Versicherungskaufleute arbeiten in Betrieben der Versicherungswirtschaft. Sie werben Kund*innen an und beraten diese. Sie stellen Polizzen aus, prüfen Schadensfälle und bearbeiten Reklamationen. Versicherungskaufleute arbeiten mit modernen Informations- und Kommunikationssystemen und beachten dabei die Vorschriften des Datenschutzes und der Datensicherheit. Sie arbeiten im Team mit Kolleg*innen der Versicherungswirtschaft und haben je nach Einsatz im Innen- oder Außendienst Kontakt mit Versicherungsnehmer*innen. Bei der Bearbeitung von Schadensfällen stehen sie in Kontakt mit Polizeidienststellen, Feuerwehr und Sachverständigen.
In jedem Beruf brauchst du spezielles fachliches Know-how, das in der Aus- und Weiterbildung vermittelt wird. In den beiden Menüpunkten Ausbildung und Weiterbildung findest du Informationen zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für diesen Beruf.
Es gibt auch Kompetenzen, Fähigkeiten und Eigenschaften, die in allen Berufen wichtig sind. Dazu gehören besonders:
Die folgende Liste gibt dir einen Überblick über weitere allgemeine Anforderungen, die in DIESEM Beruf häufig gestellt werden. Diese können natürlich je nach Betrieb, Institution oder Organisation sehr unterschiedlich sein.
DENK DARAN: Viele dieser Anforderungen sind auch Bestandteil der Ausbildung.
Hinweis: Die Begriffe werden in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.
Mit einer erfolgreich abgeschlossenen Lehre und vier weiteren Prüfungen erlangst du die Berufsmatura (Berufsreifeprüfung). Diese öffnet dir den Zugang zu Universitäts- und Fachhochschulstudien. Außerdem ermöglicht sie zusätzliche Karrierewege im erlernten Beruf, aber auch außerhalb des bisherigen Berufsfeldes.
Und so geht es:
Die Berufsmatura besteht aus vier Teilprüfungen: Deutsch (schriftlich und mündlich) und Mathematik (schriftlich), eine lebende Fremdsprache (schriftlich oder mündlich) und ein Fachbereich (schriftliche Prüfung oder Projektarbeit und mündliche Prüfung). Der Fachbereich ist ein Thema aus dem Berufsfeld des Kandidaten/der Kandidatin.
Wie funktioniert die Vorbereitung?
Die Vorbereitung auf die Berufsreifeprüfung erfolgt in Vorbereitungskursen, die von Erwachsenenbildungseinrichtungen (z. B. WIFI, BFI, Volkshochschulen), Berufsschulen oder höheren Schulen (z. B. AHS, HAK, HTL, HLW) angeboten werden. In solchen Lehrgängen können auch die jeweiligen Teilprüfungen abgelegt werden. Drei der vier Teilprüfungen können bereits während der Lehre abgelegt werden. Zur letzten Teilprüfung kannst du nach erfolgreichem Lehrabschluss, aber nicht vor dem 19. Geburtstag antreten.
Durch ein Förderprogramm, können die Vorbereitungskurse und die Prüfung seit September 2008 in ganz Österreich kostenlos angeboten werden. Zur konkreten Ausgestaltung der Vorbereitung auf die Berufsreifeprüfung bestehen in den einzelnen Bundesländern unterschiedliche Modelle. Informationen bieten u. a. die Bildungseinrichtungen und die Lehrlingsstellen der Wirtschaftskammern.
Link: Häufig gestellte Fragen!
Die WKO-Bildungspfade geben dir einen Überblick über durchgängige Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten in unterschiedlichen Berufen am Beispiel der WKO Bildungsangebote. Der Bildungspfad Berufsreifeprüfung steht in allen Lehrberufen offen:
Die Möglichkeit einer selbstständigen Berufsausübung ist beispielsweise gegeben durch:
a) reglementierte Gewerbe: (Versicherungsvermittlung)
Informationen über den Berufszugang findest du auf den Seiten des Bundsgremiums der Versicherungsagent*innen oder des Fachverbandes der Versicherungsmakler*innen und Berater*innen in Versicherungsangelegenheiten.
