Arbeitsmedizinische Assistenz (m./w./d.)

Arbeitsmedizinische Assistent*innen unterstützen ihre Vorgesetzten, Arbeitsmediziner*innen sowie Betriebs- und Werksärzt*innen bei der Planung, Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung ihrer Aufgaben und Tätigkeiten in administrativer und teilweise operativer Hinsicht.

Arbeitsmedizinische Assistent*innen befassen sich mit Verwaltungsaufgaben, wie der Dokumentation von (arbeits-)medizinischen Daten, der Koordination arbeitsmedizinischer Maßnahmen und dem Erstellen von Behandlungsprotokollen. Im Fall betrieblicher Unfälle oder medizinischer Notfälle, leisten sie Erste Hilfe, assistieren bei der Erstversorgung von Verletzten und organisieren, so erforderlich, Rettungstransporte. Darüber hinaus wirken sie bei der (Wieder-)Eingliederung von Menschen mit Verletzungen und Behinderungen in den Betrieb sowie bei der ergonomischen Planung und Gestaltung von Arbeitsplätzen mit.

Beruf mit schulischer (Fach-)ausbildung
Hauptberuf

In jedem Beruf brauchst du spezielles fachliches Know-how, das in der Aus- und Weiterbildung vermittelt wird. In den beiden Menüpunkten Ausbildung und Weiterbildung findest du Informationen zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für diesen Beruf.

Es gibt auch Kompetenzen, Fähigkeiten und Eigenschaften, die in allen Berufen wichtig sind. Dazu gehören besonders:

  • Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit
  • genaues und sorgfältiges Arbeiten
  • selbstständiges Arbeiten
  • Einsatzfreude
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Fähigkeit und Bereitschaft mit anderen zusammen zu arbeiten (Teamfähigkeit)
  • Lernbereitschaft

Die folgende Liste gibt dir einen Überblick über weitere allgemeine Anforderungen, die in DIESEM Beruf häufig gestellt werden. Diese können natürlich je nach Betrieb, Institution oder Organisation sehr unterschiedlich sein.

DENK DARAN: Viele dieser Anforderungen sind auch Bestandteil der Ausbildung.

Hinweis: Die Begriffe werden in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.

    Fachkompetenz: Welche Fähigkeiten und Kenntnisse werden von mir erwartet?

  • Anwendung und Bedienung digitaler Tools
  • Datensicherheit und Datenschutz
  • gute Beobachtungsgabe
  • gutes Gedächtnis
  • medizinisches Verständnis
  • Zahlenverständnis und Rechnen

     

    Sozialkompetenz: Was brauche ich im Umgang mit anderen?

  • Bereitschaft zum Zuhören
  • Einfühlungsvermögen
  • Hilfsbereitschaft
  • Kund*innenorientierung
  • soziales Engagement

     

    Selbstkompetenz: Welche persönlichen Eigenschaften sollte ich mitbringen?

  • Aufmerksamkeit
  • Flexibilität / Veränderungsbereitschaft
  • Freundlichkeit
  • Geduld
  • Gesundheitsbewusstsein
  • Verschwiegenheit / Diskretion

     

    Weitere Anforderungen: Was ist sonst noch wichtig?

  • gepflegtes Erscheinungsbild
  • Hygienebewusstsein
  • Infektionsfreiheit
  • möglichst frei von Allergien sein

     

    Methodenkompetenz: Welche Arbeits- und Denkweisen sind wichtig?

  • Informationsrecherche und Wissensmanagement
  • Koordinationsfähigkeit
  • systematische Arbeitsweise

Die Ausbildung zur Arbeitsmedizinischen Assistenz (m./w./d.) erfolgt in der Regel durch den dreiwöchigen Ausbildungslehrgang „Arbeitsmedizinische Administrations-Assistenz“ und eine Woche des Universitätslehrganges „Arbeitsmedizinischer Fachdienst“ der Österreichischen Akademie für Arbeitsmedizin und Prävention (AAMP).

Die Ausbildung bildet die Stufe 2 des dreistufigen Ausbildungsangebots für arbeitsmedizinisches Assistenzpersonal (siehe auch °Arbeitsmedizinische Administrations-Assistenz (m./w./d.)# und °Arbeitsmedizinische Fach-Assistenz (m./w./d.)#). Sie ist eine Zusatzqualifikation für Personen, die über medizinische Vorkenntnisse verfügen, aber keine Ausbildung für den gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege (DGKP) oder den gehobenen medizinisch-technischen Dienst (MTD) absolviert haben.

