Berg- und Schiführer*innen führen Einzelpersonen und Gruppen beim Bergsteigen, Klettern und auf Schitouren. Diese Touren planen sie nach Absprache mit ihren Kundinnen und Kunden. Berg- und Schiführer*innen wählen und kontrollieren das benötigte Material, wie Pickel, Seile und Steigeisen. Sie verantworten die sichere Durchführung der Tour und entscheiden, welche Risiken eingegangen werden und gruppieren die Teilnehmer*innen nach ihren Fähigkeiten. Berg- und Schiführer*innen haben Kontakt mit den zu führenden Menschen verschiedener Altersstufen und zu Mitarbeiter*innen von Berg- und Schischulen, Alpenvereinen, Sporthotels und Tourismusbetrieben.
In jedem Beruf brauchst du spezielles fachliches Know-how, das in der Aus- und Weiterbildung vermittelt wird. In den beiden Menüpunkten Ausbildung und Weiterbildung findest du Informationen zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für diesen Beruf.
Es gibt auch Kompetenzen, Fähigkeiten und Eigenschaften, die in allen Berufen wichtig sind. Dazu gehören besonders:
Die folgende Liste gibt dir einen Überblick über weitere allgemeine Anforderungen, die in DIESEM Beruf häufig gestellt werden. Diese können natürlich je nach Betrieb, Institution oder Organisation sehr unterschiedlich sein.
DENK DARAN: Viele dieser Anforderungen sind auch Bestandteil der Ausbildung.
Hinweis: Die Begriffe werden in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.
Die Ausbildung erfolgt in zwei Semestern und wird von der Bundesanstalt für Leibeserziehung in Innsbruck in Zusammenarbeit mit dem Verband der Österreichischen Berg- und Schiführer und den Landesregierungen der einzelnen Bundesländer durchgeführt. Voraussetzungen für die Teilnahme an diesem Ausbildungslehrgang sind die Vollendung des 18. Lebensjahres im Jahr der Eignungsprüfung, ein amtsärztliches Gesundheitszeugnis, ein polizeiliches Führungszeugnis, ein Tourenbericht über die letzten drei Jahre und das Bestehen einer Eignungsprüfung. Geprüft wird Felsklettern, Eisgehen bis zum sechsten Schwierigkeitsgrad und das Schifahren. Der Ausbildungslehrgang wird durch eine zwei- bis viertägige schriftliche und mündliche kommissionelle Prüfung abgeschlossen.
Nach erfolgter Ausbildung und Prüfung muss je nach Landesgesetz bei der zuständigen Bezirkshauptmannschaft um die Autorisierung zum/zur staatlich geprüften Berg- und Schiführer*in angesucht werden.
Verband d. Österr. Berg- u Schiführer
Kals am Großglockner
9981 Kals am Großglockner, Ködnitz 12
Tel.: 04876/83 86
FAX: 04876/84 70
Verband d. Niederösterreichischen
Berg- u Schiführer u. Wiener Berg- u Schiführer
Auskunft: Mo-Fr 9-17 Uhr
1080 Wien, Lerchenfelder Str. 28
Tel.: 01/405 26 57-0
FAX: 01/402 49 26
Art: Sonstige Ausbildung
Dauer: 2 Jahre
Form: Berufsbegleitend
Voraussetzungen:
Abschluss:
kommissionelle Abschlussprüfung
Berechtigungen:
selbstständiges Führen von Gästen im Sommer und Winter
Weitere Infos: https://www.bspa.at/innsbruck/
Bundessportakademie Innsbruck
Fürstenweg 185
6020 Innsbruck
Tel.: +43 (0)512 / 507 45 -400
Fax: +43 (0)512 / 507 45 -50
email: infoinnsbruck@bspa.at
Internet: http://www.bspa.at/innsbruck/
Schwerpunkte:
Bergführer/in- und Skilehrer/innenausbildung
Diplomtrainer/innenausbildung
Lehrwarteausbildung/Instruktorausbildung
Trainer/innenausbildung
Art: Sonstige Ausbildung
Dauer: 80 Lehreinheiten
Form: Berufsbegleitend
Voraussetzungen:
Abschluss:
Teilnahmebestätigung bzw. Zertifikat
Berechtigungen:
Der Abschluss zum/zur „WanderführerIn“ berechtigt zum Besuch des Teiles „SchneeschuhführerIn“. Nach dem Abschluss beider Teile erhalten die AbsolventInnen ein Zeugnis zum/zur Wander- und SchneeschuhführerIn.
