Sattler*in und Riemer*in

Die Ausbildung zum/zur Sattler*in und Riemer*in erfolgt im Lehrberuf Sattlerei. >>siehe Sattlerei – Reitsportsattlerei (Lehrberuf)

Bei Sattler*innen und Riemer*innen dreht sich alles ums Leder. Sie sind die Spezialist*innen für Verdecke (z. B. für Cabrios, Sportboote), Ledersitze, Planen, Sättel, Sportartikel wie Reit- und Fahrsportartikel etc. Sie erstellen Schnittmuster, schneiden die Materialien zu oder stanzen sie aus, und nähen und verzieren sie. Außerdem reparieren sie Lederwaren. Sattler*innen und Riemer*innen verwenden verschiedene Lederarten und weitere Textilien. Sie arbeiten an Näh-, Walz- und Stanzmaschinen und verwenden Handwerkzeuge wie Scheren, Messer oder Hämmer. Sie arbeiten vor allem in Werkstätten gewerblicher Kleinbetriebe mit ihren Berufskolleg*innen zusammen und weiters Kontakt zu Kund*innen und Lieferant*innen.

Synonym zu Hauptberuf

Tätigkeiten und Aufgaben

  • Mustern, Vorlagen und Schnitte entwerfen
  • die zu bearbeitenden Materialien auswählen und die Qualität prüfen
  • das Leder mit Messern (Kneip) oder Schneidemaschinen zuschneiden
  • das Leder auswalzen, um spätere Dehnung zu vermeiden
  • Einzelteile an Stanzmaschinen ausstanzen
  • Lederränder abschleifen (Schärfen)
  • Kanten färben und die Einzelteile durch Nähen, Nageln, Nieten oder Kleben verbinden
  • die Teile händisch oder maschinell zusammennähen
  • Verzierungen und Dekors anbringen
  • wertvolle und teure Lederartikel reparieren

In jedem Beruf brauchst du spezielles fachliches Know-how, das in der Aus- und Weiterbildung vermittelt wird. In den beiden Menüpunkten Ausbildung und Weiterbildung findest du Informationen zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für diesen Beruf.

Es gibt auch Kompetenzen, Fähigkeiten und Eigenschaften, die in allen Berufen wichtig sind. Dazu gehören besonders:

  • Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit
  • genaues und sorgfältiges Arbeiten
  • selbstständiges Arbeiten
  • Einsatzfreude
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Fähigkeit und Bereitschaft mit anderen zusammen zu arbeiten (Teamfähigkeit)
  • Lernbereitschaft

Die folgende Liste gibt dir einen Überblick über weitere allgemeine Anforderungen, die in DIESEM Beruf häufig gestellt werden. Diese können natürlich je nach Betrieb, Institution oder Organisation sehr unterschiedlich sein.

DENK DARAN: Viele dieser Anforderungen sind auch Bestandteil der Ausbildung.

Hinweis: Die Begriffe werden in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.

    Körperliche Anforderungen: Welche körperlichen Eigenschaften sind wichtig?

  • Fingerfertigkeit
  • gute körperliche Verfassung

     

    Fachkompetenz: Welche Fähigkeiten und Kenntnisse werden von mir erwartet?

  • handwerkliche Geschicklichkeit
  • technisches Verständnis

     

    Sozialkompetenz: Was brauche ich im Umgang mit anderen?

  • Kommunikationsfähigkeit
  • Kund*innenorientierung

     

    Selbstkompetenz: Welche persönlichen Eigenschaften sollte ich mitbringen?

  • Flexibilität / Veränderungsbereitschaft
  • Umweltbewusstsein

     

    Methodenkompetenz: Welche Arbeits- und Denkweisen sind wichtig?

  • Kreativität

Der Lehrberuf Sattler*in und Riemer*in wurde per 1. Juli 2010 durch den Schwerpunktlehrberuf Sattlerei (siehe z. B. °Sattlerei – Reitsportsattlerei (Lehrberuf)#) ersetzt. Die Ausbildung zum/zur Sattler*in und Riemer*in erfolgt im Lehrberuf Sattlerei. >>siehe °Sattlerei – Reitsportsattlerei (Lehrberuf)#

Folgende berufsbildende Schulen bieten ähnliche Ausbildungen:


Art: Schulausbildung

Dauer: 3 Jahre

Form: Vollzeit

Voraussetzungen: kommend aus:

