Berufsoffizier*innen üben militärische Führungsfunktionen im Einsatz, in der Ausbildung und im Dienstbetrieb des Österreichischen Bundesheeres aus. Sie arbeiten auf unterschiedlichen Ebenen und in unterschiedlichen Spezialbereichen wie ABC-Abwehr, Artillerie oder IKT. Dabei halten sie sich im Freien oder in Büros, Werkstätten und Übungsräumlichkeiten auf. Bei der Ausübung ihres Dienstes tragen sie Uniformen. Berufsoffizier*innen arbeiten mit Unteroffizier*innen, anderen Berufsoffizier*innen der verschiedenen Einsatzbereiche, Soldat*innen, aber auch Zivilist*innen aus den unterschiedlichsten Bereichen zusammen.
In jedem Beruf brauchst du spezielles fachliches Know-how, das in der Aus- und Weiterbildung vermittelt wird. In den beiden Menüpunkten Ausbildung und Weiterbildung findest du Informationen zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für diesen Beruf.
Es gibt auch Kompetenzen, Fähigkeiten und Eigenschaften, die in allen Berufen wichtig sind. Dazu gehören besonders:
Die folgende Liste gibt dir einen Überblick über weitere allgemeine Anforderungen, die in DIESEM Beruf häufig gestellt werden. Diese können natürlich je nach Betrieb, Institution oder Organisation sehr unterschiedlich sein.
DENK DARAN: Viele dieser Anforderungen sind auch Bestandteil der Ausbildung.
Hinweis: Die Begriffe werden in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.
Die Ausbildung zum/zur Offizier*in erfolgt grundsätzlich in den Ausbildungseinrichtungen des Österreichischen Bundesheeres. Durch die Nutzung bundesheereigener Bildungseinrichtungen und Bildungsangebote sind zahlreiche Auf- und Umstiegsmöglichkeiten gegeben.
Voraussetzung für die Zulassung zur Ausbildung sind
(Hinweis: Für die dritte Phase der Ausbildung, das Bachelorstudium „Militärische Führung“ muss ein eigenes Aufnahmeverfahren absolviert werden.)
Die Ausbildung zum/zur Berufsoffizier*in besteht aus drei Abschnitten und dauert insgesamt 48 Monate:
Weitere Informationen zur Ausbildung findest hier:
Art: Bachelorstudium
Dauer: 6 Semester
Form: Berufsbegleitend
Voraussetzungen:
Reifeprüfung, Berufsreifeprüfung oder Studienberechtigungsprüfung facheinschlägige berufliche Qualifikationen (z. B. Lehre, Werkmeisterabschluss, BMS-Abschluss) mit Zusatzprüfung
Abschluss:
Bachelor of Arts in Military Leadership
Berechtigungen:
Zugangsberechtigung zu facheinschlägigen Masterstudiengängen
Info: Die Ausbildung findet an der Theresianischen Militärakademie in Wiener Neustadt statt.
Weitere Infos: https://www.militaerwissenschaften.ac.at/bastg-milfue
Theresianische Militärakademie
Burgplatz 1
2700 Wiener Neustadt
Tel.: +43 (0)50201 20 28901
Fax: +43 (0)2622 / 381 -1701
email: redaktion.milak@bmlv.gv.at
Internet: https://www.milak.at/
Fachhochschule für angewandte Militärwissenschaften
Stiftgasse 2a/Landesverteidigungsakademie (LVAK)
1070 Wien
Tel.: +43 (0)50 201 -10 28113
email: lvak.hk@bmlv.gv.at
Internet: https://www.militaerwissenschaften.ac.at/
Dauer: 6 Semester
Form: Vollzeit
Voraussetzungen:
Reifeprüfung, Berufsreifeprüfung oder Studienberechtigungsprüfung facheinschlägige berufliche Qualifikationen (z. B. Lehre, Werkmeisterabschluss, BMS-Abschluss) mit Zusatzprüfung
Abschluss:
Bachelor of Science in Engineering (BSc)
Berechtigungen:
Zugangsberechtigung zu facheinschlägigen Masterstudien
Info:
Das Bachelorstudium wird durch die Theresianische Militärakademie in Zusammenarbeit mit der FH Wiener Neustadt und anderen Partnern durchgeführt.
