Zinngießer*in

Die Ausbildung im Beruf Zinngießer*in erfolgt im Lehrberuf Metallgießer*in. Siehe Metallgießer*in (Lehrberuf)

Zinngießer*innen stellen verschiedene Gebrauchsgegenstände aus Zinn und anderen Metallen her. Um Gussstücke wie Pokale, Vasen oder Skulpturen (kleine Statuen) aus Zinn oder Zinnlegierungen herzustellen, benötigen Zinngießer*innen zuerst eine Negativform. In diese gießen sie flüssiges Zinn bzw. die Zinnlegierung. Nach dem Erkalten zerschlagen sie die Form und bearbeiten den Kern und die Gussteile nach (mittels drehen, schleifen, polieren). Zinngießer*innen fertigen meist künstlerische Produkte. Sie reparieren und restaurieren aber auch Zier- und Gebrauchsgegenstände. Zinngießer*innen verwenden verschiedene Feilen, Meißel und Hämmer. Sie arbeiten in Gewerbebetrieben mit Berufskolleg*innen sowie mit Fach- und Hilfskräften zusammen.

Sonstiger Beruf
Hauptberuf

Tätigkeiten und Aufgaben

  • Zier- und Gebrauchsgegenstände und Figuren aus Zinn herstellen
  • Gussteile aus Zinn und Zinnlegierungen herstellen, reparieren und restaurieren
  • Maschinenteile aus Zinn in Kleinserie anfertigen
  • metallbearbeitende Verfahren anwenden wie z. B. Drehen, Fräsen, Schleifen, Polieren
  • Verzierungen und Schriftzüge an den Werkstücken anbringen
  • Werkstücke lackieren und Oberflächen behandeln (Polieren, Einfetten, Versiegeln)
  • Arbeitsmittel, Maschinen und Geräte reinigen und warten

In jedem Beruf brauchst du spezielles fachliches Know-how, das in der Aus- und Weiterbildung vermittelt wird. In den beiden Menüpunkten Ausbildung und Weiterbildung findest du Informationen zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für diesen Beruf.

Es gibt auch Kompetenzen, Fähigkeiten und Eigenschaften, die in allen Berufen wichtig sind. Dazu gehören besonders:

  • Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit
  • genaues und sorgfältiges Arbeiten
  • selbstständiges Arbeiten
  • Einsatzfreude
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Fähigkeit und Bereitschaft mit anderen zusammen zu arbeiten (Teamfähigkeit)
  • Lernbereitschaft

Die folgende Liste gibt dir einen Überblick über weitere allgemeine Anforderungen, die in DIESEM Beruf häufig gestellt werden. Diese können natürlich je nach Betrieb, Institution oder Organisation sehr unterschiedlich sein.

DENK DARAN: Viele dieser Anforderungen sind auch Bestandteil der Ausbildung.

Hinweis: Die Begriffe werden in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.

    Körperliche Anforderungen: Welche körperlichen Eigenschaften sind wichtig?

  • Auge-Hand-Koordination
  • gute körperliche Verfassung
  • Unempfindlichkeit gegenüber Gerüchen

     

    Fachkompetenz: Welche Fähigkeiten und Kenntnisse werden von mir erwartet?

  • gestalterische Fähigkeit
  • handwerkliche Geschicklichkeit
  • technisches Verständnis

     

    Sozialkompetenz: Was brauche ich im Umgang mit anderen?

  • Kommunikationsfähigkeit
  • Kund*innenorientierung

     

    Selbstkompetenz: Welche persönlichen Eigenschaften sollte ich mitbringen?

  • Aufmerksamkeit
  • Flexibilität / Veränderungsbereitschaft
  • Geduld
  • Umweltbewusstsein

     

    Methodenkompetenz: Welche Arbeits- und Denkweisen sind wichtig?

  • systematische Arbeitsweise

Die Ausbildung im Beruf Zinngießer*in erfolgt im Lehrberuf Metallgießer*in. Siehe weitere Informationen im Beruf °Metallgießer*in (Lehrberuf)#.

