Tiefbauspezialistinnen und -spezialisten im Schwerpunkt Verkehrswegebau sind in der Herstellung von Straßen, Autobahnen, Brücken, Rastplätzen, Bahnstrecken, aber auch von Bachverbauungen, Wasserkraftwerken und Sportanlagen tätig. Bei Beginn ihrer Arbeiten lesen sie Baupläne und -skizzen, vermessen das Gelände, richten die Baustelle ein, sichern sie ab und bereiten den Untergrund vor. Sie heben Gruben und Künetten aus, verlegen Rohrkanäle, stellen Schächte und Straßeneinbauteile her und führen Oberflächenentwässerungen durch. Sie errichten die erforderlichen Unterbauten und Fundamente (z. B. Straßenunterbau, Gleisunterbau) einschließlich Frostschutz, verdichten diese, bauen Stützwände auf und stellen die Oberbauten durch Beton- und Asphaltierarbeiten her. Bei Sanierungsarbeiten prüfen sie Straßendecken und Unterbauten, Gleisanlagen und Betonbauteile, stellen Schäden fest und beheben diese.
Tiefbauspezialist*innenn arbeiten auf Baustellen für kleine, mittlere und große Tiefbaubetriebe. Sie arbeiten im Team mit Planer*innen, Vorarbeiter*innen, Polier*innen, Berufskolleg*innen und verschiedenen Fach- und Hilfskräften aus anderen Bereichen des Bauwesens, wie z. B. Betonbauer*innen oder Verkehrsplaner*innen und Wasserbautechniker*innen.
In jedem Beruf brauchst du spezielles fachliches Know-how, das in der Aus- und Weiterbildung vermittelt wird. In den beiden Menüpunkten Ausbildung und Weiterbildung findest du Informationen zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für diesen Beruf.
Es gibt auch Kompetenzen, Fähigkeiten und Eigenschaften, die in allen Berufen wichtig sind. Dazu gehören besonders:
Die folgende Liste gibt dir einen Überblick über weitere allgemeine Anforderungen, die in DIESEM Beruf häufig gestellt werden. Diese können natürlich je nach Betrieb, Institution oder Organisation sehr unterschiedlich sein.
DENK DARAN: Viele dieser Anforderungen sind auch Bestandteil der Ausbildung.
Hinweis: Die Begriffe werden in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.
Die Ausbildung im Lehrberuf Tiefbauspezialist*in mit Schwerpunkt Verkehrswegebau ist seit 1. Jänner 2020 möglich.
Die Ausbildung erfolgt als Lehrausbildung (= Duale Ausbildung). Voraussetzung dafür ist die Erfüllung der 9-jährigen Schulpflicht und eine Lehrstelle in einem Ausbildungsbetrieb. Die Ausbildung erfolgt überwiegend im Ausbildungsbetrieb und begleitend dazu in der Berufsschule. Die Berufsschule vermittelt den theoretischen Hintergrund, den du für die erfolgreiche Ausübung deines Berufs benötigst.
Wichtig: Der Besuch der Berufsschule setzt im Normalfall eine (betriebliche) Lehrstelle voraus. Du kannst dir deine Berufsschule NICHT aussuchen, sondern wirst ihr zugewiesen.
