Deponiewart*in

Deponiewart*innen arbeiten in privaten und öffentlichen Müll-Deponieanlagen und Abfall-Entsorgungsbetrieben. Sie kontrollieren den Eingang und die Ablagerung der Abfälle, die von Müllwägen angeliefert werden. Sie wiegen und registrieren die eintreffenden Lastwägen, untersuchen die Abfälle und stellen sicher, dass keine giftigen Sondermüllprodukte (die gesondert entsorgt werden müssen) auf die Mülldeponie gelangen. Im Labor prüfen sie regelmäßig das Sickerwasser des Bodens auf eventuelle Giftstoffe. Sie führen Betriebsbücher und Protokolle und arbeiten mit Berufskolleg*innen und Hilfskräften zusammen.

Beruf mit schulischer (Fach-)ausbildung
Hauptberuf

Tätigkeiten und Aufgaben

  • Eingangskontrollen bei Einlangen von Abfalllieferungen durchführen: Wiegen, Registrieren, Zuweisen des Abladeplatzes
  • Sondermüllprodukte wie Altbatterien, Schmieröl, Säuren entsorgen
  • Proben aus Sickerwasser und Deponiegas entnehmen und analysieren
  • mit Radlader, Stapelfahrzeugen, Bagger, Pressmaschinen, Planierraupen hantieren
  • Maschinen und Geräte reinigen und warten (z. B. Schaufel, Hacken, Besen)
  • Protokolle und Dokumente führen, Mitarbeiter*innen/Hilfskräfte einteilen

In jedem Beruf brauchst du spezielles fachliches Know-how, das in der Aus- und Weiterbildung vermittelt wird. In den beiden Menüpunkten Ausbildung und Weiterbildung findest du Informationen zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für diesen Beruf.

Es gibt auch Kompetenzen, Fähigkeiten und Eigenschaften, die in allen Berufen wichtig sind. Dazu gehören besonders:

  • Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit
  • genaues und sorgfältiges Arbeiten
  • selbstständiges Arbeiten
  • Einsatzfreude
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Fähigkeit und Bereitschaft mit anderen zusammen zu arbeiten (Teamfähigkeit)
  • Lernbereitschaft

Die folgende Liste gibt dir einen Überblick über weitere allgemeine Anforderungen, die in DIESEM Beruf häufig gestellt werden. Diese können natürlich je nach Betrieb, Institution oder Organisation sehr unterschiedlich sein.

DENK DARAN: Viele dieser Anforderungen sind auch Bestandteil der Ausbildung.

Hinweis: Die Begriffe werden in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.

    Körperliche Anforderungen: Welche körperlichen Eigenschaften sind wichtig?

  • gute körperliche Verfassung
  • Trittsicherheit
  • Unempfindlichkeit gegenüber chemischen Stoffen
  • Unempfindlichkeit gegenüber Gerüchen

     

    Fachkompetenz: Welche Fähigkeiten und Kenntnisse werden von mir erwartet?

  • chemisches Verständnis
  • gute Beobachtungsgabe
  • technisches Verständnis

     

    Sozialkompetenz: Was brauche ich im Umgang mit anderen?

  • Argumentationsfähigkeit / Überzeugungsfähigkeit
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Kund*innenorientierung

     

    Selbstkompetenz: Welche persönlichen Eigenschaften sollte ich mitbringen?

  • Aufmerksamkeit
  • Belastbarkeit / Resilienz
  • Beurteilungsvermögen / Entscheidungsfähigkeit
  • Flexibilität / Veränderungsbereitschaft
  • Rechtsbewusstsein
  • Sicherheitsbewusstsein
  • Umweltbewusstsein
  • Verschwiegenheit / Diskretion

     

    Methodenkompetenz: Welche Arbeits- und Denkweisen sind wichtig?

  • Koordinationsfähigkeit
  • Organisationsfähigkeit
  • Problemlösungsfähigkeit
  • systematische Arbeitsweise

Seit Jänner 1997 gibt es eine Deponieverordnung, die die gesetzlichen Voraussetzungen für die Errichtung einer Deponie und für die Ausbildung der an einer Deponie arbeitenden Personen regelt.

