Berufsoffizier*in

Berufsoffizier*innen üben militärische Führungsfunktionen im Einsatz, in der Ausbildung und im Dienstbetrieb des Österreichischen Bundesheeres aus. Sie arbeiten auf unterschiedlichen Ebenen und in unterschiedlichen Spezialbereichen wie ABC-Abwehr, Artillerie oder IKT. Dabei halten sie sich im Freien oder in Büros, Werkstätten und Übungsräumlichkeiten auf. Bei der Ausübung ihres Dienstes tragen sie Uniformen. Berufsoffizier*innen arbeiten mit Unteroffizier*innen, anderen Berufsoffizier*innen der verschiedenen Einsatzbereiche, Soldat*innen, aber auch Zivilist*innen aus den unterschiedlichsten Bereichen zusammen.

Akademischer Beruf
Hauptberuf

Tätigkeiten und Aufgaben

  • militärische Führungs- und Managementfunktionen im Einsatz, in der Ausbildung und im Dienstbetrieb ausüben
  • die Ausbildung von Soldat*innen planen und durchführen bzw. überwachen
  • Verwaltungs- und Managementaufgaben durchführen/überwachen
  • Verbände im Rahmen der militärischen Landesverteidigung organisieren und führen
  • Unterstützungsmaßnahmen bei Katastrophen oder Unglücksfällen jeglicher Art bzw. im Rahmen von Assistenzleistungen in Österreich organisieren und koordinieren
  • Verbände im Rahmen von Auslandseinsätzen organisieren und führen
  • Repräsentationsaufgaben z. B. bei Staatsbesuchen, Empfängen wahrnehmen

In jedem Beruf brauchst du spezielles fachliches Know-how, das in der Aus- und Weiterbildung vermittelt wird. In den beiden Menüpunkten Ausbildung und Weiterbildung findest du Informationen zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für diesen Beruf.

Es gibt auch Kompetenzen, Fähigkeiten und Eigenschaften, die in allen Berufen wichtig sind. Dazu gehören besonders:

  • Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit
  • genaues und sorgfältiges Arbeiten
  • selbstständiges Arbeiten
  • Einsatzfreude
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Fähigkeit und Bereitschaft mit anderen zusammen zu arbeiten (Teamfähigkeit)
  • Lernbereitschaft

Die folgende Liste gibt dir einen Überblick über weitere allgemeine Anforderungen, die in DIESEM Beruf häufig gestellt werden. Diese können natürlich je nach Betrieb, Institution oder Organisation sehr unterschiedlich sein.

DENK DARAN: Viele dieser Anforderungen sind auch Bestandteil der Ausbildung.

Hinweis: Die Begriffe werden in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.

    Körperliche Anforderungen: Welche körperlichen Eigenschaften sind wichtig?

  • gute körperliche Verfassung
  • gute Reaktionsfähigkeit
  • Sportlichkeit

     

    Fachkompetenz: Welche Fähigkeiten und Kenntnisse werden von mir erwartet?

  • Anwendung und Bedienung digitaler Tools
  • Datensicherheit und Datenschutz
  • Fremdsprachenkenntnisse
  • gute rhetorische Fähigkeit
  • guter Orientierungssinn
  • kaufmännisches Verständnis
  • technisches Verständnis
  • wirtschaftliches Verständnis

     

    Sozialkompetenz: Was brauche ich im Umgang mit anderen?

  • Aufgeschlossenheit
  • Führungsfähigkeit (Leadership)
  • interkulturelle Kompetenz
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Konfliktfähigkeit
  • Motivationsfähigkeit

     

    Selbstkompetenz: Welche persönlichen Eigenschaften sollte ich mitbringen?

  • Ausdauer / Durchhaltevermögen
  • Belastbarkeit / Resilienz
  • Beurteilungsvermögen / Entscheidungsfähigkeit
  • Flexibilität / Veränderungsbereitschaft
  • Selbstbeherrschung
  • Selbstorganisation
  • Selbstvertrauen / Selbstbewusstsein
  • Sicherheitsbewusstsein

     

    Weitere Anforderungen: Was ist sonst noch wichtig?