Art: Schulausbildung
Dauer: 3,5 Jahre
Form: Vollzeit
Voraussetzungen: kommend aus:
Abschluss:
Abschlussprüfung
Berechtigungen:
Weitere Infos: https://www.abc.berufsbildendeschulen.at/technische-gewerbliche-und-kunstgewerbliche-schulen
Höhere Technische Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt Villach
Tschinowitscher Weg 5
9500 Villach
Tel.: +43 (0)4242 370 61
email: office@htl-vil.ac.at
Internet: https://www.htl-villach.at/
Schwerpunkte:
Höhere Lehranstalt für Bautechnik:
Kolleg/Aufbaulehrgang für Berufstätige für Bautechnik – Ausbildungsschwerpunkt Hochbau
Fachschule für Bautechnik (mit Betriebspraktikum)
Höhere Lehranstalt für Innenarchitektur und Holztechnologie – Ausbildungsschwerpunkt Raum- und Objektgestaltung
Kolleg für Innenarchitektur und Holztechnik
Fachschule für Tischlerei
Höhere Lehranstalt für Informatik
Fachschule für Informationstechnik (mit Betriebspraktikum)
Aufbaulehrgang für Informatik
Höhere Lehranstalt für Informationstechnologie – Ausbildungsschwerpunkt Cyber Security
Höhere Lehranstalt für Informationstechnologie – Ausbildungsschwerpunkt Medientechnik
Bauhandwerkerschule für Maurer
Bauhandwerkerschule für Zimmerer
Höhere Technische Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt Mödling
Technikerstraße 1-5
2340 Mödling
Tel.: +43 (0)2236 / 408 -0
Fax: +43 (0)2236 / 408 -2250
email: office@htl.moedling.at
Internet: https://htl.moedling.at/
Schwerpunkte:
Höhere Lehranstalt für Wirtschaftsingenieure – Ausbildungsschwerpunkt Industrial Engineering and Management
Höhere Lehranstalt für Maschinenbau:
Höhere Lehranstalt für Gebäudetechnik
Höhere Lehranstalt für Bautechnik:
Höhere Lehranstalt für Innenarchitektur und Holztechnologie:
Höhere Lehranstalt für Mechatronik
Höhere Lehranstalt für Informationstechnologie – Medientechnik
Höhere Lehranstalt für Elektrotechnik – Erneuerbare Energien und Robotik
Fachschule für Maschinenbau
Fachschule für Bautechnik
Fachschule für Tischlerei
Fachschule für Holztechnik
Fachschule für Mechatronik
Fachschule für Elektronik und Technische Informatik
Fachschule für Elektrotechnik
Kolleg/Aufbaulehrgang für Gebäudetechnik
Kolleg/Aufbaulehrgang für Bautechnik – Green Building und Umweltingenieurwesen
Kolleg/Aufbaulehrgang für Innenarchitektur und Holztechnik:
Kolleg/Aufbaulehrgang für Informatik – Systemtechnik
Vorbereitungslehrgang für Berufstätige für Gebäudetechnik
Vorbereitungslehrgang für Berufstätige für Bautechnik
Vorbereitungslehrgang für Berufstätige für Holztechnik
Vorbereitungslehrgang für Innenarchitektur und Holztechnik
Vorbereitungslehrgang für Elektronik und Technische Informatik
Hinweis: Über schulautonome Vertiefungen informieren Sie sich bitte auf der Webseite der Schule.
Höhere Technische Bundeslehranstalt Krems
Alauntalstraße 29
3500 Krems
Tel.: +43 (0)2732 / 831 90 -0
email: office@htlkrems.at
Internet: https://www.htlkrems.ac.at/
Schwerpunkte:
Höhere Lehranstalt für Bautechnik:
Höhere Lehranstalt für Informationstechnologie
Höhere Lehranstalt für Biomedizin und Gesundheitstechnik – Ausbildungsschwerpunkt Medizininformatik
Kolleg/Aufbaulehrgang für Bautechnik – Ausbildungsschwerpunkt Sanierungstechnik
Fachschule für Bautechnik mit Betriebspraktikum
Höhere Technische Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt Graz – Ortweinschule
Körösistraße 157
8010 Graz
Tel.: +43 (0)5 0248 019
Fax: +43 (0)5 0248 019 -999
email: dion@ortweinschule.at
Internet: https://www.ortweinschule.at/
Schwerpunkte:
Höhere Lehranstalt für Bautechnik:
