Stempelerzeuger*in und Flexograf*in

Hinweis: Der Lehrberuf Stempelerzeuger*in und Flexograf*in wurde per 31.07.2021 aufgehoben. Eine Ausbildung in diesem Lehrberuf ist nicht mehr möglich.

Stempelerzeuger*innen und Flexograf*innen stellen Gummistempel und Flexoklischees her. Sie bedienen elektronische Bild- und Textverarbeitungsgeräte und Fotosatzanlagen. Ihre wichtigsten Erzeugnisse sind Stempel für den Bürobedarf, Namensstempel, Datums- und Firmenstempel. Sie arbeiten vorwiegend in gewerblichen Kleinbetrieben in Werkstätten gemeinsam mit Vorgesetzten und Fach- und angelernten Hilfskräften zusammen. Sie haben Kontakt mit Kund*innen und mit Lieferant*innen.

Sonstiger Beruf
Hauptberuf
Lehrzeit:
2 Jahre

Tätigkeiten und Aufgaben

  • Schriftart und Drucktype entsprechend der Vorlage auswählen, den Text setzen
  • analoge (immer seltener) oder digitale Vorlagen gestalten, Texte in Handsatz-, Fotosatz- und mehr und mehr im Desktop Verfahren (am Computer) setzen
  • den Stempelsatz in eine Matrizenmasse (erwärmte Kunststoffplatte) einprägen
  • die Matrize unter eine Rohgummiplatte einlegen, die Gummiplatte in die Matrize pressen(Vulkanisieren)
  • die einzelnen Stempeltexte zuschneiden und auf Stempelhalter aufkleben
  • Kund*innen beraten

In jedem Beruf brauchst du spezielles fachliches Know-how, das in der Aus- und Weiterbildung vermittelt wird. In den beiden Menüpunkten Ausbildung und Weiterbildung findest du Informationen zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für diesen Beruf.

Es gibt auch Kompetenzen, Fähigkeiten und Eigenschaften, die in allen Berufen wichtig sind. Dazu gehören besonders:

  • Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit
  • genaues und sorgfältiges Arbeiten
  • selbstständiges Arbeiten
  • Einsatzfreude
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Fähigkeit und Bereitschaft mit anderen zusammen zu arbeiten (Teamfähigkeit)
  • Lernbereitschaft

Die folgende Liste gibt dir einen Überblick über weitere allgemeine Anforderungen, die in DIESEM Beruf häufig gestellt werden. Diese können natürlich je nach Betrieb, Institution oder Organisation sehr unterschiedlich sein.

DENK DARAN: Viele dieser Anforderungen sind auch Bestandteil der Ausbildung.

Hinweis: Die Begriffe werden in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.

    Körperliche Anforderungen: Welche körperlichen Eigenschaften sind wichtig?

  • Fingerfertigkeit
  • gutes Sehvermögen (viel Lesen bzw. Arbeiten am Computer)
  • Unempfindlichkeit gegenüber chemischen Stoffen

     

    Fachkompetenz: Welche Fähigkeiten und Kenntnisse werden von mir erwartet?

  • Anwendung und Bedienung digitaler Tools
  • gestalterische Fähigkeit
  • gutes Augenmaß
  • handwerkliche Geschicklichkeit
  • technisches Verständnis

     

    Sozialkompetenz: Was brauche ich im Umgang mit anderen?

  • Kommunikationsfähigkeit
  • Kund*innenorientierung

     

    Selbstkompetenz: Welche persönlichen Eigenschaften sollte ich mitbringen?

  • Aufmerksamkeit
  • Beurteilungsvermögen / Entscheidungsfähigkeit
  • Flexibilität / Veränderungsbereitschaft

     

    Methodenkompetenz: Welche Arbeits- und Denkweisen sind wichtig?

  • Kreativität
  • systematische Arbeitsweise

Hinweis: Der Lehrberuf Stempelerzeuger*in und Flexograf*in wurde per 31.07.2021 aufgehoben. Eine Ausbildung in diesem Lehrberuf ist nicht mehr möglich. Es gibt für diesen Lehrberuf auch keinen Nachfolgeberuf.