Info:
Kosten: EUR 950,00 inkl. Teilprüfung, exkl. Unterkunft
in Kooperation mit dem OÖ Berg- und Schiführerverband
Inhalte:
Theorie:
praktischer Teil:
WIFI Oberösterreich
Wiener Straße 150
4021 Linz
Tel.: +43 (0)5 7000 -77
Fax: +43 (0)5 7000 -7609
email: kundenservice@wifi-ooe.at
Internet: http://www.wifi-ooe.at
Die Möglichkeit einer selbstständigen Berufsausübung ist beispielsweise gegeben durch:
Freie Berufe:
Voraussetzung ist die staatliche Ausbildung zum/zur Berg- und Schiführer*in. Nach der erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung muss je nach Landesgesetz bei der zuständigen Bezirkshauptmannschaft um die Autorisierung zum/zur staatlich geprüften Berg- und Schiführer*in angesucht werden.
Freie Berufe sind selbstständige (freiberufliche) Tätigkeiten, die nicht der Gewerbeordnung unterliegen (z. B. Arzt/Ärztin und andere Gesundheitsberufe, Rechtsanwalt/-anwältin, Musiker*in, Schriftsteller*in und andere Künstlerberufe oder Unterrichtstätigkeiten). Für einige freie Berufe ist die Berufsausübung durch eigene Rechtsvorschriften (Ärztegesetz, Rechtsanwaltsordnung, Ziviltechnikergesetz etc.) geregelt und es bestehen eigene Interessensvertretungen (Kammern oder Berufsverbände), denen die Aufnahme der selbstständigen Berufstätigkeit gemeldet werden muss. Für andere freie Berufe, wie z. B. Künstler*in, Schriftsteller*in, Journalist/Journalistin, bestehen keine besonderen Rechtsvorschriften und Meldepflichten.
ALLGEMEINE HINWEISE:
Für jede Tätigkeit, die Sie selbstständig, regelmäßig und mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, ausüben wollen, brauchen Sie eine Gewerbeberechtigung (Ausnahme: Freie Berufe). Diese erhalten Sie durch Anmeldung bei der Gewerbebehörde (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat).
Unabhängig von einem etwaigen Befähigungsnachweis müssen sie dafür folgende Voraussetzungen erfüllen:
Weitere Informationen und Kontakte:
Alternative Berufe sind Berufe, die entweder eine ähnliche Ausbildung oder ähnliche Aufgaben- oder Tätigkeitsbereiche haben, wie der Beruf, über den du dich gerade informierst. Die Ähnlichkeit kann auch in den Arbeitsmaterialien, den Arbeitsumgebungen liegen oder in der Art, wie du mit anderen Menschen zusammenarbeitest.
Diese Liste soll dir bei der Überlegung helfen, welche Berufe und Ausbildungen für dich noch interessant sein könnten und dich auf weitere Ideen bringen.
WICHTIG: Wie bei vielen anderen Sport- und Freizeitberufen wird diese Tätigkeit oft nebenberuflich ausgeübt, weil sie nur selten im Umfang einer vollen Beschäftigung möglich ist. Überlegen Sie sich deshalb immer auch, mit welcher Haupterwerbstätigkeit bzw. welchen anderen Tätigkeiten Sie diesen Beruf gut kombinieren können.