Das Deponiepersonal wird betriebsintern ausgebildet. Der Österreichische Wasser- und Abfallwirtschaftsverband (ÖWAV) und die Technische Universität Wien, Institut für Wassergüte und Abfallwirtschaft, bieten Ausbildungskurse für das Personal von Abfallbehandlungsanlagen und Kurse für die Deponie-Eingangskontrolle an.

Außerdem besteht mit den Lehrberufen °Entsorgungs- und Recyclingfachkraft (Lehrberuf)# und °Abwassertechnik (Lehrberuf)# die Möglichkeit einer Lehrausbildung im Bereich der Abfall-/Recycling- und Abwasserwirtschaft.

Art: Schulausbildung

Dauer: 5 Jahre

Form: Vollzeit

Voraussetzungen: kommend aus:

  • Allgemein bildender höhere Schule (AHS): positiver Abschluss 4. oder einer höheren Klasse
  • Mittelschule (MS): erfolgreicher Abschluss der vierten Klasse Mittelschule bei Beurteilung aller leistungsdifferenzierten Pflichtgegenstände (Deutsch, Mathematik, Fremdsprache) gemäß dem Leistungsniveau „Standard AHS“ oder eine Beurteilung gemäß Leistungsniveau „Standard“ nicht schlechter als „Gut“;
    ansonsten Aufnahmeprüfung in den schlechter beurteilten Gegenständen
  • Polytechnische Schule (PTS): positiver Abschluss auf der 9. Schulstufe
  • erfolgreicher Abschluss der 1. Klasse einer berufsbildenden mittleren Schule

Abschluss:

Reife- und Diplomprüfung (Matura)

Berechtigungen:

  • berechtigt zur Ausübung einschlägiger Gewerbe laut Gewerbeordnung und Ingenieursgesetz
  • Studienberechtigung
  • Anwartschaft auf die Standesbezeichnung Ingenieur/in (Zertifizierungsverfahren einschl. Fachgespräch)

Info: Anmeldung: ab dem ersten Tag der Semesterferien; Vorlage des Orignals der Schulnachricht der 4. Klasse erforderlich

Weitere Infos: https://www.abc.berufsbildendeschulen.at/technische-gewerbliche-und-kunstgewerbliche-schulen

Adressen:

Höhere Bundeslehr- und Versuchsanstalt für chemische Industrie Wien
Rosensteingasse 79
1170 Wien

Tel.: +43 (0)1 / 48 614 80
Fax: +43 (0)1 / 48 903 59
email: office@hblva17.ac.at
Internet: https://www.hblva17.ac.at

Schwerpunkte:

Höhere Lehranstalt für Chemieingenieure:

  • Ausbildungsschwerpunkt Angewandte Technologien und Umweltschutzmanagement
  • Ausbildungsschwerpunkt Biochemie und Molekulare Biotechnologie
  • Ausbildungsschwerpunkt Chemiebetriebsmanagement

Kolleg für Berufstätige für Chemieingenieure:

  • Ausbildungsschwerpunkt Biochemie und Biochemische Technologie
  • Ausbildungsschwerpunkt Umweltanalytik und Umweltschutzmanagement

Kolleg für Chemieingenieure:

  • Ausbildungsschwerpunkt Biochemie und Biochemische Technologie
  • Ausbildungsschwerpunkt Umweltanalytik und Umweltschutzmanagement

Fachschule für Chemie mit Betriebspraxis – Umweltanalytik

Fachschule für Chemische Technologie – Biochemie und Biotechnologie


Art: Schulausbildung

Dauer: 5 Jahre

Form: Vollzeit

Voraussetzungen: kommend aus:

