Polsterer und Polsterinnen fertigen und reparieren händisch und maschinell Polstermöbel, Sofas, Matratzen usw. aus verschiedenen Materialien wie z. B. Leder, Velours, Leinen, Baumwolle, Filz oder Kunststoff. Dabei bauen sie das Untergestell auf, richten die Polsterung ein, ummanteln diese und befestigen den Überzug mit Stiften und Klammern. Außerdem reparieren sie hochwertige Polstermöbel und restaurieren Stilmöbel. Polsterer und Polsterinnen arbeiten in Werkstätten und Fertigungshallen in der Einzel- und Serienfertigung mit Berufskolleg*innen, Vorarbeiter*innen sowie mit angelernten Hilfskräften zusammen.
In jedem Beruf brauchst du spezielles fachliches Know-how, das in der Aus- und Weiterbildung vermittelt wird. In den beiden Menüpunkten Ausbildung und Weiterbildung findest du Informationen zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für diesen Beruf.
Es gibt auch Kompetenzen, Fähigkeiten und Eigenschaften, die in allen Berufen wichtig sind. Dazu gehören besonders:
Die folgende Liste gibt dir einen Überblick über weitere allgemeine Anforderungen, die in DIESEM Beruf häufig gestellt werden. Diese können natürlich je nach Betrieb, Institution oder Organisation sehr unterschiedlich sein.
DENK DARAN: Viele dieser Anforderungen sind auch Bestandteil der Ausbildung.
Hinweis: Die Begriffe werden in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.
Die Ausbildung erfolgt als Lehrausbildung (= Duale Ausbildung). Voraussetzung dafür ist die Erfüllung der 9-jährigen Schulpflicht und eine Lehrstelle in einem Ausbildungsbetrieb. Die Ausbildung erfolgt überwiegend im Ausbildungsbetrieb und begleitend dazu in der Berufsschule. Die Berufsschule vermittelt den theoretischen Hintergrund, den du für die erfolgreiche Ausübung deines Berufs benötigst.
Wichtig: Der Besuch der Berufsschule setzt im Normalfall eine (betriebliche) Lehrstelle voraus. Du kannst dir deine Berufsschule NICHT aussuchen, sondern wirst ihr zugewiesen.
Lehrabschluss im zweiten Bildungsweg (außerordentliche Zulassung zur Lehrabschlussprüfung):
Neben Lehrlingen, die ihre festgelegte Lehrzeit beendet haben und Personen, die aufgrund einer schulischen Ausbildung keine Lehrzeit zurücklegen müssen, werden ausnahmsweise auch folgende Personen zur Lehrabschlussprüfung zugelassen:
a) Personen, die das 18. Lebensjahr vollendet haben und glaubhaft machen können, dass sie die erforderlichen Fertigkeiten und Kenntnisse für den betreffenden Lehrberuf auf andere Weise erworben haben (z. B. durch entsprechende Anlernzeiten, praktische Tätigkeiten oder Kursveranstaltungen).
oder
b) Personen, die mindestens die Hälfte der Lehrzeit eines Lehrberufes absolviert haben (bei einer Lehrzeit von 3 Jahren also 1 1/2 Jahre) und keine Möglichkeit haben, für die restliche Zeit einen Lehrvertrag abzuschließen.
Für die Fachtheorie empfiehlt sich der Besuch entsprechender Kurse (oder der Berufsschule).
Hier geht es zu den Lehrlingstellen der Wirtschaftskammern Österreichs: » Lehrlingsstellen
Hier geht es zur Ausbildungsordnung & Prüfungsordnung: Ausbildungsordnung & Prüfungsordnung
Mit einer erfolgreich abgeschlossenen Lehre und vier weiteren Prüfungen erlangst du die Berufsmatura (Berufsreifeprüfung). Diese öffnet dir den Zugang zu Universitäts- und Fachhochschulstudien. Außerdem ermöglicht sie zusätzliche Karrierewege im erlernten Beruf, aber auch außerhalb des bisherigen Berufsfeldes.
Und so geht es:
Die Berufsmatura besteht aus vier Teilprüfungen: Deutsch (schriftlich und mündlich) und Mathematik (schriftlich), eine lebende Fremdsprache (schriftlich oder mündlich) und ein Fachbereich (schriftliche Prüfung oder Projektarbeit und mündliche Prüfung). Der Fachbereich ist ein Thema aus dem Berufsfeld des Kandidaten/der Kandidatin.