Voraussetzung für die Zulassung zur Ausbildung sind in der Regel

  • eine medizinische Basisausbildung und
  • nach Möglichkeit eine mindestens zweijährige einschlägige Berufspraxis.

Die Ausbildung umfasst Inhalte in den Themenbereichen Bewusstseinsbildung, Arbeitsplatzanalyse, arbeitsmedizinische Untersuchungen, Arbeitsplatzgestaltungs- und Arbeitsschutzmaßnahmen, Qualitätsmanagement, Gesundheitsförderung/-beratung, Erste Hilfe und Administration. Sie dauert vier Wochen und schließt mit einer schriftlichen Prüfung ab.

Kenntnisse oder Ausbildungen in Medizin, Physiologie, Ergonomie, Physiotherapie oder Psychologie (z. B. Arbeits- und Betriebspsychologie) sind ebenso gefragt und ermöglichen insbesondere diverse Weiterbildungen in diesem Beruf.

Dauer: 2 Semester

Form: Berufsbegleitend

Voraussetzungen:

Zugelassen werden Personen die eine absolvierte Ausbildung haben für:

  • den gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege (DGKP) bzw.
  • den gehobenen medizinisch-technischen Dienst (MTD) aus den Bereichen Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Orthoptik, biomedizinische Analytik, Radiologietechnololgie oder Diätologie
  • sowie mindestens zweijährige einschlägige Berufspraxis in einem der genannten Bereiche
  • Abschluss:

    • Zertifikat „Arbeitsmedizinischer Fach-Dienst“
    • Universitäts-Zeugnis (inkl. ECTS)

    Weitere Infos: https://www.aamp.at/ausbildungen-fortbildungen/arbeitsmedizinisches-personal/arbeitsmedizinischer-fachdienst-afa-ulg

    Adressen:

    AAMP – Österreichische Akademie für Arbeitsmedizin und Prävention
    Clemens Holzmeister Straße 6
    1100 Wien

    Tel.: +43 664 8800 3850
    email: office@aamp.at
    Internet: https://www.aamp.at

    Medizinische Universität Wien
    Spitalgasse 23
    1090 Wien

    Tel.: +43 (0)1 / 40 160 -0
    Fax: +43 (0)1 / 40 160 -910 000
    email: studienabteilung@meduniwien.ac.at
    Internet: https://www.meduniwien.ac.at/

    Dauer: 3 Wochen (in drei Blöcken)

    Form: Berufsbegleitend

    Voraussetzungen:

    Zugangsvoraussetzung zum Lehrgang ist ein Pflicht­schulabschluss.

    Aufgrund der verantwortungsvollen und vielfältigen Aufgaben wird jedoch Matura, eine abgeschlossene kaufmännische Lehre oder eine gleichwertige Berufsausbildung empfohlen.

    Abschluss:

    Arbeitsmedizinische*r Administrations-Assistent*in

    Weitere Infos: https://www.aamp.at/ausbildungen-fortbildungen/arbeitsmedizinisches-personal/arbeitsmedizinische-administrations-assistenz-3a

    Adressen:

    AAMP – Österreichische Akademie für Arbeitsmedizin und Prävention
    Clemens Holzmeister Straße 6
    1100 Wien

    Tel.: +43 664 8800 3850
    email: office@aamp.at
    Internet: https://www.aamp.at

    Dauer: 4 Wochen (in vier Blöcken)

    Form: Berufsbegleitend

    Voraussetzungen:

    Mindestvoraussetzung für den Besuch des Lehrgangs ist eine medizinische Basisausbildung, nach Möglichkeit mit einer mindestens zweijährigen einschlägigen Berufspraxis.

    Abschluss:

    Arbeitsmedizinische*r Assistent*in

    Berechtigungen:

    Die Ausbildung zum/r Arbeitsmedizinischen Assistentent*in (AMA) ist eine Zwischenstufe und Zusatzqualifikation für Personen, die über eine medizinische Basisausbildung verfügen, jedoch nicht dem gehobenen Dienst angehören.