Das Ziel dieses Bachelorstudiums ist eine Offiziersausbildung inklusive eines breit angelegten, anwendungsorientierten IKT-Schwerpunkts, allerdings ohne vertiefende IKT-Spezialisierung. Das Angebot verfolgt das Ziel einer Vertiefung in die Bereiche Elektronische Kampfführung, Informations- und Kommunikationstechnologie und Cyber.
Lehrinhalte:
Militärinformatik-spezifische Inhalte (84 ECTS):
Mit dem Bachelorstudium Militärische Führung idente und gemeinsam zu absolvierende Inhalte (96 ECTS):
Weitere Infos: https://www.militaerwissenschaften.ac.at/bastg-mil-iktfue
Theresianische Militärakademie
Burgplatz 1
2700 Wiener Neustadt
Tel.: +43 (0)50201 20 28901
Fax: +43 (0)2622 / 381 -1701
email: redaktion.milak@bmlv.gv.at
Internet: https://www.milak.at/
Fachhochschule für angewandte Militärwissenschaften
Stiftgasse 2a/Landesverteidigungsakademie (LVAK)
1070 Wien
Tel.: +43 (0)50 201 -10 28113
email: lvak.hk@bmlv.gv.at
Internet: https://www.militaerwissenschaften.ac.at/
Die selbstständige (freiberufliche) Berufsausübung als Berufsoffizier*innen ist nicht möglich.
ALLGEMEINE HINWEISE:
Selbstständige Tätigkeiten sind alle Tätigkeit, die du in eigener Verantwortung (also nicht angestellt), regelmäßig und mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, ausüben willst. Für viele dieser Tätigkeiten brauchst du eine Gewerbeberechtigung. Es gibt aber auch sogenannte Freie Berufe (freiberufliche Tätigkeiten) und land- und forstwirtschaftliche Tätigkeiten, die nicht der Gewerbeordnung unterliegen. Auch für viele dieser Tätigkeiten gibt es eigene Rechtsvorschriften für die selbstständige Berufsausübung, manche können aber auch ohne besondere Voraussetzungen selbstständig ausgeübt werden.
In allen Fällen einer selbstständigen Berufsausübung (egal, ob im Rahmen eines Gewerbes, als freiberufliche Tätigkeit, im Rahmen eines Land- und forstwirtschaftlichen Betriebes) musst du diese bei der zuständigen Sozialversicherungsanstalt und dem zuständigen Finanzamt melden. Je nach selbstständiger Tätigkeit gibt es noch andere Meldepflichten oder Register, in die du dich eintragen musst.
Selbstständige Tätigkeiten, für die eine Gewerbeberechtigung erforderlich ist, musst du außerdem bei der Gewerbebehörde (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat) anmelden.
Unabhängig von einem oft notwendigen Befähigungsnachweis musst du dafür folgende Voraussetzungen erfüllen:
Für weitere Informationen schau dir unseren Thementext Im Fokus: Selbstständigkeit an oder nutze eine der folgenden Quellen und Kontakte:
Alternative Berufe sind Berufe, die entweder eine ähnliche Ausbildung oder ähnliche Aufgaben- oder Tätigkeitsbereiche haben, wie der Beruf, über den du dich gerade informierst. Die Ähnlichkeit kann auch in den Arbeitsmaterialien, den Arbeitsumgebungen liegen oder in der Art, wie du mit anderen Menschen zusammenarbeitest.
Diese Liste soll dir bei der Überlegung helfen, welche Berufe und Ausbildungen für dich noch interessant sein könnten und dich auf weitere Ideen bringen.
