Erdarbeiter*innen führen auf Baustellen im Bereich des Hoch- und Tiefbaus (z. B. Gebäudebau, Straßen- und Tunnelbau, Rohre- und Kabelverlegung) verschiedene Arbeiten am Erdreich aus, die als Vorbereitung für Baumaßnahmen aller Art dienen. Sie heben Baugruben aus oder legen Gräben und Schächte für Rohrverlegungen an. Dabei bedienen sie verschiedene Baumaschinen, wie Bagger und Presslufthämmer und hantieren mit Geräten wie Schaufeln und Hacken. Sie arbeiten im Team mit Fach- und Hilfskräften unter der Weisung von z. B. Vorarbeiter*innen oder Polier*innen.
In jedem Beruf brauchst du spezielles fachliches Know-how, das in der Aus- und Weiterbildung vermittelt wird. In den beiden Menüpunkten Ausbildung und Weiterbildung findest du Informationen zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für diesen Beruf.
Es gibt auch Kompetenzen, Fähigkeiten und Eigenschaften, die in allen Berufen wichtig sind. Dazu gehören besonders:
Die folgende Liste gibt dir einen Überblick über weitere allgemeine Anforderungen, die in DIESEM Beruf häufig gestellt werden. Diese können natürlich je nach Betrieb, Institution oder Organisation sehr unterschiedlich sein.
DENK DARAN: Viele dieser Anforderungen sind auch Bestandteil der Ausbildung.
Hinweis: Die Begriffe werden in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.
Der Beruf Erdarbeiter*in ist ein Anlernberuf. Die erforderlichen Fertigkeiten und Kenntnisse für diesen Beruf werden durch betriebliche Schulungen direkt am Arbeitsplatz vermittelt.
Die Möglichkeit einer selbstständigen Berufsausübung ist gegeben durch:
Reglementiertes Gewerbe – Rechtskraftgewerbe:
Für die Ausübung eines reglementierten Gewerbes sind, neben der Erfüllung der allgemeinen Voraussetzungen, Befähigungsnachweise zu erbringen, die in den angeführten Bundesgesetzblättern festgelegt sind.
Rechtskraftgewerbe sind reglementierte Gewerbe, bei denen die Zuverlässigkeit des Gewerbeanmelders/der Gewerbeanmelderin durch die Gewerbebehörde (Bezirksverwaltungsbehörde bzw. Magistrat) geprüft und festgestellt wird.
ALLGEMEINE HINWEISE:
Für jede Tätigkeit, die Sie selbstständig, regelmäßig und mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, ausüben wollen, brauchen Sie eine Gewerbeberechtigung (Ausnahme: Freie Berufe). Diese erhalten Sie durch Anmeldung bei der Gewerbebehörde (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat).
Unabhängig von einem etwaigen Befähigungsnachweis müssen sie dafür folgende Voraussetzungen erfüllen:
Weitere Informationen und Kontakte:
Alternative Berufe sind Berufe, die entweder eine ähnliche Ausbildung oder ähnliche Aufgaben- oder Tätigkeitsbereiche haben, wie der Beruf, über den du dich gerade informierst. Die Ähnlichkeit kann auch in den Arbeitsmaterialien, den Arbeitsumgebungen liegen oder in der Art, wie du mit anderen Menschen zusammenarbeitest.
Diese Liste soll dir bei der Überlegung helfen, welche Berufe und Ausbildungen für dich noch interessant sein könnten und dich auf weitere Ideen bringen.
Erdarbeiter*innen sind bei verschiedenen Bauprojekten mit Erdbewegungsarbeiten und Erschließungsarbeiten beschäftigt. Im Bereich des Gebäudebaus heben sie mit Baggern großflächige Baugruben aus, in denen dann die Betonfundamente für das Gebäude gelegt werden.
Entlang von Straßen heben sie Gräben (Künetten) und Schächte aus, in die Kanal- und Wasserleitungsrohre, Gas- und Fernheizrohre oder Kabel für Strom, Telefon und Internet (z. B. Glasfaserkabel) verlegt werden.
