Betriebswirt*innen arbeiten als Fachexpertinnen und -experten und in leitenden Positionen in Handels-, Dienstleistungs- und Industriebetrieben aller Branchen. Sie sind auf der Managementebene, z. B. als Team- oder Abteilungsleiter*in oder Bereichsmanager*in tätig und als solche mit administrativen, planerischen und strategischen Aufgaben befasst. Sie überwachen die laufende Geschäftstätigkeit, kontrollieren Umsatzzahlen, Kosten und Budgets und berechnen betriebswirtschaftliche Kennzahlen. Sie halten Besprechungen und Meetings ab und beraten sind mit der Geschäftsführung und betrieblichen Entscheidungsträger*innen zur strategischen Entwicklung und Definition von Unternehmenszielen.
Betriebswirt*innen arbeiten mit Manager*innen und Mitarbeiter*innen verschiedener betrieblicher Abteilungen, etwa mit Buchhalter*innen, Controller*innen und haben Kontakt mit Steuerberater*innen, Unternehmensberater*innen, Jurist*innen und dergleichen mehr. In Managementpositionen leiten sie Fachkräfte, Mitarbeiter*innen und Teams.
Neben möglichen Tätigkeiten in der Privatwirtschaft arbeiten Betriebswirt*innen auch in Lehre und Forschung an Universitäten, Fachhochschulen oder Wirtschaftsforschungsinstituten.
In jedem Beruf brauchst du spezielles fachliches Know-how, das in der Aus- und Weiterbildung vermittelt wird. In den beiden Menüpunkten Ausbildung und Weiterbildung findest du Informationen zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für diesen Beruf.
Es gibt auch Kompetenzen, Fähigkeiten und Eigenschaften, die in allen Berufen wichtig sind. Dazu gehören besonders:
Die folgende Liste gibt dir einen Überblick über weitere allgemeine Anforderungen, die in DIESEM Beruf häufig gestellt werden. Diese können natürlich je nach Betrieb, Institution oder Organisation sehr unterschiedlich sein.
DENK DARAN: Viele dieser Anforderungen sind auch Bestandteil der Ausbildung.
Hinweis: Die Begriffe werden in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.
Die Möglichkeit einer selbstständigen Berufsausübung ist z. B. gegeben durch:
a) reglementierte Gewerbe:
Für die Ausübung eines reglementierten Gewerbes sind, neben der Erfüllung der allgemeinen Voraussetzungen, Befähigungsnachweise zu erbringen, die in den angeführten Bundesgesetzblättern festgelegt sind.
Downloadmöglichkeit der Zugangsvoraussetzung und Prüfungsordnungen (Bundesgesetzblätter): Wirtschaftskammer Österreich: Prüfungs- und Befähigungsnachweise für reglementierte Gewerbe
b) Rechstkraftgewerbe:
Rechtskraftgewerbe sind reglementierte Gewerbe, bei denen die Zuverlässigkeit des Gewerbeanmelders/der Gewerbeanmelderin durch die Gewerbebehörde (Bezirksverwaltungsbehörde bzw. Magistrat) geprüft und festgestellt wird.
c) freie Gewerbe: Außerdem besteht die Möglichkeit einer selbstständigen Berufsausübung über eine Reihe von freien Gewerben, wie z. B. Handelsgewerbe, Call Center, Werbeagentur usw.
Informationen zum „Freien Gewerbe“:
freie Gewerbe erfordern in der Regel keinen Befähigungsnachweis, sondern lediglich eine Anmeldung bei der Gewerbebehörde (Bezirksverwaltungsbehörde). Grundsätzlich richtet sich der Gewerbeumfang nach dem Wortlaut der Gewerbeanmeldung.
Liste der Freien Gewerbe:
d) Freie Berufe: Steuerberater*in oder Wirtschaftstreuhänder*in
Freie Berufe sind selbstständige (freiberufliche) Tätigkeiten, die nicht der Gewerbeordnung unterliegen (z. B. Arzt/Ärztin und andere Gesundheitsberufe, Rechtsanwalt/-anwältin, Musiker*in, Schriftsteller*in und andere Künstlerberufe). Für einige freie Berufe ist die Berufsausübung durch eigene Rechtsvorschriften (Wirtschaftstreuhänder Berufsordnung, Ärztegesetz, Rechtsanwaltsordnung, Ziviltechnikergesetz etc.) geregelt und es bestehen eigene Interessensvertretungen (Kammern oder Berufsverbände), denen die Aufnahme der selbstständigen Berufstätigkeit gemeldet werden muss. Für andere freie Berufe, wie z. B. Künstler*in, Schriftsteller*in, Journalist/Journalistin, bestehen keine besonderen Rechtsvorschriften und Meldepflichten.
In jedem Fall muss die Aufnahme einer freiberuflichen Tätigkeit aber der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft und dem zuständigen Finanzamt gemeldet werden.
ALLGEMEINE HINWEISE:
Für jede Tätigkeit, die Sie selbstständig, regelmäßig und mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, ausüben wollen, brauchen Sie eine Gewerbeberechtigung (Ausnahme: Freie Berufe). Diese erhalten Sie durch Anmeldung bei der Gewerbebehörde (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat).
Unabhängig von einem etwaigen Befähigungsnachweis müssen sie dafür folgende Voraussetzungen erfüllen:
In allen Fällen einer selbstständigen Berufsausübung (ob im Rahmen eines Gewerbes oder als freiberufliche Tätigkeit) ist diese bei der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft und dem zuständigen Finanzamt zu melden.
Weitere Informationen und Kontakte:
Alternative Berufe sind Berufe, die entweder eine ähnliche Ausbildung oder ähnliche Aufgaben- oder Tätigkeitsbereiche haben, wie der Beruf, über den du dich gerade informierst. Die Ähnlichkeit kann auch in den Arbeitsmaterialien, den Arbeitsumgebungen liegen oder in der Art, wie du mit anderen Menschen zusammenarbeitest.
Diese Liste soll dir bei der Überlegung helfen, welche Berufe und Ausbildungen für dich noch interessant sein könnten und dich auf weitere Ideen bringen.
Benchmarking | Eine Methode des Vergleichs von Unternehmen, um daraus zu lernen (Best Practices). Benchmarking wird meist von unabhängigen Dritten (z. B. Unternehmensberater*innen) ausgeführt, welche betriebliche Daten sammeln und auswerten. Schließlich werden die Ergebnisse mit den Teilnehmer*innen verglichen und besprochen. |
Break-Even-Point | Der Break-Even-Point ist wirtschaftlich gesehen die Gewinnschwelle und bezeichnet jene Absatzmenge/Produktionsmenge, bei der die Fixkosten eines Produktes/einer Leistung (oder auch der gesamten Produktion) durch die Deckungsbeiträge (= Erlös abzüglich der variablen Kosten) dieses Produktes/dieser Leistung abgedeckt sind und damit weder Gewinn noch Verlust entsteht. |
CAE | Abkürzung für "Computer Aided Engineering". Dieser Fachbegriff bezeichnet alle computerunterstützten Konstruktions-, Planungs- und Produktionsverfahren. Dazu gehören:
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CAP | Abkürzung für "Computer Aided Planning" = computerunterstützte Fertigungsplanung. CAP umfasst die Planung von Fertigungsprozessen, die Berechnung von Material-, Maschinen- und Arbeitskräfteeinsatz und dergleichen. |