Berufsoffizier*innen erfüllen ihre Führungsaufgaben im Einsatz, in der Ausbildung und im Dienstbetrieb des Österreichischen Bundesheeres (ÖBH). Die wichtigsten Aufgaben umfassen einerseits die Sicherstellung der Ausbildung und Einsatzbereitschaft der Truppen und andererseits die Führung der Soldat*innen und Unteroffizier*innen.
Neben der Sicherung der militärischen Landesverteidigung werden Hilfeleistungen bei Elementarereignissen (Naturkatastrophen verschiedenster Art), bei der Friedenssicherung und humanitären Hilfe im nationalen und internationalen Einsatz und bei Such- und Rettungsdiensten immer wichtiger. Berufsoffizier*innen planen, koordinieren und überwachen diese Einsätze, bereiten die ihnen anvertrauten Soldat*innen darauf vor und führen sie. Berufsoffizier*innen üben in allen Bereichen der Logistik und Verwaltung (Personal, Material und Gerät, Verpflegung) führende Tätigkeiten aus. Ihre Aufgaben sind mit Managementfunktionen in größeren zivilen Unternehmen vergleichbar.
Berufsoffizier*innen üben ihre Tätigkeiten in verschiedenen Spezialbereichen aus. Derzeit stehen Fachgebiete bzw. Waffengattungen in den Bereichen Landstreitkräfte, Luftstreitkräfte, Cyber-Kräfte, Informationskräfte und Spezialeinsatzkräfte wie das Jagdkommando, der Versorgungsdienst (siehe z. B. Offizier*in des Wirtschaftsdienstes, Offizier*in des technischen Dienstes), Sanitätsdienst, ABC-Abwehr (atomare, biologische und chemische Angriffe) und Ordnungsdienst (siehe Militärstreife (m./w./d.)) zur Auswahl.
Auch im militärischen Bereich sind digitale Funksysteme und komplexe Computernetzwerke heute nicht mehr wegzudenken. Sie erhöhen zwar Einsatzfähigkeit, Effektivität und Effizienz, steigern gleichzeitig aber auch die Komplexität und die Risiken durch Angriffe auf diese IKT-Systeme. Diesen Herausforderungen zu begegnen ist die Aufgabe von IKT-Offizier*innen. Sie sind Expert*innen für den Einsatz von IKT-Systemen, die elektronische Kampfführung (EloKa) sowie Spezialist*innen für den Betrieb und die Überwachung von militärischen Einsatznetzwerken. Mit Zusatzausbildung werden sie auch in der Cyber-Abwehr tätig.
Berufsoffizier*innen üben ihre Tätigkeiten auch auf unterschiedlichen Ebenen aus und sind im Einsatzfall und bei Übungen etwa Kommandant*in eines Zuges (zirka 30 Soldat*innen) oder einer Kompanie (zirka 100 Soldat*innen).
Berufsoffizier*innen arbeiten mit Waffen und der gesamten technischen Logistik des Bundesheeres (Panzer, Flieger, Nachrichtentechnik usw.). Als Ausbilder*innen schulen sie Soldat*innen, bei Einsätzen übernehmen sie die Truppenführung. In der Verwaltung arbeiten sie mit den üblichen Büro- und Kommunikationsgeräten, wie Computern und Laptops, Druckern, Scannern, Kopiergeräten und (Mobil-)Telefonen.
Im Bereich der Cyber-Kräfte arbeiten sie mit digitalen Funksystemen und komplexen Computernetzwerken. Sie stellen die Funk-, Richtfunk-, LAN- und Sat-Verbindungen sicher und überwachen die militärischen Einsatznetzwerken in diesen Bereichen.
Je nach Anlass (z. B. Übungen, Empfänge, Hilfseinsätze) tragen Berufsoffizier*innen unterschiedliche Uniformen, Ausrüstungen und Waffen (z. B. Galauniform, Feldausrüstung, Tarnkleidung, Helme, kugelsichere Schutzwesten).
