Bohrarbeiter*innen arbeiten im Bereich des Bergbaus, des Bauwesens und in der Erdöl- und Erdgasgewinnung. Sie nehmen Bohrungen vor, bauen Bohranlagen auf und ab und halten sie instand. Sie legen Leitungen und transportieren Geräte und Anlageteile zur Bohranlage. Dort hantieren sie mit unterschiedlichen Bohrmaschinen und Presslufthämmern sowie mit einfachem Handwerkzeug (Schraubenschlüssel, Hacken, Schaufeln etc.). Die Bohrarbeiten erfolgen im Team unter Leitung von Expert*innen (z. B. Erdöltechniker*innen, Bergbautechniker*innen). Dieser Beruf ist ein Anlernberuf, d. h. die Ausbildung erfolgt direkt am Arbeitsplatz.
In jedem Beruf brauchst du spezielles fachliches Know-how, das in der Aus- und Weiterbildung vermittelt wird. In den beiden Menüpunkten Ausbildung und Weiterbildung findest du Informationen zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für diesen Beruf.
Es gibt auch Kompetenzen, Fähigkeiten und Eigenschaften, die in allen Berufen wichtig sind. Dazu gehören besonders:
Die folgende Liste gibt dir einen Überblick über weitere allgemeine Anforderungen, die in DIESEM Beruf häufig gestellt werden. Diese können natürlich je nach Betrieb, Institution oder Organisation sehr unterschiedlich sein.
DENK DARAN: Viele dieser Anforderungen sind auch Bestandteil der Ausbildung.
Hinweis: Die Begriffe werden in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.
Die erforderlichen Fertigkeiten und Kenntnisse für diesen Beruf werden durch innerbetriebliche Schulungen vermittelt.
Art: Sonstige Ausbildung
Dauer: 40 Lehreinheiten
Form: Berufsbegleitend
Voraussetzungen:
Abschluss:
Zertifikat bzw. Eintragung in den Sprengbefugtenausweis
Berechtigungen:
AbsolventInnen erhalten nach der abschließenden kommissionellen Prüfung die Durchführungsberechtigung.
Info:
Kosten: EUR 650,00
Inhalte:
Sprengbefugte erwerben die Fachkenntnis für die selbständige Durchführung von Tiefbohrloch-Sprengungen erwerben (ab 12 m Bohrlochtiefe):WIFI Oberösterreich
Wiener Straße 150
4021 Linz
Tel.: +43 (0)5 7000 -77
Fax: +43 (0)5 7000 -7609
email: kundenservice@wifi-ooe.at
Internet: http://www.wifi-ooe.at
Die Möglichkeit einer selbstständigen Berufsausübung ist gegeben durch:
Reglementiertes Gewerbe – Rechtskraftgewerbe:
Für die Ausübung eines reglementierten Gewerbes sind, neben der Erfüllung der allgemeinen Voraussetzungen, Befähigungsnachweise zu erbringen, die in den angeführten Bundesgesetzblättern festgelegt sind.
Rechtskraftgewerbe sind reglementierte Gewerbe, bei denen die Zuverlässigkeit des Gewerbeanmelders/der Gewerbeanmelderin durch die Gewerbebehörde (Bezirksverwaltungsbehörde bzw. Magistrat) geprüft und festgestellt wird.
ALLGEMEINE HINWEISE:
Selbstständige Tätigkeiten sind alle Tätigkeit, die du in eigener Verantwortung (also nicht angestellt), regelmäßig und mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, ausüben willst. Für viele dieser Tätigkeiten brauchst du eine Gewerbeberechtigung. Es gibt aber auch sogenannte Freie Berufe (freiberufliche Tätigkeiten) und land- und forstwirtschaftliche Tätigkeiten, die nicht der Gewerbeordnung unterliegen. Auch für viele dieser Tätigkeiten gibt es eigene Rechtsvorschriften für die selbstständige Berufsausübung, manche können aber auch ohne besondere Voraussetzungen selbstständig ausgeübt werden.
