn prüfen sie an Kontrollflächen, ob die gewählten Arbeitstechniken und Materialien das gewünschte Ergebnis bringen. Außerdem ist in der historischen Malerei die Anfertigung von Rückstellmustern besonders wichtig, damit nötigenfalls der ursprüngliche Zustand der Bauteile, Flächen und Farben rekonstruiert werden kann. Nach Abschluss der Arbeiten räumen sie die Baustelle, reinigen sorgfältig alle Werkzeuge und entsorgen und verwerten etwaige Rest- und Abfallstoffe fachgerecht und umweltschonend.
Maler*innen und Beschichtungstechniker*innen führen aber auch organisatorische und verwaltende Tätigkeiten durch. Sie erstellen Kostenvoranschläge und besprechen diese mit den Auftraggeber*innen, führen Arbeitsaufzeichnungen (Arbeitsbücher), bestellen die erforderlichen Materialien nach und kontrollieren die Lagerbestände. Sie stellen Rechnungen und Arbeitsbestätigungen aus und besprechen etwaige Reklamationen mit den Kundinnen und Kunden.
Der Lehrberuf Maler*in und Beschichtungstechniker*in ist mit folgenden weiteren Schwerpunkten eingerichtet:
Maler*innen und Beschichtungstechniker*innen im Schwerpunkt Historische Maltechnik verwenden bei ihrer Arbeit Bürsten, Rollen, Pinsel und Spachteln, Spritzaggregate, verschiedene Farben und Pigmente, Bindemittel und Füllstoffe, bei der Arbeit an Metallflächen auch Entrostungs- und Korrosionsschutzmittel usw. Sie stellen Gerüste, Leitern, Arbeitsbühnen und Aufstiegshilfen auf, tragen Arbeitskleidung und bei bestimmten Arbeiten Mund- und Augenschutz.
Für organisatorische Tätigkeiten arbeiten sie mit den üblichen Büro- und Kommunikationsgeräten wie Computer, Telefone, Mobiltelefone, E-Mail, Internet usw. und führen Aufzeichnungen und Datenbanken über Kundinnen/Kunden und Lieferanten, Arbeitsbücher, Ausmaßlisten, Materiallisten, Lagerkarteien usw. In der Kommunikation mit Kundinnen und Kunden, Auftraggeber*innen oder Lieferant*innen verwenden sie Telefone und Mobiltelefone, E-Mail und mitunter auch Internet- und Videotelefonie und Messengerdienste.
Maler*innen und Beschichtungstechniker*innen im Schwerpunkt Historische Maltechnik arbeiten in der Arbeitsvorbereitung in Werkstätten von gewerblichen Klein- und Mittelbetrieben, meist aber direkt bei ihren Kundinnen/Kunden bzw. Auftraggeber*innen vor Ort in Innenräumen und an Außenfassaden. Bei ihrer Arbeit auf Gerüsten, Arbeitsbühnen und Leitern müssen sie trittsicher und schwindelfrei sein.
Maler*innen und Beschichtungstechniker*innen arbeiten eigenständig sowie im Team mit Berufskolleginnen und -kollegen und haben Kontakt zu Fach- und Hilfskräften anderer Gewerke auf der Baustelle, zu ihren Auftraggeber*innen und zu Lieferant*innen, vor allem aber zu Denkmalpfleger*innen (siehe Denkmal- und Ensembelschützer*in) und Restaurator*innen mit denen sie bei vielen Projekten und Arbeitsschritten eng zusammenarbeiten.
Maler*innen und Beschichtungstechniker*innen arbeiten hauptsächlich im Stehen und viel über Kopf auf Leitern und Gerüsten. Bei Arbeiten an Fassaden und anderen Außenbereichen sind sie unterschiedlichen Wetterbedingungen und Temperaturen ausgesetzt.
Der Beruf Maler*in und Beschichtungstechniker*in – Historische Maltechnik ermöglicht mit entsprechender Berufserfahrung und Weiterbildung beispielsweise die Spezialisierung auf:
Maler*innen und Beschichtungstechniker*innen – Historische Maltechnik sind beruflich immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. Voraussetzung für Erfolg in diesem Beruf ist es, immer auf dem neuesten Stand der Entwicklung zu bleiben und das Fachwissen, Methodenkompetenzen und soziale Kompetenzen laufend zu ergänzen und zu vertiefen.
Das Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) und das Berufsförderungsinstitut (BFI) sowie andere Weiterbildungseinrichtungen bieten Weiterbildungsveranstaltungen für Maler*innen und Beschichtungstechniker*innen und zu vielen relevanten Themen an. Die jeweiligen Landesinnungen der Wirtschaftskammer sowie der Farbenfachhandel bieten Seminare und Kurse über neue Techniken, Materialien und Produkte an. Im Weiterbildungszentrum Baudenkmalpflege – Kartause Mauerbach (NÖ) finden Kurse und Seminare im Bereich Althaussanierung und Denkmalschutz statt.
Viele Betriebe führen außerdem für ihre Mitarbeiter*innen interne Schulungen zu Produkten, Materialien und Verarbeitungsmethoden durch oder bieten Herstellerbetrieben die Möglichkeit Produktschulungen durchzuführen.
Möglichkeiten zur beruflichen Höherqualifizierung bieten außerdem facheinschlägige Vorbereitungs- und Aufbaulehrgänge an berufsbildenden höheren Schulen. Mit dem Abschluss eines Aufbaulehrganges ist neben einer höheren Fachqualifikation außerdem die Matura verbunden, die ein Studium an Fachhochschulen und Universitäten ermöglicht.
Studium ohne Matura:
Für ein Studium an einer Fachhochschule, Universität oder Pädagogischen Hochschulen ist normalerweise die Matura einer Allgemeinbildenden (AHS) oder Berufsbildenden Höheren Schule (BHS) erforderlich.
Es bestehen aber auch andere Zugangsmöglichkeiten:
Weiterführende Bildungsmöglichkeiten und Höherqualifizierung: