Die Ausbildung zum/zur Werkstoffprüfer*in erfolgt als Hauptmodul im Modullehrberuf Werkstofftechnik (Modullehrberuf).
Werkstoffprüfer*innen ermitteln Werkstoffkennziffern und Werkstoffeigenschaften (z. B. Dichte, Dehnung, Zugfestigkeit, Härte, Hitze- und Kältebeständigkeit). Dabei wenden sie mit Messgeräten und Apparaten verschiedene Prüfverfahren an, dokumentieren die Prüfergebnisse und werten sie aus. Auf Grundlage dieser Tests und Prüfverfahren kann die Qualität von Werkstoffen (z. B. Metalle, Kunststoffe) verbessert werden.
Werkstoffprüfer*innen arbeiten in Betrieben verschiedener Branchen vorwiegend in Labors mit anderen Spezialist*innen und Fachkräften der Labor- und Werkstofftechnik sowie Produktion zusammen.
In jedem Beruf brauchst du spezielles fachliches Know-how, das in der Aus- und Weiterbildung vermittelt wird. In den beiden Menüpunkten Ausbildung und Weiterbildung findest du Informationen zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für diesen Beruf.
Es gibt auch Kompetenzen, Fähigkeiten und Eigenschaften, die in allen Berufen wichtig sind. Dazu gehören besonders:
Die folgende Liste gibt dir einen Überblick über weitere allgemeine Anforderungen, die in DIESEM Beruf häufig gestellt werden. Diese können natürlich je nach Betrieb, Institution oder Organisation sehr unterschiedlich sein.
DENK DARAN: Viele dieser Anforderungen sind auch Bestandteil der Ausbildung.
Hinweis: Die Begriffe werden in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.
Die Ausbildung zum/zur Werkstoffprüfer*in erfolgt als Hauptmodul im Modullehrberuf °Werkstofftechnik (Modullehrberuf)#.
Die Ausbildung zum/zur Werkstofftechniker*in umfasst verpflichtend die zweijährige Ausbildung im Grundmodul Werkstofftechnik und die einjährige Ausbildung im Hauptmodul Werkstoffprüfung. Zusätzlich besteht die Möglichkeit zu einer halbjährigen Ausbildung im Spezialmodul Wärmebehandlung (siehe °Wärmebehandlungstechnik#).
Die Ausbildung erfolgt als Lehrausbildung (= Duale Ausbildung). Voraussetzung dafür ist die Erfüllung der 9-jährigen Schulpflicht und eine Lehrstelle in einem Ausbildungsbetrieb. Die Ausbildung erfolgt überwiegend im Ausbildungsbetrieb und begleitend dazu in der Berufsschule. Die Berufsschule vermittelt den theoretischen Hintergrund, den du für die erfolgreiche Ausübung deines Berufs benötigst.
Wichtig: Der Besuch der Berufsschule setzt im Normalfall eine (betriebliche) Lehrstelle voraus. Du kannst dir deine Berufsschule NICHT aussuchen, sondern wirst ihr zugewiesen.
Dauer: 3 bis 3,5 Jahre
Form: Dual
Voraussetzungen:
Abschluss:
Lehrabschlussprüfung im Beruf Werkstofftechnik
Mit erfolgreicher Lehrabschlussprüfung sind die Lehrabsolvent*innen berechtigt die Berufsbezeichnung „Werkstofftechnikerin“ bzw.“Werkstofftechniker“ zu tragen.
Berechtigungen:
Info:
Die Lehrausbildung (= duale Ausbildung) erfolgt überwiegend in einem Betrieb (Lehrbetrieb); rund 80 % der Ausbildungszeit. Um einen Ausbildungsplatz zu bekommen, musst du dich bei einem passenden Lehrbetrieb bewerben.
Im Lehrbetrieb erlernst du deinen gewählten Beruf direkt am Arbeitsplatz, in Werkstätten, Fertigungs- und Produktionshallen, Prüflabors usw. in Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen.
