Lebzelter*innen und Wachszieher*innen erzeugen verschiedene Lebkuchen und gießen, formen bzw. ziehen aus Wachs, Stearin oder Paraffin Kerzen aller Art (z. B. Kirchen-, Zier-, Relief- und Duftkerzen oder Haushaltskerzen und Grablichter). Die Erzeugung erfolgt je nach Art der Kerze maschinell oder manuell. Sie schmelzen das Ausgangsmaterial in großen Kesseln und gießen es anschließend in Formen bzw. ziehen die Kerzen. Dafür verwenden sie meistens maschinelle Wachsziehtrommeln. Bei der Lebkuchenherstellung stellen die Lebzelter*innen und Wachszieher*innen unterschiedliche Teige her und formen daraus die Lebkuchen, die sie anschließend backen und verpacken. Vereinzelt produzieren Lebzelter*innen und Wachszieher*innen auch Met- und Honigwein. Sie arbeiten überwiegend in gewerblichen Kleinbetrieben oder Familienbetrieben.
Lebkuchenherstellung:
Kerzenherstellung:
In jedem Beruf brauchst du spezielles fachliches Know-how, das in der Aus- und Weiterbildung vermittelt wird. In den beiden Menüpunkten Ausbildung und Weiterbildung findest du Informationen zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für diesen Beruf.
Es gibt auch Kompetenzen, Fähigkeiten und Eigenschaften, die in allen Berufen wichtig sind. Dazu gehören besonders:
Die folgende Liste gibt dir einen Überblick über weitere allgemeine Anforderungen, die in DIESEM Beruf häufig gestellt werden. Diese können natürlich je nach Betrieb, Institution oder Organisation sehr unterschiedlich sein.
DENK DARAN: Viele dieser Anforderungen sind auch Bestandteil der Ausbildung.
Hinweis: Die Begriffe werden in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.
Mit einer erfolgreich abgeschlossenen Lehre und vier weiteren Prüfungen erlangst du die Berufsmatura (Berufsreifeprüfung). Diese öffnet dir den Zugang zu Universitäts- und Fachhochschulstudien. Außerdem ermöglicht sie zusätzliche Karrierewege im erlernten Beruf, aber auch außerhalb des bisherigen Berufsfeldes.
Und so geht es:
Die Berufsmatura besteht aus vier Teilprüfungen: Deutsch (schriftlich und mündlich) und Mathematik (schriftlich), eine lebende Fremdsprache (schriftlich oder mündlich) und ein Fachbereich (schriftliche Prüfung oder Projektarbeit und mündliche Prüfung). Der Fachbereich ist ein Thema aus dem Berufsfeld des Kandidaten/der Kandidatin.
Wie funktioniert die Vorbereitung?
Die Vorbereitung auf die Berufsreifeprüfung erfolgt in Vorbereitungskursen, die von Erwachsenenbildungseinrichtungen (z. B. WIFI, BFI, Volkshochschulen), Berufsschulen oder höheren Schulen (z. B. AHS, HAK, HTL, HLW) angeboten werden. In solchen Lehrgängen können auch die jeweiligen Teilprüfungen abgelegt werden. Drei der vier Teilprüfungen können bereits während der Lehre abgelegt werden. Zur letzten Teilprüfung kannst du nach erfolgreichem Lehrabschluss, aber nicht vor dem 19. Geburtstag antreten.
Durch ein Förderprogramm, können die Vorbereitungskurse und die Prüfung seit September 2008 in ganz Österreich kostenlos angeboten werden. Zur konkreten Ausgestaltung der Vorbereitung auf die Berufsreifeprüfung bestehen in den einzelnen Bundesländern unterschiedliche Modelle. Informationen bieten u. a. die Bildungseinrichtungen und die Lehrlingsstellen der Wirtschaftskammern.
Link: Häufig gestellte Fragen!
Die WKO-Bildungspfade geben dir einen Überblick über durchgängige Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten in unterschiedlichen Berufen am Beispiel der WKO Bildungsangebote. Der Bildungspfad Berufsreifeprüfung steht in allen Lehrberufen offen:
Die Möglichkeit einer selbstständigen Berufsausübung ist gegeben durch:
a) Reglementiertes Gewerbe/Handwerk:
Für die Ausübung eines reglementierten Gewerbes sind, neben der Erfüllung der allgemeinen Voraussetzungen, Befähigungsnachweise zu erbringen, die in den angeführten Bundesgesetzblättern festgelegt sind.
Downloadmöglichkeit der Zugangsvoraussetzung und Prüfungsordnungen (Bundesgesetzblätter): Wirtschaftskammer Österreich: Prüfungs- und Befähigungsnachweise für reglementierte Gewerbe
b) Freie Gewerbe (im Wortlaut der Liste der freien Gewerbe, z. B.:
Informationen zum „Freien Gewerbe“:
Freie Gewerbe erfordern in der Regel keinen Befähigungsnachweis, sondern lediglich eine Anmeldung bei der Gewerbebehörde (Bezirksverwaltungsbehörde). Grundsätzlich richtet sich der Gewerbeumfang nach dem Wortlaut der Gewerbeanmeldung.
Liste der Freien Gewerbe:
ALLGEMEINE HINWEISE:
Für jede Tätigkeit, die Sie selbstständig, regelmäßig und mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, ausüben wollen, brauchen Sie eine Gewerbeberechtigung (Ausnahme: Freie Berufe). Diese erhalten Sie durch Anmeldung bei der Gewerbebehörde (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat).
Unabhängig von einem etwaigen Befähigungsnachweis müssen Sie dafür folgende Voraussetzungen erfüllen:
In allen Fällen einer selbstständigen Berufsausübung (ob im Rahmen eines Gewerbes oder als freiberufliche Tätigkeit) ist diese bei der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft und dem zuständigen Finanzamt zu melden.