Fachschule für Bautechnik (mit Betriebspraktikum)
Kolleg/Aufbaulehrgang für Bautechnik:
Kolleg/Aufbaulehrgang für Berufstätige für Bautechnik:
Höhere Lehranstalt für Grafik- und Kommunikations-Design
Höhere Lehranstalt für Medien:
Höhere Lehranstalt für Innenarchitektur und Holztechnologie – Raum- und Objektgestaltung
Höhere Lehranstalt für Kunst und Design:
Kolleg für Kunst und Design für Berufstätige:
Bauhandwerkerschule für Maurer*innen
Bauhandwerkerschule für Zimmerei
Meisterschule für Kunst und Gestaltung:
Meisterschule für Tischlereitechnik und Raumgestaltung
Vorbereitungslehrgang für Berufstätige für Bautechnik
Höhere Technische Bundeslehr- und Versuchsanstalt – Camillo Sitte Bautechnikum
Leberstraße 4c
1030 Wien
Tel.: +43 (0)1 799 26 31
email: direktion@bautechnikum.at
Internet: https://www.bautechnikum.at/
Schwerpunkte:
Höhere Lehranstalt für Bautechnik:
Kolleg/Aufbaulehrgang für Bautechnik:
Kolleg/Aufbaulehrgang für Berufstätige für Bautechnik:
Vorbereitungslehrgang für Berufstätige für Bautechnik
Fachschule für Bautechnik mit Betriebspraktikum
Bauhandwerkerschule für Maurer*innen
Bauhandwerkerschule für Zimmerei
Lehrabschluss im zweiten Bildungsweg (außerordentliche Zulassung zur Lehrabschlussprüfung):
Neben Lehrlingen, die ihre festgelegte Lehrzeit beendet haben und Personen, die aufgrund einer schulischen Ausbildung keine Lehrzeit zurücklegen müssen, werden ausnahmsweise auch folgende Personen zur Lehrabschlussprüfung zugelassen:
a) Personen, die das 18. Lebensjahr vollendet haben und glaubhaft machen können, dass sie die erforderlichen Fertigkeiten und Kenntnisse für den betreffenden Lehrberuf auf andere Weise erworben haben (z. B. durch entsprechende Anlernzeiten, praktische Tätigkeiten oder Kursveranstaltungen).
oder
b) Personen, die mindestens die Hälfte der Lehrzeit eines Lehrberufes absolviert haben (bei einer Lehrzeit von 3 Jahren also 1 1/2 Jahre) und keine Möglichkeit haben, für die restliche Zeit einen Lehrvertrag abzuschließen.
Für die Fachtheorie empfiehlt sich der Besuch entsprechender Kurse (oder der Berufsschule).
Hier geht es zu den Lehrlingstellen der Wirtschaftskammern Österreichs: » Lehrlingsstellen
Hier geht es zur Ausbildungsordnung & Prüfungsordnung: Ausbildungsordnung & Prüfungsordnung
Mit einer erfolgreich abgeschlossenen Lehre und vier weiteren Prüfungen erlangst du die Berufsmatura (Berufsreifeprüfung). Diese öffnet dir den Zugang zu Universitäts- und Fachhochschulstudien. Außerdem ermöglicht sie zusätzliche Karrierewege im erlernten Beruf, aber auch außerhalb des bisherigen Berufsfeldes.
Und so geht es:
Die Berufsmatura besteht aus vier Teilprüfungen: Deutsch (schriftlich und mündlich) und Mathematik (schriftlich), eine lebende Fremdsprache (schriftlich oder mündlich) und ein Fachbereich (schriftliche Prüfung oder Projektarbeit und mündliche Prüfung). Der Fachbereich ist ein Thema aus dem Berufsfeld des Kandidaten/der Kandidatin.
Wie funktioniert die Vorbereitung?
Die Vorbereitung auf die Berufsreifeprüfung erfolgt in Vorbereitungskursen, die von Erwachsenenbildungseinrichtungen (z. B. WIFI, BFI, Volkshochschulen), Berufsschulen oder höheren Schulen (z. B. AHS, HAK, HTL, HLW) angeboten werden. In solchen Lehrgängen können auch die jeweiligen Teilprüfungen abgelegt werden. Drei der vier Teilprüfungen können bereits während der Lehre abgelegt werden. Zur letzten Teilprüfung kannst du nach erfolgreichem Lehrabschluss, aber nicht vor dem 19. Geburtstag antreten.
