Klavierbauer*innen erzeugen, warten und reparieren Klaviere und ähnliche Tasteninstrumente (wie z. B. Spinett, Cembalo). Sie bauen vorwiegend Kleinpianos, Pianos, Kleinflügel, Flügel, Konzertflügel und gegebenenfalls auch historische Tasteninstrumente. Sie kennen Aufbau und Funktionsweise der Instrumente, schneiden z. B. Hölzer zu oder leimen Rippen und Stege auf den Resonanzboden und behandeln Oberflächen, wie z. B. Holz, Kunststoff oder Elfenbein durch Schleifen, Lackieren oder Färben. Dafür verwenden sie Werkzeuge wie Hobel, Bohrer, Ziehklingen und Maschinen zur Holz- und Metallbearbeitung wie z. B. Fräsmaschinen, Lackiermaschinen und Sägen. Außerdem gehören die fachliche Beratung ihrer Kundinnen und Kunden und der Handel mit Instrumenten zu ihren Aufgaben. Klavierbauer*innen arbeiten in Werkstätten, in Klavierfachgeschäften oder direkt bei den Kundinnen und Kunden zu Hause.
In jedem Beruf brauchst du spezielles fachliches Know-how, das in der Aus- und Weiterbildung vermittelt wird. In den beiden Menüpunkten Ausbildung und Weiterbildung findest du Informationen zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für diesen Beruf.
Es gibt auch Kompetenzen, Fähigkeiten und Eigenschaften, die in allen Berufen wichtig sind. Dazu gehören besonders:
Die folgende Liste gibt dir einen Überblick über weitere allgemeine Anforderungen, die in DIESEM Beruf häufig gestellt werden. Diese können natürlich je nach Betrieb, Institution oder Organisation sehr unterschiedlich sein.
DENK DARAN: Viele dieser Anforderungen sind auch Bestandteil der Ausbildung.
Hinweis: Die Begriffe werden in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.
Mit einer erfolgreich abgeschlossenen Lehre und vier weiteren Prüfungen erlangst du die Berufsmatura (Berufsreifeprüfung). Diese öffnet dir den Zugang zu Universitäts- und Fachhochschulstudien. Außerdem ermöglicht sie zusätzliche Karrierewege im erlernten Beruf, aber auch außerhalb des bisherigen Berufsfeldes.
Und so geht es:
Die Berufsmatura besteht aus vier Teilprüfungen: Deutsch (schriftlich und mündlich) und Mathematik (schriftlich), eine lebende Fremdsprache (schriftlich oder mündlich) und ein Fachbereich (schriftliche Prüfung oder Projektarbeit und mündliche Prüfung). Der Fachbereich ist ein Thema aus dem Berufsfeld des Kandidaten/der Kandidatin.
Wie funktioniert die Vorbereitung?
Die Vorbereitung auf die Berufsreifeprüfung erfolgt in Vorbereitungskursen, die von Erwachsenenbildungseinrichtungen (z. B. WIFI, BFI, Volkshochschulen), Berufsschulen oder höheren Schulen (z. B. AHS, HAK, HTL, HLW) angeboten werden. In solchen Lehrgängen können auch die jeweiligen Teilprüfungen abgelegt werden. Drei der vier Teilprüfungen können bereits während der Lehre abgelegt werden. Zur letzten Teilprüfung kannst du nach erfolgreichem Lehrabschluss, aber nicht vor dem 19. Geburtstag antreten.
Durch ein Förderprogramm, können die Vorbereitungskurse und die Prüfung seit September 2008 in ganz Österreich kostenlos angeboten werden. Zur konkreten Ausgestaltung der Vorbereitung auf die Berufsreifeprüfung bestehen in den einzelnen Bundesländern unterschiedliche Modelle. Informationen bieten u. a. die Bildungseinrichtungen und die Lehrlingsstellen der Wirtschaftskammern.
Link: Häufig gestellte Fragen!