    Weitere Infos: https://www.aamp.at/ausbildungen-fortbildungen/arbeitsmedizinisches-personal/arbeitsmedizinische-assistenz-ama

    Adressen:

    AAMP – Österreichische Akademie für Arbeitsmedizin und Prävention
    Clemens Holzmeister Straße 6
    1100 Wien

    Tel.: +43 664 8800 3850
    email: office@aamp.at
    Internet: https://www.aamp.at

    Selbstständigkeit

    ALLGEMEINE HINWEISE:

    Selbstständige Tätigkeiten sind alle Tätigkeit, die du in eigener Verantwortung (also nicht angestellt), regelmäßig und mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, ausüben willst. Für viele dieser Tätigkeiten brauchst du eine Gewerbeberechtigung. Es gibt aber auch sogenannte Freie Berufe (freiberufliche Tätigkeiten) und land- und forstwirtschaftliche Tätigkeiten, die nicht der Gewerbeordnung unterliegen. Auch für viele dieser Tätigkeiten gibt es eigene Rechtsvorschriften für die selbstständige Berufsausübung, manche können aber auch ohne besondere Voraussetzungen selbstständig ausgeübt werden.

    In allen Fällen einer selbstständigen Berufsausübung (egal, ob im Rahmen eines Gewerbes, als freiberufliche Tätigkeit, im Rahmen eines Land- und forstwirtschaftlichen Betriebes) musst du diese bei der zuständigen Sozialversicherungsanstalt und dem zuständigen Finanzamt melden. Je nach selbstständiger Tätigkeit gibt es noch andere Meldepflichten oder Register, in die du dich eintragen musst.

    Selbstständige Tätigkeiten, für die eine Gewerbeberechtigung erforderlich ist, musst du außerdem bei der Gewerbebehörde (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat) anmelden.
    Unabhängig von einem oft notwendigen Befähigungsnachweis musst du dafür folgende Voraussetzungen erfüllen:

    • das 18. Lebensjahr muss vollendet sein
    • österreichische Staatsbürgerschaft oder Staatsbürgerschaft eines anderen EU-Mitgliedstaates (oder eines Staates, mit dem ein entsprechender Staatsvertrag besteht) oder es liegt ein gültiger Aufenthaltstitel vor, der zur selbstständigen Tätigkeit berechtigt
    • keine Ausschließungsgründe (z. B. abgewiesene Konkursanträge, Bestrafung wegen Finanzstrafdelikten)

    Für weitere Informationen schau dir unseren Thementext Im Fokus: Selbstständigkeit an oder nutze eine der folgenden Quellen und Kontakte:

    Alternativen (Auswahl)

    Alternative Berufe sind Berufe, die entweder eine ähnliche Ausbildung oder ähnliche Aufgaben- oder Tätigkeitsbereiche haben, wie der Beruf, über den du dich gerade informierst. Die Ähnlichkeit kann auch in den Arbeitsmaterialien, den Arbeitsumgebungen liegen oder in der Art, wie du mit anderen Menschen zusammenarbeitest.

    Diese Liste soll dir bei der Überlegung helfen, welche Berufe und Ausbildungen für dich noch interessant sein könnten und dich auf weitere Ideen bringen.

    Berufsinfos werden zur Verfügung gestellt von:

    Folgende Inhalte löschen:

    Allergie – Allergene

    Allergene sind meist verschiedene sehr kleine, natürlich vorkommende Eiweißstoffe, die bei dafür anfälligen – allergischen – Menschen Abwehrreaktionen (z. B. Niesen, Husten, Halsschmerz) auslösen, z. B. durch Gräserpollen, Pilzsporen, Wiesenpflanzen, Blüten von Bäumen, aber auch Insektengifte und diverse Nahrungs- und Arzneimittel (Milch, Penicillin usw.).

    E-Health

    E-Health bezeichnet die Vernetzung von Patientinnen und Patienten und Gesundheitseinrichtungen (Ärztinnen und Ärzten, Krankenhäusern, Pflege- und Sozialeinrichtungen, Rettungsdienste usw.) durch den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien, um die Gesundheitsversorgung zu verbessern. In den Bereich E-Health fallen z. B. TeleMonitoring-Systeme, über die ein*e Patient*in regelmäßig von zu hause Messwerte an eine*n Arzt/Ärztin oder Krankenhaus übermittelt und dort der Gesundheitszustand überprüft und erforderlichenfalls die Therapie angepasst werden kann. Weitere Beispiele sind: Elektronische Krankenakte, Gesundheits-Apps (z. B. Diabetes, Menstruation), Online-Apotheke, Online-Beratung zur Gesundheit etc.