  • gepflegtes Erscheinungsbild
  • Mobilität (wechselnde Arbeitsorte)
  • Risikobewusstsein

     

    Methodenkompetenz: Welche Arbeits- und Denkweisen sind wichtig?

  • komplexes / vernetztes Denken
  • Organisationsfähigkeit
  • Planungsfähigkeit
  • Problemlösungsfähigkeit

Die Ausbildung zum/zur Offizier*in erfolgt grundsätzlich in den Ausbildungseinrichtungen des Österreichischen Bundesheeres. Durch die Nutzung bundesheereigener Bildungseinrichtungen und Bildungsangebote sind zahlreiche Auf- und Umstiegsmöglichkeiten gegeben.

Voraussetzung für die Zulassung zur Ausbildung sind

  • die österreichische Staatsbürgerschaft,
  • ein Maximalalter von 37 Jahren,
  • die allgemeine Hochschulreife (z. B. Reifeprüfung oder Studienberechtigungsprüfung),
  • Unbescholtenheit (keine Vorstrafen) und
  • eine positive Eignungsprüfung zum Ausbildungsdienst („geeignet für Offiziersverwendung“).

(Hinweis: Für die dritte Phase der Ausbildung, das Bachelorstudium „Militärische Führung“ muss ein eigenes Aufnahmeverfahren absolviert werden.)

Die Ausbildung zum/zur Berufsoffizier*in besteht aus drei Abschnitten und dauert insgesamt 48 Monate:

  • Kaderanwärterausbildung Teil 1: In den ersten fünf Monaten werden alle Kaderanwärter*innen für eine Offiziers- und Unteroffiziers-, Berufs- und Milizlaufbahn in den wichtigsten militärischen Grundlagen geschult, z. B. dem richtigen Umgang mit der Ausrüstung. Zudem werden die ersten Schritt in Richtung künftige Führungsrolle gemacht.
  • Kaderanwärterausbildung Teil 2 – BOA: Offiziersanwärter*innen für eine Berufs- und Milizlaufbahn befassen sich anschließend sieben Monate lang an der Heerestruppenschule Bruckneudorf (Bgld) mit den fachspezifischen Fertigkeiten der ausgewählten Spezialisierung und dem Führen von Soldat*innen im Einsatz. Außerdem gibt es eine intensive Vorbereitung auf das Auswahl- und Aufnahme­verfahren für das Studium im nächsten Abschnitt.
  • Truppenoffiziersausbildung: Der letzte Abschnitt dauert drei Jahre und besteht aus abwechselnden Phasen
    • des berufsbegleitenden FH-Bachelorstudiengangs „Militärische Führung“, der mit dem akademischen Grad „Bachelor of Arts in Military Leadership“ (BA) abschließt, ODER
    • des berufsbegleitenden FH-Bachelorstudiengangs „Militärische IKT-Führung“ mit Fokus auf den Bereich IKT und elektronische Kampfführung (EloKa), der mit dem akademischen Grad „Bachelor of Science in Engineering (BSc)“ abschließt,
      an der Theresianischen Militärakademie in Wiener Neustadt (NÖ) und
    • des Truppenoffizierslehrgangs (Gebirgsausbildung, Führungsausbildung, Waffengattungs- oder Fachausbildung, Fahrschule, Tanzkurs) an den Waffen- und Fachschulen.

Weitere Informationen zur Ausbildung findest hier:

Art: Bachelorstudium

Dauer: 6 Semester

Form: Berufsbegleitend

Voraussetzungen:

Reifeprüfung, Berufsreifeprüfung oder Studienberechtigungsprüfung facheinschlägige berufliche Qualifikationen (z. B. Lehre, Werkmeisterabschluss, BMS-Abschluss) mit Zusatzprüfung

Abschluss:

Bachelor of Arts in Military Leadership

Berechtigungen:

Zugangsberechtigung zu facheinschlägigen Masterstudiengängen

Info: Die Ausbildung findet an der Theresianischen Militärakademie in Wiener Neustadt statt.

