Rauchfangkehrer*innen kehren, reinigen und kontrollieren auf Grundlage gesetzlicher Bestimmungen private, öffentliche und industrielle Feuerungs- und Abgasanlagen (Kamine, Schornsteine) sowie Luft- und Dunstleitungen. Sie erstellen bei nachträglichen Ein- und Umbauten Kaminbefunde, beraten Kund*innen in feuerungs- und heizungstechnischen Belangen, in Energiespar-, Umwelt- und Klimaschutzfragen usw.
Rauchfangkehrer*innen arbeiten bei den Kund*innen vor Ort, auf hohen Dächern im Freien, auf Dachböden und in Kellern. Dabei tragen sie Schutzbekleidung. Sie arbeiten in gewerblichen Klein- und Mittelbetrieben gemeinsam mit Berufskolleg*innen und haben Kontakt zu Mitarbeiter*innen von Behörden und zu ihren Kund*innen.
In jedem Beruf brauchst du spezielles fachliches Know-how, das in der Aus- und Weiterbildung vermittelt wird. In den beiden Menüpunkten Ausbildung und Weiterbildung findest du Informationen zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für diesen Beruf.
Es gibt auch Kompetenzen, Fähigkeiten und Eigenschaften, die in allen Berufen wichtig sind. Dazu gehören besonders:
Die folgende Liste gibt dir einen Überblick über weitere allgemeine Anforderungen, die in DIESEM Beruf häufig gestellt werden. Diese können natürlich je nach Betrieb, Institution oder Organisation sehr unterschiedlich sein.
DENK DARAN: Viele dieser Anforderungen sind auch Bestandteil der Ausbildung.
Hinweis: Die Begriffe werden in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.
Mit einer erfolgreich abgeschlossenen Lehre und vier weiteren Prüfungen erlangst du die Berufsmatura (Berufsreifeprüfung). Diese öffnet dir den Zugang zu Universitäts- und Fachhochschulstudien. Außerdem ermöglicht sie zusätzliche Karrierewege im erlernten Beruf, aber auch außerhalb des bisherigen Berufsfeldes.
Und so geht es:
Die Berufsmatura besteht aus vier Teilprüfungen: Deutsch (schriftlich und mündlich) und Mathematik (schriftlich), eine lebende Fremdsprache (schriftlich oder mündlich) und ein Fachbereich (schriftliche Prüfung oder Projektarbeit und mündliche Prüfung). Der Fachbereich ist ein Thema aus dem Berufsfeld des Kandidaten/der Kandidatin.
Wie funktioniert die Vorbereitung?
Die Vorbereitung auf die Berufsreifeprüfung erfolgt in Vorbereitungskursen, die von Erwachsenenbildungseinrichtungen (z. B. WIFI, BFI, Volkshochschulen), Berufsschulen oder höheren Schulen (z. B. AHS, HAK, HTL, HLW) angeboten werden. In solchen Lehrgängen können auch die jeweiligen Teilprüfungen abgelegt werden. Drei der vier Teilprüfungen können bereits während der Lehre abgelegt werden. Zur letzten Teilprüfung kannst du nach erfolgreichem Lehrabschluss, aber nicht vor dem 19. Geburtstag antreten.
Durch ein Förderprogramm, können die Vorbereitungskurse und die Prüfung seit September 2008 in ganz Österreich kostenlos angeboten werden. Zur konkreten Ausgestaltung der Vorbereitung auf die Berufsreifeprüfung bestehen in den einzelnen Bundesländern unterschiedliche Modelle. Informationen bieten u. a. die Bildungseinrichtungen und die Lehrlingsstellen der Wirtschaftskammern.
Link: Häufig gestellte Fragen!
Die WKO-Bildungspfade geben dir einen Überblick über durchgängige Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten in unterschiedlichen Berufen am Beispiel der WKO Bildungsangebote. Der Bildungspfad Berufsreifeprüfung steht in allen Lehrberufen offen:
Die Möglichkeit einer selbstständigen Berufsausübung ist durch das folgende reglementierte Gewerbe gegeben:
Für die Ausübung eines reglementierten Gewerbes oder Handwerks sind, neben der Erfüllung der allgemeinen Voraussetzungen, Befähigungsnachweise zu erbringen, die in den angeführten Bundesgesetzblättern festgelegt sind.