Durch ein Förderprogramm, können die Vorbereitungskurse und die Prüfung seit September 2008 in ganz Österreich kostenlos angeboten werden. Zur konkreten Ausgestaltung der Vorbereitung auf die Berufsreifeprüfung bestehen in den einzelnen Bundesländern unterschiedliche Modelle. Informationen bieten u. a. die Bildungseinrichtungen und die Lehrlingsstellen der Wirtschaftskammern.
Link: Häufig gestellte Fragen!
Die WKO-Bildungspfade geben dir einen Überblick über durchgängige Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten in unterschiedlichen Berufen am Beispiel der WKO Bildungsangebote. Der Bildungspfad Berufsreifeprüfung steht in allen Lehrberufen offen:
Die Möglichkeit einer selbstständigen Berufsausübung ist gegeben durch:
a) Rechtskraftgewerbe:
Für die Ausübung eines reglementierten Gewerbes sind, neben der Erfüllung der allgemeinen Voraussetzungen, Befähigungsnachweise zu erbringen, die in den angeführten Bundesgesetzblättern festgelegt sind.
Rechtskraftgewerbe sind reglementierte Gewerbe, bei denen die Zuverlässigkeit des Gewerbeanmelders/der Gewerbeanmelderin durch die Gewerbebehörde (Bezirksverwaltungsbehörde bzw. Magistrat) geprüft und festgestellt wird.
Downloadmöglichkeit der Zugangsvoraussetzung und Prüfungsordnungen (Bundesgesetzblätter): Wirtschaftskammer Österreich: Prüfungs- und Befähigungsnachweise für reglementierte Gewerbe
b) Freie Gewerbe:
Informationen zum „Freien Gewerbe“: freie Gewerbe erfordern in der Regel keinen Befähigungsnachweis, sondern lediglich eine Anmeldung bei der Gewerbebehörde. Grundsätzlich richtet sich der Gewerbeumfang nach dem Wortlaut der Gewerbeanmeldung.
Liste der Freien Gewerbe:
Für jede Tätigkeit, die Sie selbstständig, regelmäßig und mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, ausüben wollen, brauchen Sie eine Gewerbeberechtigung (Ausnahme: Freie Berufe). Diese erhalten Sie durch Anmeldung bei der Gewerbebehörde (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat).
Unabhängig von einem etwaigen Befähigungsnachweis müssen sie dafür folgende Voraussetzungen erfüllen:
In allen Fällen einer selbstständigen Berufsausübung (ob im Rahmen eines Gewerbes oder als freiberufliche Tätigkeit) ist diese bei der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft und dem zuständigen Finanzamt zu melden.
Weitere Informationen und Kontakte:
Durch die Verwandtschaftsregelung wird die Ausbildung in einem Lehrberuf auf Teile der Lehrzeit in anderen (verwandten) Lehrberufen angerechnet. Dadurch verkürzt sich die Lehrzeit bei der Ausbildung in einem weiteren Lehrberuf (oder auch beim Wechsel auf einen verwandten Lehrberuf). In manchen Fällen wird die Lehrzeit und die Lehrabschlussprüfung auch vollkommen ersetzt.
Bei folgenden verwandten Lehrberufen verkürzt sich die Lehrzeit im Ausmaß der angegebenen Lehrjahre. (Beispiel: Der Eintrag „1. voll“ bedeutet z. B., dass sich die Lehrzeit im verwandten Lehrberuf um ein Jahr verkürzt.)