Weitere Infos: https://www.militaerwissenschaften.ac.at/bastg-milfue

Adressen:

Theresianische Militärakademie
Burgplatz 1
2700 Wiener Neustadt

Tel.: +43 (0)50201 20 28901
Fax: +43 (0)2622 / 381 -1701
email: redaktion.milak@bmlv.gv.at
Internet: https://www.milak.at/

Fachhochschule für angewandte Militärwissenschaften
Stiftgasse 2a/Landesverteidigungsakademie (LVAK)
1070 Wien

Tel.: +43 (0)50 201 -10 28113
email: lvak.hk@bmlv.gv.at
Internet: https://www.militaerwissenschaften.ac.at/

Dauer: 6 Semester

Form: Vollzeit

Voraussetzungen:

Reifeprüfung, Berufsreifeprüfung oder Studienberechtigungsprüfung facheinschlägige berufliche Qualifikationen (z. B. Lehre, Werkmeisterabschluss, BMS-Abschluss) mit Zusatzprüfung

Abschluss:

Bachelor of Science in Engineering (BSc)

Berechtigungen:

Zugangsberechtigung zu facheinschlägigen Masterstudien

Info:

Das Bachelorstudium wird durch die Theresianische Militärakademie in Zusammenarbeit mit der FH Wiener Neustadt und anderen Partnern durchgeführt.

Das Ziel dieses Bachelorstudiums ist eine Offiziersausbildung inklusive eines breit angelegten, anwendungsorientierten IKT-Schwerpunkts, allerdings ohne vertiefende IKT-Spezialisierung. Das Angebot verfolgt das Ziel einer Vertiefung in die Bereiche Elektronische Kampfführung, Informations- und Kommunikationstechnologie und Cyber.

Lehrinhalte:

Militärinformatik-spezifische Inhalte (84 ECTS):

  • Programmierung
  • IT-Sicherheit
  • Systemadministration
  • IT-Recht
  • Kommunikationstechnologie
  • Infrastrukturelle Sicherheit
  • Web-Technologien
  • IKT-Sicherheit
  • Kryptografie
  • Datenbanksysteme
  • Mil. IKT-Einsatzplanung
  • Storagesysteme & Archivierung
  • Elektronische Kampffühung (ELOKA)
  • Interoperabilität
  • Navigation
  • Daten- und Info-Schutz
  • Basis für Cyberkompetenz

Mit dem Bachelorstudium Militärische Führung idente und gemeinsam zu absolvierende Inhalte (96 ECTS):

  • Militärpädagogik
  • Grundlagen der militärischen Führung
  • Taktik, Strategie und Sicherheitspolitik
  • Recht (Verfassungsrecht, Wehrrecht, Dienst- und Besoldungsrecht, Law of Armed Conflict,…)
  • Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens
  • Sport (Limits)
  • Berufspraktikum

Weitere Infos: https://www.militaerwissenschaften.ac.at/bastg-mil-iktfue

Adressen:

Theresianische Militärakademie
Burgplatz 1
2700 Wiener Neustadt

Tel.: +43 (0)50201 20 28901
Fax: +43 (0)2622 / 381 -1701
email: redaktion.milak@bmlv.gv.at
Internet: https://www.milak.at/

Fachhochschule für angewandte Militärwissenschaften
Stiftgasse 2a/Landesverteidigungsakademie (LVAK)
1070 Wien

Tel.: +43 (0)50 201 -10 28113
email: lvak.hk@bmlv.gv.at
Internet: https://www.militaerwissenschaften.ac.at/

Selbstständigkeit

Die selbstständige (freiberufliche) Berufsausübung als Berufsoffizier*innen ist nicht möglich.