Berufsoffizier*innen führen ihre Aufgaben in den Kasernen des Österreichischen Bundesheeres (ÖBH), auf den Übungsplätzen sowie anderen Ausbildungseinrichtungen und bei internationalen Übungen auch im Ausland durch. Sie arbeiten je nach Verwendung in Werkstätten, in Büros und in anderen Verwaltungs- und Übungsräumlichkeiten des ÖBH. Berufsoffizier*innen haben Kontakt mit Berufskolleg*innen und Milizoffizier*innen. Ebenso arbeiten sie mit Milizunteroffizier*innen sowie Unteroffizier*innen der verschiedenen Einsatzbereiche (z. B. mit Unteroffizier*innen im Sanitätsdienst oder Wirtschaftsdienst) und mit Soldat*innen zusammen und befehligen diese.
Sowohl bei nationalen als auch bei internationalen Einsätzen wird die Zusammenarbeit mit Mitarbeiter*innen aus Hilfs- und Rettungsorganisationen immer wichtiger. Auch der Kontakt zu Berufskolleg*innen aus anderen Ländern nimmt ständig zu. Außerdem stehen Berufsoffizier*innen in Kontakt mit Politiker*innen, Journalist*innen und insbesondere während Übungen und Hilfseinsätzen mit der Zivilbevölkerung.
Berufsoffizier*innen sind für
Berufsoffizier*innen sind auf bestimmte Fachgebiete bzw. Waffengattungen spezialisiert und werden in entsprechenden Einheiten eingesetzt:
Spezialisierungs- und Aufstiegsmöglichkeiten (Auswahl):
Berufsoffizier*innen sind beruflich immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. Voraussetzung für Erfolg in diesem Beruf ist es, immer auf dem neuesten Stand der Entwicklung zu bleiben und das Fachwissen, die Methodenkompetenzen und sozialen Kompetenzen laufend zu ergänzen und zu vertiefen.
In den Ausbildungseinrichtungen des Österreichischen Bundesheeres gibt es zahlreiche Weiterbildungsangebote, die einen Auf- oder Umstieg ermöglichen, etwa an der Theresianischen Militärakademie oder der Heeresunteroffiziersakademie (HUAk). Am Institut für höhere militärische Führung der Landesverteidigungsakademie kann zum Beispiel der FH-Masterstudiengang „Militärische Führung“ in der STIFT-Kaserne Wien absolviert werden.
Darüber hinaus bieten Weiterbildungseinrichtungen wie z. B. das Berufsförderungsinstitut (BFI) und das Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) sowie zahlreiche Fachhochschullehrgänge und Universitätslehrgänge eine gute Möglichkeit sich in relevanten Bereichen weiterzubilden und höher zu qualifizieren.
Weiterführende Bildungsmöglichkeiten und Höherqualifizierung:
ABC-Waffen | Abkürzung für Atomare/Biologische/Chemische Waffen und Waffensysteme. |
Ballistik | Als Ballistik (griech. = werfen) bezeichnet man „Die Lehre von den geworfenen Körpern“. Sie ist ein Teilbereich der Physik und beschreibt die Vorgänge, eines sich durch den Raum bewegenden Flugkörpers (Projektil, Rakete). |
Garde | Ursprünglich aus dem Franzözischen für Wache, Elitetruppe. Früher stellte die Garde die Leibwache eines Fürsten oder militärischen Führers dar. Heute ist die Garde jener Eliteverband, der die Republik Österreich und das österreichische Bundesheer nach außen repräsentiert. Für Rekruten gibt es bestimmte Anforderungen, sie müssen z. B. mindestens 176 cm groß sein. |
IKT | Abkürzung für Informations- und Kommunikationstechnolgie. |
Kader | Die aus Berufsoffizier*innen und Berufsunteroffizier*innen bestehende miliärische Kern- bzw. Elitetruppen. |
nichtletale Waffen | Letal bedeutet "tödlich". Nicht-letal sind demnach nicht-tödliche "Waffen" wie z. B. Pfeffersprays, Wasserwerfer oder Tränengas. |
Regiment | Eine größere (meist von einem Oberst oder Oberstleutnant befehligte) Truppeneinheit. |