  • Allgemein bildender höhere Schule (AHS): positiver Abschluss 4. oder einer höheren Klasse
  • Mittelschule (MS): erfolgreicher Abschluss der vierten Klasse Mittelschule bei Beurteilung aller leistungsdifferenzierten Pflichtgegenstände (Deutsch, Mathematik, Fremdsprache) gemäß dem Leistungsniveau „Standard AHS“ oder eine Beurteilung gemäß Leistungsniveau „Standard“ nicht schlechter als „Gut“;
    ansonsten Aufnahmeprüfung in den schlechter beurteilten Gegenständen
  • Polytechnische Schule (PTS): positiver Abschluss auf der 9. Schulstufe
  • erfolgreicher Abschluss der 1. Klasse einer berufsbildenden mittleren Schule

Abschluss:

Reife- und Diplomprüfung (Matura)

Berechtigungen:

  • berechtigt zur Ausübung einschlägiger Gewerbe laut Gewerbeordnung und Ingenieursgesetz
  • Studienberechtigung
  • Anwartschaft auf die Standesbezeichnung Ingenieur/in (Zertifizierungsverfahren einschl. Fachgespräch)

Info: Anmeldung: ab dem ersten Tag der Semesterferien; Vorlage des Orignals der Schulnachricht der 4. Klasse erforderlich

Weitere Infos: https://www.abc.berufsbildendeschulen.at/technische-gewerbliche-und-kunstgewerbliche-schulen

Adressen:

Höhere Technische Bundeslehr- und Versuchsanstalt Dornbirn
Höchsterstraße 73
6851 Dornbirn

Tel.: +43 (0)5572 / 38 83 -0
email: htl.dornbirn@cnv.at
Internet: https://www.htldornbirn.at

Schwerpunkte:

Höhere Lehranstalt für Wirtschaftsingenieure:

  • Ausbildungsschwerpunkt Betriebsinformatik
  • Ausbildungsschwerpunkt E-Business + Logistik
  • Ausbildungsschwerpunkt Industrial Engineering
  • Ausbildungsschwerpunkt Produktmanagement und FutureTecs

Höhere Lehranstalt für Chemieingenieure:

  • Ausbildungsschwerpunkt Textilchemie
  • Ausbildungsschwerpunkt Chemische Betriebs- und Umwelttechnik

Fachschule für Informationstechnik mit Betriebspraktikum

Fachschule für Chemie mit Betriebspraktikum

Höhere Lehranstalt für Mode:

  • Schulautonome Vertiefung Modedesign und Grafik

Art: Bachelorstudium

Dauer: 7 Semester

Form: Vollzeit

Voraussetzungen:

Reifeprüfung oder Studienberechtigungsprüfung

Abschluss:

Bachelor of Science (BSc)

Berechtigungen:

Zugangsberechtigung zu facheinschlägigen Master-Studien

Info:

Lehrinhalte: Im Bachelorstudium Recyclingtechnik erwerben Studierende das Grundlagenwissen für ein technisches Studium und beschäftigen sich mit Fragestellungen der Abfallwirtschaft, der Verfahrenstechnik, des Metall- und Kunststoffrecyclings und den Grundlagen der Werkstofftechnik. Daneben spielen die ökonomischen und rechtlichen Gesichtspunkte eine wesentliche Rolle. 

Berufsfelder: Dank der vernetzten und fächerübergreifenden Ausbildung eröffnen sich für Recyclingtechnikerinnen und Recyclingtechnikern ausgezeichnete Berufchancen in Bereichen wie z. B. Entsorgungs- und Sammellogistik, Recycling in der metall- sowie kunststofferzeugenden und -verarbeitenden Industrie, Beratungs- und Dienstleistungen in der Recyclingtechnik.