ALLGEMEINE HINWEISE:

Selbstständige Tätigkeiten sind alle Tätigkeit, die du in eigener Verantwortung (also nicht angestellt), regelmäßig und mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, ausüben willst. Für viele dieser Tätigkeiten brauchst du eine Gewerbeberechtigung. Es gibt aber auch sogenannte Freie Berufe (freiberufliche Tätigkeiten) und land- und forstwirtschaftliche Tätigkeiten, die nicht der Gewerbeordnung unterliegen. Auch für viele dieser Tätigkeiten gibt es eigene Rechtsvorschriften für die selbstständige Berufsausübung, manche können aber auch ohne besondere Voraussetzungen selbstständig ausgeübt werden.

In allen Fällen einer selbstständigen Berufsausübung (egal, ob im Rahmen eines Gewerbes, als freiberufliche Tätigkeit, im Rahmen eines Land- und forstwirtschaftlichen Betriebes) musst du diese bei der zuständigen Sozialversicherungsanstalt und dem zuständigen Finanzamt melden. Je nach selbstständiger Tätigkeit gibt es noch andere Meldepflichten oder Register, in die du dich eintragen musst.

Selbstständige Tätigkeiten, für die eine Gewerbeberechtigung erforderlich ist, musst du außerdem bei der Gewerbebehörde (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat) anmelden.
Unabhängig von einem oft notwendigen Befähigungsnachweis musst du dafür folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • das 18. Lebensjahr muss vollendet sein
  • österreichische Staatsbürgerschaft oder Staatsbürgerschaft eines anderen EU-Mitgliedstaates (oder eines Staates, mit dem ein entsprechender Staatsvertrag besteht) oder es liegt ein gültiger Aufenthaltstitel vor, der zur selbstständigen Tätigkeit berechtigt
  • keine Ausschließungsgründe (z. B. abgewiesene Konkursanträge, Bestrafung wegen Finanzstrafdelikten)

Für weitere Informationen schau dir unseren Thementext Im Fokus: Selbstständigkeit an oder nutze eine der folgenden Quellen und Kontakte:

Alternativen (Auswahl)

Alternative Berufe sind Berufe, die entweder eine ähnliche Ausbildung oder ähnliche Aufgaben- oder Tätigkeitsbereiche haben, wie der Beruf, über den du dich gerade informierst. Die Ähnlichkeit kann auch in den Arbeitsmaterialien, den Arbeitsumgebungen liegen oder in der Art, wie du mit anderen Menschen zusammenarbeitest.

Diese Liste soll dir bei der Überlegung helfen, welche Berufe und Ausbildungen für dich noch interessant sein könnten und dich auf weitere Ideen bringen.

Berufsinfos werden zur Verfügung gestellt von:

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Arbeitsbereiche

Berufsoffizier*innen erfüllen ihre Führungsaufgaben im Einsatz, in der Ausbildung und im Dienstbetrieb des Österreichischen Bundesheeres (ÖBH). Die wichtigsten Aufgaben umfassen einerseits die Sicherstellung der Ausbildung und Einsatzbereitschaft der Truppen und andererseits die Führung der Soldat*innen und Unteroffizier*innen.

Neben der Sicherung der militärischen Landesverteidigung werden Hilfeleistungen bei Elementarereignissen (Naturkatastrophen verschiedenster Art), bei der Friedenssicherung und humanitären Hilfe im nationalen und internationalen Einsatz und bei Such- und Rettungsdiensten immer wichtiger. Berufsoffizier*innen planen, koordinieren und überwachen diese Einsätze, bereiten die ihnen anvertrauten Soldat*innen darauf vor und führen sie. Berufsoffizier*innen üben in allen Bereichen der Logistik und Verwaltung (Personal, Material und Gerät, Verpflegung) führende Tätigkeiten aus. Ihre Aufgaben sind mit Managementfunktionen in größeren zivilen Unternehmen vergleichbar.