Downloadmöglichkeit der Zugangsvoraussetzung und Prüfungsordnungen (Bundesgesetzblätter): Wirtschaftskammer Österreich: Prüfungs- und Befähigungsnachweise für reglementierte Gewerbe
Liste der reglementierten Gewerbe: Bundeseinheitliche Liste der reglementierten Gewerbe
ALLGEMEINE HINWEISE:
Selbstständige Tätigkeiten sind alle Tätigkeit, die du in eigener Verantwortung (also nicht angestellt), regelmäßig und mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, ausüben willst. Für viele dieser Tätigkeiten brauchst du eine Gewerbeberechtigung. Es gibt aber auch sogenannte Freie Berufe (freiberufliche Tätigkeiten) und land- und forstwirtschaftliche Tätigkeiten, die nicht der Gewerbeordnung unterliegen. Auch für viele dieser Tätigkeiten gibt es eigene Rechtsvorschriften für die selbstständige Berufsausübung, manche können aber auch ohne besondere Voraussetzungen selbstständig ausgeübt werden.
In allen Fällen einer selbstständigen Berufsausübung (egal, ob im Rahmen eines Gewerbes, als freiberufliche Tätigkeit, im Rahmen eines Land- und forstwirtschaftlichen Betriebes) musst du diese bei der zuständigen Sozialversicherungsanstalt und dem zuständigen Finanzamt melden. Je nach selbstständiger Tätigkeit gibt es noch andere Meldepflichten oder Register, in die du dich eintragen musst.
Selbstständige Tätigkeiten, für die eine Gewerbeberechtigung erforderlich ist, musst du außerdem bei der Gewerbebehörde (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat) anmelden.
Unabhängig von einem oft notwendigen Befähigungsnachweis musst du dafür folgende Voraussetzungen erfüllen:
Für weitere Informationen schau dir unseren Thementext Im Fokus: Selbstständigkeit an oder nutze eine der folgenden Quellen und Kontakte:
Durch die Verwandtschaftsregelung wird die Ausbildung in einem Lehrberuf auf Teile der Lehrzeit in anderen (verwandten) Lehrberufen angerechnet. Dadurch verkürzt sich die Lehrzeit bei der Ausbildung in einem weiteren Lehrberuf (oder auch beim Wechsel auf einen verwandten Lehrberuf). In manchen Fällen wird die Lehrzeit und die Lehrabschlussprüfung auch vollkommen ersetzt.
Bei folgenden verwandten Lehrberufen verkürzt sich die Lehrzeit im Ausmaß der angegebenen Lehrjahre. (Beispiel: Der Eintrag „1. voll“ bedeutet z. B., dass sich die Lehrzeit im verwandten Lehrberuf um ein Jahr verkürzt.)
Alternative Berufe sind Berufe, die entweder eine ähnliche Ausbildung oder ähnliche Aufgaben- oder Tätigkeitsbereiche haben, wie der Beruf, über den du dich gerade informierst. Die Ähnlichkeit kann auch in den Arbeitsmaterialien, den Arbeitsumgebungen liegen oder in der Art, wie du mit anderen Menschen zusammenarbeitest.
Diese Liste soll dir bei der Überlegung helfen, welche Berufe und Ausbildungen für dich noch interessant sein könnten und dich auf weitere Ideen bringen.
„Der Rauchfangkehrerberuf ist eine sehr interessante, abwechslungsreiche aber auch anstrengende Tätigkeit. Zu meinen Tätigkeiten zählen z. B. das Kehren von Rauchfängen und Lüftungen, das Reinigen von Öfen und Zentralheizungskesseln sowie die Befundaufnahme bei neuen Heizungen. Auch bei Heizungsproblemen bin ich in kurzer Zeit vor Ort und finde meistens rasch eine Lösung.“
Daniel Kaufmann, Lehrling bei Fa. Ing. Wilhelm Wagner, ibw Fotowettbewerb 2007
Ein wichtiger Aufgabenbereich von Rauchfangkehrer*innen ist die Kontrolle von Feuerungs- und Abgasanlagen sowie Luft- und Dunstleitungen zum Zweck des Umwelt-, Klima- und Brandschutzes sowie der Energieeffizienz. Sie nehmen Emissionsmessungen (Abgasmessungen) vor und vergleichen diese mit den Sollwerten. Rauchfangkehrer*innen überprüfen Dachboden und Kellerräume auf eventuell vorhandene brennbare Gegenstände, überprüfen Feuerlöscher und Rauchwarnmelder. Viele ihrer Tätigkeiten sind durch gesetzliche Bestimmungen, wie Kehr- und Feuerpolizeiordnungen festgelegt. Sie weisen Mieter*innen bzw. Eigentümer*innen auf vorgefundene Mängel hin und setzen eine angemessene Frist zur Behebung oder veranlassen bei Bedarf Sanierungen. All diese Arbeiten vermerken sie in einem Kehrbuch.