    EKG-Gerät

    EKG ist die Abkürzung für Elektrokardiogramm, Herzstrombild. Mit diesem Gerät können die Funktionen des Herzens aufgezeichnet werden. Für die Ableitung werden Elektroden, die mit einem Aufzeichnungsgerät verbunden sind, an Armen, Beinen und am Brustkorb der PatientInnen angebracht. Das EKG Gerät wandelt die aufgenommenen Impulse um und druckt eine Kurve aus.

    Electronic Medical Report

    Elektronische Patient*innenakte (EPA, Electronic Medical Record, EMR); eine elektronische Patient*innenakte zur Sammlung von elektronisch gespeicherten Gesundheitsinformationen zu einem Patienten/einer Patientin.

    Ergonomie

    Ergonomie bezeichnet die Wissenschaft von der Gesetzmäßigkeit der menschlichen Arbeit.
    Wesentliches Ziel dieser Wissenschaft ist es, zu einer ergonomische Arbeitsgestaltung beizutragen. Damit ist gemeint, dass Arbeitskräfte auch bei langfristiger Ausübung ihrer Tätigkeit vor gesundheitlichen Schäden geschützt werden und dadurch eine effiziente und fehlerfreie Arbeitsausführung sichergestellt wird.
    Ergonomie hat deshalb eine große Bedeutung in den Bereichen präventiver Arbeitsschutz und -sicherheit, aber auch Wirtschaftlichkeit.

    Ein anderer Bereich der Ergonomie ist die Gestaltung von leicht und komfortabel handhabbaren Produkten.

    Herz-Lungen-Maschine

    Die Herz-Lungen-Maschine übernimmt für die Dauer einer Herzoperation die Aufgaben der Lunge und des Herzens. Das Blut wird über Schläuche aus den Hohlvenen der Herz-Lungen-Maschine zugeführt. Die Pumpfunktion des Herzens wird dabei von Rollerpumpen der Maschine übernommen, in der Maschine wird das Blut mit Sauerstoff angereichert und anschließend dem Körper wieder zugeführt.

    Hygiene

    Als Hygiene werden alle Maßnahmen bezeichnet, die dazu beitragen, die Gesundheit zu erhalten und die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern. Das betrifft die persönliche Hygiene (z. B. regelmäßiges Händewaschen) genauso wie Hygiene im Arbeitsbereich von medizinischen oder pflegenden Berufen (z. B. Sterilisation von Arbeitsgeräten, Desinfektion von Wunden), aber auch den Bereich Lebensmittel, Wohnen- und Arbeiten.

    Prävention

    medizinisch für Krankheitsvorbeugung. Eine Präventivbehandlung (Prophylaxe) setzt Maßnahmen zur Verhinderung des Ausbruchs einer Krankheit (z. B. Impfung).

    REFA-Technik

    REFA-Technik ist eine spezialisierte Form der Arbeitsplatzbewertung. REFA ist die Kurzbezeichnung des 1924 gegründeten Reichsausschuss für Arbeitszeitermittlung, eines technisch-wissenschaftlichen Verbandes mit Sitz in Darmstadt. Die REFA-Lehre stützt sich auf Erkenntnisse der Arbeitswissenschaft, insbesondere auf die Ergebnisse technisch-organisatorischer, soziologischer, psychologischer und ökonomischer Arbeitsforschung und besteht im Wesentlichen aus anwendungsbezogenem Methodenwissen auf den Gebieten der Arbeits- und Betriebsorganisation. Ziele der Arbeit von REFA-Ingenieur*innen sind sinnvoll gestaltete Arbeitsplätze und menschengerechte Arbeitsbedingungen sowie möglichst wirtschaftliche und humane Arbeitsabläufe zum Nutzen der Arbeitnehmer*innen und der Unternehmen.

    Telemedizin

    Die Verbindung von Telekommunikation und Medizin zur Ferndiagnose bzw. Fernbehandlung. Die PatientInnen sind mit einem Laptop ausgestattet, in denen sie z. B. selbst durchgeführte Messungen, wie Blutdruck, Puls- oder Zuckermessungen eingeben und an den Arzt/die Ärztin weiterleiten. Wird insbesondere dort eingesetzt, wo ärztliche Routinebesuche sehr kostspielig und zeitaufwendig sind (z. B. abgelegene Bergbauernhöfe).