Berufsoffizier*innen üben ihre Tätigkeiten in verschiedenen Spezialbereichen aus. Derzeit stehen Fachgebiete bzw. Waffengattungen in den Bereichen Landstreitkräfte, Luftstreitkräfte, Cyber-Kräfte, Informationskräfte und Spezialeinsatzkräfte wie das Jagdkommando, der Versorgungsdienst (siehe z. B. Offizier*in des Wirtschaftsdienstes, Offizier*in des technischen Dienstes), Sanitätsdienst, ABC-Abwehr (atomare, biologische und chemische Angriffe) und Ordnungsdienst (siehe Militärstreife (m./w./d.)) zur Auswahl.

Auch im militärischen Bereich sind digitale Funksysteme und komplexe Computernetzwerke heute nicht mehr wegzudenken. Sie erhöhen zwar Einsatzfähigkeit, Effektivität und Effizienz, steigern gleichzeitig aber auch die Komplexität und die Risiken durch Angriffe auf diese IKT-Systeme. Diesen Herausforderungen zu begegnen ist die Aufgabe von IKT-Offizier*innen. Sie sind Expert*innen für den Einsatz von IKT-Systemen, die elektronische Kampfführung (EloKa) sowie Spezialist*innen für den Betrieb und die Überwachung von militärischen Einsatznetzwerken. Mit Zusatzausbildung werden sie auch in der Cyber-Abwehr tätig.

Berufsoffizier*innen üben ihre Tätigkeiten auch auf unterschiedlichen Ebenen aus und sind im Einsatzfall und bei Übungen etwa Kommandant*in eines Zuges (zirka 30 Soldat*innen) oder einer Kompanie (zirka 100 Soldat*innen).

Arbeitsmittel

Berufsoffizier*innen arbeiten mit Waffen und der gesamten technischen Logistik des Bundesheeres (Panzer, Flieger, Nachrichtentechnik usw.). Als Ausbilder*innen schulen sie Soldat*innen, bei Einsätzen übernehmen sie die Truppenführung. In der Verwaltung arbeiten sie mit den üblichen Büro- und Kommunikationsgeräten, wie Computern und Laptops, Druckern, Scannern, Kopiergeräten und (Mobil-)Telefonen.
Im Bereich der Cyber-Kräfte arbeiten sie mit digitalen Funksystemen und komplexen Computernetzwerken. Sie stellen die Funk-, Richtfunk-, LAN- und Sat-Verbindungen sicher und überwachen die militärischen Einsatznetzwerken in diesen Bereichen.

Je nach Anlass (z. B. Übungen, Empfänge, Hilfseinsätze) tragen Berufsoffizier*innen unterschiedliche Uniformen, Ausrüstungen und Waffen (z. B. Galauniform, Feldausrüstung, Tarnkleidung, Helme, kugelsichere Schutzwesten).

Arbeitsumfeld

Berufsoffizier*innen führen ihre Aufgaben in den Kasernen des Österreichischen Bundesheeres (ÖBH), auf den Übungsplätzen sowie anderen Ausbildungseinrichtungen und bei internationalen Übungen auch im Ausland durch. Sie arbeiten je nach Verwendung in Werkstätten, in Büros und in anderen Verwaltungs- und Übungsräumlichkeiten des ÖBH. Berufsoffizier*innen haben Kontakt mit Berufskolleg*innen und Milizoffizier*innen. Ebenso arbeiten sie mit Milizunteroffizier*innen sowie Unteroffizier*innen der verschiedenen Einsatzbereiche (z. B. mit Unteroffizier*innen im Sanitätsdienst oder Wirtschaftsdienst) und mit Soldat*innen zusammen und befehligen diese.

Sowohl bei nationalen als auch bei internationalen Einsätzen wird die Zusammenarbeit mit Mitarbeiter*innen aus Hilfs- und Rettungsorganisationen immer wichtiger. Auch der Kontakt zu Berufskolleg*innen aus anderen Ländern nimmt ständig zu. Außerdem stehen Berufsoffizier*innen in Kontakt mit Politiker*innen, Journalist*innen und insbesondere während Übungen und Hilfseinsätzen mit der Zivilbevölkerung.