Cash-Flow | Ist jener Überschuss (in der Betriebskasse) der einem Unternehmen nach Abzug aller Ausgaben und Kosten verbleibt. Der Cash-Flow drückt das Eigenfinanzierungspotenzial des Unternehmens aus. Diese Kennzahl gibt somit Aufschluss darüber, inwieweit sich Betriebe aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit heraus selbst finanzieren können, d. h. ohne auf Fremdkapital angewiesen zu sein. |
Controlling | Controlling ist ein systematisches Steuerungs- und Koordinationskonzept zur Kontrolle, Planung, Lenkung und Steuerung wirtschaftlicher Prozesse im Unternehmen. Durch die gezielte Berechnung von Steuer- und Zielgrößen kann das Controlling vergangene Entscheidungen der Geschäftsführung evaluieren (bewerten) und zukünftige Entscheidungsfindungsprozesse unterstützen. |
Corporate Identity | Die Corporate Identity (CI) beschreibt die Identität eines Unternehmens, also die Art, wie ein Unternehmen sich selbst nach innen und außen darstellt. Wichtig ist, dass diese Darstellung einer einheitlichen Linie folgt. Das betrifft das einheitliche Verhalten (Corporate Culture), die einheitliche Kommunikation (Corporate Communications) und das einheitliche Erscheinungsbild (Corporate Design, CD). |
Customer Relationship Management (CRM) | engl. "customer" = Kunde; "relationship" = Beziehung Customer Relationship Management (CRM) ist ein Strategie, die Unternehmen im Umgang mit aktuellen und potenziellen Kund*innen nutzen. Dabei werden die Kund*innenbeziehungsprozesse systematisch gestaltet und dokumentiert. Es dient der bewussten Pflege und Festigung langfristiger Kund*innenbeziehungen und soll sich so maßgeblich auf den Unternehmenserfolg auswirken. |
DIN-Norm | Das DIN Deutsches Institut für Normung e.V. mit Sitz in Berlin ist die nationale Normungsorganisation in Deutschland. Das Institut entwickelt in Zusammenarbeit mit Handel, Industrie, Wissenschaft und Behörden technische Standards (Normen) zur Rationalisierung und Qualitätssicherung. Durch die Normen soll sichergestellt werden, dass (Produktions-)Verfahren und Produkte allgemein anerkannten Qualitäts- und Sicherheitsstandards entsprechen. |
Diversity Management | Diversity Management ist ein Konzept der Unternehmens- und Organisationsführung, das die kulturelle Heterogenität und Vielfalt der Beschäftigten beachtet und als Vorteil sieht. Kerndimensionen von Diversity Management sind Ethnie, Alter, Gender (Geschlecht), Religion und sexuelle Orientierung. Aber auch die Integration von Menschen mit Behinderung in die Arbeitswelt ist eine wichtiger Aspekt von Diversity Management. |
Handelsmarke | Handelsmarken (bzw. Eigenmarken) sind speziell gekennzeichnete Artikel, mit denen ein Handelsunternehmen Waren unter eigenem Logo verkauft. |
Inflation | Die Inflation bezeichnet einen anhaltenden Anstieg des allgemeinen Preisniveaus (= Geldentwertung). Hier findest du eine genauere Erklärung der Europäischen Zentralbank. |
Informationsmanagement | Die Erfassung und Bereitstellung betrieblicher Informationen, zur Unterstützung der betriebsinternen Kommunikation zwischen der Geschäftsleitung und den verschiedenen Abteilungen. |
Innovationsmanagement | Innovationsmanagement ist die systematische Planung und Umsetzung von neuen Ideen in Unternehmen und Organisationen. Das Management von Innovationen ist ein Teil der Unternehmensstrategie und kann sich auf neue Produkte, Dienstleistungen, Fertigungsprozesse oder Organisationsstrukturen beziehen. Während Produktinnovationen meist auf den Markt und die KundInnen abzielen, sind betriebliche Prozessinnovationen in erster Linie auf die Verbesserung von Effektivität, Effizienz und Kostensenkung ausgerichtet. |