In allen Fällen einer selbstständigen Berufsausübung (egal, ob im Rahmen eines Gewerbes, als freiberufliche Tätigkeit, im Rahmen eines Land- und forstwirtschaftlichen Betriebes) musst du diese bei der zuständigen Sozialversicherungsanstalt und dem zuständigen Finanzamt melden. Je nach selbstständiger Tätigkeit gibt es noch andere Meldepflichten oder Register, in die du dich eintragen musst.
Selbstständige Tätigkeiten, für die eine Gewerbeberechtigung erforderlich ist, musst du außerdem bei der Gewerbebehörde (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat) anmelden.
Unabhängig von einem oft notwendigen Befähigungsnachweis musst du dafür folgende Voraussetzungen erfüllen:
Für weitere Informationen schau dir unseren Thementext Im Fokus: Selbstständigkeit an oder nutze eine der folgenden Quellen und Kontakte:
Alternative Berufe sind Berufe, die entweder eine ähnliche Ausbildung oder ähnliche Aufgaben- oder Tätigkeitsbereiche haben, wie der Beruf, über den du dich gerade informierst. Die Ähnlichkeit kann auch in den Arbeitsmaterialien, den Arbeitsumgebungen liegen oder in der Art, wie du mit anderen Menschen zusammenarbeitest.
Diese Liste soll dir bei der Überlegung helfen, welche Berufe und Ausbildungen für dich noch interessant sein könnten und dich auf weitere Ideen bringen.
Bohrarbeiter*innen arbeiten zunächst beim Transport von Bohrmaschinen und -geräten und Bohranlageteilen (z. B. Stahlrohre, Leitungen, Verbindungsteile) zur Bohrstelle mit. Sie stellen die Maschinen und Geräte auf, überprüfen ihre Funktionstüchtigkeit und legen die Bohranlageteile zurecht (z. B. die zu verlegenden Rohre). Nach Anweisung von Expert*innen führen sie Bohrungen in unterschiedlichen Bohrverfahren durch.
Im Bereich der Erdöl- und Erdgasgewinnung werden Bohrungen bis in große Tiefen durchgeführt, um die Rohstofflagerstätten zu erschließen. Jeder Bohrabschnitt muss mit Rohren und Leitungen verlegt und gesichert werden. Erreicht die Bohrung das Erdöl- bzw. Erdgaslager, so dringt dieses mit großem Druck durch die Leitungen an die Oberfläche. Bohrarbeiter*innen im Bereich der Erdöl- und Erdgasgewinnung arbeiten oft unter extremen klimatischen und körperlichen Belastungen an verschiedenen Einsatzorten, z. B. Hochseebohrinseln, Bohrfelder in Wüstengebieten.
Bohrarbeiter*innen im Bereich des Hoch- und Tiefbaus (z. B. Gebäudebau, Straßen- und Tunnelbau) führen Erschließungsarbeiten am Erdreich aus, die der Vorbereitung für Baumaßnahmen aller Art dienen. Zu diesem Zweck, zum Beispiel für das Ausheben von Baugruben oder Tunnelschächten, bedienen sie unterschiedliche Bohrmaschinen und Baugeräte.
Bohrarbeiter*innen arbeiten mit Stahlrohren, Leitungen und Verbindungsteilen zur Errichtung von Bohrtürmen. Sie hantieren mit Bohrmaschinen, Hand- und Presslufthämmer sowie mit verschiedenen Werkzeugen und Geräten wie z. B. Schaufel, Hacken, Schraubenzieher, Schraubenschlüssel und anderen Baumaschinen und -geräten. Sie tragen Schutzkleidung einschließlich Helm, Ohrenschutz und festem Schuhwerk.