Berufsoffizier*innen sind für

  • das Österreichische Bundesheer (ÖBH),
  • das Bundesministerium für Landesverteidigung (BMLV) oder
  • internationale Organisationen (z. B. UNO) tätig.

Berufsoffizier*innen sind auf bestimmte Fachgebiete bzw. Waffengattungen spezialisiert und werden in entsprechenden Einheiten eingesetzt:

  • Landstreitkräfte: Artillerietruppe, Aufklärungstruppe, Infanterietruppe, Panzertruppe, Pioniertruppe
  • Luftstreitkräfte: bodengebundene Luftabwehrtruppe, Flugmeldetruppe, Luftunterstützungstruppe, Kampffliegertruppe
  • Cyber-Kräfte: Cyber-Truppe, EloKa-Truppe (elektronische Kampfführung), IKT-Truppe
  • Informationskräfte: Kommunikationstruppe, PsyOps-Truppe (psychologische Operationen)
  • Spezialeinsatzkräfte: Jagdkommandotruppe, Versorgungstruppe (siehe z. B. Offizier*in des Wirtschaftsdienstes, Offizier*in des technischen Dienstes), Sanitätstruppe, ABC-Abwehrtruppe (atomare, biologische und chemische Angriffe), Ordnungstruppe (siehe Militärstreife (m./w./d.))

Spezialisierungs- und Aufstiegsmöglichkeiten (Auswahl):

Spezialisierungsmöglichkeiten (Auswahl):

Berufsoffizier*innen sind beruflich immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. Voraussetzung für Erfolg in diesem Beruf ist es, immer auf dem neuesten Stand der Entwicklung zu bleiben und das Fachwissen, die Methodenkompetenzen und sozialen Kompetenzen laufend zu ergänzen und zu vertiefen.

In den Ausbildungseinrichtungen des Österreichischen Bundesheeres gibt es zahlreiche Weiterbildungsangebote, die einen Auf- oder Umstieg ermöglichen, etwa an der Theresianischen Militärakademie oder der Heeresunteroffiziersakademie (HUAk). Am Institut für höhere militärische Führung der Landesverteidigungsakademie kann zum Beispiel der FH-Masterstudiengang „Militärische Führung“ in der STIFT-Kaserne Wien absolviert werden.

Darüber hinaus bieten Weiterbildungseinrichtungen wie z. B. das Berufsförderungsinstitut (BFI) und das Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) sowie zahlreiche Fachhochschullehrgänge und Universitätslehrgänge eine gute Möglichkeit sich in relevanten Bereichen weiterzubilden und höher zu qualifizieren.

Weiterführende Bildungsmöglichkeiten und Höherqualifizierung:

ABC-Waffen

Abkürzung für Atomare/Biologische/Chemische Waffen und Waffensysteme.

Ballistik

Als Ballistik (griech. = werfen) bezeichnet man „Die Lehre von den geworfenen Körpern“. Sie ist ein Teilbereich der Physik und beschreibt die Vorgänge, eines sich durch den Raum bewegenden Flugkörpers (Projektil, Rakete).

Garde

Ursprünglich aus dem Franzözischen für Wache, Elitetruppe. Früher stellte die Garde die Leibwache eines Fürsten oder militärischen Führers dar. Heute ist die Garde jener Eliteverband, der die Republik Österreich und das österreichische Bundesheer nach außen repräsentiert. Für Rekruten gibt es bestimmte Anforderungen, sie müssen z. B. mindestens 176 cm groß sein.

IKT

Abkürzung für Informations- und Kommunikationstechnolgie.

Kader

Die aus Berufsoffizier*innen und Berufsunteroffizier*innen bestehende miliärische Kern- bzw. Elitetruppen.

nichtletale Waffen

Letal bedeutet "tödlich". Nicht-letal sind demnach nicht-tödliche "Waffen" wie z. B. Pfeffersprays, Wasserwerfer oder Tränengas.

Regiment

Eine größere (meist von einem Oberst oder Oberstleutnant befehligte) Truppeneinheit.