  • Allgemein bildende höhere Schule (AHS): positiver Abschluss der achten Schulstufe
  • Mittelschule (MS): erfolgreicher Abschluss der achten Schulstufe mit Beurteilung gemäß Leistungsniveau „Standard AHS“ oder bei Beurteilung gemäß Leistungsniveau „Standard“ mit mindestens Befriedigend in den differenzierten Pflichtgegenstände (Deutsch, Mathematik, Fremdsprache).
    Bei Beurteilung mit „Genügend“ Aufnahmeprüfung.
  • Polytechnische Schule (PTS): positiver Abschluss auf der 9. Schulstufe

Abschluss:

Abschlussprüfung

Berechtigungen:

  • abgeschlossene Berufsausbildung
  • einschlägige Berechtigungen gemäß Gewerbeordnung

Info: Anmeldung: erfolgt ab dem ersten Tag der Semesterferien, bis spätestens 2. Freitag nach den Semesterferien, unter Vorlage des Originals der Schulnachricht der 4. Klasse

Weitere Infos: https://www.abc.berufsbildendeschulen.at

Adressen:

Schulzentrum HTL HAK Ungargasse
Ungargasse 69
1030 Wien

Tel.: +43 (0)1 713 15 18 -0
Fax: +43 (0)1 713 15 18 -1188
email: direktion@szu.at
Internet: https://www.szu.at/

Schwerpunkte:

HAK – Handelsakademie für Sozial- und Umweltmanagement:

  • Ausbildungsschwerpunkt Controlling und Jahresabschluss
  • Ausbildungsschwerpunkt Ökologisch orientierte Unternehmensführung
  • Ausbildungsschwerpunkt Sozialmanagement

Praxis Handelsschule

Höhere Lehranstalt für Informationstechnologie – Netzwerktechnik und IT-Sicherheit

Höhere Lehranstalt für Wirschaftsingenieure – Betriebsinformatik

Fachschule für Informationstechnik mit Betriebspraxis – Netzwerktechnik

Fachschule für Maschinenbau – Fertigungstechnik

Fachschule für Lederdesign

Orientierungsstufe für körper- und sinnesbehinderte Schüler*innen


Selbstständigkeit

Die Möglichkeit einer selbstständigen Berufsausübung ist z. B. gegeben durch:

a) Reglementierte Gewerbe/Handwerke:

  • Sattler einschließlich Fahrzeugsattler und Riemer, BGBl. II Nr. 77/2003 (Novelle Art. 36 BGBl. II Nr. 399/2008)
  • Ledergalanteriewarenerzeugung und Taschner, BGBl. II Nr. 77/2003 (Novelle Art. 36 BGBl. II Nr. 399/2008)

Für die Ausübung eines reglementierten Gewerbes sind, neben der Erfüllung der allgemeinen Voraussetzungen, Befähigungsnachweise zu erbringen, die in den angeführten Bundesgesetzblättern festgelegt sind.
Downloadmöglichkeit der Zugangsvoraussetzung und Prüfungsordnungen (Bundesgesetzblätter): Wirtschaftskammer Österreich: Prüfungs- und Befähigungsnachweise für reglementierte Gewerbe


b) Freies Gewerbe:

  • Gürtel- und Riemenerzeugung sowie Reparatur von Lederwaren und Taschen

Informationen zum „Freien Gewerbe“: freie Gewerbe erfordern in der Regel keinen Befähigungsnachweis, sondern lediglich eine Anmeldung bei der Gewerbebehörde. Grundsätzlich richtet sich der Gewerbeumfang nach dem Wortlaut der Gewerbeanmeldung.

Liste der Freien Gewerbe:


ALLGEMEINE HINWEISE

Für jede Tätigkeit, die Sie selbstständig, regelmäßig und mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, ausüben wollen, brauchen Sie eine Gewerbeberechtigung (Ausnahme: Freie Berufe). Diese erhalten Sie durch Anmeldung bei der Gewerbebehörde (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat).
Unabhängig von einem etwaigen Befähigungsnachweis müssen sie dafür folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • das 18. Lebensjahr muss vollendet sein
  • österreichische Staatsbürgerschaft oder Staatsbürgerschaft eines anderen EU-Mitgliedstaates (oder eines Staates, mit dem ein entsprechender Staatsvertrag besteht) oder es liegt ein gültiger Aufenthaltstitel vor, der zur selbstständigen Tätigkeit berechtigt
  • keine Ausschließungsgründe (z. B. abgewiesene Konkursanträge, Bestrafung wegen Finanzstrafdelikten)

In allen Fällen einer selbstständigen Berufsausübung (ob im Rahmen eines Gewerbes oder als freiberufliche Tätigkeit) ist diese bei der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft und dem zuständigen Finanzamt zu melden.

