Ob Theater-, Musical- oder Opernproduktion, Fernsehkrimi, Science-Fiction-Blockbuster, Kindertheater oder Werbespot – überall wo Darsteller*innen in Rollen schlüpfen, sind auch Maskenbildner*innen tätig, die ihren Figuren das nötige Aussehen verleihen. Sie sind Spezialist*innen für Stil und Aussehen von Gesichtern, Frisuren und auch anderen Körperteilen und wissen, wie sie welche Materialien anwenden, um die gewünschten Effekte zu erzeugen. Ihre Tätigkeiten reichen vom allgemeinen Schminken der Darsteller*innen bis hin zur Entwicklung und Anfertigung komplexer Masken und Körperveränderungen.
Für ihre Arbeit verwenden Maskenbildner*innen verschiedenste Schminkfarben, Haarteile (Perücken, Glatzen etc.) und künstliche Körperteile (Prosthetics), die sie oft selbst herstellen. Sie arbeiten zusammen mit dem Produktionsteam und verbringen viel Zeit mit den Darsteller*innen, die sie ausstatten. Dafür benötigen sie viel handwerkliches Geschick, umfangreiches Wissen über Materialien und Anatomie sowie Kreativität.
In jedem Beruf brauchst du spezielles fachliches Know-how, das in der Aus- und Weiterbildung vermittelt wird. In den beiden Menüpunkten Ausbildung und Weiterbildung findest du Informationen zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für diesen Beruf.
Es gibt auch Kompetenzen, Fähigkeiten und Eigenschaften, die in allen Berufen wichtig sind. Dazu gehören besonders:
Die folgende Liste gibt dir einen Überblick über weitere allgemeine Anforderungen, die in DIESEM Beruf häufig gestellt werden. Diese können natürlich je nach Betrieb, Institution oder Organisation sehr unterschiedlich sein.
DENK DARAN: Viele dieser Anforderungen sind auch Bestandteil der Ausbildung.
Hinweis: Die Begriffe werden in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.
Mit einer erfolgreich abgeschlossenen Lehre und vier weiteren Prüfungen erlangst du die Berufsmatura (Berufsreifeprüfung). Diese öffnet dir den Zugang zu Universitäts- und Fachhochschulstudien. Außerdem ermöglicht sie zusätzliche Karrierewege im erlernten Beruf, aber auch außerhalb des bisherigen Berufsfeldes.
Und so geht es:
Die Berufsmatura besteht aus vier Teilprüfungen: Deutsch (schriftlich und mündlich) und Mathematik (schriftlich), eine lebende Fremdsprache (schriftlich oder mündlich) und ein Fachbereich (schriftliche Prüfung oder Projektarbeit und mündliche Prüfung). Der Fachbereich ist ein Thema aus dem Berufsfeld des Kandidaten/der Kandidatin.
Wie funktioniert die Vorbereitung?
Die Vorbereitung auf die Berufsreifeprüfung erfolgt in Vorbereitungskursen, die von Erwachsenenbildungseinrichtungen (z. B. WIFI, BFI, Volkshochschulen), Berufsschulen oder höheren Schulen (z. B. AHS, HAK, HTL, HLW) angeboten werden. In solchen Lehrgängen können auch die jeweiligen Teilprüfungen abgelegt werden. Drei der vier Teilprüfungen können bereits während der Lehre abgelegt werden. Zur letzten Teilprüfung kannst du nach erfolgreichem Lehrabschluss, aber nicht vor dem 19. Geburtstag antreten.
Durch ein Förderprogramm, können die Vorbereitungskurse und die Prüfung seit September 2008 in ganz Österreich kostenlos angeboten werden. Zur konkreten Ausgestaltung der Vorbereitung auf die Berufsreifeprüfung bestehen in den einzelnen Bundesländern unterschiedliche Modelle. Informationen bieten u. a. die Bildungseinrichtungen und die Lehrlingsstellen der Wirtschaftskammern.
