Fiaker*innen/Kutscher*innen lenken Pferdekutschen und sind heute fast ausschließlich im Rahmen des Fremdenverkehrs (z. B. Wiener Innenstadt) tätig. Sie bieten Touristinnen und Touristen Sightseeing-Touren an und wählen entsprechende Routen dafür aus, die an beliebten Sehenswürdigkeiten vorbeiführen. Während der Fahrt geben sie ihren Gästen Auskunft und erklären die Sehenswürdigkeiten.
Sie pflegen und versorgen die Zugtiere (Pferde, Ponys) und halten die Kutschen instand. Regelmäßig führen sie Reinigungs-, Wartungs- und Reparaturarbeiten an den Kutschen und der Ausstattung durch. Fiaker*innen achten auf die Vorschriften des Tierschutzes und der Straßenverkehrsordnung. Sie arbeiten hauptsächlich im Freien und sind dabei unterschiedlichen Witterungsbedingungen ausgesetzt.
In jedem Beruf brauchst du spezielles fachliches Know-how, das in der Aus- und Weiterbildung vermittelt wird. In den beiden Menüpunkten Ausbildung und Weiterbildung findest du Informationen zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für diesen Beruf.
Es gibt auch Kompetenzen, Fähigkeiten und Eigenschaften, die in allen Berufen wichtig sind. Dazu gehören besonders:
Die folgende Liste gibt dir einen Überblick über weitere allgemeine Anforderungen, die in DIESEM Beruf häufig gestellt werden. Diese können natürlich je nach Betrieb, Institution oder Organisation sehr unterschiedlich sein.
DENK DARAN: Viele dieser Anforderungen sind auch Bestandteil der Ausbildung.
Hinweis: Die Begriffe werden in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.
Für den Beruf Fiaker*in/Kutscher*in gibt es keine geregelte Ausbildung, allerdings müssen Fiaker*innen eine fachliche Befähigung (in Wien z. B. eine Fahrdienstprüfung) ablegen und nachweisen. Die Zugangsvoraussetzungen für diesen Beruf sind je nach Bundesland unterschiedlich geregelt.
Das Fiaker und Pferdemietwagengewerbe ist landesgesetzlich geregelt (z. B. durch das Wiener Fiaker- und Pferdemietwagengesetz). Bitte beachten Sie die jeweils gültigen Bestimmungen.
Die Möglichkeit einer selbstständigen Berufsausübung ist außerdem gegeben durch:
Freie Gewerbe:
Informationen zum „Freien Gewerbe“: freie Gewerbe erfordern in der Regel keinen Befähigungsnachweis, sondern lediglich eine Anmeldung bei der Gewerbebehörde. Grundsätzlich richtet sich der Gewerbeumfang nach dem Wortlaut der Gewerbeanmeldung.
Liste der Freien Gewerbe:
ALLGEMEINE HINWEISE:
Selbstständige Tätigkeiten sind alle Tätigkeit, die du in eigener Verantwortung (also nicht angestellt), regelmäßig und mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, ausüben willst. Für viele dieser Tätigkeiten brauchst du eine Gewerbeberechtigung. Es gibt aber auch sogenannte Freie Berufe (freiberufliche Tätigkeiten) und land- und forstwirtschaftliche Tätigkeiten, die nicht der Gewerbeordnung unterliegen. Auch für viele dieser Tätigkeiten gibt es eigene Rechtsvorschriften für die selbstständige Berufsausübung, manche können aber auch ohne besondere Voraussetzungen selbstständig ausgeübt werden.
In allen Fällen einer selbstständigen Berufsausübung (egal, ob im Rahmen eines Gewerbes, als freiberufliche Tätigkeit, im Rahmen eines Land- und forstwirtschaftlichen Betriebes) musst du diese bei der zuständigen Sozialversicherungsanstalt und dem zuständigen Finanzamt melden. Je nach selbstständiger Tätigkeit gibt es noch andere Meldepflichten oder Register, in die du dich eintragen musst.
Selbstständige Tätigkeiten, für die eine Gewerbeberechtigung erforderlich ist, musst du außerdem bei der Gewerbebehörde (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat) anmelden.
Unabhängig von einem oft notwendigen Befähigungsnachweis musst du dafür folgende Voraussetzungen erfüllen:
Für weitere Informationen schau dir unseren Thementext Im Fokus: Selbstständigkeit an oder nutze eine der folgenden Quellen und Kontakte:
Alternative Berufe sind Berufe, die entweder eine ähnliche Ausbildung oder ähnliche Aufgaben- oder Tätigkeitsbereiche haben, wie der Beruf, über den du dich gerade informierst. Die Ähnlichkeit kann auch in den Arbeitsmaterialien, den Arbeitsumgebungen liegen oder in der Art, wie du mit anderen Menschen zusammenarbeitest.