Weitere Informationen und Kontakte:
Durch die Verwandtschaftsregelung wird die Ausbildung in einem Lehrberuf auf Teile der Lehrzeit in anderen (verwandten) Lehrberufen angerechnet. Dadurch verkürzt sich die Lehrzeit bei der Ausbildung in einem weiteren Lehrberuf (oder auch beim Wechsel auf einen verwandten Lehrberuf). In manchen Fällen wird die Lehrzeit und die Lehrabschlussprüfung auch vollkommen ersetzt.
Bei folgenden verwandten Lehrberufen verkürzt sich die Lehrzeit im Ausmaß der angegebenen Lehrjahre. (Beispiel: Der Eintrag „1. voll“ bedeutet z. B., dass sich die Lehrzeit im verwandten Lehrberuf um ein Jahr verkürzt.)
Alternative Berufe sind Berufe, die entweder eine ähnliche Ausbildung oder ähnliche Aufgaben- oder Tätigkeitsbereiche haben, wie der Beruf, über den du dich gerade informierst. Die Ähnlichkeit kann auch in den Arbeitsmaterialien, den Arbeitsumgebungen liegen oder in der Art, wie du mit anderen Menschen zusammenarbeitest.
Diese Liste soll dir bei der Überlegung helfen, welche Berufe und Ausbildungen für dich noch interessant sein könnten und dich auf weitere Ideen bringen.
Lebzelter*innen und Wachszieher*innen stellen zur Lebkuchenherstellung zunächst einen Grundteig aus Mehl und Honig her. Dieser wird, je nach Rezept, eine Woche bis sechs Monate gelagert. Während der Lagerung gärt der Teig, was ihn locker macht und ihm den charakteristischen Lebkuchengeschmack verleiht. Anschließend wird der Grundteig mit dem so genannten „Gewürzteig“, einer Mischung aus Eiern, Zucker, Gewürzen und Treibmitteln vermengt und verknetet. Aus dem ausgerollten Teig stechen oder schneiden Lebzelter*innen und Wachszieher*innen verschieden geformte Lebkuchenstücke aus und backen diese in Etagenbacköfen. Abschließend werden die fertigen Backstücke mit Schokolade oder Zuckergüssen überzogen, verziert und luftdicht verpackt.
Bei der Kerzenherstellung schmelzen Lebzelter*innen und Wachszieher*innen zunächst das Wachs (Kunst- oder Bienenwachs), Stearin oder Paraffin in einem Kessel und färben die Masse ein. Das geschmolzene Wachs pressen oder gießen sie in Formen, oft ziehen sie die Kerzen. Dabei tauchen sie einen Docht immer wieder in das flüssige Wachs, wobei sich eine Schicht Wachs nach der anderen an den Docht legt. Dies wird so oft wiederholt, bis die Kerze ihre gewünschte Stärke erreicht hat. Bei der maschinellen Herstellung besorgt diese Arbeit eine so genannte „Wachsziehtrommel“, eine Maschine, die den Kerzendocht durch das flüssige Wachs zieht. Gegebenenfalls bemalen und verzieren Lebzelter*innen und Wachszieher*innen die von ihnen hergestellten Kerzen oder überziehen die Kerzenrohlinge mit einem farbigen und harten Wachsüberzug.
Lebzelter*innen und Wachszieher*innen verwenden für die Lebkuchenherstellung neben den erforderlichen Lebensmitteln (Mehl, Eier, Zucker, Honig, Gewürze etc.) insbesondere spezielle Arbeitstische, Messer, Bretter und Formen. Aber auch Geräte wie Backöfen, Teig-, Rühr- und Knetmaschinen sind wichtige Arbeitsmittel. Für das Wachsziehen verwenden sie vor allem eigene Schmelzkessel, Wachsziehtrommeln sowie verschiedene Wachsarten, Farbstoffe und Kerzenformen. Die fertigen Produkte verpacken sie mit speziellen Verpackungsmaterialien (z. B. Karton, Zellophan).
Lebzelter*innen und Wachszieher*innen arbeiten in Backstuben und Werkstätten von meist kleinen Familienbetrieben. Sie sind gemeinsam mit Berufskolleg*innen, oft auch Familienangehörigen tätig und haben gegebenenfalls Kontakt zu Kund*innen.
Der Beruf Lebzelter*in und Wachszieher*in ermöglicht mit entsprechender Berufserfahrung und Weiterbildung beispielsweise die Spezialisierung auf:
Paraffin | Paraffin ist ein Nebenprodukt aus der Erdölverarbeitung und wird u. a. zur Herstellung von Kerzen verwendet. Bei der Kerzenerzeugung ist Paraffin universal und günstig einsetzbar. Allerdings sind Paraffin-Kerzen im Gegensatz zu Kerzen aus Stearin nicht so fest und daher qualitativ geringwertiger. Paraffin wird weiters auch bei der Herstellung von Wachsmalstiften, Brennstoffen für Öllampen, Salben u. a. verwendet. |
Relief | Art der Gestaltung der Bildhauerkunst, die plastisch vorstrebende Darstellung wächst dabei fest aus dem tragenden Grundmaterial heraus |
Stearin | Stearin wird aus Palmöl und tierischem Fett gewonnen und zur Kerzenherstellung verwendet. Stearin ist biologisch abbaubar und daher sehr umweltfreundlich. Allerdings ist Stearin im Vergleich zur Paraffin (wird ebenfalls zur Kerzenherstellung verwendet) teurer und eignet sich nicht für jede Herstellungsart. |