Wie funktioniert die Vorbereitung?
Die Vorbereitung auf die Berufsreifeprüfung erfolgt in Vorbereitungskursen, die von Erwachsenenbildungseinrichtungen (z. B. WIFI, BFI, Volkshochschulen), Berufsschulen oder höheren Schulen (z. B. AHS, HAK, HTL, HLW) angeboten werden. In solchen Lehrgängen können auch die jeweiligen Teilprüfungen abgelegt werden. Drei der vier Teilprüfungen können bereits während der Lehre abgelegt werden. Zur letzten Teilprüfung kannst du nach erfolgreichem Lehrabschluss, aber nicht vor dem 19. Geburtstag antreten.
Durch ein Förderprogramm, können die Vorbereitungskurse und die Prüfung seit September 2008 in ganz Österreich kostenlos angeboten werden. Zur konkreten Ausgestaltung der Vorbereitung auf die Berufsreifeprüfung bestehen in den einzelnen Bundesländern unterschiedliche Modelle. Informationen bieten u. a. die Bildungseinrichtungen und die Lehrlingsstellen der Wirtschaftskammern.
Link: Häufig gestellte Fragen!
Die WKO-Bildungspfade geben dir einen Überblick über durchgängige Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten in unterschiedlichen Berufen am Beispiel der WKO Bildungsangebote. Der Bildungspfad Berufsreifeprüfung steht in allen Lehrberufen offen:
Die Möglichkeit einer selbstständigen Berufsausübung ist gegeben durch:
a) Reglementierte Gewerbe/Handwerke:
Für die Ausübung eines reglementierten Gewerbes sind, neben der Erfüllung der allgemeinen Voraussetzungen, Befähigungsnachweise zu erbringen, die in den angeführten Bundesgesetzblättern festgelegt sind.
Downloadmöglichkeit der Zugangsvoraussetzung und Prüfungsordnungen (Bundesgesetzblätter): Wirtschaftskammer Österreich: Prüfungs- und Befähigungsnachweise für reglementierte Gewerbe
b) Freies Gewerbe:
Informationen zum „Freien Gewerbe“: freie Gewerbe erfordern in der Regel keinen Befähigungsnachweis, sondern lediglich eine Anmeldung bei der Gewerbebehörde. Grundsätzlich richtet sich der Gewerbeumfang nach dem Wortlaut der Gewerbeanmeldung.
Liste der Freien Gewerbe:
ALLGEMEINE HINWEISE
Für jede Tätigkeit, die Sie selbstständig, regelmäßig und mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, ausüben wollen, brauchen Sie eine Gewerbeberechtigung (Ausnahme: Freie Berufe). Diese erhalten Sie durch Anmeldung bei der Gewerbebehörde (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat).
Unabhängig von einem etwaigen Befähigungsnachweis müssen sie dafür folgende Voraussetzungen erfüllen:
In allen Fällen einer selbstständigen Berufsausübung (ob im Rahmen eines Gewerbes oder als freiberufliche Tätigkeit) ist diese bei der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft und dem zuständigen Finanzamt zu melden.
Weitere Informationen und Kontakte:
Durch die Verwandtschaftsregelung wird die Ausbildung in einem Lehrberuf auf Teile der Lehrzeit in anderen (verwandten) Lehrberufen angerechnet. Dadurch verkürzt sich die Lehrzeit bei der Ausbildung in einem weiteren Lehrberuf (oder auch beim Wechsel auf einen verwandten Lehrberuf). In manchen Fällen wird die Lehrzeit und die Lehrabschlussprüfung auch vollkommen ersetzt.
Bei folgenden verwandten Lehrberufen verkürzt sich die Lehrzeit im Ausmaß der angegebenen Lehrjahre. (Beispiel: Der Eintrag „1. voll“ bedeutet z. B., dass sich die Lehrzeit im verwandten Lehrberuf um ein Jahr verkürzt.)