Alternative Berufe sind Berufe, die entweder eine ähnliche Ausbildung oder ähnliche Aufgaben- oder Tätigkeitsbereiche haben, wie der Beruf, über den du dich gerade informierst. Die Ähnlichkeit kann auch in den Arbeitsmaterialien, den Arbeitsumgebungen liegen oder in der Art, wie du mit anderen Menschen zusammenarbeitest.
Diese Liste soll dir bei der Überlegung helfen, welche Berufe und Ausbildungen für dich noch interessant sein könnten und dich auf weitere Ideen bringen.
Tiefbauspezialistinnen und -spezialisten im Schwerpunkt Verkehrswegebau sind auf die Herstellung Tiefbauten und Tiefbauwerken wie beispielsweise Straßen, Autobahnen, Autobahn-Rastplätze, Bahnstrecken, aber auch Radwegen und städtische Fußgängerzonen spezialisiert.
Auf den Baustellen führen die Tiefbauspezialistinnen und -spezialisten gemeinsam mit Vermessungstechniker*innen (auch Vermessungs- und Geoinformationstechnik (Lehrberuf)) und Bautechniker*innen Vermessungsarbeiten durch. Sie richten die Baustelle ein und sichern sie ab, indem sie Absperrungen und Zäune aufstellen sowie Überwachungskameras und Signal- und Funkanlagen installieren. Nach technischen Plänen und Vorgaben führen sie verschiedene Arbeiten im Verkehrswegebau durch: sie führen verschiedene Erdbewegungsarbeiten durch (Gruben ausheben, Erdoberflächen planieren) und errichten den Straßenunterbau. Dabei stellen sie Schüttungen her und arbeiten mit konventionellen Verschalungen oder Systemschalungen. Mit Böschungssicherungen befestigen sie Böschungen am Straßenrand. Erforderlichenfalls führen sie auch Oberflächenentwässerungen durch.
Nachdem sie die Straßenunterbauten errichtet haben, stellen sie die Straßenoberflächen aus Beton, Asphalt oder Mischgut her und führen dazu verschiedene Betonier- und Asphaltierarbeiten durch. Sie verlegen Kabel- und Rohrleitungen und errichten entlang der Autobahnen Park- und Rastplätze oder Fluchtwege in Straßentunnels. Außerdem bringen sie Straßenmarkierungen (z. B. Mittelstreifen, Seitenstreifen, Zebrastreifen) an den Verkehrswegen an, montieren Leitplanken und stellen Verkehrsschilder auf.
Bei all ihren Arbeiten beachten sie gesetzlichen Vorschriften und Auflagen zu Arbeitsschutz, Unfallverhütung und Umweltschutz. Am Ende des Arbeitstages warten und reinigen sie die verwendeten Werkzeuge, Maschinen und Geräte und führen technische Aufzeichnungen zu den durchgeführten Arbeiten.
Tiefbauspezialistinnen und -spezialisten im Schwerpunkt Verkehrswegebau verwenden verschiedene Werkzeuge, Geräte und Maschinen wie z. B. Schaufeln, Hacken, Sägen, Schweißgeräte, Trennscheiben, Presslufthämmer, Gesteinsbohrhämmer, Hydraulikhämmer, Bohrmaschinen, Betonmischmaschinen, Kompressoren sowie Schalungen, Gerüste und Anlagen zur Materialbeförderung (z. B Schrägaufzüge, Seilwinden). Zu den Materialien und Bauteilen, mit denen sie arbeiten gehören beispielsweise Erde, Gestein, Beton, Stahlbeton, Beton-, Natursteinplatten und keramische Platten, Asphalt, Bitumen, Holz, Baustahl, Ziegel, Sand, Schotter, Rohre und Betonfertigteile.
Tiefbauspezialistinnen und -spezialisten arbeiten außerdem mit den verschiedensten Baumaschinen, die überwiegend von Kolleginnen und Kollegen im Schwerpunkt Baumaschinenbetrieb gesteuert und bedient werden, z. B. unterschiedlichste Bagger, diverse Walzen und Planierraupen, Mischwerke, Rüttelplatten, Laderaupen, Radlader, Umschlaggeräte, Rohrverleger, Kräne und Ladekräne, Asphaltiermaschinen, Abbruchbagger und andere Abrissmaschinen, Fahrmischer, verschiedene Betonpumpen usw.