Just-in-time | Ein wirtschaftliches Konzept der Geschäftstätigkeit mit dem Ziel hoher Termintreue, niedriger Bestände und kurzer Stand,- Lager- und Durchlaufzeiten: die Produkte werden genau zu dem Zeitpunkt fertiggestellt bzw. geliefert, zu dem sie gebraucht werden. Das erfordert eine äußerst genaue und effiziente Planung und Koordination der betrieblichen Bereiche Einkauf, Lager, Produktion und Vertrieb. |
Key-Account-Management | Key-Account ist Englisch für "Schlüsselkund*innen". Diejenigen Kund*innen, die dem Betrieb den größten Umsatz bringen und im Rahmen der Marketing-Politik von speziellen "Key-Accountant-Manager*innen" betreut werden. |
Knowledge-Management | "Wissensmanagement": Der organisierte Umgang mit Wissen, z. B. Datensammlung und -austausch, Ressourcen- und Informationsbeschaffung und -weiterleitung und dergleichen mehr. |
Liquidität | Die Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens ("flüssig sein"). Also die Möglichkeit, Zahlungsverpflichtungen fristgerecht zu erfüllen. Dies kann auch bedeuten, bei Bedarf Sachwerte in Geld umzuwandeln. |
Makroökonomie | Die Makroökonomie ist jener Teilbereich der Volkswirtschaftslehre, der wirtschaftliche Zusammenhänge aus der gesamtwirtschaftlichen Perspektive erforscht. |
Mikroökonomie | Die Mikroökonomie ist jener Teilbereich der Volkswirtschaftslehre, der sich mit dem wirtschaftlichen Verhalten von z. B. Konsument*innen, Haushalten oder Unternehmen beschäftigt. |
Operations Research | Unternehmensforschung. Sie wird in der Wirtschaft zur Unterstützung von Entscheidungsprozessen mit Hilfe von mathematischen Verfahren eingesetzt. |
Outsourcing | Bedeutet "Outside Resource Using" und meint damit die Übertragung von Unternehmenstätigkeiten bzw. -aufgabenfelder auf extern beauftragte Betriebe oder Organisationen. |
Qualitätsmanagement | Qualitätsmanagement bezeichnet alle Maßnahmen zur Qualitätssicherung und -verbesserung von Produkten, Prozessen oder Dienstleistungen jeglicher Art. Dazu gehört z. B. die Einhaltung von rechtlich oder betrieblich vorgeschriebenen Normen, Hygiene-, Sicherheits- und Qualitätsstandards. In vielen Branchen wie z. B. in der Luft- und Raumfahrt, Medizintechnik, Arznei- und Lebensmittelherstellung ist Qualitätsmanagement gesetzlich vorgeschrieben. |
Rentabilität | Das Verhältnis des Gewinns (einer Unternehmung) zu dem eingesetzten Kapital in einem Rechnungszeitraum. |
Total Quality Management (TQM) | Als Total Quality Management (totales Qualitäts-Management, TQM) bezeichnet man die durchgängige, laufende und alle Bereiche einer Organisation (Unternehmen, Institution etc.) erfassende Aufzeichnung, Sichtung, Organisation und Kontrolle der Geschäftsprozesse, die dazu dient, Qualität als Systemziel einzuführen und dauerhaft sicher zu stellen. |
Vorstand | Der Vorstand ist das geschäftsführende Organ einer Aktiengesellschaft (AG). Der Vorstand besteht in der Regel aus mehreren, vom Aufsichtsrat bestellten und überwachten Personen. |
Zeitmanagement | Unter Zeitmanagement versteht man die optimale Planung und Einteilung von zeitlichen Ressourcen, vor allem in Projekten, die zu einem bestimmten Zeitpunkt (deadline) fertig gestellt oder abgegeben sein müssen. Entscheidend ist hier eine realistische Kalkulation des Zeitaufwandes. |
Zertifizierung | Die öffentlich anerkannte Bescheinigung von Kenntnissen, Fähigkeiten (personenbezogen) oder Eigenschaften (produkt-, verfahrens-, prozessbezogen etc.). Die Zertifizierung dient der Qualitätssicherung von Dienstleistungen und Waren/Produkten. |