Für die Ausübung eines reglementierten Gewerbes oder Handwerks sind, neben der Erfüllung der allgemeinen Voraussetzungen, Befähigungsnachweise zu erbringen, die in den angeführten Bundesgesetzblättern festgelegt sind.
Downloadmöglichkeit der Zugangsvoraussetzung und Prüfungsordnungen (Bundesgesetzblätter): Wirtschaftskammer Österreich: Prüfungs- und Befähigungsnachweise für reglementierte Gewerbe
Liste der reglementierten Gewerbe: Bundeseinheitliche Liste der reglementierten Gewerbe
b) Rechtskraftgewerbe:
Rechtskraftgewerbe sind reglementierte Gewerbe, bei denen die Zuverlässigkeit des Gewerbeanmelders/der Gewerbeanmelderin durch die Gewerbebehörde (Bezirksverwaltungsbehörde bzw. Magistrat) geprüft und festgestellt wird.
ALLGEMEINE HINWEISE:
Selbstständige Tätigkeiten sind alle Tätigkeit, die du in eigener Verantwortung (also nicht angestellt), regelmäßig und mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, ausüben willst. Für viele dieser Tätigkeiten brauchst du eine Gewerbeberechtigung. Es gibt aber auch sogenannte Freie Berufe (freiberufliche Tätigkeiten) und land- und forstwirtschaftliche Tätigkeiten, die nicht der Gewerbeordnung unterliegen. Auch für viele dieser Tätigkeiten gibt es eigene Rechtsvorschriften für die selbstständige Berufsausübung, manche können aber auch ohne besondere Voraussetzungen selbstständig ausgeübt werden.
In allen Fällen einer selbstständigen Berufsausübung (egal, ob im Rahmen eines Gewerbes, als freiberufliche Tätigkeit, im Rahmen eines Land- und forstwirtschaftlichen Betriebes) musst du diese bei der zuständigen Sozialversicherungsanstalt und dem zuständigen Finanzamt melden. Je nach selbstständiger Tätigkeit gibt es noch andere Meldepflichten oder Register, in die du dich eintragen musst.
Selbstständige Tätigkeiten, für die eine Gewerbeberechtigung erforderlich ist, musst du außerdem bei der Gewerbebehörde (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat) anmelden.
Unabhängig von einem oft notwendigen Befähigungsnachweis musst du dafür folgende Voraussetzungen erfüllen:
Für weitere Informationen schau dir unseren Thementext Im Fokus: Selbstständigkeit an oder nutze eine der folgenden Quellen und Kontakte:
Durch die Verwandtschaftsregelung wird die Ausbildung in einem Lehrberuf auf Teile der Lehrzeit in anderen (verwandten) Lehrberufen angerechnet. Dadurch verkürzt sich die Lehrzeit bei der Ausbildung in einem weiteren Lehrberuf (oder auch beim Wechsel auf einen verwandten Lehrberuf). In manchen Fällen wird die Lehrzeit und die Lehrabschlussprüfung auch vollkommen ersetzt.
Bei folgenden verwandten Lehrberufen verkürzt sich die Lehrzeit im Ausmaß der angegebenen Lehrjahre. (Beispiel: Der Eintrag „1. voll“ bedeutet z. B., dass sich die Lehrzeit im verwandten Lehrberuf um ein Jahr verkürzt.)
Alternative Berufe sind Berufe, die entweder eine ähnliche Ausbildung oder ähnliche Aufgaben- oder Tätigkeitsbereiche haben, wie der Beruf, über den du dich gerade informierst. Die Ähnlichkeit kann auch in den Arbeitsmaterialien, den Arbeitsumgebungen liegen oder in der Art, wie du mit anderen Menschen zusammenarbeitest.
Diese Liste soll dir bei der Überlegung helfen, welche Berufe und Ausbildungen für dich noch interessant sein könnten und dich auf weitere Ideen bringen.