Link: Häufig gestellte Fragen!
Die WKO-Bildungspfade geben dir einen Überblick über durchgängige Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten in unterschiedlichen Berufen am Beispiel der WKO Bildungsangebote. Der Bildungspfad Berufsreifeprüfung steht in allen Lehrberufen offen:
Eine selbstständige Berufsausübung ist vor allem im Rahmen folgender reglementierter Gewerbe möglich:
a) Reglementierte Gewerbe/Handwerke:
Für die Ausübung eines reglementierten Gewerbes sind, neben der Erfüllung der allgemeinen Voraussetzungen, Befähigungsnachweise zu erbringen, die in den angeführten Bundesgesetzblättern festgelegt sind.
Downloadmöglichkeit der Zugangsvoraussetzung und Prüfungsordnungen (Bundesgesetzblätter): Wirtschaftskammer Österreich: Prüfungs- und Befähigungsnachweise für reglementierte Gewerbe
b) Freies Gewerbe (Wortlaut gemäß Liste der freien Gewerbe):
Informationen zum „Freien Gewerbe“: freie Gewerbe erfordern in der Regel keinen Befähigungsnachweis, sondern lediglich eine Anmeldung bei der Gewerbebehörde. Grundsätzlich richtet sich der Gewerbeumfang nach dem Wortlaut der Gewerbeanmeldung.
Liste der Freien Gewerbe:
ALLGEMEINE HINWEISE:
Selbstständige Tätigkeiten sind alle Tätigkeit, die du in eigener Verantwortung (also nicht angestellt), regelmäßig und mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, ausüben willst. Für viele dieser Tätigkeiten brauchst du eine Gewerbeberechtigung. Es gibt aber auch sogenannte Freie Berufe (freiberufliche Tätigkeiten) und land- und forstwirtschaftliche Tätigkeiten, die nicht der Gewerbeordnung unterliegen. Auch für viele dieser Tätigkeiten gibt es eigene Rechtsvorschriften für die selbstständige Berufsausübung, manche können aber auch ohne besondere Voraussetzungen selbstständig ausgeübt werden.
In allen Fällen einer selbstständigen Berufsausübung (egal, ob im Rahmen eines Gewerbes, als freiberufliche Tätigkeit, im Rahmen eines Land- und forstwirtschaftlichen Betriebes) musst du diese bei der zuständigen Sozialversicherungsanstalt und dem zuständigen Finanzamt melden. Je nach selbstständiger Tätigkeit gibt es noch andere Meldepflichten oder Register, in die du dich eintragen musst.
Selbstständige Tätigkeiten, für die eine Gewerbeberechtigung erforderlich ist, musst du außerdem bei der Gewerbebehörde (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat) anmelden.
Unabhängig von einem oft notwendigen Befähigungsnachweis musst du dafür folgende Voraussetzungen erfüllen:
Für weitere Informationen schau dir unseren Thementext Im Fokus: Selbstständigkeit an oder nutze eine der folgenden Quellen und Kontakte:
Durch die Verwandtschaftsregelung wird die Ausbildung in einem Lehrberuf auf Teile der Lehrzeit in anderen (verwandten) Lehrberufen angerechnet. Dadurch verkürzt sich die Lehrzeit bei der Ausbildung in einem weiteren Lehrberuf (oder auch beim Wechsel auf einen verwandten Lehrberuf). In manchen Fällen wird die Lehrzeit und die Lehrabschlussprüfung auch vollkommen ersetzt.
Bei folgenden verwandten Lehrberufen verkürzt sich die Lehrzeit im Ausmaß der angegebenen Lehrjahre. (Beispiel: Der Eintrag „1. voll“ bedeutet z. B., dass sich die Lehrzeit im verwandten Lehrberuf um ein Jahr verkürzt.)