Für die Steuerung von Maschinen und -geräten, für Vermessungs- und Kontrollarbeiten sowie zur Baudokumentation werden zunehmend digitale Tools und Messgeräte sowie spezielle Handhelds mit entsprechender Software eingesetzt (insb. elektronisches Datenmanagement, EDM), die Tiefbauspezialistinnen und -spezialisten bedienen müssen.
Abhängig von der jeweiligen Tätigkeit tragen sie Schutzbekleidung, Helme und Sicherheitsschuhe und bei bestimmten Arbeiten Schutzbrillen.
Tiefbauspezialistinnen und -spezialisten im Schwerpunkt Verkehrswegebau arbeiten für Tiefbauunternehmen an wechselnden Arbeitsorten auf Baustellen. Dabei sind sie überwiegend im Freien tätig und verschiedenen Witterungsverhältnissen wie Hitze, Nässe, Kälte, Wind sowie Staub und Lärm ausgesetzt. Im Rahmen von Sprengarbeiten (zum Beispiel im Tunnel- und Straßenbau) ist besondere Vorsicht geboten, außerdem ist Trittsicherheit eine wichtige Eigenschaft.
Tiefbauspezialistinnen und -spezialisten arbeiten auf Baustellen im Team mit Vorgesetzten (VorarbeiterInnen, Polier*innen, Bauleiter*innen und Baumeister*innen), mit Berufskolleginnen und -kollegen und mit verschiedenen Fach- und Hilfskräften (siehe z. B. Betonbau (Lehrberuf), Betonbauspezialist*in (Lehrberuf), Hochbau (Lehrberuf), Hochbauspezialist*in (Lehrberuf), Gleisbautechnik (Lehrberuf), Bautechniker*in, Asphaltierer*in), aber auch mit Wasserbautechniker*innen, Verkehrsplaner*innen und anderen PlanerInnen.
Wie in den meisten Bauberufen ist auch für Tiefbauspezialistinnen und -spezialisten eine gewisse Mobilität erforderlich, weil sich Baustellen meist an unterschiedlichen Orten befinden und auch weiter vom Betriebsstandort oder dem eigenen Wohnort entfernt sein können.
Der Beruf Tiefbauer*in ermöglicht mit entsprechender Berufserfahrung und Weiterbildung beispielsweise die Spezialisierung auf:
Tiefbauspezialist*innen sind beruflich immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. Voraussetzung für Erfolg in diesem Beruf ist es, immer auf dem neuesten Stand der Entwicklung zu bleiben und das Fachwissen, die Methodenkompetenzen und soziale Kompetenzen laufend zu ergänzen und zu vertiefen.
Die Baubranche unterliegt neben saisonalen mitunter auch starken konjunkturellen Schwankungen. Auch aus diesem Grund ist die Weiterbildungsbereitschaft eine wichtige Voraussetzung für die erfolgreiche Berufsausübung.
Weiterbildungseinrichtungen wie das Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) und das Berufsförderungsinstitut (bfi) bieten Kurse und Lehrgänge zu vielen relevanten Themen. Die jeweiligen Landesinnungen der Wirtschaftskammer bieten Seminare und Kurse über neue Techniken und Produkte. Im Lehrbauhof Ost, (NÖ) werden Kurse über Altstadterhaltung und spezielle Althaustechniken angeboten, die für Tiefbauspezialist*innen interessant sein können.
Viele Bauunternehmen führen außerdem regelmäßig für ihre Mitarbeiter*innen interne Schulungen zu Produkten, Materialien und Verarbeitungsmethoden durch oder bieten Herstellerbetrieben die Möglichkeit Produktschulungen durchzuführen.