Weitere Infos: https://www.unileoben.ac.at/studium/bachelor/prozesse/recyclingtechnik/

Adressen:

Montanuniversität Leoben
Franz Josef-Straße 18
8700 Leoben

Tel.: +43 (0)3842 / 402-0
Fax: +43 (0)3842 / 402-7702
email: office@unileoben.ac.at
Internet: https://www.unileoben.ac.at/

Dauer: 4 Semester

Form: Vollzeit

Voraussetzungen:

abgeschlossenes facheinschlägiges Bachelorstudium

Abschluss:

Diplomingenieur/in (Dipl.-Ing., DI)

Berechtigungen:

Zugangsberechtigung zu facheinschlägigen Masterstudien

Info:

Wichtige Studienbereiche:

  • Nachhaltigkeitsmanagement
  • Abfall- und Entsorgungslogistik
  • Simulation von Recyclingprozessen
  • Stoff- und Mengenbilanzierungen
  • Erzeugung von Metallen und Kunststoffen auf primärem und sekundärem Weg
  • Wärmetechnik

Tätigkeitsfelder:

Als Leobener Recyclingtechniker*in erwerben die Studierenden umfassende technische, ökonomische und rechtliche Kenntnisse, um die komplexen Recyclingaufgaben der Zukunft zu lösen. Die vernetzte und fächerübergreifende Ausbildung eröffnet eine vielversprechende und abwechslungsreiche Karriere: Egal ob im innovativen Produktdesign, in der Metallindustrie, bei der Entwicklung von revolutionären Recyclingkonzepten oder als Führungspersönlichkeit – dir stehen alle Wege offen. Die Absolvent*innen bekämpfen mit ihrer Tätigkeit die Folgen der Wegwerfgesellschaft und fördern aktiv die Zero-Waste-Idee. (Quelle: Montanuniversität Leoben)

Weitere Infos: https://www.unileoben.ac.at/studium/master/prozesse/recyclingtechnik/

Adressen:

Montanuniversität Leoben
Franz Josef-Straße 18
8700 Leoben

Tel.: +43 (0)3842 / 402-0
Fax: +43 (0)3842 / 402-7702
email: office@unileoben.ac.at
Internet: https://www.unileoben.ac.at/

Selbstständigkeit

Die Möglichkeit einer selbstständigen Berufsausübung ist unter anderem gegeben durch:

a) freie Gewerbe:

  • Abfallbeauftragte*r gem. § 11 Abfallwirtschaftsgesetz
  • Abfallberatung, eingeschränkt auf die Erteilung von Informationen über Möglichkeiten der Vermeidung, Entsorgung und Lagerung von Abfällen sowie die Abwasserentsorgung und -reinigung unter Ausschluss der Erstellung von Abfallkonzepten
  • Sammeln und Behandeln von Abfällen und Abwässern (zu berücksichtigen sind die Bewilligungspflichten nach § 15 Abfallwirtschaftsgesetz unter anderem betreffend die Genehmigungspflicht für Deponien)
  • Betrieb einer Deponie (zu berücksichtigen sind die Bewilligungspflichten nach § 15 Abfallwirtschaftsgesetz unter anderem betreffend die Genehmigungspflicht für Deponien)

Informationen zum „Freien Gewerbe“: freie Gewerbe erfordern in der Regel keinen Befähigungsnachweis, sondern lediglich eine Anmeldung bei der Gewerbebehörde. Grundsätzlich richtet sich der Gewerbeumfang nach dem Wortlaut der Gewerbeanmeldung.
Liste der freien Gewerbe: Bundeseinheitliche Liste der freien Gewerbe

b) reglementierte Gewerbe:

  • Ingenieurbüros (Beratende Ingenieure) (BGBl. II Nr. 89/2003; Novelle Art. 58 BGBl. II Nr. 399/2008)

Für die Ausübung eines reglementierten Gewerbes oder Handwerks sind, neben der Erfüllung der allgemeinen Voraussetzungen, Befähigungsnachweise zu erbringen, die in den angeführten Bundesgesetzblättern festgelegt sind.
Downloadmöglichkeit der Zugangsvoraussetzung und Prüfungsordnungen (Bundesgesetzblätter): Wirtschaftskammer Österreich: Prüfungs- und Befähigungsnachweise für reglementierte Gewerbe
Liste der reglementierten Gewerbe: Bundeseinheitliche Liste der reglementierten Gewerbe

c) Rechtskraftgewerbe:

  • Chemische Laboratorien (BGBl. II Nr. 36/2003; Novelle Art. 6 BGBl. II Nr. 399/2008)

Rechtskraftgewerbe sind reglementierte Gewerbe, bei denen die Zuverlässigkeit des Gewerbeanmelders / der Gewerbeanmelderin durch die Gewerbebehörde (Bezirksverwaltungsbehörde bzw. Magistrat) geprüft und festgestellt wird.