Alternative Berufe sind Berufe, die entweder eine ähnliche Ausbildung oder ähnliche Aufgaben- oder Tätigkeitsbereiche haben, wie der Beruf, über den du dich gerade informierst. Die Ähnlichkeit kann auch in den Arbeitsmaterialien, den Arbeitsumgebungen liegen oder in der Art, wie du mit anderen Menschen zusammenarbeitest.
Diese Liste soll dir bei der Überlegung helfen, welche Berufe und Ausbildungen für dich noch interessant sein könnten und dich auf weitere Ideen bringen.
Maskenbildner*innen kreieren das Aussehen von Figuren in Theater-, Bühnen-, Foto-, Film-, Werbe- und Fernsehproduktionen. Sie gestalten und verändern die Darsteller*innen so, dass sie ihre Rollen bestmöglich darstellen können. Die Tätigkeiten von Maskenbildner*innen können sehr unterschiedlich sein und reichen vom Schminken bis zur Veränderung von Gesichtsform, Frisur oder ganzen Körperteilen. So können sie z. B. eine Person jünger oder älter aussehen lassen, Aktionsverletzungen (z. B. Schnittwunden) hinzufügen oder sie überhaupt in ein fantastisches Wesen verwandeln.
Am Beginn der Produktion erhalten sie vom / von der Regisseur*in alle nötigen Informationen für die Rolle, der sie eine Maske verleihen sollen, und informieren sich über die Produktionsbedingungen (Licht/Schatten, Nähe/Distanz, Umwelteinwirkungen, Produktionsort). Bevor sie ein Maskenkonzept erstellen und es mit ihren Auftraggeber*innen und den Kostümbildner*innen abstimmen, recherchieren sie zu Stilen und Kennzeichen bestimmter Zeiten (z. B. Historische Stücke) bzw. entwerfen Stilkonzepte für Fantasiewesen (z. B. Fantasie- oder Science-Fiction-Serie) nach eigenen Ideen. Bei Bedarf stellen sie vor Produktionsbeginn Masken (Prosthetics) von Gesichts- oder Körperteilen, Haarteile (Perücken, Bärte, Frisurteile, etc.), Glatzen, Aktionsverletzungen (z. B. Schusswunden), etc. her, lassen sie von Spezialist*innen anfertigen oder besorgen sie in einem Fundus. Während der Vorbereitung haben sie bereits Kontakt mit den Darsteller*innen, um die Passform der Maskenteile (z. B. Nase, Kinn, etc.), sowie Form und Farbe von Haut, Haaren und Körperteilen zu bestimmen. Dabei ist besonders bei aufwändigen Masken wichtig, Maße und Abdrücke zu nehmen, die Hautverträglichkeit und Tragemöglichkeit zu überprüfen, oder Haare zu bearbeiten (z. B. Schneidern, Färben, etc.). Für die Produktionsvorbereitung erarbeiten sie Masken- und Schminkpläne und bereiten die notwendigen Arbeitsmaterialien und -geräte vor.
Vor jeder Aufführung bzw. während der Produktion (bei Filmaufnahmen) setzen Maskenbildner*innen die letzten Schritte des Maskenbilds an den Darsteller*innen in oft stundenlangen Sitzungen um: sie setzen die Maskenteile (Glatzen, Prosthetics, Haarteile, etc.) an, kämmen, legen Haare und finalisieren die Schminke. Maskenbildner*innen sind auch während und nach der Vorstellung bzw. Dreharbeiten anwesend, um die Maske laufend zu erneuern oder nachzubessern bzw. um sie wieder abzunehmen. Nach Abschluss der Produktion reinigen sie die Maskenteile, führen gegebenenfalls Ausbesserungen und Reparaturen durch und bringen sie in ihre Lager bzw. zurück in den Fundus.