Möglichkeiten zur beruflichen Höherqualifizierung bieten außerdem facheinschlägige Vorbereitungs- und Aufbaulehrgänge an berufsbildenden höheren Schulen (Höhere Technische Lehranstalten, HTLs) sowie Werkmeisterschulen für Berufstätige.. Mit dem Abschluss eines Aufbaulehrganges ist neben einer höheren Fachqualifikation außerdem die Matura verbunden, die ein Studium an Fachhochschulen und Universitäten ermöglicht.
Studium ohne Matura:
Für ein Studium an einer Fachhochschule, Universität oder Pädagogischen Hochschulen ist normalerweise die Matura einer Allgemeinbildenden (AHS) oder Berufsbildenden Höheren Schule (BHS) erforderlich.
Es bestehen aber auch andere Zugangsmöglichkeiten:
Auf der Webseite der Bauakademie Österreich (www.bauakdemie.at) findest du umfangreiche Informationen über die Zugangs- und Entwicklungsmöglichkeiten (Karrierewege) im Baubereich.
Weiterführende Bildungsmöglichkeiten und Höherqualifizierung:
Beton | Künstliches Gestein aus Zement, Wasser und Zuschlägen (Sand, Kies, Schotter usw.). Es gibt unterschiedliche Betonarten mit unterschiedlichen Dichten, z. B. Leichtbeton, Normal- und Schwerbeton. Enthält der Beton Stahleinlagen, unterscheidet man zwischen bewehrtem und unbewehrtem Beton, Stahlbeton oder Spannbeton etc. |
Bitumen | Ein auch natürlich vorkommendes, aber meist aus Erdöl gewonnenes Stoffgemisch. Bitumen wird hauptsächlich in der Bauwirtschaft (z. B. als einer der Hauptbestandteile von Asphalt) eingesetzt. |
entgraten | Beim Entgraten werden scharfe Kanten, die bei einem Bearbeitungs- oder Herstellungsvorgang entstanden sind, entfernt (z. B. an Metallen, Beton, Mauerwerk). Auch Auffaserungen oder Splitter von metallischen Werkstücken werden durch Bürsten, Feilen, Schleifen, Fräsen, Gleitschleifen, thermisches Entgraten (z. B. Thermal Explosion Machining, TEM), elektrochemisches Entgraten, Hochdruckwasserstrahlentgraten, Druckfließen (DFL) oder Schneiden entfernt. |
Fahrmischer | Bezeichnung für Betonmischfahrzeuge, die Transportbeton zu Baustellen bringen. |
Flachgründungen | Flachgründungen sind Fundamente, bei denen die Last des Gebäudes über eine ebene Fläche (flache Grundfläche) in den Baugrund übertragen wird. |
Künette | Die Künette ist ein länglicher Aufgrabungsschacht im Straßenbau zur Leitungsverlegung. Sie wird üblicherweise zur Verlegung von Leitungen (Gas, Wasser, Strom, Telekommunikation etc.) gegraben. |
Schalungen | Schalungen sind Formen aus Holz, Baustahl oder Kunststoff, die mit flüssigem Beton gefüllt werden. |
Spritzbeton | Spritzbeton ist Beton aus einem Trocken- oder Nassgemisch, der durch geschlossene Rohr- oder Schlauchleitungen bis zur Einbaustelle transportiert wird, dort wird er auf die vorgesehenen Stellen gespritzt und gleichzeitig verdichtet. |
Stahlbeton | Stahlbeton ist Beton, der mit Stahleinlagen in Form von Drähten, Stäben oder Matten verstärkt wird. Stahlbeton wird für Konstruktionen eingesetzt, die stärkeren Zugkräften ausgesetzt sind. |
Transportbeton | Transportbeton ist frischer Beton, der an eine Baustelle angeliefert wird. Transportbeton wird in einem Transportbetonwerk gemischt und mit einem Betonmischfahrzeug (Fahrmischer) zur Baustelle gebracht und in Schalungen gefüllt. |