ALLGEMEINE HINWEISE:

Selbstständige Tätigkeiten sind alle Tätigkeit, die du in eigener Verantwortung (also nicht angestellt), regelmäßig und mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, ausüben willst. Für viele dieser Tätigkeiten brauchst du eine Gewerbeberechtigung. Es gibt aber auch sogenannte Freie Berufe (freiberufliche Tätigkeiten) und land- und forstwirtschaftliche Tätigkeiten, die nicht der Gewerbeordnung unterliegen. Auch für viele dieser Tätigkeiten gibt es eigene Rechtsvorschriften für die selbstständige Berufsausübung, manche können aber auch ohne besondere Voraussetzungen selbstständig ausgeübt werden.

In allen Fällen einer selbstständigen Berufsausübung (egal, ob im Rahmen eines Gewerbes, als freiberufliche Tätigkeit, im Rahmen eines Land- und forstwirtschaftlichen Betriebes) musst du diese bei der zuständigen Sozialversicherungsanstalt und dem zuständigen Finanzamt melden. Je nach selbstständiger Tätigkeit gibt es noch andere Meldepflichten oder Register, in die du dich eintragen musst.

Selbstständige Tätigkeiten, für die eine Gewerbeberechtigung erforderlich ist, musst du außerdem bei der Gewerbebehörde (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat) anmelden.
Unabhängig von einem oft notwendigen Befähigungsnachweis musst du dafür folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • das 18. Lebensjahr muss vollendet sein
  • österreichische Staatsbürgerschaft oder Staatsbürgerschaft eines anderen EU-Mitgliedstaates (oder eines Staates, mit dem ein entsprechender Staatsvertrag besteht) oder es liegt ein gültiger Aufenthaltstitel vor, der zur selbstständigen Tätigkeit berechtigt
  • keine Ausschließungsgründe (z. B. abgewiesene Konkursanträge, Bestrafung wegen Finanzstrafdelikten)

Für weitere Informationen schau dir unseren Thementext Im Fokus: Selbstständigkeit an oder nutze eine der folgenden Quellen und Kontakte:

Alternativen (Auswahl)

Alternative Berufe sind Berufe, die entweder eine ähnliche Ausbildung oder ähnliche Aufgaben- oder Tätigkeitsbereiche haben, wie der Beruf, über den du dich gerade informierst. Die Ähnlichkeit kann auch in den Arbeitsmaterialien, den Arbeitsumgebungen liegen oder in der Art, wie du mit anderen Menschen zusammenarbeitest.

Diese Liste soll dir bei der Überlegung helfen, welche Berufe und Ausbildungen für dich noch interessant sein könnten und dich auf weitere Ideen bringen.

Berufsinfos werden zur Verfügung gestellt von:

Folgende Inhalte löschen:

Arbeitsbereiche

Deponiewart*innen führen nach dem Einlangen von Abfalllieferungen Eingangskontrollen durch. Sie wiegen und registrieren die eintreffenden Lastwägen, begutachten das Ladegut und sind dafür verantwortlich, dass gefährliche Abfälle und Sondermüllprodukte wie z. B. Säuren, Schmieröle getrennt entsorgt werden und nicht auf die Deponie gelangen. Die Giftstoffe könnten bis zum Grundwasserspiegel absinken und diesen nachhaltig vergiften.

Deponiewart*innen entnehmen Proben aus Sickerwasser und Deponiegas und führen im Labor routinemäßige Kontrollanalysen durch. Sie halten die ermittelten Werte (Beschaffenheit und Zusammensetzung der Abfallstoffe) in Protokollen schriftlich fest, bei Störfällen leiten sie Notmaßnahmen ein. Weiters sind sie auch für die technische Überwachung und die Wartung der auf der Deponie eingesetzten Maschinen und Anlagen zuständig.

