Der Beruf Textilmusterzeichner*in war ursprünglich ein Lehrberuf, wurde aber mit 31. Mai 2011 aufgehoben. In diesem Beruf können seit 31. Mai 2011 keine Lehrausbildungen mehr neu begonnen werden!
Textilmusterzeichner*innen sorgen dafür, dass Muster auf die verschiedensten Stoffe kommen. Sie zeichnen Entwürfe nach eigenen Ideen oder Kund*innenwünschen und setzen textiltechnische Musterzeichnungen in maschinengerechte Vorlagen (Musterpatronen) um. Dabei erstellen sie Webvorschriften für die Stoffproduktion mit genauen Angaben über die Art, Farbe, Dichte und den Verlauf der einzelnen Fäden.
Textilmusterzeichner*innen arbeiten an computerunterstützten Anlagen (z. B. CAD- und CAM-Systemen = computerunterstütztes Zeichnen und computerunterstützte Fertigung). Sie arbeiten meist gemeinsam mit ihren Kolleg*innen und anderen Fachkräften des Textildesigns in Musteragenturen und Zeichenbüros der Textilindustrie.
In jedem Beruf brauchst du spezielles fachliches Know-how, das in der Aus- und Weiterbildung vermittelt wird. In den beiden Menüpunkten Ausbildung und Weiterbildung findest du Informationen zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für diesen Beruf.
Es gibt auch Kompetenzen, Fähigkeiten und Eigenschaften, die in allen Berufen wichtig sind. Dazu gehören besonders:
Die folgende Liste gibt dir einen Überblick über weitere allgemeine Anforderungen, die in DIESEM Beruf häufig gestellt werden. Diese können natürlich je nach Betrieb, Institution oder Organisation sehr unterschiedlich sein.
DENK DARAN: Viele dieser Anforderungen sind auch Bestandteil der Ausbildung.
Hinweis: Die Begriffe werden in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.
Der Beruf Textilmusterzeichner*in war ursprünglich ein Lehrberuf, wurde mit 31. Mai 2011 aufgehoben. In diesem Beruf können seit 31. Mai 2011 keine Lehrausbildungen mehr neu begonnen werden!
Die Möglichkeit einer selbstständigen Berufsausübung ist z. B. gegeben durch:
Freies Gewerbe:
Informationen zum „Freien Gewerbe“: freie Gewerbe erfordern in der Regel keinen Befähigungsnachweis, sondern lediglich eine Anmeldung bei der Gewerbebehörde. Grundsätzlich richtet sich der Gewerbeumfang nach dem Wortlaut der Gewerbeanmeldung.
Liste der Freien Gewerbe:
ALLGEMEINE HINWEISE:
Für jede Tätigkeit, die Sie selbstständig, regelmäßig und mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, ausüben wollen, brauchen Sie eine Gewerbeberechtigung (Ausnahme: Freie Berufe). Diese erhalten Sie durch Anmeldung bei der Gewerbebehörde (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat).
Unabhängig von einem etwaigen Befähigungsnachweis müssen sie dafür folgende Voraussetzungen erfüllen:
In allen Fällen einer selbstständigen Berufsausübung (ob im Rahmen eines Gewerbes oder als freiberufliche Tätigkeit) ist diese bei der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft und dem zuständigen Finanzamt zu melden.
Weitere Informationen und Kontakte:
Alternative Berufe sind Berufe, die entweder eine ähnliche Ausbildung oder ähnliche Aufgaben- oder Tätigkeitsbereiche haben, wie der Beruf, über den du dich gerade informierst. Die Ähnlichkeit kann auch in den Arbeitsmaterialien, den Arbeitsumgebungen liegen oder in der Art, wie du mit anderen Menschen zusammenarbeitest.
Diese Liste soll dir bei der Überlegung helfen, welche Berufe und Ausbildungen für dich noch interessant sein könnten und dich auf weitere Ideen bringen.
Textilmusterzeichner*innen fertigen textiltechnische Fachzeichnungen nach eigenen Ideen und nach Vorlagen für die Fertigung in der Weberei, Druckerei, Wirkerei und Strickerei an. Sie setzen Musterzeichnungen in maschinengerechte Mustervorlagen, die sogenannten „Musterpatronen“ um. Musterpatronen sind stark vergrößerte Punktraster der herzustellenden Textilgewebe. Diese dienen als Grundlage für die Herstellung der Lochkarten, die zur Steuerung der verschiedenen Textilmaschinen verwendet werden.
Textilmusterzeichner*innen fertigen zuerst eine Skizze des Stoffmusters an. In der Skizze legen sie die Bindungsart, Farben, Dichte und den Verlauf (Rapport) der einzelnen Fäden fest. Wenn sie einen Musterentwurf nach einer bestehenden Vorlage erstellen, „dekomponieren“ sie bereits bestehende Stoffe: Sie zerlegen das Gewebe mit Fadenzähler und Nadel. Sie analysieren und überprüfen dadurch die Qualität des Materials und die Bindungsart.