Etwa 20 % der Ausbildungszeit verbringst du in der Berufsschule.
In der Berufsschule wird das Allgemeinwissen vertieft und theoretisches Hintergrundwissen, aber auch praktische Fertigkeiten für den gewählte Beruf vermittelt.
Landesberufsschule Neunkirchen
Triester Straße 67
2620 Neunkirchen
Tel.: +43 (0)2635 / 653 86
email: office@lbsneunkirchen.ac.at
Internet: https://lbsneunkirchen.ac.at/
Landesberufsschule Knittelfeld
Portniggstraße 21
8720 Knittelfeld
Tel.: +43 (0)3512 / 828 10 -0
Fax: +43 (0)3512 / 828 10 -3
email: lbskf@stmk.gv.at
Internet: https://www.berufsschulen.steiermark.at/
Fachberufsschule Plansee Reutte
Metallwerk-Plansee-Straße 71/Plansee SE
6600 Reutte-Breitenwang
Tel.: +43 (0)5672 / 600 -2518
email: info@plansee.com
Internet: https://plansee-group.com/de/standorte/oesterreich/reutte/ausbildung
Art: Schulausbildung
Dauer: 5 Jahre
Form: Vollzeit
Voraussetzungen: kommend aus:
Abschluss: Reife- und Diplomprüfung (Matura)
Berechtigungen:
Info:
Biologie, Physik und Chemie bilden die Grundlage für technische Verfahren und Anwendungen. Dabei stehen die Auswirkungen auf unsere Umwelt und uns Menschen immer mehr im Vordergrund. Daher beschäftigen sich die SchülerInnen in dieser Ausbildung intensiv mit Science, das eng beispielsweise mit Umwelt- und Energietechnik abgestimmt ist. So lernen sie anhand von praktischen Versuchen von Anfang an umfassender auf Themen einzugehen und sich mit möglichen Lösungen zu beschäftigen. (Quelle: HTL Leoben)
Ab dem 3. Jahr kannst du aus folgenden Bereichen wählen:
Weitere Infos: https://www.htl-leoben.at/ausbildungen/htl-leoben/material-und-umwelttechnologie/
Höhere technische Lehranstalt und Werkmeisterschule des Schulvereins der HTL Leoben
Max-Tendler-Straße 3
8700 Leoben
Tel.: +43 (0)3842 / 448 88 -0
Fax: +43 (0)3842 / 448 88 -3
email: office@htl-leoben.at
Internet: https://www.htl-leoben.at/
Schwerpunkte:
Höhere Lehranstalt für Material- und Umwelttechnologie
Höhere Lehranstalt für Wirtschaftsingenieure – Technische Logistik und Management
Höhere Lehranstalt für Wirtschaftsingenieure – Informationstechnologie und Smart Production
Werkmeisterschule für Mineralrohstoffindustrie
Werkmeisterschule für Hüttenindustrie
Art: Schulausbildung
Dauer: 5 Jahre
Form: Vollzeit
Voraussetzungen: kommend aus:
Abschluss:
Reife- und Diplomprüfung (Matura)
Berechtigungen:
Info:
Ausbildungsinhalte – unter anderem:
Weitere Infos: https://www.abc.berufsbildendeschulen.at/technische-gewerbliche-und-kunstgewerbliche-schulen
Höhere Technische Bundeslehranstalt Eisenstadt
Bad Kissingen Platz 3
7000 Eisenstadt
Tel.: +43 (0)2682 / 646 05 -0
Fax: +43 (0)2682 / 646 05 -47
email: direktion@htleisenstadt.at
Internet: https://www.htleisenstadt.at/
Schwerpunkte:
Höhere Lehranstalt für Flugtechnik
Höhere Lehranstalt für Maschinenbau – Ausbildungsschwerpunkt Anlagentechnik
Höhere Lehranstalt für Mechatronik – Ausbildungsschwerpunkt Automatisierung
Höhere Lehranstalt für Metallische Werkstofftechnik
Fachschule für Maschinenbau – Ausbildungsschwerpunkt Anlagentechnik