Versicherungskaufleute sind in den verschiedenen Bereichen der Versicherungswirtschaft mit dem Abschluss, der Überprüfung und der Erfüllung von Versicherungsverträgen sowie den damit zusammenhängenden Verwaltungsaufgaben befasst, z. B. Haftpflichtversicherung, Haushaltsversicherung, Kfz-Versicherung, Gebäudeversicherung, Unfallversicherung, Lebensversicherungen, Tierhalter*innenversicherung, Betriebs- und Geschäftsversicherungen.
Im Außendienst besuchen Versicherungskaufleute aktuelle und potenzielle Kund*innen. Sie informieren und beraten diese über Möglichkeiten zur Absicherung gegen finanzielle Folgen verschiedenster Gefahren und Risiken (z. B. Krankheit, Unfall, Diebstahl oder Naturkatastrophen), aber auch über Vorsorgeprodukte (z. B. Lebensversicherungen). Sie schließen Versicherungsverträge ab und leiten die Daten der Kund*innen an den Innendienst weiter. Sie informieren die Kund*innen laufend über neue Versicherungsprodukte sowie Änderungen oder Anpassungsmöglichkeiten bei bestehenden Verträgen. Im Schadensfall unterstützen sie bei der Geltendmachung von Ansprüchen aus Versicherungen. Siehe dazu auch das Berufsprofil Versicherungsfachmann / Versicherungsfachfrau (Außendienst).
Im Innendienst erledigen Versicherungskaufleute organisatorische Aufgaben. Sie übernehmen die von den Außendienstmitarbeiter*innen ausgestellten Versicherungsanträge und stellen die Versicherungsverträge (Polizzen) aus.
Außerdem führen Versicherungskaufleute im Innendienst den Schriftverkehr mit den Kund*innen und anderen Abteilungen, verwalten Kund*innenkarteien und Datenbanken, behandeln Reklamationen von Kund*innen und führen Statistiken über Kosten, Prämien und Vertragsbestand. Siehe dazu auch das Berufsprofil Versicherungsfachmann / Versicherungsfachfrau (Innendienst).
Versicherungskaufleute verkaufen, verwalten und bearbeiten unterschiedliche Versicherungsleistungen. Dazu verwenden sie schriftliche Unterlagen, z. B. Versicherungsverträge, Schadensmeldungen, Antrags- und sonstige Formulare, Tariftabellen, Versicherungsbestimmungen, und setzten moderne Kommunikationsmittel ein, z. B. (Mobil-)Telefone, Internet, E-Mail, Videotelefonie- und Onlinemeeting-Tools.
Im Innendienst arbeiten Versicherungskaufleute vorwiegend in Büroräumen an Computerarbeitsplätzen, die mit Textverarbeitungssoftware (z. B. zum Erstellen von Dokumenten für den Schriftverkehr mit Kund*innen), Kalkulationsprogrammen (z. B. zur Prämienberechnung) sowie branchenspezifischer Software (z. B. zur Vertragserstellung) ausgestattet sind. Außerdem nutzen sie die üblichen Bürogeräte wie Drucker, Scanner und Kopiergeräte. Im Außendienst führen sie Laptops, Informationsbroschüren und Verträge mit sich, sodass sie Anfragen und Konditionen sofort prüfen können. Hier sind auch ein Führerschein und ein eigener PKW von Vorteil.
Ein wichtiges Arbeitsmittel für Versicherungskaufleute ist die eigene Person. Sicheres, kompetentes und vertrauenswürdiges Auftreten, Kund*innenorientierung und Kontaktfreude sind wesentliche Voraussetzungen für eine erfolgreiche Berufsausübung.
Versicherungskaufleute arbeiten im Innendienst in Büroräumen der Zentrale von Versicherungsgesellschaften oder in den regionalen Versicherungsbüros. Dort erledigen sie vorwiegend Bildschirmarbeit. Im Außendienst besuchen sie ihre Kund*innen zu Hause und in Betrieben, kommen aber auch zu Lokalaugenscheinen an z. B. Unfallorte, um Schadensmeldungen zu prüfen. Außendienstmitarbeiter*innen müssen mobil sein und sind häufig in Dienstautos unterwegs.