Alternative Berufe sind Berufe, die entweder eine ähnliche Ausbildung oder ähnliche Aufgaben- oder Tätigkeitsbereiche haben, wie der Beruf, über den du dich gerade informierst. Die Ähnlichkeit kann auch in den Arbeitsmaterialien, den Arbeitsumgebungen liegen oder in der Art, wie du mit anderen Menschen zusammenarbeitest.
Diese Liste soll dir bei der Überlegung helfen, welche Berufe und Ausbildungen für dich noch interessant sein könnten und dich auf weitere Ideen bringen.
Polsterer und Polsterinnen verarbeiten verschiedene pflanzliche, tierische und synthetische Materialien, wie Jute, Mollino, Wolle, Watte, Kokos, Palmblätter usw. aber auch Federkern- und Schaumstoffteile. Sie fertigen und reparieren Sitzgarnituren, Sofas, Sessel, Polsterelemente, Couchen, Fauteuils, Innenausstattung von Autos, Federkern- und Rosshaarmatratzen, Wand- und Türpolsterungen. Der Tätigkeitsbereich von Polsterern und Polsterinnen reicht von der Reparatur und Restaurierung bis zur Entwicklung und Umsetzung von eigenen Ideen und Stücken, wofür sie zunehmend auch digitale Anwendungen (CAD) verwenden.
Polsterer und Polsterinnen arbeiten sowohl in der handwerklichen Einzelfertigung in kleinen Gewerbebetrieben als auch in der industriellen Serienfertigung. Sie erstellen Schablonen, Schnitt und Nähpläne händisch oder mittels CAD-Design und wählen die richtigen Materialien und Werkstoffe aus. Bei der klassischen Einzelfertigung bauen sie die Polsterung des Möbelstücks auf einem Untergestell auf und überspannen die Polsterung mit Gurten aus Jute oder Kunststofffasern. An dieser Begurtung befestigen sie Sprungfedern, welche auf die gewünschte Polsterhöhe zusammengedrückt wurden. Danach verbinden sie die Sprungfedern mit Schnüren, dadurch wird der Federgrund gebildet, der der Polsterung die nötige Festigkeit verleiht. Sie ummanteln den Federgrund mit der sogenannten Grundfasson (aus Kokosfasern oder Afrik). Darüber bringen sie zuerst eine weiche, elastische Polsterschicht aus Rosshaar, Wollvlies oder Watte und dann einen Unterbezug (z. B. aus Mollino) auf. Die Polsterung ist damit fertig. Bei der Herstellung von modernen Polstermöbeln verwenden Polsterer/Polsterinnen nach dem Begurten Federkern und/oder Schaumstoffkombinationen, um die Polsterung herzustellen. Für den Überzug schneiden sie die Werkstoffe anhand von Schablonen zu und nähen die Stücke entsprechend der gewünschten Form und der Arbeitsschritte zusammen. Anschließend wird das Möbelstück mit dem vorbereiteten Möbelstoff, Leder oder Kunstleder bezogen.
In der industriellen Serienfertigung von Polstermöbeln erfolgt der Aufbau der Polsterung vor allem mit Kunststoffen. Polsterer und Polsterinnen führen hier hauptsächlich Arbeiten in der Arbeitsvorbereitung, in der End- und Qualitätskontrolle, teilweise auch in der Entwurfs- bzw. Entwicklungsabteilung durch und fertigen Prototypen an. Sie steuern und bedienen Maschinen und Anlagen die teilweise computergestützt (CAM) arbeiten und überwachen die Produktionsabläufe.
Polsterer und Polsterinnen arbeiten mit verschiedenen Maschinen wie Näh-, Zuschneide- und Füllmaschinen und Bügelanlagen. Sie verarbeiten Materialien und Textilien wie Leder, Velours, Wolle, Watte, Baumwolle, Leinen, Kokosfasern, Afrik sowie synthetische Stoffe wie z. B. Polyester, aber auch Federkern- oder Schaumstoffmaterialien oder Kunstleder. Sie hantieren bei ihrer Arbeit mit verschiedenen Werkzeugen und Geräten wie z. B. Elektroscheren, Gurtspanner, Pressluftpistolen, Zangen, Hämmer oder Feilen und verwenden verschiedener Kleber und Leime. Besonders bei der modernen und industriellen Fertigung arbeiten sie auch mit Spezial-Software zum Erstellen von Design (CAD) und Planen der Arbeitsschritte (CAM) sowie teilweise mit automatisierten Maschinen z. B. zum Stoffzuschnitt.