Dauer: 5 Jahre
Form: Vollzeit
Voraussetzungen: kommend aus:
Abschluss:
Reife- und Diplomprüfung (Matura)
Berechtigungen:
Info:
Anmeldung: ab dem ersten Tag der Semesterferien; Vorlage des Orignals der Schulnachricht der 4. Klasse erforderlich
Weitere Infos: https://www.abc.berufsbildendeschulen.at/technische-gewerbliche-und-kunstgewerbliche-schulen
Höhere Technische Bundeslehranstalt und Fachschule Andorf
Hannes-Schrattenecker Straße 1
4770 Andorf
Tel.: +43 (0)7766 / 411 00 -0
Fax: +43 (0)7766 / 411 00 -40
email: office@andorftechnologyschool.at
Internet: https://www.andorftechnologyschool.at/
Schwerpunkte:
Höhere Lehranstalt für Kunststofftechnik
Fachschule für Maschinenbau mit Betriebspraxis – Ausbildungschwerpunkt Werkzeug- und Vorrichtungsbau
Externistenprüfungskommission für die Berufsreifeprüfung
Dauer: 5 Jahre
Form: Dual
Voraussetzungen:
Über eine Aufnahme in die KTLA entscheidet der Ausbildungsbetrieb.
Abschluss:
Berechtigungen:
Info:
Die KTLA bietet eine Kombination aus HTL-Ausbildung in der Fachrichtung Maschinenbau & Automatisierungstechnik und einer Lehrausbildung in einem der folgenden Lehrberufe:
An der PTS Kirchdorf wird im Zuge der 9. Schulstufe ein Vorbereitungslehrgang für die KTLA angeboten.
Info zur Ausbildung: Der HTL-Unterricht erfolgt nach dem Lehrplan der HTL-Abendschule. Während der Lehre finden zwei bzw. drei Tage Theorieausbildung pro Woche im TIZ Kirchdorf statt. Nach dem Lehrabschluss (3,5 Jahre) folgt die Fortsetzung der Ausbildung bis zur Matura (Ende 5. Jahr) im TIZ Kirchdorf, zum Teil im LiTec Linz und manchmal im Tages- und Abendschulbetrieb. Parallel dazu erhalten die Teilnehmer*innen eine Teilzeitanstellung in ihrem Ausbildungsbetrieb.
Die KTLA wird als Berufsschulersatz im 2. + 3. Lehrjahr anerkannt (für Berufsschulen in OÖ in ausgewählten Lehrberufen). Die letzte Klasse Berufsschule wird als Vorbereitung auf die Lehrabschlussprüfung besucht, während dieser Zeit pausiert der KTLA-Unterricht.
Weitere Infos: https://www.ktla.at/
KTLA – Kremstaler Technische Lehrakademie
Pyhrnstraße 16
4553 Schlierbach
Tel.: +43 (0)7582 / 617 61 -200
Fax: +43 (0)7582 / 617 61 -209
email: office@ktla.at
Internet: https://www.ktla.at/
Lehrabschluss im zweiten Bildungsweg (außerordentliche Zulassung zur Lehrabschlussprüfung):
Neben Lehrlingen, die ihre festgelegte Lehrzeit beendet haben und Personen, die aufgrund einer schulischen Ausbildung keine Lehrzeit zurücklegen müssen, werden ausnahmsweise auch folgende Personen zur Lehrabschlussprüfung zugelassen:
a) Personen, die das 18. Lebensjahr vollendet haben und glaubhaft machen können, dass sie die erforderlichen Fertigkeiten und Kenntnisse für den betreffenden Lehrberuf auf andere Weise erworben haben (z. B. durch entsprechende Anlernzeiten, praktische Tätigkeiten oder Kursveranstaltungen).
oder
b) Personen, die mindestens die Hälfte der Lehrzeit eines Lehrberufes absolviert haben (bei einer Lehrzeit von 3 Jahren also 1 1/2 Jahre) und keine Möglichkeit haben, für die restliche Zeit einen Lehrvertrag abzuschließen.