Arbeitsmittel

Deponiewart*innen arbeiten mit der maschinellen Ausstattung von Deponien wie z. B. mit Radlader, Müllwägen, Pressmaschinen, Planierraupen und Verbrennungsöfen, aber auch mit Computern und anderen Büro- und Kommunikationsgeräten (Druckern, Telefonen usw.) sowie mit Laboreinrichtungen zur Analyse und Kontrolle von Deponiewerten. Teilweise hantieren sie auch mit gefährlichen Stoffen wie Säuren und Sondermüll.

Arbeitsumfeld

Deponiewart*innen arbeiten in Büros, Labors, auf Deponien und in den Entsorgungshallen von Müll-Deponieanlagen und Abfall-Entsorgungsbetrieben. Sie arbeiten im Team mit anderen Fach- und Hilfskräften der Müllentsorgung (z. B. Entsorgungs- und Recyclingfachkraft (Lehrberuf), Müllaufleger*in) und haben Kontakt zu Kund*innen, die Müll selbst anliefern (z. B. auf Sperrmülldeponien, Sondermüllannahmestellen). Außerdem stehen sie in Kontakt zu Mitarbeiter*innen von Behörden.

Deponiewart*innen sind bei öffentlichen und privaten Deponieanlagen, Entsorgungsbetriebe und Sammelstellen beschäftigt.

Der Beruf Deponiewart*in ermöglicht mit entsprechender Berufserfahrung und Weiterbildung beispielsweise die Spezialisierung auf:

  • betriebliche Fachbereiche wie z. B. Müllabfuhr, Deponien, Schrottplätze, Problemstoff-Sammelstellen
  • Labortechnik, technische Chemie, analytische Chemie
  • Umwelttechnik, Umweltschutz, Wertstoffkreisläufe
  • chemische Mess- und Prüftechnik
  • Qualitätsmanagement, Dokumentation

Spezialisierungs- und Aufstiegsmöglichkeiten (Auswahl):

Deponiewart*innen sind beruflich immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. Voraussetzung für Erfolg in diesem Beruf ist es, immer auf dem neuesten Stand der Entwicklung zu bleiben und das Fachwissen, die Methodenkompetenzen und sozialen Kompetenzen laufend zu ergänzen und zu vertiefen.

Weiterbildungseinrichtungen wie das Berufsförderungsinstitut (BFI), das Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) bieten zu verschiedenen relevanten Themenbereichen Kurse und Lehrgänge für Deponiewart*innen an, z. B. in Öko-Audit, Abfallberatung, Umweltschutz, Umwelttechnik, Nachhaltigkeitsmanagement usw., aber auch zu kaufmännischen-betriebswirtschaftlichen Themen wie Buchhaltung, Kostenrechnung, Controlling oder Unternehmensführung.
Vergleiche dazu die aktuellen Kursbücher des Berufsförderungsinstitutes (BFI) sowie des Wirtschaftsförderungsinstitutes (WIFI) aber auch anderer Weiterbildungseinrichtungen.

Weiterbildungsveranstaltungen für Deponiewart*innen werden auch von Abfallwirtschaftsunternehmen und facheinschlägigen Unternehmensverbänden (Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VÖEB), Österreichischer Wasser- und Abfallwirtschaftsverband (ÖWAV)) angeboten.

Möglichkeiten zur beruflichen Höherqualifizierung bieten facheinschlägige Vorbereitungs- und Aufbaulehrgänge an Berufsbildenden Höheren Schulen (Höhere Technische Lehranstalt, HTLs) sowie Werkmeisterschulen für Berufstätige. Mit dem Abschluss eines Aufbaulehrganges ist neben einer höheren Fachqualifikation außerdem die Matura verbunden, die ein Studium an Universitäten und Fachhochschulen ermöglicht.