Selbstständigkeit

Die Möglichkeit einer selbstständigen Berufsausübung ist gegeben durch:

Freies Gewerbe:

  • Erzeugung von Zinngussformen und Zinnwaren (Zinngießer)
  • Metall- und Eisengießen

Informationen zum „Freien Gewerbe“: freie Gewerbe erfordern in der Regel keinen Befähigungsnachweis, sondern lediglich eine Anmeldung bei der Gewerbebehörde. Grundsätzlich richtet sich der Gewerbeumfang nach dem Wortlaut der Gewerbeanmeldung.

Liste der Freien Gewerbe:

ALLGEMEINE HINWEISE:

Selbstständige Tätigkeiten sind alle Tätigkeit, die du in eigener Verantwortung (also nicht angestellt), regelmäßig und mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, ausüben willst. Für viele dieser Tätigkeiten brauchst du eine Gewerbeberechtigung. Es gibt aber auch sogenannte Freie Berufe (freiberufliche Tätigkeiten) und land- und forstwirtschaftliche Tätigkeiten, die nicht der Gewerbeordnung unterliegen. Auch für viele dieser Tätigkeiten gibt es eigene Rechtsvorschriften für die selbstständige Berufsausübung, manche können aber auch ohne besondere Voraussetzungen selbstständig ausgeübt werden.

In allen Fällen einer selbstständigen Berufsausübung (egal, ob im Rahmen eines Gewerbes, als freiberufliche Tätigkeit, im Rahmen eines Land- und forstwirtschaftlichen Betriebes) musst du diese bei der zuständigen Sozialversicherungsanstalt und dem zuständigen Finanzamt melden. Je nach selbstständiger Tätigkeit gibt es noch andere Meldepflichten oder Register, in die du dich eintragen musst.

Selbstständige Tätigkeiten, für die eine Gewerbeberechtigung erforderlich ist, musst du außerdem bei der Gewerbebehörde (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat) anmelden.
Unabhängig von einem oft notwendigen Befähigungsnachweis musst du dafür folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • das 18. Lebensjahr muss vollendet sein
  • österreichische Staatsbürgerschaft oder Staatsbürgerschaft eines anderen EU-Mitgliedstaates (oder eines Staates, mit dem ein entsprechender Staatsvertrag besteht) oder es liegt ein gültiger Aufenthaltstitel vor, der zur selbstständigen Tätigkeit berechtigt
  • keine Ausschließungsgründe (z. B. abgewiesene Konkursanträge, Bestrafung wegen Finanzstrafdelikten)

Für weitere Informationen schau dir unseren Thementext Im Fokus: Selbstständigkeit an oder nutze eine der folgenden Quellen und Kontakte:

Alternativen (Auswahl)

Alternative Berufe sind Berufe, die entweder eine ähnliche Ausbildung oder ähnliche Aufgaben- oder Tätigkeitsbereiche haben, wie der Beruf, über den du dich gerade informierst. Die Ähnlichkeit kann auch in den Arbeitsmaterialien, den Arbeitsumgebungen liegen oder in der Art, wie du mit anderen Menschen zusammenarbeitest.

Diese Liste soll dir bei der Überlegung helfen, welche Berufe und Ausbildungen für dich noch interessant sein könnten und dich auf weitere Ideen bringen.

Berufsinfos werden zur Verfügung gestellt von:

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Arbeitsbereiche

Zinngießer*innen fertigen, restaurieren und reparieren Gussteile aus Zinn und Zinnlegierungen. Sie stellen verschiedene Zier- und Gebrauchsgegenstände (z. B. Vasen, Krüge, Pokale, Teller) sowie Zinnfiguren (historische Figuren, Zinnsoldaten u. a.) her. In geringerem Umfang gießen sie auch Kleinserien von Maschinenteilen, z. B. Zinndichtungen, Lagerbuchsen. Bei der Anfertigung der Werkstücke kommen metallbearbeitende Verfahren wie Drehen, Fräsen, Schleifen oder Polieren zum Einsatz.