Bei Kehrarbeiten untersuchen sie zunächst den Rauchfangkopf auf allfällige Schäden. Sie reinigen die Kamine durch die Kamintüre am Dachboden und putzen den Kamin mit verschiedenen Bürsten. Verstopfte Rauchfänge reinigen sie mit Ableingeräten, das sind ca. 5 kg schwere Eisenkugeln, die in den Kamin abgeseilt werden können. Anschließend reinigen sie die Kamine durch Putztüren in den einzelnen Wohnungen, entfernen Rückstände und Ablagerungen mit verschiedenen Werkzeugen und Geräten und kontrollieren Feuerstätten und Verbindungsstücke wie Rohre und Kanäle. Auch Abgasanlagen und Verbindungsstücke in den Wohnungen sowie Luft- und Dunstleitungen werden von ihnen überprüft und bei Bedarf mechanische oder chemische Reinigungsschritte durchgeführt.
Neben den regelmäßigen gesetzlich geregelten Überprüfungstätigkeiten werden Rauchfangkehrer*innen bei Neubau- oder Änderungen von Feuerstätten, Abgasanlagen, Luft- und Dunstleitungen aktiv. Hier prüfen sie die ordnungsgemäße Einrichtung, führen Luftverbund- und Abgasmessungen durch und überprüfen die Betriebsdichtheit, den freien Querschnitt bei Abgasanlagen, etc. bevor sie die Anlagen freigeben.
Rauchfangkehrer*innen beraten Kund*innen auch in feuerungs- und heizungstechnischen Belangen, wie beispielsweise Wärmenutzung, Brennstoffeinsparungen, Umweltbelastungen oder Vorbeugung gegen Brände. Der Bereich der Energieberatung gewinnt zunehmend an Bedeutung, da Rauchfangkehrer*innen hier als neutrale Partner*innen agieren.
Rauchfangkehrer*innen tragen Schutzkleidung wie Kehrjacke, -hose und -kappe und manchmal auch Atemmasken. Sie arbeiten auf Grundlage technischer Unterlagen wie Bauzeichnungen und lesen Gesetzestexte, Normen und Richtlinien, z. B. bezüglich Sollwerten von Emissionsmessungen (Abgasmessungen). Sie vermerken durchgeführte Arbeiten im Kehrbuch, zum Teil noch händisch, immer öfter aber digital in einem entsprechenden Programm.
Rauchfangkehrer*innen verwenden zum Reinigen Kehrbesen, Kugel (Ableingerät) und Kratzhammer, Rund- und Stoßbürste, Vierkant- und Rollmeißel, Schöpflöffel, Bürsten aus Stahldraht, wie Kesselbürsten, Schereisen usw. sowie chemische Reinigungsmittel. Sie benutzen elektronische Mess- und Prüfgeräte wie Rauchgasthermometer, Temperaturmessgeräte, elektronische Abgasanalysecomputer etc.
Für die Organisation und Verwaltung bedienen sie Bürogeräte wie Computer/Laptop/Tablets und Drucker, für die Kommunikation mit Kund*innen oder Behörden verwenden sie (Mobil-)Telefone und E-Mail oder auch Messengerdienste. Mit entsprechenden Datenbanken und Programmen erfassen sie Kehraufzeichnungen, Prüfbefunden und Messprotokollen.
Rauchfangkehrer*innen arbeiten in handwerklichen Klein- und Mittelbetrieben mit einem festgelegten Kehrbezirk. Sie arbeiten bei Kund*innen auf hohen Dächern im Freien bei jeder Witterung, in Wohnungen, Dachböden und Kellern, an Heizungs- und Lüftungsanlagen. Für ihre Arbeit an den Kaminen auf Dächern sollten sie trittsicher und schwindelfrei sein.
Rauchfangkehrer*innen arbeiten zumeist eigenständig oder zu zweit mit einer weiteren Fachkraft oder einem Lehrling. Sie haben viel Kontakt zu ihren Kund*innen(Haus- und Wohnungseigentümer*innen, Mieter*innen usw.) sowie, je nach Einsatz, zu Ofenbauer*innen (Hafner*in (Lehrberuf), Ofenbau- und Verlegetechnik (Lehrberuf)) sowie Installations- und Gebäudetechniker*innen (Installations- und Gebäudetechnik (Modullehrberuf)), Bauarbeiter*innen oder Mitarbeiter*innen von Behörden.