Die WKO-Bildungspfade geben dir einen Überblick über durchgängige Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten in unterschiedlichen Berufen am Beispiel der WKO Bildungsangebote. Der Bildungspfad Berufsreifeprüfung steht in allen Lehrberufen offen:
Die Möglichkeit einer selbstständigen Berufsausübung ist gegeben durch:
Reglementierte Gewerbe/Handwerke:
Für die Ausübung eines reglementierten Gewerbes sind, neben der Erfüllung der allgemeinen Voraussetzungen, Befähigungsnachweise zu erbringen, die in den angeführten Bundesgesetzblättern festgelegt sind.
Downloadmöglichkeit der Zugangsvoraussetzung und Prüfungsordnungen (Bundesgesetzblätter): Wirtschaftskammer Österreich: Prüfungs- und Befähigungsnachweise für reglementierte Gewerbe
ALLGEMEINE HINWEISE:
Für jede Tätigkeit, die Sie selbstständig, regelmäßig und mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, ausüben wollen, brauchen Sie eine Gewerbeberechtigung (Ausnahme: Freie Berufe). Diese erhalten Sie durch Anmeldung bei der Gewerbebehörde (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat).
Unabhängig von einem etwaigen Befähigungsnachweis müssen sie dafür folgende Voraussetzungen erfüllen:
In allen Fällen einer selbstständigen Berufsausübung (ob im Rahmen eines Gewerbes oder als freiberufliche Tätigkeit) ist diese bei der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft und dem zuständigen Finanzamt zu melden.
Weitere Informationen und Kontakte:
Durch die Verwandtschaftsregelung wird die Ausbildung in einem Lehrberuf auf Teile der Lehrzeit in anderen (verwandten) Lehrberufen angerechnet. Dadurch verkürzt sich die Lehrzeit bei der Ausbildung in einem weiteren Lehrberuf (oder auch beim Wechsel auf einen verwandten Lehrberuf). In manchen Fällen wird die Lehrzeit und die Lehrabschlussprüfung auch vollkommen ersetzt.
Bei folgenden verwandten Lehrberufen verkürzt sich die Lehrzeit im Ausmaß der angegebenen Lehrjahre. (Beispiel: Der Eintrag „1. voll“ bedeutet z. B., dass sich die Lehrzeit im verwandten Lehrberuf um ein Jahr verkürzt.)
Alternative Berufe sind Berufe, die entweder eine ähnliche Ausbildung oder ähnliche Aufgaben- oder Tätigkeitsbereiche haben, wie der Beruf, über den du dich gerade informierst. Die Ähnlichkeit kann auch in den Arbeitsmaterialien, den Arbeitsumgebungen liegen oder in der Art, wie du mit anderen Menschen zusammenarbeitest.
Diese Liste soll dir bei der Überlegung helfen, welche Berufe und Ausbildungen für dich noch interessant sein könnten und dich auf weitere Ideen bringen.
Klavierbauer*innen sind Kunsthandwerker*innen. Ihre Arbeit kann sich im wahrsten Sinne des Wortes nicht nur sehen, sondern auch hören lassen. Klavierbauer*innen brauchen zur Ausübung ihres Berufes sowohl handwerkliche und technische Fertigkeiten als auch ein sehr gutes Gehör und Geduld. Der Bau eines neuen Flügels dauert beispielsweise über ein Jahr.
Die Arbeiten von Klavierbauer*innen sind sehr vielseitig. Sie reichen vom groben Holzzuschnitt, über die kunsthandwerklichen Feinarbeiten bis zu den klaviermechanischen Arbeiten und zum Klavierstimmen. Klavierbauer*innen erstellen Skizzen und Zeichnungen von Hand und mit CAD, führen die erforderlichen Berechnungen durch und wählen die Materialien, wie z. B. Hölzer aus. Sie bearbeiten unterschiedliche Hölzer, beispielsweise um Klaviergehäuse (Resonanzböden, Stege usw.) herzustellen oder in Stand zu halten und fertigen Bauteile sowie Beläge aus Filz, Leder und Tuch an. Außerdem warten und reparieren sie die gesamte Klavier- und Tastenmechanik, überprüfen und testen die akustische Anlage, messen den Saitendruck und berechnen die Saitenzugkraft.
