Ohne Zeitmessung würde im Alltag vieles durcheinander gehen. Uhrmacher*innen und Zeitmesstechniker*innen sorgen dafür, dass Uhren die Zeit exakt anzeigen. Aber nicht nur Gebrauchsuhren, sondern auch Uhren für Sport, Wissenschaft und Industrie werden von ihnen hergestellt, gewartet und repariert. Uhren werden heute vorwiegend industriell gefertigt, und nur noch teure Designer- bzw. Markenuhren werden von Hand hergestellt (meist in traditionellen Kleingewerbebetrieben) – hier kommt dafür die Handwerkskunst von Uhrmacher*innen – Zeitmesstechniker*innen umso mehr zum Tragen. Uhrmacher*innen – Zeitmesstechniker*innen beraten ihre Kund*innen, reparieren Uhren, wechseln Batterien und Uhrgläser, montieren Armbänder und stellen die Zeit genau ein.
Uhrmacher*in – Zeitmesstechniker*innen arbeiten mit Lupen und an Mikroskopen mit kleinsten Werkzeugen wie Feilen, Bohrern, Pinzetten usw. Sie arbeiten in Werkstätten, Büros und Verkaufslokalen von Gewerbebetrieben im Team mit Berufskolleg*innen und Vorgesetzten und haben Kontakt mit Kund*innen und Lieferant*innen.
Reparieren von mechanischen Uhren:
Reparieren von elektronischen Uhren:
In jedem Beruf brauchst du spezielles fachliches Know-how, das in der Aus- und Weiterbildung vermittelt wird. In den beiden Menüpunkten Ausbildung und Weiterbildung findest du Informationen zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für diesen Beruf.
Es gibt auch Kompetenzen, Fähigkeiten und Eigenschaften, die in allen Berufen wichtig sind. Dazu gehören besonders:
Die folgende Liste gibt dir einen Überblick über weitere allgemeine Anforderungen, die in DIESEM Beruf häufig gestellt werden. Diese können natürlich je nach Betrieb, Institution oder Organisation sehr unterschiedlich sein.
DENK DARAN: Viele dieser Anforderungen sind auch Bestandteil der Ausbildung.
Hinweis: Die Begriffe werden in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.
Mit einer erfolgreich abgeschlossenen Lehre und vier weiteren Prüfungen erlangst du die Berufsmatura (Berufsreifeprüfung). Diese öffnet dir den Zugang zu Universitäts- und Fachhochschulstudien. Außerdem ermöglicht sie zusätzliche Karrierewege im erlernten Beruf, aber auch außerhalb des bisherigen Berufsfeldes.
Und so geht es:
Die Berufsmatura besteht aus vier Teilprüfungen: Deutsch (schriftlich und mündlich) und Mathematik (schriftlich), eine lebende Fremdsprache (schriftlich oder mündlich) und ein Fachbereich (schriftliche Prüfung oder Projektarbeit und mündliche Prüfung). Der Fachbereich ist ein Thema aus dem Berufsfeld des Kandidaten/der Kandidatin.
Wie funktioniert die Vorbereitung?
Die Vorbereitung auf die Berufsreifeprüfung erfolgt in Vorbereitungskursen, die von Erwachsenenbildungseinrichtungen (z. B. WIFI, BFI, Volkshochschulen), Berufsschulen oder höheren Schulen (z. B. AHS, HAK, HTL, HLW) angeboten werden. In solchen Lehrgängen können auch die jeweiligen Teilprüfungen abgelegt werden. Drei der vier Teilprüfungen können bereits während der Lehre abgelegt werden. Zur letzten Teilprüfung kannst du nach erfolgreichem Lehrabschluss, aber nicht vor dem 19. Geburtstag antreten.
Durch ein Förderprogramm, können die Vorbereitungskurse und die Prüfung seit September 2008 in ganz Österreich kostenlos angeboten werden. Zur konkreten Ausgestaltung der Vorbereitung auf die Berufsreifeprüfung bestehen in den einzelnen Bundesländern unterschiedliche Modelle. Informationen bieten u. a. die Bildungseinrichtungen und die Lehrlingsstellen der Wirtschaftskammern.
Link: Häufig gestellte Fragen!
Die WKO-Bildungspfade geben dir einen Überblick über durchgängige Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten in unterschiedlichen Berufen am Beispiel der WKO Bildungsangebote. Der Bildungspfad Berufsreifeprüfung steht in allen Lehrberufen offen:
Die Möglichkeit einer selbstständigen Berufsausübung ist gegeben durch:
Reglementierte Gewerbe/Handwerke:
Für die Ausübung eines reglementierten Gewerbes (einschließlich Rechtskraftgewerbe) sind, neben der Erfüllung der allgemeinen Voraussetzungen, Befähigungsnachweise zu erbringen, die in den angeführten Bundesgesetzblättern festgelegt sind.