Berg- und Schiführer*innen planen und führen Einzelpersonen und Gruppen bei Berg-, Schi- und Klettertouren. Sie begleiten Touristinnen und Touristen orts- und sachkundig (meist) im Alpenraum und gewährleisten die Sicherheit, schützen vor Berg- und Klettergefahren und Unfällen. Tagestouren führen meist auf einzelne Gipfel, manche Touren dauern mehrere Tage, Trekking- und Expeditionsreisen sogar einige Wochen. Berg- und Schiführer*innen leiten Hochtouren mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden, führen über Gletscher und durch steile Eisflanken und Wände. Sie leiten ebenso Schihochtouren und Tiefschneefahrten an.
Berg- und Schiführer*innen halten Kurse über alpine Grundlagen, Tiefschneefahren, Klettern und Eisklettern. Sie verantworten die sichere Durchführung einer Tour, wägen dabei häufig zwischen Erlebnis und Risiko ab und entscheiden im Zweifelsfall zugunsten sicherer Varianten. Berg- und Schiführer*innen organisieren und leiten Expeditionsreisen und Trekkingtouren zu Gipfeln auf allen Teilen der Erde. Besitzen sie Erfahrungen und Ausbildungen im Snowboarding, Rafting oder Mountainbiking, integrieren sie diese Sportarten auch in ihren Touren.
Berg- und Schiführer*innen besprechen die Touren mit den Teilnehmer*innen vor und beziehen dabei ihre Wünsche, Erwartungen und Bedürfnisse ein. Da sie die volle Verantwortung für alle Teilnehmer*innen tragen, prüfen sie vor Beginn der Tour, ob sich die Teilnehmer*innen für die Tour überhaupt eignen und den erforderlichen Anforderungen entsprechen. Weiters stellen sie das nötige Material, wie Pickel, Seile, Hammer und Steigeisen zusammen und kontrollieren das der Teilnehmer*innen. Sie nehmen auch Material für die Erste-Hilfe, etwa Lawinenverschüttetensuchgeräte (LVS), warme Decken und Biwaksäcke mit und informieren die Teilnehmer*innen über grundsätzliche Gefahren, wie Gletscherspalten, Lawinen, Steinschlag und Wettersturz.
Berg- und Schiführer*innen sind häufig auch in der Bergrettung tätig.
Berg- und Schiführer*innen tragen der jeweiligen Tour entsprechendes Schuhwerk und widerstandsfähige, atmungsaktive und feuchtigkeitsabweisende Bekleidung. Sie tragen häufig schwere Lasten, wie Schi-, Kletter- und Sicherheitsausrüstung. Bei Rettungsaktionen unterstützen sie beim Transport von Verletzten. Auch Tourenschier, Eispickel, Klettergurte und -haken, Steigeisen und Seile zählen zur Standardausrüstung. Sie lesen Wander- und Bergkarten, Tourenpläne und -beschreibungen und verfassen diese teilweise auch selbst. Für die Erledigung von Verwaltungsaufgaben arbeiten Berg- und Schiführer*innen auch an Computern in Büros.
Berg- und Schiführer*innen touren zusammen mit Freizeitsportler*innen im Freien. Sie sind unterschiedlichsten Witterungsverhältnissen, großen Höhen und großen körperlichen Belastungen ausgesetzt. Größere Gruppen führen sie auch gemeinsam im Team. Sie haben Kontakt zu Mitarbeiter*innen von Berg- und Schischulen, Alpenvereinen, Sporthotels, anderen Tourismusbetrieben und zur Bergrettung.
Berg- und Schiführer*innen sind beruflich immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. Voraussetzung für Erfolg in diesem Beruf ist es, immer auf dem neuesten Stand der Entwicklung zu bleiben und das Fachwissen laufend zu ergänzen und zu vertiefen.
Neue Entwicklungen und Weiterbildungsbereiche für Berg- und Schiführer*innen:
Weiterführende Bildungsmöglichkeiten und Höherqualifizierung:
Canoying | Extremsportart, bei der wasserführende, unzugängliche Schluchten (Canyons) und Wasserfälle durchklettert werden. |
Rafting | = Wildwasserfahren in großen Schlauchbooten, die mit bis zu 30 Personen besetzt sind. |
Trekking | = organisierte und geführte Extrem-Wandertouren in abgelegenen Gebirgsregionen |