Maskenbildner*innen benötigen für ihre Tätigkeit viel handwerkliches Geschick, eine genaue Kenntnis der Produktionsabläufe sowie der Materialien (Farben, Puder, Silikone / Kunststoffe, Haarteile, etc.), die sie verwenden, und müssen kontaktfreudig sein, da sie viel im Team und eng mit den Darsteller*innen zusammenarbeiten, deren Maske sie gestalten. Viel Kreativität, Genauigkeit und Ausdauer benötigen sie für die Herstellung der Maskenteile, Glatzen oder Haarteile. Für das Konzept und für die Herstellung der Masken (z. B. Prosthetics) oder Haarteile benötigen Maskenbildner*innen Kenntnisse über Anatomie, Haar- und Hauttypen und -verträglichkeiten.
Maskenbildner*innen arbeiten mit den unterschiedlichsten Materialien für Schminke und Haare. Dabei arbeiten sie mit Make-Up-Cremes, Puder, Abdeckstiften, Lippenstiften, Wimperntusche, Kajal usw., verschiedenen Farben und für verschiedene Hauttypen. Außerdem hantieren sie mit Kämmen, Bürsten und Scheren, Pinseln, Spachteln, Schwämmen, Watte, Kleber, Haarfärbemitteln, Rasiermessern, Pinzetten, Haarteilen und Haarprodukten (Perücken, Bärte, Wimpern etc.), Airbrush-Geräten und -Farben sowie Lacken, Filmblut etc.
Für die Herstellung von Haarteilen hantieren sie mit echtem oder künstlichem Haar, Arbeitsköpfen etc.
Masken von Gesichts- und Körperteilen (z. B. Prosthetics, Glatzen) stellen sie mit Latex, Silikon, Kaltschaum, Gummimilch, Gelatine etc. her.
Entwürfe, Konzepte, Zeit-, Kosten- und Schminkpläne für die Maske erstellen Maskenbildner*innen mit Zeichenmaterial per Hand oder benützen spezielle Computerprogramme (CAD (= Computer Aided Design)). Für die Recherche von Kennzeichen und Stilen bestimmter Zeiten recherchieren sie im Internet und in Archiven, Bibliotheken und Museen.
Maskenbildner*innen arbeiten in den Maskenräumen von Theatern, Opern- und Operettenhäusern sowie Musicalbühnen, Fernsehanstalten oder Fotostudios in Studios, in Umkleidekabinen, hinter der Bühne usw. zusammen mit anderen Produktionsmitgliedern vor allem Regisseur*innen, Kostümbildner*innen und Bühnenbildner*innen sowie Lichttechniker*innen und Kameramänner bzw. Kamerafrauen (siehe Kameramann / Kamerafrau). Außerdem haben sie engen Kontakt zu den Darsteller*innen (z. B. Schauspieler*in, Fotomodell (m./w./d.)).
Bei mobilen Produktionen haben sie meist nur einen eingeschränkten Arbeitsplatz zur Verfügung z. B. Dreharbeiten im abgelegenen Außenbereich und müssen die Arbeitsschritte entsprechend anpassen.
Die Arbeitszeiten von Maskenbildner*innen können, je nach Tätigkeitsbereich, sehr unterschiedlich sein. So müssen sie z. B. beim Theater vor allem am Abend arbeiten. Besonders bei Filmproduktionen arbeiten Maskenbildner*innen meistens mehrere Wochen am Stück mit, bevor sie wieder freie Zeit haben.
Beschäftigung finden Maskenbildner*innen unter anderem bei
Der Beruf Maskenbildner*in ermöglicht mit entsprechender Berufserfahrung und Weiterbildung beispielsweise die Spezialisierung auf:
Dermatologie | Medizinischer Fachbegriff: = Lehre von der Haut |
Visagistik | franz. für Gesicht, Miene, Gesichtsausdruck. Die Visagistik ist ein Fachausdruck für die kosmetische Behandlung des Gesichts, vor allem für das künstlerische Schminken von Schauspielerinnen und Schauspielern in Film, Theater und Fernsehen. |