Für die Fachtheorie empfiehlt sich der Besuch entsprechender Kurse (oder der Berufsschule).
Hier geht es zu den Lehrlingstellen der Wirtschaftskammern Österreichs: » Lehrlingsstellen
Hier geht es zur Ausbildungsordnung & Prüfungsordnung: Ausbildungsordnung & Prüfungsordnung
Mit einer erfolgreich abgeschlossenen Lehre und vier weiteren Prüfungen erlangst du die Berufsmatura (Berufsreifeprüfung). Diese öffnet dir den Zugang zu Universitäts- und Fachhochschulstudien. Außerdem ermöglicht sie zusätzliche Karrierewege im erlernten Beruf, aber auch außerhalb des bisherigen Berufsfeldes.
Und so geht es:
Die Berufsmatura besteht aus vier Teilprüfungen: Deutsch (schriftlich und mündlich) und Mathematik (schriftlich), eine lebende Fremdsprache (schriftlich oder mündlich) und ein Fachbereich (schriftliche Prüfung oder Projektarbeit und mündliche Prüfung). Der Fachbereich ist ein Thema aus dem Berufsfeld des Kandidaten/der Kandidatin.
Wie funktioniert die Vorbereitung?
Die Vorbereitung auf die Berufsreifeprüfung erfolgt in Vorbereitungskursen, die von Erwachsenenbildungseinrichtungen (z. B. WIFI, BFI, Volkshochschulen), Berufsschulen oder höheren Schulen (z. B. AHS, HAK, HTL, HLW) angeboten werden. In solchen Lehrgängen können auch die jeweiligen Teilprüfungen abgelegt werden. Drei der vier Teilprüfungen können bereits während der Lehre abgelegt werden. Zur letzten Teilprüfung kannst du nach erfolgreichem Lehrabschluss, aber nicht vor dem 19. Geburtstag antreten.
Durch ein Förderprogramm, können die Vorbereitungskurse und die Prüfung seit September 2008 in ganz Österreich kostenlos angeboten werden. Zur konkreten Ausgestaltung der Vorbereitung auf die Berufsreifeprüfung bestehen in den einzelnen Bundesländern unterschiedliche Modelle. Informationen bieten u. a. die Bildungseinrichtungen und die Lehrlingsstellen der Wirtschaftskammern.
Link: Häufig gestellte Fragen!
Die WKO-Bildungspfade geben dir einen Überblick über durchgängige Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten in unterschiedlichen Berufen am Beispiel der WKO Bildungsangebote. Der Bildungspfad Berufsreifeprüfung steht in allen Lehrberufen offen:
Die Möglichkeit einer selbstständigen Berufsausübung ist z. B. gegeben durch:
a) reglementierte Gewerbe:
Für die Ausübung eines reglementierten Gewerbes oder Handwerks sind, neben der Erfüllung der allgemeinen Voraussetzungen, Befähigungsnachweise zu erbringen, die in den angeführten Bundesgesetzblättern festgelegt sind.
Downloadmöglichkeit der Zugangsvoraussetzung und Prüfungsordnungen (Bundesgesetzblätter): Wirtschaftskammer Österreich: Prüfungs- und Befähigungsnachweise für reglementierte Gewerbe
Liste der reglementierten Gewerbe: Bundeseinheitliche Liste der reglementierten Gewerbe
b) Rechtskraftgewerbe:
Einer Gewerbeberechtigung für das Gewerbe der Chemischen Laboratorien bedarf es für die Herstellung von Chemikalien und Reagenzien oder zur Durchführung chemischer Analysen und chemischer Untersuchungen.
Rechtskraftgewerbe sind reglementierte Gewerbe, bei denen die Zuverlässigkeit des Gewerbeanmelders / der Gewerbeanmelderin durch die Gewerbebehörde (Bezirksverwaltungsbehörde bzw. Magistrat) geprüft und festgestellt wird.
c) freie Gewerbe:
Informationen zum „Freien Gewerbe“: freie Gewerbe erfordern in der Regel keinen Befähigungsnachweis, sondern lediglich eine Anmeldung bei der Gewerbebehörde. Grundsätzlich richtet sich der Gewerbeumfang nach dem Wortlaut der Gewerbeanmeldung.