Selbstständigkeit

Die Möglichkeit einer selbstständigen Berufsausübung ist gegeben durch:

Freies Gewerbe:

  • Stempelerzeugung und Flexografie

Informationen zum „Freien Gewerbe“: freie Gewerbe erfordern in der Regel keinen Befähigungsnachweis, sondern lediglich eine Anmeldung bei der Gewerbebehörde. Grundsätzlich richtet sich der Gewerbeumfang nach dem Wortlaut der Gewerbeanmeldung.

Liste der Freien Gewerbe:

ALLGEMEINE HINWEISE:

Für jede Tätigkeit, die Sie selbstständig, regelmäßig und mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, ausüben wollen, brauchen Sie eine Gewerbeberechtigung (Ausnahme: Freie Berufe). Diese erhalten Sie durch Anmeldung bei der Gewerbebehörde (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat).
Unabhängig von einem etwaigen Befähigungsnachweis müssen sie dafür folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • das 18. Lebensjahr muss vollendet sein
  • österreichische Staatsbürgerschaft oder Staatsbürgerschaft eines anderen EU-Mitgliedstaates (oder eines Staates, mit dem ein entsprechender Staatsvertrag besteht) oder es liegt ein gültiger Aufenthaltstitel vor, der zur selbstständigen Tätigkeit berechtigt
  • keine Ausschließungsgründe (z. B. abgewiesene Konkursanträge, Bestrafung wegen Finanzstrafdelikten)

In allen Fällen einer selbstständigen Berufsausübung (ob im Rahmen eines Gewerbes oder als freiberufliche Tätigkeit) ist diese bei der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft und dem zuständigen Finanzamt zu melden.

Weitere Informationen und Kontakte:

Berufsinfos werden zur Verfügung gestellt von:

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Arbeitsbereiche

Stempelerzeuger*innen und Flexograf*innen stellen Gummistempel und Flexodruckplatten her. Sie wählen die der Vorlage entsprechende Schriftart und Drucktype aus, entwerfen ein Layout und setzen den Text meist mittels Desktop-Publishing in geradzeiligen, runden oder ovalen Formen. Stempelerzeuger*innen übertragen die Vorlage auf Film und dann auf eine lichtempfindlich beschichtete Kunststoffplatte. Die belichteten Stellen härten aus, die unbelichteten können ausgewaschen werden.

Stempelerzeuger*innen und Flexograf*innen prägen diesen Stempelsatz in eine Matrizenmasse (erwärmte Kunststoffmasse). Mittels einer Vulkanisierungspresse pressen sie eine Rohgummiplatte in die Matrize (Vulkanisieren), die letztendlich die Stempelform ergibt. Beim Vulkanisieren wird der Kautschuk der Rohgummiplatte mit Hilfe von Schwefel in Gummi umgewandelt. Stempelerzeuger*innen schneiden die einzelnen Teile der Stempel aus und fixieren sie auf Stempelhaltern.

Bei der Herstellung von Flexoklischees gehen Stempelerzeuger*innen und Flexograf*innen ähnlich vor wie bei der Herstellung eines Stempels, allerdings verwenden sie Spezialgummis, die als Druckform für das maschinelle Bedrucken verschiedener Materialien geeignet sind. Stempelerzeuger*innen und Flexograf*innen beraten weiters Kund*innen und erstellen für diesen Zweck Musterbücher her, in denen die im Betrieb vorhandenen Schriftarten sowie verschiedene Stempelentwürfe enthalten sind.

Arbeitsmittel

Stempelerzeuger*innen und Flexograf*innen arbeiten je nach Herstellungsverfahren an und mit Computern (mit Bild- und Textverarbeitungsprogrammen), Fotosatzanlagen, Auswaschmaschinen, Vulkanisierungspressen, Schneidegeräten usw. Sie arbeiten mit verschiedenen Gummi- und Kunststoffarten, verwenden Lösungs- und Reinigungsmittel und Klebstoffe.

Arbeitsumfeld

Stempelerzeuger*innen und Flexograf*innen arbeiten überwiegend in Werkstätten gewerblicher Klein- und Mittelbetriebe. Sie arbeiten häufig eigenständig aber auch mit Vorgesetzten und weiteren Fach- und Hilfskräften der Produktion zusammen. In gewerblichen Kleinbetrieben haben sie Kontakt mit Kund*innen und Lieferant*innen.

  • Gewerbliche Klein- und Mittelbetriebe des Stempelerzeuger*innen- und Flexograf*innengewerbes

Der Beruf Stempelerzeuger*in und Flexograf*in ermöglicht mit entsprechender Berufserfahrung und Weiterbildung beispielsweise die Spezialisierung auf:

  • Flexoklischees für die Massenfertigung (z. B. Verpackungsindustrie)
  • Stempel und Druckformen für künstlerische Arbeiten (Kunstdruck)

Stempelerzeuger*innen und Flexograf*innen sind beruflich immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. Voraussetzung für Erfolg in diesem Beruf ist es, immer auf dem neuesten Stand der Entwicklung zu bleiben und das Fachwissen, die Methodenkompetenzen und sozialen Kompetenzen laufend zu ergänzen und zu vertiefen.

Weiterbildungseinrichtungen wie z. B. das Berufsförderungsinstitut (BFI) und das Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) bieten in vielen relevanten Bereichen Kurse und Lehrgänge an.

Möglichkeiten zur beruflichen Höherqualifizierung bieten außerdem Vorbereitungs- und Aufbaulehrgänge für Berufstätige an berufsbildenden höheren Schulen, insbesondere an Höheren Technischen und Grafischen Lehranstalten.
Mit dem Abschluss eines Aufbaulehrganges (3 Jahre) ist neben einer höheren Fachqualifikation außerdem die Matura verbunden, die ein Studium an Fachhochschulen und Universitäten (z. B. Grafik Design) ermöglicht.

Studium ohne Matura:

Für ein Studium an einer Fachhochschule, Universität oder Pädagogischen Hochschulen ist normalerweise die Matura einer Allgemeinbildenden (AHS) oder Berufsbildenden Höheren Schule (BHS) erforderlich.
Es bestehen aber auch andere Zugangsmöglichkeiten:

  • Berufsreifeprüfung (Lehre mit Matura): Die Berufsreifeprüfung, die du bereits während deiner Lehrzeit beginnen kannst, ist eine vollwertige Matura, mit der du uneingeschränkten Zugang zum Studium hast.
  • Studienberechtigungsprüfung: Die Studienberechtigungsprüfung kannst du vor Beginn eines Studiums ablegen. Sie ermöglicht den Zugang zu einem bestimmten Studium.
  • ohne Matura mit Berufsausbildung und Berufserfahrung: Fachhochschulen bieten außerdem meist die Möglichkeit mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung (insb. Lehre oder Berufsbildender Mittlerer Schule (BMS)) und mehrjähriger Berufserfahrung auch ohne Matura ein facheinschlägiges (d. h. mit der Berufsausbildung fachlich verwandtes) Bachelorstudien zu beginnen. Meist müssen dazu einzelne Zusatzprüfungen absolviert werden.

Weiterführende Bildungsmöglichkeiten und Höherqualifizierung:

Dimensionsstabilität

Bezeichnet die Maßbeständigkeit von Werkstoffen. Materialien und Produkte mit hoher Dimensionsstabilität (DS) sind gegen dimensionale Veränderungen infolge Temperatureinwirkungen wie Hitze, Kälte oder anderer Bedingungen wie Druck etc. widerstandsfähig und verändern ihre Form nicht.

Flexoklischees

Druckformen aus Kunststoff, die zum Bedrucken von Papiersäcken, Holz usw. dienen.

Matrize

Jener Teil einer Setzmaschine, der als Hohlform den Stempel des Druckwerkzeugs aufnimmt.