Downloadmöglichkeit der Zugangsvoraussetzung und Prüfungsordnungen (Bundesgesetzblätter): Wirtschaftskammer Österreich: Prüfungs- und Befähigungsnachweise für reglementierte Gewerbe
ALLGEMEINE HINWEISE:
Für jede Tätigkeit, die du selbstständig, regelmäßig und mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, ausüben willst, brauchst du eine Gewerbeberechtigung (Ausnahme: Freie Berufe). Diese erhältst du durch Anmeldung bei der Gewerbebehörde (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat).
Unabhängig von einem etwaigen Befähigungsnachweis musst du dafür folgende Voraussetzungen erfüllen:
In allen Fällen einer selbstständigen Berufsausübung (ob im Rahmen eines Gewerbes oder als freiberufliche Tätigkeit) ist diese bei der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft und dem zuständigen Finanzamt zu melden.
Weitere Informationen und Kontakte:
Durch die Verwandtschaftsregelung wird die Ausbildung in einem Lehrberuf auf Teile der Lehrzeit in anderen (verwandten) Lehrberufen angerechnet. Dadurch verkürzt sich die Lehrzeit bei der Ausbildung in einem weiteren Lehrberuf (oder auch beim Wechsel auf einen verwandten Lehrberuf). In manchen Fällen wird die Lehrzeit und die Lehrabschlussprüfung auch vollkommen ersetzt.
Bei folgenden verwandten Lehrberufen verkürzt sich die Lehrzeit im Ausmaß der angegebenen Lehrjahre. (Beispiel: Der Eintrag „1. voll“ bedeutet z. B., dass sich die Lehrzeit im verwandten Lehrberuf um ein Jahr verkürzt.)
Alternative Berufe sind Berufe, die entweder eine ähnliche Ausbildung oder ähnliche Aufgaben- oder Tätigkeitsbereiche haben, wie der Beruf, über den du dich gerade informierst. Die Ähnlichkeit kann auch in den Arbeitsmaterialien, den Arbeitsumgebungen liegen oder in der Art, wie du mit anderen Menschen zusammenarbeitest.
Diese Liste soll dir bei der Überlegung helfen, welche Berufe und Ausbildungen für dich noch interessant sein könnten und dich auf weitere Ideen bringen.
Uhrmacher*innen – Zeitmesstechniker*innen arbeiten mit verschiedenen mechanischen und elektronischen Uhren und Uhrwerken: Kleinuhren wie Armband- und Taschenuhren, Großuhren wie Wand-, Pendel- Stand-, Tisch-, Turm- und Außenuhren, außerdem Wecker, Quarzuhren sowie mit Zeitmessgeräten für den Sport oder für die Wissenschaft. Hauptsächlich sind sie heute im Service und in der Reparatur dieser Uhren tätig und stellen Ersatzteile her. In manchen Fällen stellen sie auch noch selbst Uhren in Handarbeit her.
Uhrmacher*innen – Zeitmesstechniker*innen, die mechanische Uhren, wie beispielsweise mechanische Wecker reparieren, öffnen zuerst das Gehäuse mit einem Gehäuseöffner. Sie nehmen die Zeiger und das Zifferblatt ab und bauen das Uhrwerk aus. Dann kontrollieren sie die Abnützung der Lager und Wellen sowie die Verzahnung der Räder. Uhrmacher*innen – Zeitmesstechniker*innen zerlegen das Uhrwerk, reinigen die verschmutzten Einzelteile und tauschen fehlerhafte bzw. abgenutzte Bestandteile wie Zahnräder aus. Sie bauen das Uhrwerk wieder zusammen und prüfen dabei die Leichtgängigkeit aller beweglichen Teile. Dann ziehen sie die Uhr auf, prüfen die Ganggenauigkeit, setzen das gereinigte Zifferblatt und die Zeiger ein und bauen das Uhrwerk in das Gehäuse ein.
Die Arbeit an elektronischen Uhren unterscheidet sich vor allem durch die Fehlersuche mit elektronischen Mess- und Prüfgeräten und dadurch, dass bei Fehlern an der Elektronik meist das gesamte Uhrwerk ausgetauscht wird.
Bei ihrer Arbeit setzen Uhrmacher*innen – Zeitmesstechniker*innen unterschiedliche Materialien wie Metalle, Edelmetalle, Glas, Kunststoff und teilweise auch Edelsteine ein und bearbeiten diese z. B. durch Anreißen, Feilen, Sägen, Bohren, Gewindeschneiden. Sie führen auch maschinelle Arbeiten an Dreh- und Fräsmaschinen durch und schleifen, polieren und härten die Oberflächen. Mit speziellen Prüfverfahren werden Wasserdichtheit, Ganggenauigkeit oder Stoßfestigkeit gemessen.
Uhrmacher*innen – Zeitmesstechniker*innen erbringen neben Wartungs- und Reparaturarbeiten an Klein- und Großuhren auch Serviceleistungen wie Batteriewechsel, Gläsertausch, Umstellung auf Sommer-/Winterzeit oder Montieren von Armbändern. In gewerblichen Uhrmacher*innenwerkstätten an die ein Einzelhandelsbetrieb angeschlossen ist, beraten sie auch Kund*innen, verkaufen Uhren und Zubehör und nehmen Reklamationen entgegen.