Liste der freien Gewerbe: Bundeseinheitliche Liste der freien Gewerbe
ALLGEMEINE HINWEISE:
Selbstständige Tätigkeiten sind alle Tätigkeit, die du in eigener Verantwortung (also nicht angestellt), regelmäßig und mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, ausüben willst. Für viele dieser Tätigkeiten brauchst du eine Gewerbeberechtigung. Es gibt aber auch sogenannte Freie Berufe (freiberufliche Tätigkeiten) und land- und forstwirtschaftliche Tätigkeiten, die nicht der Gewerbeordnung unterliegen. Auch für viele dieser Tätigkeiten gibt es eigene Rechtsvorschriften für die selbstständige Berufsausübung, manche können aber auch ohne besondere Voraussetzungen selbstständig ausgeübt werden.
In allen Fällen einer selbstständigen Berufsausübung (egal, ob im Rahmen eines Gewerbes, als freiberufliche Tätigkeit, im Rahmen eines Land- und forstwirtschaftlichen Betriebes) musst du diese bei der zuständigen Sozialversicherungsanstalt und dem zuständigen Finanzamt melden. Je nach selbstständiger Tätigkeit gibt es noch andere Meldepflichten oder Register, in die du dich eintragen musst.
Selbstständige Tätigkeiten, für die eine Gewerbeberechtigung erforderlich ist, musst du außerdem bei der Gewerbebehörde (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat) anmelden.
Unabhängig von einem oft notwendigen Befähigungsnachweis musst du dafür folgende Voraussetzungen erfüllen:
Für weitere Informationen schau dir unseren Thementext Im Fokus: Selbstständigkeit an oder nutze eine der folgenden Quellen und Kontakte:
Durch die Verwandtschaftsregelung wird die Ausbildung in einem Lehrberuf auf Teile der Lehrzeit in anderen (verwandten) Lehrberufen angerechnet. Dadurch verkürzt sich die Lehrzeit bei der Ausbildung in einem weiteren Lehrberuf (oder auch beim Wechsel auf einen verwandten Lehrberuf). In manchen Fällen wird die Lehrzeit und die Lehrabschlussprüfung auch vollkommen ersetzt.
Bei folgenden verwandten Lehrberufen verkürzt sich die Lehrzeit im Ausmaß der angegebenen Lehrjahre. (Beispiel: Der Eintrag „1. voll“ bedeutet z. B., dass sich die Lehrzeit im verwandten Lehrberuf um ein Jahr verkürzt.)
Alternative Berufe sind Berufe, die entweder eine ähnliche Ausbildung oder ähnliche Aufgaben- oder Tätigkeitsbereiche haben, wie der Beruf, über den du dich gerade informierst. Die Ähnlichkeit kann auch in den Arbeitsmaterialien, den Arbeitsumgebungen liegen oder in der Art, wie du mit anderen Menschen zusammenarbeitest.
Diese Liste soll dir bei der Überlegung helfen, welche Berufe und Ausbildungen für dich noch interessant sein könnten und dich auf weitere Ideen bringen.
Werkstoffprüfer*innen führen mechanische, chemische und physikalische Prüfungen an Werkstoffen wie z. B. Eisen, Stahl, Aluminium oder Kunststoff durch. Gemeinsam mit Spezialist*innen (z. B. Physiker*innen, Chemiker*innen oder Werkstofftechniker*innen) entwickeln sie Versuchsanordnungen und führen bestimmte Tests und Untersuchungen durch. Sie testen die Werkstoffe auf ihre Härte, Dichte, Belastbarkeit, Elastizität, Hitzebeständigkeit oder Druckfestigkeit.