Versicherungskaufleute arbeiten gemeinsam mit Berufskolleg*innen und mit anderen Expert*innen der Versicherungsbranchen (z. B. Versicherungsmathematiker*in, Versicherungsvermittler*in). Je nach Aufgabenbereich haben sie persönlichen, schriftlichen oder telefonischen Kontakt zu den Versicherungsnehmer*innen (Kund*innen) sowie zu Behörden (z. B. bei der Zulassung von Kraftfahrzeugen), zu Einsatzorganisationen (z. B. zur Polizei bei Schadensabwicklungen nach Unfällen, Diebstählen oder zur Feuerwehr) und zu Reparatur- und Servicebetrieben bei der Schadensabwicklung (z. B. Kfz-Werkstätten, Installationsbetrieben).
Versicherungskaufleute im Innendienst arbeiten hauptsächlich während der betriebsüblichen Bürozeiten, im Außendienst sind sie immer wieder auch am Abend und an Wochenenden tätig, um ihre Kund*innen dann zu erreichen, wenn diese zu Hause sind.
Versicherungskaufleute sind bei Versicherungsgesellschaften oder Versicherungsvermittlungsbüros beschäftigt.
Der Beruf Versicherungskaufmann / Versicherungskauffrau ermöglicht mit entsprechender Berufserfahrung und Weiterbildung beispielsweise die Spezialisierung auf:
Spezialisierungs- und Aufstiegsmöglichkeiten (Auswahl):
Versicherungskaufleute sind beruflich immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. Voraussetzung für Erfolg in diesem Beruf ist es, immer auf dem neuesten Stand der Entwicklung zu bleiben und das Fachwissen, die Methodenkompetenzen und sozialen Kompetenzen laufend zu ergänzen und zu vertiefen.
Weiterbildungseinrichtungen wie das Berufsförderungsinstitut (BFI) und das Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) führen zu verschiedene relevanten Themen Weiterbildungsveranstaltungen durch, z. B. IT, betriebliches Rechnungswesen, Fremdsprachen. Die Bildungsakademie der Österreichischen Versicherungswirtschaft (BÖV) in Wien bietet berufsspezifische Kurse für Versicherungskaufleute an, z. B. Außendienstprüfung, Versicherungsenglisch.
Viele Versicherungsgesellschaften führen außerdem regelmäßig innerbetriebliche Schulungen insbesondere zu den eigenen Versicherungsprodukte, aber auch zu den Themen Kund*innenberatung/-betreuung usw. durch. Außerdem bieten zahlreiche größere Systemanbieter*innen laufend Produktschulungen an. Auch die laufende Lektüre von Fachpublikationen und Zeitschriften, die Teilnahme bei Messen, Veranstaltungen und Kongressen sowie besonders die Vernetzung in beruflichen Netzwerken (online und offline) ist für Versicherungskaufleute eine wichtige Möglichkeit, um sich auf dem neuesten Stand zu halten.
Möglichkeiten zur beruflichen Höherqualifizierung bieten außerdem Vorbereitungs- und Aufbaulehrgänge an Berufsbildenden Höheren Schulen (z. B. Handelsakademie). Mit dem Abschluss ist neben einer höheren Fachqualifikation die Matura verbunden, die ein Studium an Universitäten und Fachhochschulen ermöglicht. Auch die Berufsreifeprüfung (insbesondere Lehre mit Matura) oder eine Studienberechtigungsprüfung ermöglichen den Zugang zum Studium.
Studium ohne Matura:
Für ein Studium an einer Fachhochschule, Universität oder Pädagogischen Hochschulen ist normalerweise die Matura einer Allgemeinbildenden (AHS) oder Berufsbildenden Höheren Schule (BHS) erforderlich.
Es bestehen aber auch andere Zugangsmöglichkeiten:
Weiterführende Bildungsmöglichkeiten und Höherqualifizierung:
Assekuranz | Fachausdruck für Versicherungswirtschaft. |
Polizze | Urkunde über einen Versicherungsvertrag, die von der Versicherungsanstalt ausgestellt wird. |
Sachversicherung | Die Versicherung von Gegenständen (etwa Verlust oder Beschädigung). Hierzu gehören unter anderem die Feuer-, Gebäude-, Hausrat-, Einbruchdiebstahl und Leitungswasserversicherung sowie technische Versicherungszweige. |