Uhrmacher*innen – Zeitmesstechniker*innen arbeiten an den mechanischen und elektronischen Teilen von Klein- und Großuhren mit Lupen, Pinzetten und anderen Feinwerkzeugen. Sie hantieren mit Mikroskopen und mit elektronischen Mess- und Präzisionsprüfgeräten wie z. B. Voltmeter. Weiters setzen sie Werkzeuge wie Gehäuseöffner, Schraubenzieher, Feilen, Bohrer und Hämmer, aber auch Dreh- und Fräsmaschinen ein. Sie verwenden außerdem Hilfs- und Betriebsstoffe wie Öle oder Fette.
Uhrmacher*innenarbeit ist Feinmechaniker*innenarbeit: Sie verwenden kleinste Teile wie z. B. Zahnräder, Lager, Ziffernblätter, Zeiger aus Metallen und Kunststoffen. Sie lesen und verwenden technische Unterlagen, Bau- und Montagepläne und führen Betriebsbücher wie z. B. Wartungs- und Serviceprotokolle, Kund*innenkarteien, Lagerlisten und dergleichen mehr.
Uhrmacher*innen – Zeitmesstechniker*innen sind überwiegend in Werkstätten und Verkaufsräumen von gewerblichen Klein- und Mittelbetrieben tätig. Sie arbeiten mit Berufskolleg*innen und Vorgesetzten zusammen und haben Kontakt mit Kund*innen und Lieferant*innen. Bei Montagen oder Reparaturen von Großuhren sind sie auch bei Kundinnen und Kunden im Einsatz. Dabei müssen sie mitunter auch in größeren Höhen arbeiten.
Der Beruf Uhrmacher*in – Zeitmesstechniker*in ermöglicht mit entsprechender Berufserfahrung und Weiterbildung beispielsweise die Spezialisierung auf:
Uhrmacher*innen – Zeitmesstechniker*innen sind beruflich immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. Voraussetzung für Erfolg in diesem Beruf ist es, immer auf dem neuesten Stand der Entwicklung zu bleiben und das Fachwissen, die Methodenkompetenzen und sozialen Kompetenzen laufend zu ergänzen und zu vertiefen.
Weiterbildungseinrichtungen wie zum Beispiel das Berufsförderungsinstitut (BFI) und das Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) bieten zahlreiche Kurse in technischen und kaufmännischen Bereiche, beispielsweise in Bereich Metalltechnik, Kunststofftechnik, Feinwerktechnik und dergleichen an.
Viele Betriebe des Uhrmachergewerbes bieten regelmäßig interne Schulungen zu Produkten, Materialien und Sortimenten an oder ermöglichen Zulieferbetrieben Informationsveranstaltungen und Produktschulungen vor Ort durchzuführen.
Hinsichtlich der Technik elektronischer Uhren und Quarzuhrentechnik können sich Uhrmacher*innen – Zeitmesstechniker*innen in Kursen verschiedener Herstellerfirmen weiterbilden.
Die Bundesfachschule für Uhrmacher*innen in Karlstein (NÖ) und das Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI)bieten darüber hinaus Vorbereitungskurse für die Meister*innenprüfung und Seminare für Uhrmacher*innen (z. B. Quarzuhrentechnik) an.
Möglichkeiten zur beruflichen Höherqualifizierung bieten weiters Vorbereitungs- und Aufbaulehrgänge an berufsbildenden höheren Schulen (insb. Höhere Technische Lehranstalten). Mit dem Abschluss eines Aufbaulehrganges ist neben einer höheren Fachqualifikation außerdem die Matura verbunden, die ein Studium an Fachhochschulen und Universitäten ermöglicht.
Studium ohne Matura:
Für ein Studium an einer Fachhochschule, Universität oder Pädagogischen Hochschulen ist normalerweise die Matura einer Allgemeinbildenden (AHS) oder Berufsbildenden Höheren Schule (BHS) erforderlich.
Es bestehen aber auch andere Zugangsmöglichkeiten:
Weiterführende Bildungsmöglichkeiten und Höherqualifizierung:
CAD | Abkürzung für "Computer Aided Design" (computerunterstütztes Design): Computerprogramme für Planung, Entwurf und Konstruktion. Zeichnungen und räumliche Darstellungen von geometrischen Formen und Modellen können von allen Seiten und aus allen Perspektiven gezeigt werden (3-D-Darstellungen). CAD beinhaltet Berechnungsanwendungen, Informationsbereitstellung, automatisiertes Zeichnen und rechnerunterstützten Entwurf. |
CNC | Abkürzung für Computerized Numerical Control (= computerunterstützte numerische Maschinensteuerung). Produktionsmaschinen (z. B. Drehbänke) werden mit Hilfe eines Computers gesteuert. Der Computer ist dabei direkt in die Steuerung der Maschine integriert. Die Produktion kann teil- oder vollautomatisch erfolgen, wodurch eine ständige Betreuung der Fertigungsmaschinen nicht mehr notwendig ist. |
Justieren | Etwas (z. B. Maschinen, Messgeräte, Laborgeräte) berichtigen, genau einstellen. |