Beim Herstellen eines Zinngusses (z. B. Vasen, Krüge) werden zuerst in einem Schmelzofen die benötigten Mengen an Zinn sowie Kupfer und Antimon (glänzende Halbmetalle) zu einer Mischung (Legierung) verschmolzen. Die geschmolzene Masse gießen die Zinngießer*innen in den Einfüllstutzen der bereitgestellten und erhitzten Gussform. Ist das Metall erstarrt und erkaltet, schlagen sie die Form mit einem Hammer auf und erhalten so den fertigen Gussteil. Dieser wird durch Drehen, Schleifen und Polieren (z. B. mit rotierenden Tuch- oder Lederscheiben) weiterbearbeitet. Eventuell werden am Werkstück auch Verzierungen oder Schriftzüge mit Schabmeißel, Feilen und Klingen angebracht. Figuren aus Zinn werden auch nach Vorlagen lackiert (z. B. Zinnsoldaten). Abschließend wird das fertige Gussstück gereinigt und verpackt bzw. fachgerecht eingelagert.

Im Rahmen von Reparatur- und Restaurierungsarbeiten fügen die Zinngießer*innen gebrochene Gussteile zusammen, flicken Löcher und Risse oder tauschen schadhafte Teile aus. Dabei wenden sie Verfahren wie Schweißen, Löten oder Nieten an. An Hohlkörpern aus Zinn (z. B. Krüge, Teller, Vasen) beseitigen sie Beulen oder Druckstellen durch Ausklopfen und Hämmern. Abschließend reinigen und polieren sie die Werkstücke.

Info: Die Aufgaben der Zinngießer*innen werden heute von Metallgießer*innen oder von Gießereitechniker*innen übernommen, siehe hierzu die Berufseinträge:
Metallgießer*in (Lehrberuf)
Gießereitechnik – Eisen- und Stahlguss (Lehrberuf)
Gießereitechnik – Nichteisenmetallguss (Lehrberuf).

Arbeitsmittel

Zinngießer*innen arbeiten mit Zinn und Zinnlegierungen (aus Zinn, Kupfer und Antimon). Sie schmelzen die Rohmaterialien in Schmelzöfen, verwenden Gussformen zur Herstellung des Werkstückes und bearbeiten dieses mit Schleif- und Poliermaschinen händisch oder maschinell weiter. Für Feinarbeiten und Verzierungen verwenden sie Schabmeißel, Feilen und Klingen, aber auch Farben und Lacke. Außerdem lesen Zinngießer*innen Werkzeichnungen und setzen bei ihrer Arbeit z. B. Hämmer, Löt- und Schweißgeräte ein.

Arbeitsumfeld

Zinngießer*innen arbeiten in Werkstätten des Zinngießereigewerbes und in Ateliers von Kunsthandwerksbetrieben. Sie arbeiten mit Berufskolleg*innen und mit verschiedenen Fach- und Hilfskräften zusammen (siehe z. B. Gießereitechnik – Eisen- und Stahlguss (Lehrberuf), Metallgießer*in (Lehrberuf)).

Es gibt in Österreich nur noch sehr wenige Betriebe des Zinngießergewerbes und in diesen besteht kaum Bedarf an Fachkräften.

  • Klein-, Mittel-, und Großbetriebe des Zinngießereigewerbes

Der Beruf Zinngießer*in ermöglicht mit entsprechender Berufserfahrung und Weiterbildung beispielsweise die Spezialisierung auf:

  • betriebsspezifische Produktbereiche (z. B. Gebrauchsgegenstände, Bauteile für Maschinen)
  • Modelle herstellen
  • Mess- und Prüftechnik, Technische Chemie
  • Werkstoffprüfung, Qualitäts- und Produktendkontrolle
  • Produktionssteuerung, Produktionsleitung

Spezialisierungs- und Aufstiegsmöglichkeiten (Auswahl):

Zinngießer*innen sind beruflich immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. Voraussetzung für Erfolg in diesem Beruf ist es, immer auf dem neuesten Stand der Entwicklung zu bleiben und das Fachwissen, die Methodenkompetenzen und sozialen Kompetenzen laufend zu ergänzen und zu vertiefen.