Nach den notwendigen Vermessungsarbeiten, die von Vermessungstechniker*innen oder Bautechniker*innen durchgeführt werden, markieren die Erdarbeiter*innen die Flächen des zu bearbeitenden Geländes, sie brechen den Boden auf (z. B. werden Asphaltschichten mit Pressluftgeräten zerspalten) und heben mit verschiedenen Baggergeräten sowie mit Schaufeln und Hacken Baugruben und Grabenschächte aus. Anschließend werden Rohre oder Kabelleitungen verlegt oder Schalungen für Betonfundamente angebracht; dabei wird eindringendes Grundwasser mit Pumpen abgesaugt. Nach Abschluss von Rohr- und Kabelverlegungsarbeiten entlang von Straßenzügen wird die Grube mit Erde oder Beton aufgefüllt und verdichtet, eine neue Asphaltschicht aufgewalzt und das restliche Erdreich abtransportiert.
Erdarbeiter*innen verwenden bei ihrer Tätigkeit Werkzeuge zur Erdbewegung und -bearbeitung wie Schaufeln, Spaten, Hacken und Presslufthämmer sowie verschiedene Baumaschinen wie Bagger, Planiergeräte, Grader, Rüttelplatten und Dumper. Sie hantieren mit Absperrungen und Warnschildern.
Erdarbeiter*innen tragen bei ihrer Arbeit Schutzkleidung und Helme. Sie kommunizieren auf der Baustelle über Funkgeräte oder Mobiltelefone.
Erdarbeiter*innen arbeiten im Freien auf Baustellen. Sie arbeiten in Arbeitspartien oder Teams unter der Leitung von Vorarbeiter*innen, Partieführer*innen, Polier*innen oder Bauleiter*innen und stehen in Kontakt mit anderen Fach- und Hilfskräften (z. B. mit Asphaltierer*innen, Bauarbeiter*innen oder Baumaschinenführer*innen).
Bei der Arbeit im Freien sind sie unterschiedlichen Witterungsverhältnissen und Temperaturen sowie Lärm und Staub ausgesetzt.
Der Beruf Erdarbeiter*in ermöglicht mit entsprechender Berufserfahrung und Weiterbildung beispielsweise die Spezialisierung auf:
Erdarbeiter*innen sollten immer auf dem neuesten Stand der Entwicklung bleiben und ihr Fachwissen, die Methodenkompetenzen und sozialen Kompetenzen laufend ergänzen und vertiefen.
Weiterbildung kann für Erdarbeiter*innen auch bedeuten eine Fachausbildung im Rahmen einer Lehre zu absolvieren. Der Besuch von Vorbereitungs- oder Aufbaulehrgänge ermöglicht den Abschluss einer berufsbildende höheren Schule (HTL für Berufstätige), z. B. im Bereich Bauwesen-Tiefbau.
Mit entsprechender Weiterbildung und Zusatzausbildung stehen Erdarbeiter*innen berufliche Entwicklungsmöglichkeiten z. B. in Richtung Baumaschinenführer*in oder Kranführer*in offen. Auch die Lehrberufe Pflasterer / Pflasterin (Lehrberuf), Straßenerhaltungsfachmann / Straßenerhaltungsfachfrau (Lehrberuf) oder Tiefbau (Lehrberuf) stellen eine sinnvolle Höherqualifizierung zum Beruf Erdarbeiter*in dar.
Weiterführende Bildungsmöglichkeiten und Höherqualifizierung:
Dumper | Dumper (vom engl. dump - kippen) ist die Bezeichnung für einen Muldenkipper, ein Baustellenfahrzeug zur Beförderung von Schutt und Erde. |
Grader | Ein Grader, auch Planierer oder Erdhobel genannt, ist eine Baumaschine, die eingesetzt wird, um große ebene Flächen zu erstellen. |
Künette | Die Künette ist ein länglicher Aufgrabungsschacht im Straßenbau zur Leitungsverlegung. Sie wird üblicherweise zur Verlegung von Leitungen (Gas, Wasser, Strom, Telekommunikation etc.) gegraben. |
Rüttelplatte | Eine Rüttelplatte (auch Vibrationsplatte) ist eine motorbetriebene Verdichtungsmaschine. Sie wird z. B. bei Baustellen zur Bodenverdichtung benutzt. |