Lektor*in (Uni, FH)

Lektorinnen und Lektoren an Universitäten, Fachhochschulen und anderen akademischen Bildungseinrichtungen konzipieren eigenverantwortlich Vorlesungen, Seminare, Arbeitskreise und Übungen und führen diese durch. Sie lehren vorwiegend Lehrveranstaltungen in Bachelorstudien, seltener im Master-Bereich. Für die Ausübung ihrer Lehrtätigkeit an Universitäten benötigen sie in der Regel ein abgeschlossenes PhD/Doktoratsstudium. Darüber hinaus arbeiten sie an Forschungsprojekten mit oder führen solche eigenverantwortlich durch.

Lektor*innen/Lehrbeauftragte sind sehr stark an geistes- und kulturwissenschaftlichen Fakultäten vertreten. An diesen wird die Lehre insbesondere im Bachelorbereich oftmals bis zu einem Drittel von Lektor*innen abgedeckt. An Fachhochschulen und im Weiterbildungsbereich sind Lehrbeauftragte ebenso gefragt, da es sich hier in der Regel um „Praktiker*innen“, d. h. Personen mit z. B. technischer/ingenieurwissenschaftlicher Berufserfahrung handelt. In solchen Fällen werden Lektor*innen häufig aufgrund ihrer besonderen Expertise beschäftigt und sind nebenberuflich, oft auch geringfügig tätig. Ein PhD/Doktorat ist in diesem Bereich meist nicht erforderlich.

Lektor*innen stehen in engem Kontakt zu Studierenden und arbeiten mit Berufskolleg*innen, Professor*innen und wissenschaftlichen Assistent*innen zusammen.

Akademischer Beruf
Hauptberuf

In jedem Beruf brauchst du spezielles fachliches Know-how, das in der Aus- und Weiterbildung vermittelt wird. In den beiden Menüpunkten Ausbildung und Weiterbildung findest du Informationen zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für diesen Beruf.

Es gibt auch Kompetenzen, Fähigkeiten und Eigenschaften, die in allen Berufen wichtig sind. Dazu gehören besonders:

  • Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit
  • genaues und sorgfältiges Arbeiten
  • selbstständiges Arbeiten
  • Einsatzfreude
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Fähigkeit und Bereitschaft mit anderen zusammen zu arbeiten (Teamfähigkeit)
  • Lernbereitschaft

Die folgende Liste gibt dir einen Überblick über weitere allgemeine Anforderungen, die in DIESEM Beruf häufig gestellt werden. Diese können natürlich je nach Betrieb, Institution oder Organisation sehr unterschiedlich sein.

DENK DARAN: Viele dieser Anforderungen sind auch Bestandteil der Ausbildung.

Hinweis: Die Begriffe werden in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.

    Körperliche Anforderungen: Welche körperlichen Eigenschaften sind wichtig?

  • gute Stimme

     

    Fachkompetenz: Welche Fähigkeiten und Kenntnisse werden von mir erwartet?

  • Anwendung generativer KI und von KI-Assistenzsystemen
  • Datensicherheit und Datenschutz
  • Fremdsprachenkenntnisse
  • gute Allgemeinbildung
  • gute Beobachtungsgabe
  • gute rhetorische Fähigkeit
  • gutes Gedächtnis
  • Präsentationsfähigkeit

     

    Sozialkompetenz: Was brauche ich im Umgang mit anderen?

  • Argumentationsfähigkeit / Überzeugungsfähigkeit
  • Aufgeschlossenheit
  • Durchsetzungsvermögen
  • interkulturelle Kompetenz
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Konfliktfähigkeit
  • Kontaktfreude
  • Kund*innenorientierung
  • Motivationsfähigkeit

     

    Selbstkompetenz: Welche persönlichen Eigenschaften sollte ich mitbringen?

  • Aufmerksamkeit
  • Begeisterungsfähigkeit
  • Beurteilungsvermögen / Entscheidungsfähigkeit
  • Flexibilität / Veränderungsbereitschaft
  • Freundlichkeit
  • Geduld

     

    Weitere Anforderungen: Was ist sonst noch wichtig?

  • gepflegtes Erscheinungsbild

     

    Methodenkompetenz: Welche Arbeits- und Denkweisen sind wichtig?

  • Informationsrecherche und Wissensmanagement
  • interdisziplinäres Denken
  • Koordinationsfähigkeit
  • Organisationsfähigkeit
  • Planungsfähigkeit
  • systematische Arbeitsweise

Selbstständigkeit

Eine selbstständige Berufsausübung ist vor allem im Rahmen einer freien Berufstätigkeit als Trainer*in, Vortragende*r oder auch als Journalist*in (z. B. Wissenschaftsjournalist*in oder Kulturjournalist*in) oder Wissenschaftler*in möglich. Je nach Fachbereich und Ausbildung des Lektors, der Lektoren können sich aber unterschiedlichste Möglichkeiten der selbstständigen Berufstätigkeit anbieten.

Freie Berufe sind selbstständige (freiberufliche) Tätigkeiten, die nicht der Gewerbeordnung unterliegen (z. B. Arzt / Ärztin und andere Gesundheitsberufe, Rechtsanwalt / Rechtsanwältin, Musiker*in, Schriftsteller*in und andere Künstlerberufe). Für einige freie Berufe ist die Berufsausübung durch eigene Rechtsvorschriften (Ärztegesetz, Rechtsanwaltsordnung, Ziviltechnikergesetz etc.) geregelt und es bestehen eigene Interessensvertretungen (Kammern oder Berufsverbände), denen die Aufnahme der selbstständigen Berufstätigkeit gemeldet werden muss. Für andere freie Berufe, wie z. B. Künstler*in, Schriftsteller*in, Journalist*in, bestehen keine besonderen Rechtsvorschriften und Meldepflichten.