Der Beruf Rauchfangkehrer*in ermöglicht mit entsprechender Berufserfahrung und Weiterbildung beispielsweise die Spezialisierung auf:
Spezialisierungs- und Aufstiegsmöglichkeiten (Auswahl):
Rauchfangkehrer*innen sind beruflich immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. Voraussetzung für Erfolg in diesem Beruf ist es, immer auf dem neuesten Stand der Entwicklung zu bleiben und das Fachwissen, die Methodenkompetenzen und sozialen Kompetenzen laufend zu ergänzen und zu vertiefen.
Weiterbildungseinrichtungen wie das Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) und das Berufsförderungsinstitut (BFI) bieten Kurse und Lehrgänge zu vielen relevanten Themen. Die jeweiligen Landesinnungen der Wirtschaftskammern bieten Seminare und Kurse über neue Techniken, Materialien und Produkte.
Angebote rund um die Themenbereiche Energieeffizienz, Bauen und Energie, ökologisches/nachhaltiges Bauen, Bausanierung usw., einschließlich des klimaaktiv e-Learning Tools, findest du über die Webseite der klimaaktiv Bildungskoordination.
Möglichkeiten zur beruflichen Höherqualifizierung bieten facheinschlägige Vorbereitungs- und Aufbaulehrgänge an Berufsbildenden Höheren Schulen sowie Werkmeisterschulen für Berufstätige. Mit dem Abschluss eines Aufbaulehrganges ist neben einer höheren Fachqualifikation außerdem die Matura verbunden, die ein Studium an Fachhochschulen und Universitäten ermöglicht.
Studium ohne Matura:
Für ein Studium an einer Fachhochschule, Universität oder Pädagogischen Hochschulen ist normalerweise die Matura einer Allgemeinbildenden (AHS) oder Berufsbildenden Höheren Schule (BHS) erforderlich.
Es bestehen aber auch andere Zugangsmöglichkeiten:
Weiterführende Bildungsmöglichkeiten und Höherqualifizierung:
Abgasklappe | Vorrichtung in Heizungen und Öfen. Eine thermische (mit Wärme) oder mechanische Steuerung im Abgasweg, die bei Betrieb der Feuerstätten geöffnet, sonst aber geschlossen ist. |
Brennwert | Der Energiewert des Brennstoffs im Verhältnis zu einer bestimmten Menge/Volumen. |
Energieausweis | Der Energieausweis kann mit dem Typenschein beim Auto verglichen werden. Im Energieausweis sind interessante Kennwerte des jeweiligen Gebäudes gesammelt, wie z. B. der zu erwartende Heizenergieverbrauch. Der wichtigste Kennwert ist die Energiekennzahl, das ist der spezifische Heizwärmebedarf. Für neue Gebäude wird ein Energieausweis bereits beim behördlichen Bauverfahren benötigt, dies gilt auch für umfassende Sanierung, Zu- und Umbauten. Seit 2009 ist ein Energieausweis außerdem bei Verkauf, Verpachtung oder Vermietung von Häusern, Wohnungen, Büros oder Betriebsobjekten vorzulegen. Die Gültigkeitsdauer des Energieausweises beträgt zehn Jahre. Verantwortlich für das Vorliegen ist der Bauherr, der Vermieter bzw. der Verkäufer des Objekts. Quelle: www.energieausweis.at |
Energiekennzahl | Energiekennzahlen geben den Energieverbrauch pro m2 Energiebezugsfläche an. Man unterscheidet: E-Kennzahl Wärme (Heizung, Warmwasser, inkl.Hilfsenergie), E-Kennzahl Heizung, E-Kennzahl Warmwasser, E-Kennzahl Strom. |
Heizungssystem | Technische Systeme in denen Wärmeerzeugung, Wärmetransport und Wärmeabgabe zusammenwirken, wie z. B. Zentralheizungssysteme, Fußbodenheizungen, Fernwärmeheizungen und dergleichen. |
Luftabgas-System | Ein Schornsteinsystem mit getrennten Schornsteinzügen für Luft und Abgase. |
Lüftungskonvektor | Ein Konvektor ist ein Heizkörper, der die Luft durch Bewegung erwärmt. Lüftungskonvektoren werden sowohl zur Beheizung als auch zur Belüftung verwendet. |