Je nach Untersuchungszweck und Werkstoff werden verschiedene Prüfverfahren angewandt. Bei den zerstörenden Prüfverfahren unterziehen die Werkstofftechniker*innen den Werkstoff verschiedenen Zug-, Dehn-, Druck- und Zerreißproben. Bei spröden Werkstoffen (z. B. graues Gusseisen) führen sie z. B. Biegeversuche durch: Sie belasten den Probestab bis zum Bruch und errechnen anhand der gewonnenen Daten die Biegefestigkeit. Bei zerstörungsfreien (metallographischen) Prüfverfahren wird der innere Aufbau von Metallen und Legierungen untersucht. Mit Hilfe von Mikroskopen, Röntgenstrahlen oder Ultraschall werden mögliche Fehler (z. B. innere Risse, Sprünge, Brüche, Hohlräume) in den Werksstoffen festgestellt. Unterschieden werden auch noch magnetische, chemische, induktive und andere Prüfverfahren.
Werkstoffprüfer*innen dokumentieren die Messwerte in Protokollen oder stellen die Ergebnisse ihrer Tests in Tabellen und Diagrammen grafisch dar. Gemeinsam mit ihren Kolleg*innen werten sie die Daten aus und bestimmen die Anwendungsmöglichkeiten der geprüften Werkstoffe. Die Ergebnisse aus der Werkstoffprüfung bilden die Grundlage für Zertifizierungen (Ausstellung von Prüfbestätigungen) und die Verbesserung von Materialeigenschaften.
Werkstoffprüfer*innen sind häufig auf bestimmte Verfahren spezialisiert.
Werkstoffprüfer*innen arbeiten vor allem mit Werkstoffen aus Metall (Stahl, Eisen, Aluminium usw.) oder Kunststoff. Bei ihrer Tätigkeit setzen sie hochempfindliche Laborgeräte wie z. B. Mikroskope, Röntgen- und Ultraschallgeräte ein, ebenso wie Chemikalien, Prüfmagnete und verschiedenste Prüfmaschinen (z. B. Pendelschlagwerke, Pulsatoren, Temperaturkammern, Kühl- und Heizeinrichtungen). Unerlässlich für sämtliche Prüfvorgänge ist auch der Einsatz spezieller Prüf-Software und Computer.
Werkstoffprüfer*innen arbeiten überwiegend in Labors und Werkstätten von größeren Betrieben unterschiedlicher Branchen (z. B. metall- und kunststoffverarbeitende Industrie, Maschinenbau, Elektro- und Elektronikindustrie). Sie arbeiten im Team mit Spezialist*innen sowie mit anderen Fach- und Assistenzkräften der Labor- und Werkstofftechnik sowie der Produktion (z. B. Chemiker*in, Physiker*in, Werkstofftechniker*in, Verfahrenstechniker*in, Metalltechnik (Modullehrberuf), Prozesstechnik (Lehrberuf)).
Beschäftigungsmöglichkeiten für Werkstofftechniker*innen bieten
Der Beruf Werkstoffprüfer*in ermöglicht mit entsprechender Berufserfahrung und Weiterbildung beispielsweise die Spezialisierung auf:
Spezialisierungs- und Aufstiegsmöglichkeiten (Auswahl):
Die Ausbildung umfasst verpflichtend die zweijährige Ausbildung im Grundmodul Werkstofftechnik und die einjährige Ausbildung im Hauptmodul Werkstoffprüfung. Zusätzlich besteht die Möglichkeit zu einer halbjährigen Ausbildung im Spezialmodul Wärmebehandlung.
Dauer der Lehrzeit:
Werkstoffprüfer*innen sind beruflich immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. Voraussetzung für Erfolg in diesem Beruf ist es, immer auf dem neuesten Stand der Entwicklung zu bleiben und das Fachwissen, die Methodenkompetenzen und sozialen Kompetenzen laufend zu ergänzen und zu vertiefen.