Textilmusterzeichner*innen fertigen die Musterpatronen an: Sie verwenden dazu das sogenannte „Patronenpapier“, dabei entsprechen die Längszwischenräume den Kettfäden und die Querzwischenräume den Schussfäden. Textilmusterzeichner*innen übertragen den Musterentwurf auf das Patronenpapier und achten dabei auf die genauen Lagen der einzelnen Fäden. Aus diesen Musterpatronen erstellen sie Lochkarten bzw. Lochstreifen für die verschiedenen Textilmaschinen.
Die technische Entwicklung zum computerunterstützten Design (CAD) und zur computergestützten Produktion (CAM) verändert den Tätigkeitsbereich der Textilmusterzeichner*innen erheblich. Textilmusterzeichner*innen geben Daten für Entwürfe über Computertastaturen ein, sie stellen auf diese Weise Farbversuche an, korrigieren eventuelle Fehler und drucken Musterentwürfe am Farbdrucker aus. Langwierige Tätigkeiten wie das Zeichnen von Musterentwürfen entfallen.
Textilmusterzeichner*innen arbeiten mit Zeichenbrettern und Papier ebenso wie mit computerunterstützten Zeichenprogrammen. Sie bedienen Computer und Drucker, erstellen Datenträger wie Lochkarten und Lochstreifen und hantieren mit unterschiedlichen Stoffen, Geweben und Werkzeugen (z. B. Nadeln, Fadenzähler, Pinzetten).
Textilmusterzeichner*innen arbeiten in Zeichenbüros und Büroräumlichkeiten von gewerblichen Musteragenturen oder in der Textilindustrie an Zeichen- und/oder Computerarbeitsplätzen. Häufig sind sie auch selbstständig für Produktionsunternehmen tätig. Sie arbeiten im Team mit Berufskolleg*innen und anderen Fachkräften des Textildesigns.
Der Rückgang der Beschäftigten in der österreichischen Textilbranche wirkt sich im Bereich Textilmusterzeichnung weniger stark wie in anderen Sparten aus. Gerade bei schwierigen Marktverhältnissen kommt der Erarbeitung neuer Musterkollektionen zur Steigerung der Konkurrenzfähigkeit große Bedeutung zu. Außerdem ist zu beobachten, dass nach Jahren der Massenwarenproduktion im kommenden Jahrzehnt rascher Produktwechsel und Innovation das bestimmende Thema sein wird.
Hochqualifizierte, kreative Textilmusterzeichner*innen mit fundierten EDV-Kenntnissen (z. B. CAD = Computer Aided Design) sind von Rationalisierungsmaßnahmen weniger betroffen. Auch Fremdsprachenkenntnisse (in stärkerem Maße osteuropäische Sprachen) erhöhen die Beschäftigungsmöglichkeiten.
Weiterbildung in den Bereichen EDV und Fremdsprachen bieten das Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) und das Berufsförderungsinstitut (bfi) an.
Der Besuch von Textilmessen und Modeschauen und die Lektüre von Fachzeitschriften ermöglicht Weiterbildung hinsichtlich neuer internationaler Entwicklungen auf dem Modesektor.
Weiterführende Bildungsmöglichkeiten und Höherqualifizierung:
Appretieren | Mechanische oder chemische Behandlung von Geweben zur Erzielung von Glätte, Glanz, größerer Festigkeit u. ä. |
Appretur | Appreturen sind Maßnahmen der Textilveredelung. Dabei werden Textilien für einen bestimmten Gebrauch aufbereitet (z. B. Festigkeit, Nässeschutz oder Glanz). Mit der Appretur kann die Oberfläche des Textils beeinflusst werden. Von der Appretur hängen demnach die Pflegeeigenschaften und die Trageeigeschaften eines Kleidungsstücks ab. |
Ausrüsten | "Ausrüsten" ist eine Arbeitsbezeichnung in der industriellen Strick- und Wirkwarenerzeugung und bedeutet die Veredelung des textilen Produktes durch Stärken, Bleichen, Färben etc. |
Nachstickerei | Arbeitsbereich in der industriellen Stickerei. In der Nachstickerei werden Produktionsfehler auf einer sogenannten Nachstickmaschine ausgebessert. |
Pantograph | - auch Storchschnabel genannt: ein Instrument zur Übertragung von Vorlagen, wie z. B. Zeichnungen, Muster etc., in ein anderes Maßverhältnis. |
Posament | Posamente sind textile Besatzartikel (wie z. B. Borte, Band, Schnur, Quaste, Kordel) und Dekorationsmaterialien. |