Polsterer und Polsterinnen arbeiten in Werkstätten und Fertigungshallen von Gewerbe- und Industriebetrieben. Mitunter sind sie Maschinenlärm sowie Staub und Dämpfen von Füllmaterialien und Klebern ausgesetzt. Sie arbeiten mit Arbeitskolleg*innen verschiedener Abteilungen und in größeren Betrieben mit Montagefachkräften zusammen. Je nach Größe des Betriebes haben sie auch Kontakt mit Kund*innen und Lieferant*innen.
Der Beruf Polsterer / Polsterin ermöglicht mit entsprechender Berufserfahrung und Weiterbildung beispielsweise die Spezialisierung auf:
Polsterer und Polsterinnen sind beruflich immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. Voraussetzung für Erfolg in diesem Beruf ist es, immer auf dem neuesten Stand der Entwicklung zu bleiben und das Fachwissen, die Methodenkompetenzen und sozialen Kompetenzen laufend zu ergänzen und zu vertiefen.
Für Polsterer und Polsterinnen gibt es nur relativ wenige fachspezifische Weiterbildungsmöglichkeiten. Allerdings bieten sich wegen der Überschneidungen mit den Aufgabenbereichen viele Weiterbildungsmöglichkeiten im verwandten Lehrberuf „Tapezierer*in und Dekorateur*in“ an. Diese Kurse werden von Weiterbildungseinrichtungen wie z. B. dem Berufsförderungsinstitut (BFI) und dem Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) angeboten. Diese bieten auch in vielen weiteren relevanten Bereichen (z. B. Betriebsführung, Verkauf und Marketing) Kurse und Lehrgänge an.
Zur Vermittlung von Anwendungskenntnissen neuer Techniken (z. B. Design-Software) und Produktionsmethoden (z. b. digital gesteuerte Zuschneideautomaten) bieten viele Herstellerfirmen eigene Schulungen an. Die meisten Weiterbildungsmöglichkeiten werden betriebsintern angeboten.
Auch der Besuch von Messen, Verkaufsveranstaltungen, Branchenevents ermöglicht Weiterbildung hinsichtlich neuer Entwicklungen auf dem Möbelsektor.
Möglichkeiten zur beruflichen Höherqualifizierung bieten außerdem Vorbereitungs- und Aufbaulehrgänge für Berufstätige an berufsbildenden höheren Schulen, insbesondere an Höheren Technischen Bundeslehranstalten.
Mit dem Abschluss eines Aufbaulehrganges (3 Jahre) ist neben einer höheren Fachqualifikation außerdem die Matura verbunden, die ein Studium an Fachhochschulen und Universitäten (z. B. Restaurierung und Konservierung) ermöglicht.
Studium ohne Matura:
Für ein Studium an einer Fachhochschule, Universität oder Pädagogischen Hochschulen ist normalerweise die Matura einer Allgemeinbildenden (AHS) oder Berufsbildenden Höheren Schule (BHS) erforderlich.
Es bestehen aber auch andere Zugangsmöglichkeiten:
Weiterführende Bildungsmöglichkeiten und Höherqualifizierung:
Afrik | Afrik wird auch Palmfaser genannt und bezeichnet einen Polsterfüllstoff, der traditionell zur Herstellung von Möbeln verwendet wird. Afrik besteht aus den zerfaserten Blättern der afrikanischen Zwergpalme. |
Antiquität | Bezeichnung für alten, antiken oder wertvollen Kunst- oder Gebrauchsgegenstand. |
CAD | Abkürzung für "Computer Aided Design" (computerunterstütztes Design): Computerprogramme für Planung, Entwurf und Konstruktion. Zeichnungen und räumliche Darstellungen von geometrischen Formen und Modellen können von allen Seiten und aus allen Perspektiven gezeigt werden (3-D-Darstellungen). CAD beinhaltet Berechnungsanwendungen, Informationsbereitstellung, automatisiertes Zeichnen und rechnerunterstützten Entwurf. |
CAM | Abkürzung für "Computer Aided Manufacturing" (Computerunterstützte Produktion). |
Chaiselongue | franz.: langer Sessel; gepolsterte Liege mit Kopflehne |