Besonders wichtige Aufgaben sind das Service, das einmal pro Jahr am Klavier gemacht werden sollte, sowie das Stimmen der Instrumente. Dabei beraten sie ihre Kundinnen und Kunden und informieren über die richtige Handhabung und Pflege.
Erfahrene Klavierbauer*innen sind außerdem regelmäßig bei Konzerten im Einsatz, um die Instrumente nach Wunsch und Vorgabe der Pianistinnen und Pianisten und Dirigentinnen und Dirigenten zu stimmen.
Klavierbauer*innen verwenden Handwerkzeuge wie z. B. Hobel, Bohrer, Ziehklingen, Schraubenzieher sowie Maschinen und Geräte zur Holz- und Metallbearbeitung wie z. B. Fräsmaschinen, Lackiermaschinen und Sägen. Zur Herstellung bestimmter Bauteile werden auch computergesteuerte CNC-Maschinen eingesetzt. In der Planung und Konstruktion werden ebenfalls 3D-Konstruktionsprogramme verwendet.
Sie be- und verarbeiten Massivhölzer (vor allem Fichte, Buche und Ahorn) Holzwerkstoffe und verwenden außerdem verschiedene Metalle und Kunststoffe sowie Spezialzubehör wie Federn, Filze, Lederteile oder Beschläge. Für die Montage und Oberflächenbehandlung setzen sie Klebstoffe, Lacke sowie Imprägnier- und Poliermittel ein.
Klavierbauer*innen arbeiten in den Räumlichkeiten und Werkstätten von Betrieben des Klavierbaus, teilweise auch in Klavierfachgeschäften. Für Wartungs- und Servicearbeiten und zum Stimmen der Instrumente arbeiten sie auch bei den Kundinnen und Kunden vor Ort zu Hause. Sie arbeiten eigenständig sowie im Team mit verschiedenen Fach- und Hilfskräften und haben Kontakt zu Kundinnen und Kunden, zu Lieferanten und zu Mitarbeiter*innen des Instrumenten- und Musikalienhandels.
Siehe z. B. auch die Berufe:
Streich- und Saiteninstrumentenbau – Streichinstrumente (Lehrberuf)
Streich- und Saiteninstrumentenbau – Zupfinstrumente (Lehrberuf)
Streich- und Saiteninstrumentenbau – Bogen (Lehrberuf)
Harmonikamacher*in (Lehrberuf)
Blechblasinstrumentenerzeugung (Lehrberuf)
Orgelbau (Lehrberuf)
Der Beruf Klavierbau ermöglicht mit entsprechender Berufserfahrung und Weiterbildung beispielsweise die Spezialisierung auf:
Akustik | Die Lehre vom Schall, von den Tönen; Klangwirkung. |
Diskant | Obere Hälfte der Tastenreihe beim Klavier. |
Intarsien | Einlagen aus Holz oder Metall in Holzarbeiten. Intarsien waren früher ein beliebter Möbelschmuck. Heute sind diese zeitaufwendigen Arbeiten in der Herstellung zu teuer und nur noch selten anzutreffen. |
Intonation | Einstimmung. Im Instrumentenbau, besonders bei Orgeln, die Harmonie der Töne und ihrer Klangfarben. |
Klaviatur | Die Gesamtheit der dem Spiel dienenden Tasten bei Klavier, Orgel, Harmonium etc. |
Register | a) Der (gesamte) Umfang der Klangfarben. |
Union Europäischer Pianomacher-Fachverbände | Vereinigung europäischer Klaviertechniker*innen, Herausgeber der Fachzeitschrift "Europiano" |