Weiterführende Bildungsmöglichkeiten und Höherqualifizierung:

Abfallentsorgung

Die Abfallentsorgung umfasst die Beseitigung, Ablagerung oder Verwertung von Abfällen sowie die dafür erforderlichen Maßnahmen des Einsammelns, Abtransportierens und Beförderns zu Mülldeponien und Sammelstellen.

Altlasten

Ein Begriff aus dem technischen Umweltschutz. Gemeint sind damit Belastungen der Umwelt, vor allem des Bodens und des Wassers, die durch Stoffe (Abfälle und sonstige umweltgefährdende Stoffe) im Bereich von Altablagerungen und Altstandorten aufgetreten sind.

Endlagerung

Die langfristige, sichere Verwahrung von radioaktiven Abfällen aus Forschung, Medizin, Industrie und Kernkraftwerken. Wegen seiner Gefährlichkeit muss der Atommüll so gelagert werden, dass er nicht mit der übrigen Umwelt in Berührung kommt.

Entsorgung

Die Abfallentsorgung umfasst die Verwertung und die Beseitigung von Abfällen. Dazu gehören auch alle erforderlichen Maßnahmen des Einsammelns, Beförderns und Lagerns sowie die Schadstoffminimierung.

Klärgas

Ein Gemisch, hauptsächlich aus Methan und Kohlendioxid, das sich im Faulraum der Kläranlage unter dem Einfluss der Gärung des Klärschlamms entwickelt.

Klärschlammkompostierung

Eine biologische Methode zur Behandlung von Klärschlämmen. Die Verrottung (aerobe Zersetzung fester organischer Stoffe) kann in Behältern (sogenannte Bioreaktoren) bei Temperaturen von etwa 650 Celsius ablaufen. Neben einer Belüftung ist die Beimengung organischen Kohlenstoffes erforderlich. Der auf diese Weise entstandene Kompost ist hygienisch einwandfrei.

Klärschlammverbrennung

Ein Verfahren zur Beseitigung von Klärschlämmen. Die Klärschlammverbrennung kann bei Klärschlämmen angewendet werden, die nicht verwertet werden. Dabei werden schädliche organische Inhaltsstoffe zerstört und die zu entsorgende Menge reduziert. Zur Verbesserung der Energiebilanz der Klärschlammverbrennung wird der Klärschlamm zuvor weitestgehend mechanisch entwässert.

Klärschlammvererdung

Ein Verfahren der Klärschlammentwässerung. Der aus der Kläranlage stammende, stabilisierte Klärschlamm wird in flache Mulden eingeleitet und dort getrocknet (Trockenverfahren). Durch Bepflanzung der Mulden mit Sumpfpflanzen (z. B. Schilf) lässt sich eine weitergehende Schlammstabilisierung erzielen, die unter Umständen eine Verwertung des kompostartigen Endproduktes z. B. als Dünger erlauben.

Recycling

Recycling bedeutet Gewinnung von Rohstoffen aus Abfällen und ihre Verarbeitung zu neuen Produkten (stoffliche Verwertung). Zum Recycling eignen sind unter anderem Glas, Papier, Pappe, Eisen, Aluminium und andere Metalle und Kunststoffe. Voraussetzung für die stoffliche Wiederverwertung ist eine möglichst sortenreine Sammlung der Altstoffe oder ihre leichte Abtrennung (Sortierung) aus dem Gesamtabfall.

Sammelstelle

Zwischenlager, in dem regional Abfälle angenommen und zu größeren bedarfsgerechten Transporten zur Entsorgungsanlage zusammengestellt werden.

Tenside

Tenside verstärken die Netzwirkung des Wassers, in dem sie die Oberflächenspannung verändern damit die Ablösung von Schmutz, z. B. auf textilen Oberflächen, erleichtern. In Kläranlagen und Gewässern können sie jedoch nur schwer abgebaut werden. Die durch Tenside ausgelöste Schaumbildung in Gewässern setzt den Sauerstoffgehalt herab, Fische können daran sterben.