ALLGEMEINE HINWEISE:

Selbstständige Tätigkeiten sind alle Tätigkeit, die du in eigener Verantwortung (also nicht angestellt), regelmäßig und mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, ausüben willst. Für viele dieser Tätigkeiten brauchst du eine Gewerbeberechtigung. Es gibt aber auch sogenannte Freie Berufe (freiberufliche Tätigkeiten) und land- und forstwirtschaftliche Tätigkeiten, die nicht der Gewerbeordnung unterliegen. Auch für viele dieser Tätigkeiten gibt es eigene Rechtsvorschriften für die selbstständige Berufsausübung, manche können aber auch ohne besondere Voraussetzungen selbstständig ausgeübt werden.

In allen Fällen einer selbstständigen Berufsausübung (egal, ob im Rahmen eines Gewerbes, als freiberufliche Tätigkeit, im Rahmen eines Land- und forstwirtschaftlichen Betriebes) musst du diese bei der zuständigen Sozialversicherungsanstalt und dem zuständigen Finanzamt melden. Je nach selbstständiger Tätigkeit gibt es noch andere Meldepflichten oder Register, in die du dich eintragen musst.

Selbstständige Tätigkeiten, für die eine Gewerbeberechtigung erforderlich ist, musst du außerdem bei der Gewerbebehörde (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat) anmelden.
Unabhängig von einem oft notwendigen Befähigungsnachweis musst du dafür folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • das 18. Lebensjahr muss vollendet sein
  • österreichische Staatsbürgerschaft oder Staatsbürgerschaft eines anderen EU-Mitgliedstaates (oder eines Staates, mit dem ein entsprechender Staatsvertrag besteht) oder es liegt ein gültiger Aufenthaltstitel vor, der zur selbstständigen Tätigkeit berechtigt
  • keine Ausschließungsgründe (z. B. abgewiesene Konkursanträge, Bestrafung wegen Finanzstrafdelikten)

Für weitere Informationen schau dir unseren Thementext Im Fokus: Selbstständigkeit an oder nutze eine der folgenden Quellen und Kontakte:

Alternativen (Auswahl)

Mit den alternativen Berufen wollen wir dir helfen, Berufe zu finden, die für dich sonst noch interessant sein könnten.
In dieser Liste findest du Berufe, die zum Beispiel eine ähnliche Ausbildung oder ähnliche Tätigkeiten haben, in denen du mit ähnlichen Materialien oder in einer ähnlichen Arbeitsumgebung arbeitest. Die Gemeinsamkeit kann auch in den Interessen und Fähigkeiten liegen, die in den Berufen gefragt sind oder es gibt gemeinsame Schul- oder Berufsschulstandorte.

BITTE BEACHTE: Bei manche Berufe ist auf den ersten Blick nicht immer klar, worin die Ähnlichkeit liegt. Es gibt aber trotzdem Überschneidungen und es kann spannend sein, diese herauszufinden, um auf neue Ideen zu kommen.

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Blended Learning

Blended Learning ist eine moderne Lern- und Lehrtechnik und als solche eine Kombination von E-Learning und Lernsoftware mit Präsenzseminaren, Online-Tutoring, Handbüchern und Texten.

Didaktik

Ein Fachbegriff der Pädagogik (Erziehungswissenschaft). Didaktik bedeutet ursprünglich "Kunst des Lehrens". Dabei geht es also um Unterrichtslehre (Lehrmethoden, Lehrinhalte, Lehrplan usw.).

E-Books

E-Books sind elektronische Bücher, d. h. Literatur, die nicht mehr gedruckt wird, sondern ausschließlich online oder als Download für E-Book-Reader produziert wird. E-Books werden als die Literatur der Zukunft gesehen, weil sie kostengünstiger hergestellt werden können als Bücher. Studien belegen aber, dass E-Books das traditionelle Lesen nicht ersetzen werden. E-Books setzen sich aber sowohl im Sachbuchbereich (z. B. Lexika) als auch in der Unterhaltungsliteratur mehr und mehr durch.

E-Learning

E-Learning (Electronic Learning) bezeichnet alle Formen von Lernen, bei denen elektronische oder digitale Medien zum Einsatz kommen. E-Learning kann als Selbstlernen oder durch die Unterstützung eines/einer Lehrer*in oder Trainer*in ausgeübt werden. Formen von E-Learning sind z. B.:

  • Virtuelle Lehre: die Lehre findet ausschließlich mit digitalen Tools statt
  • Blended Learning: virtuelle und Präsenz-Lehre wechseln sich ab
  • Virtual Classroom: geografisch auseinanderliegende Lernende lernen gemeinsam in einem virtuellen Klassenzimmer

E-Learning-Tools sind Lernprogramme (z. B. Apps), Lernplattformen, Foren, Chats, Webinare, usw.

Lektorat

= (Verlags-)Abteilung, in der Lektor*innen arbeiten, die Manuskripte von AutorInnen lesen und betreuen.

Webinar

Ein Webinar (Kombination aus den Wörtern "World Wide Web" und "Seminar") ist ein neues Format der Wissensvermittlung bei dem Vorträge, Kurse oder Vorlesungen live mittels Videotelefonie gehalten und "besucht" werden. In den meisten Fällen ist die Kommunikation interaktiv und so können die Teilnehmer*innen, so wie in einem herkömmlichen Seminar, Fragen stellen oder kommentieren. Webinare machen es möglich, dass Teilnehmer*innen aus aller Welt ein Seminar oder einen Vortrag "besuchen" können.