Weiterbildungseinrichtungen wie z. B. das Berufsförderungsinstitut (BFI) und das Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) bieten zahlreiche Kurse und Lehrgänge zu relevanten technischen und kaufmännischen Themenbereichen an, z. B. in den Bereichen Metallbearbeitung, Maschinensteuerung, CAD- und CNC-Technik oder Betriebswirtschaft und Unternehmensführung an. Spezialisierte Anbieter wie z. B. die Schweißtechnische Zentralanstalt (SZA) bieten beispielsweise Kurse in Schweißtechniken und anderen Spezialgebieten an.
Auch der Besuch einer Werkmeisterschule oder die Vorbereitung auf die Meister*innenprüfung sowie Weiterbildungsangebote in verwandten Berufen kommen als Weiterbildung und Höherqualifizierung in Frage.

In vielen Betrieben der Metalltechnik werden auch innerbetriebliche Kurse zur Schulung an neuen Maschinen und technischen Zusatzeinrichtungen oder neuer Verfahren und Methoden durchgeführt. Viele Betriebe bieten außerdem Zuliefer- und Servicebetrieben, Maschinen-, Hardware- und Software-Ausstattern die Möglichkeit Produktschulungen durchzuführen.

Möglichkeiten zur beruflichen Höherqualifizierung bieten außerdem Vorbereitungs- und Aufbaulehrgänge für Berufstätige an berufsbildenden höheren Schulen, insbesondere an Höheren Technischen Lehranstalten.
Mit dem Abschluss eines Aufbaulehrganges (3 Jahre) ist neben einer höheren Fachqualifikation außerdem die Matura verbunden, die ein Studium an Fachhochschulen und Universitäten ermöglicht.

Studium ohne Matura:

Für ein Studium an einer Fachhochschule, Universität oder Pädagogischen Hochschulen ist normalerweise die Matura einer Allgemeinbildenden (AHS) oder Berufsbildenden Höheren Schule (BHS) erforderlich.
Es bestehen aber auch andere Zugangsmöglichkeiten:

  • Berufsreifeprüfung (Lehre mit Matura): Die Berufsreifeprüfung, die du bereits während deiner Lehrzeit beginnen kannst, ist eine vollwertige Matura, mit der du uneingeschränkten Zugang zum Studium hast.
  • Studienberechtigungsprüfung: Die Studienberechtigungsprüfung kannst du vor Beginn eines Studiums ablegen. Sie ermöglicht den Zugang zu einem bestimmten Studium.
  • ohne Matura mit Berufsausbildung und Berufserfahrung: Fachhochschulen bieten außerdem meist die Möglichkeit mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung (insb. Lehre oder Berufsbildender Mittlerer Schule (BMS)) und mehrjähriger Berufserfahrung auch ohne Matura ein facheinschlägiges (d. h. mit der Berufsausbildung fachlich verwandtes) Bachelorstudien zu beginnen. Meist müssen dazu einzelne Zusatzprüfungen absolviert werden.

Weiterführende Bildungsmöglichkeiten und Höherqualifizierung:

Anlegesand

öliger Sand, der beim Entfernen des Modells aus dem Sand verhindert, dass komplizierte Formen abbrechen.

Ferrit

Reines Eisen, das aus reinen, fast kohlenstofffreien Eisenkristallen besteht.

Graphit

Ein vielseitig in der Industrie verwendetes, weiches Mineral aus reinem Kohlenstoff.

Kernmarke

Soll das Aufschwimmen und Verdrehen des Kerns in der Gießform verhindern. Die Marke muss absolut dicht mit dem Sand schließen, damit beim Gießen kein Metall in die Fugen kommt.

Legierung

Legierung nennt man das Zusammenschmelzen verschiedener Metalle zu einem Mischmetall.

Metallurgie

Wissenschaft von der chemischen Zusammensetzung und den physikalischen Eigenschaften von Metallen aller Art.