Weitere Informationen und Kontakte:

Alternativen (Auswahl)

Alternative Berufe sind Berufe, die entweder eine ähnliche Ausbildung oder ähnliche Aufgaben- oder Tätigkeitsbereiche haben, wie der Beruf, über den du dich gerade informierst. Die Ähnlichkeit kann auch in den Arbeitsmaterialien, den Arbeitsumgebungen liegen oder in der Art, wie du mit anderen Menschen zusammenarbeitest.

Diese Liste soll dir bei der Überlegung helfen, welche Berufe und Ausbildungen für dich noch interessant sein könnten und dich auf weitere Ideen bringen.

Berufsinfos werden zur Verfügung gestellt von:

Folgende Inhalte löschen:

Arbeitsbereiche

Sattler*innen und Riemer*innen verwenden als Arbeitsmaterialien verschiedene in- und ausländische Lederarten wie z. B. Wild-, Rind-, Fohlen- und Rentierleder. Zu den wichtigsten Erzeugnissen zählen Sportartikel wie Fußbälle, Turnmatten, Boxhandschuhe, Reitsättel, Rucksäcke, Produkte der Geschirrsattlerei, wie Pferdegeschirre, Steigbügel, Zügel, Halfter, Zaumzeug, Hundeleinen und -halsbänder, technische Lederartikel wie Treibriemen, Hebegurte und Haltegriffe sowie gröbere Taschnerartikel wie Jagd- und Werkzeugtaschen.

Sattler*innen und Riemer*innen arbeiten vor allem in kleinen Gewerbebetrieben, wo sie die verschiedenen Produkte vom Zuschnitt bis zur Ausfertigung selbstständig herstellen. In der industriellen Fertigung erfolgt die Produktion arbeitsteilig, d. h. die zumeist angelernten Arbeitskräfte sind auf bestimmte Arbeitsbereiche oder Maschinen spezialisiert. Sattler*innen und Riemer*innen übernehmen hier Überwachungs- und Koordinationsaufgaben.

Arbeitsmittel

Sattler*innen und Riemer*innen verwenden verschiedene Lederarten und Textilien. Sie arbeiten an Näh-, Walz- und Stanzmaschinen und verwenden Werkzeuge wie manuelle und elektrische Scheren, Messer, Hämmer und verarbeiten Zubehör wie Nägel, Nieten, Karabiner usw. Bei der Einstellung und Wartung der Maschinen verwenden sie technische Unterlagen und Handbücher.

Arbeitsumfeld

Sattler*innen und Riemer*innen arbeiten in Werkstätten kleiner Gewerbebetriebe aber auch in Fertigungshallen von Industriebetrieben. Sie arbeiten mit Berufskolleg*innen, Vorarbeiter*innen sowie mit verschiedenen Fachkräften und angelernten Hilfskräften zusammen. In kleineren Gewerbebetrieben haben sie auch Kontakt zu Kund*innen und Lieferant*innen.

  • kleine und mittlere Gewerbebetriebe
  • Betriebe der Leder verarbeitenden Industrie

Wegen der geringen Zahl an Sattler*innen und Riemer*innen werden keine speziellen Weiterbildungsveranstaltungen angeboten.

Weiterbildungserfordernisse ergeben sich aus dem Arbeitsbereich des Lehrberufs „Tapezierer*in und Dekorateur*in“ (siehe Doppellehre) oder im Bereich der Sattlererzeugnisse für den Reitsport (Pferdegeschirre etc.).

Für Bohrarbeiter*innen ist es wichtig, immer auf dem neuesten Stand der Entwicklung zu bleiben und das Fachwissen laufend zu ergänzen und zu vertiefen.

Neue Entwicklungen und Weiterbildungsbereiche für Bohrarbeiter*innen:

  • Bohrtechniken
  • Sprengtechnik und Sprengbefugnis
  • Ökologie und Umweltschutz
  • Neue Bohrfelder

Weiterführende Bildungsmöglichkeiten und Höherqualifizierung:

Autosattlerei

Synonym für Fahrzeugtapeziererei; Sattlerei ist in Betrieben des Fahrzeugbaus jene Abteilung, in der die Sitze und Sitzbezüge für Motorräder, Autos usw. hergestellt oder repariert werden.