Bohrarbeiter*innen arbeiten an Bohrstellen u. a. auch auf hoher See, in Wüsten (Erdöl- und Erdgasgewinnung), im Bergbau und im Bereich des Hoch- und Tiefbaus (Tunnel, Straßen, Gebäude). Auf den Baustellen sind sie Witterungsbedingungen wie Hitze, Kälte und Nässe sowie Lärm und Staub ausgesetzt. Ihre Arbeit stellt ein gewisses Sicherheitsrisiko dar, insbesondere da im Rahmen von Bohrarbeiten oft Sprengungen durchgeführt werden und darauf zu achten ist, dass dabei nicht ungeplante Erdrutsche und Lawinen verursacht werden.
Bohrarbeiter*innen arbeiten im Team mit verschiedenen Fach- und Hilfskräften unter der Anweisung von Vorgesetzten wie z. B. Bergbautechniker*innen, Erdöltechniker*innen, Verkehrstechniker*innen oder Bautechniker*innen.
Der Beruf Bohrarbeiter*in ermöglicht mit entsprechender Berufserfahrung und Weiterbildung beispielsweise die Spezialisierung auf:
Spezialisierungs- und Aufstiegsmöglichkeiten (Auswahl):
Für Bohrarbeiter*innen ist es wichtig, immer auf dem neuesten Stand der Entwicklung zu bleiben und das Fachwissen laufend zu ergänzen und zu vertiefen.
Weiterbildung kann für Bohrarbeiter*innen auch bedeuten eine Fachausbildung im Rahmen einer Lehre zu absolvieren. Der Besuch von Vorbereitungs- oder Aufbaulehrgänge ermöglicht den Abschluss einer berufsbildende höheren Schule (HTL), z. B. im Bereich Bauwesen-Tiefbau.
Mit entsprechender Weiterbildung und Zusatzausbildung stehen Bohrarbeiter*innen berufliche Entwicklungsmöglichkeiten z. B. in Richtung Mineur*in oder Sprengbefugte*r offen. Auch der Lehrberuf Brunnen- und Grundbau stellt eine mögliche Höherqualifizierung zum Beruf Bohrarbeiter*in dar.
Weiterführende Bildungsmöglichkeiten und Höherqualifizierung:
abteufen | Abteufen (auch: teufen) ist ein Begriff aus der Bergmannssprache und bezeichnet die Herstellung von Schächten und Bohrlöchern von oben nach unten, um Rohstofflagerstätten zu erschließen (zugänglich zu machen). |
Geodäsie | Die Erdvermessung bzw. das Vermessungswesen. |
Neue Österreichische Tunnelbaumethode | Die Neue Österreichische Tunnelbaumethode (NÖT; New Austrian Tunnelling Method, NATM) ist eine Tunnelbauweise, bei der das Gebirge als wesentlich mittragender Bauteil einer Tunnelkonstruktion herangezogen wird. Der Tunnel wird bei der NÖT zyklisch (konventionell) vorgetrieben. Jeder Zyklus besteht aus den drei Schritten Ausbruch, Sichern und Schuttern. |
Raffinerien | Raffination ist die Veredelung und Reinigung von Naturstoffen und technischen Produkten. Raffinerien sind Betriebe (Anlagen), die solche Veredelungen durchführen, insbesondere Erdölraffinerien in denen aus Rohöl Treibstoffe und andere Produkte erzeugt werden. |
Umweltkartografie | Umweltkarten dienen der optischen Verdeutlichung räumlicher Strukturen und Entwicklungen von Umweltfaktoren. In der Umweltkartografie werden die Themen aller Umweltbereiche grafisch in Karten dargestellt, z. B. Schutzgebiete, Standortnetze für Infrastrukturen wie Anlagen der Abfallwirtschaft, Messnetze der Luftreinhaltung. Sie gewinnen in allen Bereichen für Forschung, Verwaltung und Planung sowie der Medien zunehmend an Bedeutung. |