Für Werkstoffprüfer*innen gibt es zahlreiche fachspezifische Weiterbildungsmöglichkeiten. Weiterbildungseinrichtungen wie z. B. das Berufsförderungsinstitut (BFI) und das Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) bieten Kurse und Lehrgänge zu zahlreichen technischen und kaufmännischen Themen z. B. in den Bereichen technische Chemie, Physik, Werkstofftechnik, Metallbearbeitung, Kunststofftechnik an.
Viele Produktionsbetriebe führen regelmäßige Schulungen zu neuen Verfahren, Materialien, Maschinen und Prozessen durch oder ermöglichen Zulieferbetrieben die Einschulung und Vermittlung von Anwendungskenntnissen neuer Techniken oder Maschinen (z. B. digitale Steuerung).
Möglichkeiten zur beruflichen Höherqualifizierung bieten außerdem Vorbereitungs- und Aufbaulehrgänge für Berufstätige an Berufsbildenden Höheren Schulen, insbesondere an Höhere technische Lehranstalten.
Mit dem Abschluss eines Aufbaulehrganges (3 Jahre) ist neben einer höheren Fachqualifikation außerdem die Matura verbunden, die ein Studium an Fachhochschulen und Universitäten (z. B. Werkstofftechnik, technische Chemie, technische Physik, Materialwissenschaften) ermöglicht.
Studium ohne Matura:
Für ein Studium an einer Fachhochschule, Universität oder Pädagogischen Hochschulen ist normalerweise die Matura einer Allgemeinbildenden (AHS) oder Berufsbildenden Höheren Schule (BHS) erforderlich.
Es bestehen aber auch andere Zugangsmöglichkeiten:
Weiterführende Bildungsmöglichkeiten und Höherqualifizierung:
biokompatibel | Die Verträglichkeit eines Werkstoffs (Metall, Kunststoff etc.) gegenüber dem natürlichen Gewebe (z. B. Mundschleimhaut, Knochen, Muskelgewebe). |
Dimensionsstabilität | Bezeichnet die Maßbeständigkeit von Werkstoffen. Materialien und Produkte mit hoher Dimensionsstabilität (DS) sind gegen dimensionale Veränderungen infolge Temperatureinwirkungen wie Hitze, Kälte oder anderer Bedingungen wie Druck etc. widerstandsfähig und verändern ihre Form nicht. |
Härteprüfgeräte | Damit wird die Oberfläche von Sand, Metall und Kunststoffen gemessen. Durch Aufdrücken des Gerätes auf die zu messende Oberfläche kann die Härte auf einem analogen oder digitalen Display abgelesen werden. |
Qualitätsmanagement | Qualitätsmanagement bezeichnet alle Maßnahmen zur Qualitätssicherung und -verbesserung von Produkten, Prozessen oder Dienstleistungen jeglicher Art. Dazu gehört z. B. die Einhaltung von rechtlich oder betrieblich vorgeschriebenen Normen, Hygiene-, Sicherheits- und Qualitätsstandards. In vielen Branchen wie z. B. in der Luft- und Raumfahrt, Medizintechnik, Arznei- und Lebensmittelherstellung ist Qualitätsmanagement gesetzlich vorgeschrieben. |
Umweltanalytik | Labortechnische Untersuchungsmethoden und -verfahren, die meist zum Zweck des Umweltschutzes angewandt werden. |
Verbundstoff | Verbundstoff bezeichnet Kombinationen aus zwei oder mehr verschiedenen Materialien. Eine typische Anwendung für Verbundstoffe sind Verpackungsmaterialien z. B. Getränkekartons. Sie besteht aus Karton sowie dem Kunststoff Polyethylen und einer Schicht Aluminium. Weitere Verpackungen aus Verbundstoffen sind Butterwickler (Aluminium/Papier) oder Beutel für Instantsuppen (Aluminium/Kunststoff). Verbundstofftechnologie bekommt aber immer breitere Anwendungsfelder; z. B. Faserverbundstoffe zur Herstellung von Leichtbauteilen, Metall-Kunststoffverbindungen in der Fahrzeugindustrie usw. |