Diese Liste soll dir bei der Überlegung helfen, welche Berufe und Ausbildungen für dich noch interessant sein könnten und dich auf weitere Ideen bringen.
Pferdekutschen werden für Sightseeing-Touren vorwiegend im Stadtgebiet eingesetzt (z. B. Wiener Innenstadt), aber auch im ländlichen Bereich, wo Fiaker*innen/Kutscher*innen beispielsweise im Winter Touren mit Pferdeschlitten anbieten. Weiters nehmen Fiaker*innen/Kutscher*innen an historischen Umzügen und bei Stadtfesten mit aufwendig geschmückten Kutschen (z. B. mit Fahnen und Blumendekor) teil und werden gelegentlich auch von Brautpaaren für Hochzeitsfahrten gebucht.
Fiaker*innen/Kutscher*innen im Tourismusbereich verfügen über gute Ortskenntnisse und über historisches Wissen bezüglich der Sehenswürdigkeiten der Umgebung. Oft kennen sie auch Anekdoten (amüsante Geschichten) über die Bewohner*innen der Gegend, mit denen sie ihre Fahrgäste während der Fahrt unterhalten.
Fiaker*innen müssen gut mit Pferden umgehen können. Bei ihrer Arbeit halten sie sich an die entsprechenden Richtlinien des Tierschutzes. Während der Fahrten beachten sie die Bestimmungen der Straßenverkehrsordnung. Da Stadtverwaltungen die fremdenverkehrsfördernde Wirkung von Fiaker*innen/Kutscherinnen unterstützen, erhalten die Fiaker*innen häufig Sondergenehmigungen für die Benutzung von Fahrwegen (z. B. im Altstadtbereich), die vom normalen Verkehr nicht befahren werden dürfen.
Fiaker*innen arbeiten mit Pferden und Kutschen. Sie hantieren mit dem Zaumzeug, mit Pferdedecken und Pferdepeitschen. Zur Pflege der Pferde setzen sie Bürsten ein sowie Futtermittel (Hafer, Heu usw.) und Wasser, um die Tiere zu füttern und zu tränken. Sie verwenden Reinigungs- und Schmiermittel für die Wartung der Kutschen und des Pferdegeschirrs und diverse Handwerkzeuge für kleinere Reparaturarbeiten (z. B. Hammer und Schraubenzieher).
Fiaker*innen arbeiten hauptsächlich im Freien und das bei jeder Witterung. Sie sind aber auch in Ställen tätig, in denen die Pferde untergebracht sind. Sie haben Kontakte zu ihren Kund*innen (Tourist*innen), zu Berufskolleg*innen, zu Behördenvertreter*innen und zu Mitarbeiter*innen von Tourismusorganisationen und -verbänden.
Der Beruf Fiaker*in/Kutscher*in ermöglicht mit entsprechender Berufserfahrung und Weiterbildung beispielsweise die Spezialisierung auf:
Spezialisierungs- und Aufstiegsmöglichkeiten (Auswahl):
Fiaker*innen/Kutscher*innen sind beruflich immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. Voraussetzung für Erfolg in diesem Beruf ist es, immer auf dem neuesten Stand der Entwicklung zu bleiben und das Fachwissen, die Methodenkompetenzen und sozialen Kompetenzen laufend zu ergänzen und zu vertiefen.
Weiterbildungseinrichtungen wie das Berufsförderungsinstitut (BFI), das Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) bieten berufsübergreifende Weiterbildungsmöglichkeiten, die für Fiaker*innen/Kutscher*innen relevant sein können an, beispielsweise zu kaufmännisch-betriebswirtschaftlichen Themen (Betriebswirtschaft, Buchhaltung), zu touristischen oder technischen Themenbereichen. Siehe beispielsweise die aktuellen Kursbücher des Berufsförderungsinstitutes (BFI) sowie des Wirtschaftsförderungsinstitutes (WIFI).
Größere Fiaker-Betriebe führen zur beruflichen Weiterbildung ihrer Mitarbeiter*innen innerbetriebliche Kurse und Schulungen durch, z. B. im Bereich Tierpflege, Kommunikation mit Gästen/Kund*innen, Stadtgeschichte.
Weiterführende Bildungsmöglichkeiten und Höherqualifizierung: