Finanzberater*in

Finanzberater*innen informieren und beraten ihre Kund*innen zu allen Fragen rund um Finanzen, Vermögens- und Geldanlage, Finanzierungs- und Investitionsmöglichkeiten, aber auch in steuerlichen und anderen wirtschaftlichen Belangen.

Sie sind als Selbstständige in eigenen Büros oder als Angestellte bei Banken, Kreditinstituten, Investmentgesellschaften, Versicherungen oder Finanz- und Unternehmensberatungen tätig. Dabei arbeiten sie mit Spezialist*innen wie z. B. Finanzanalyst*innen, Steuerberater*innen und Unternehmensberater*innen zusammen.

Siehe auch Finanzdienstleistungskaufmann / Finanzdienstleistungskauffrau (Lehrberuf).

Beruf mit schulischer (Fach-)ausbildung
Hauptberuf

In jedem Beruf brauchst du spezielles fachliches Know-how, das in der Aus- und Weiterbildung vermittelt wird. In den beiden Menüpunkten Ausbildung und Weiterbildung findest du Informationen zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für diesen Beruf.

Es gibt auch Kompetenzen, Fähigkeiten und Eigenschaften, die in allen Berufen wichtig sind. Dazu gehören besonders:

  • Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit
  • genaues und sorgfältiges Arbeiten
  • selbstständiges Arbeiten
  • Einsatzfreude
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Fähigkeit und Bereitschaft mit anderen zusammen zu arbeiten (Teamfähigkeit)
  • Lernbereitschaft

Die folgende Liste gibt dir einen Überblick über weitere allgemeine Anforderungen, die in DIESEM Beruf häufig gestellt werden. Diese können natürlich je nach Betrieb, Institution oder Organisation sehr unterschiedlich sein.

DENK DARAN: Viele dieser Anforderungen sind auch Bestandteil der Ausbildung.

Hinweis: Die Begriffe werden in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.

    Körperliche Anforderungen: Welche körperlichen Eigenschaften sind wichtig?

  • gute Stimme

     

    Fachkompetenz: Welche Fähigkeiten und Kenntnisse werden von mir erwartet?

  • Anwendung und Bedienung digitaler Tools
  • Datensicherheit und Datenschutz
  • gute Deutschkenntnisse
  • gute rhetorische Fähigkeit
  • kaufmännisches Verständnis
  • mathematisches Verständnis
  • wirtschaftliches Verständnis
  • Zahlenverständnis und Rechnen

     

    Sozialkompetenz: Was brauche ich im Umgang mit anderen?

  • Argumentationsfähigkeit / Überzeugungsfähigkeit
  • Aufgeschlossenheit
  • Einfühlungsvermögen
  • Führungsfähigkeit (Leadership)
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Kontaktfreude
  • Kritikfähigkeit
  • Kund*innenorientierung
  • Verkaufstalent

     

    Selbstkompetenz: Welche persönlichen Eigenschaften sollte ich mitbringen?

  • Aufmerksamkeit
  • Belastbarkeit / Resilienz
  • Beurteilungsvermögen / Entscheidungsfähigkeit
  • Flexibilität / Veränderungsbereitschaft
  • Freundlichkeit
  • Selbstvertrauen / Selbstbewusstsein
  • Verschwiegenheit / Diskretion
  • Zielstrebigkeit

     

    Weitere Anforderungen: Was ist sonst noch wichtig?

  • gepflegtes Erscheinungsbild
  • Mobilität (wechselnde Arbeitsorte)

     

    Methodenkompetenz: Welche Arbeits- und Denkweisen sind wichtig?

  • Informationsrecherche und Wissensmanagement
  • logisch-analytisches Denken / Kombinationsfähigkeit
  • Organisationsfähigkeit
  • Planungsfähigkeit
  • Umgang mit sozialen Medien

Selbstständigkeit

Die Möglichkeit einer selbstständigen Berufsausübung ist beispielsweise durch folgende Gewerbe gegeben:

a) Rechtskraftgewerbe:

  • gewerbliche Vermögensberatung: Beratung bei Aufbau und Erhalt von Vermögen und der Finanzierung unter Einschluss insbesondere der Vermittlung von Veranlagungen, Investitionen, Personalkrediten, Hypothekarkrediten und Finanzierungen (BGBl. II Nr. 87/2012)

Rechtskraftgewerbe sind reglementierte Gewerbe, bei denen die Zuverlässigkeit des Gewerbeanmelders / der Gewerbeanmelderin durch die Gewerbebehörde (Bezirksverwaltungsbehörde bzw. Magistrat) geprüft und festgestellt wird.

b) reglementierte Gewerbe:

  • Wertpapiervermittler*in (BGBl. II Nr. 88/2012)

Für die Ausübung eines reglementierten Gewerbes oder Handwerks sind, neben der Erfüllung der allgemeinen Voraussetzungen, Befähigungsnachweise zu erbringen, die in den angeführten Bundesgesetzblättern festgelegt sind.
Downloadmöglichkeit der Zugangsvoraussetzung und Prüfungsordnungen (Bundesgesetzblätter): Wirtschaftskammer Österreich: Prüfungs- und Befähigungsnachweise für reglementierte Gewerbe
Liste der reglementierten Gewerbe: Bundeseinheitliche Liste der reglementierten Gewerbe

Nähere Informationen findest du auf der Website des Fachverbandes der Finanzdienstleister*innen.


ALLGEMEINE HINWEISE:

Selbstständige Tätigkeiten sind alle Tätigkeit, die du in eigener Verantwortung (also nicht angestellt), regelmäßig und mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, ausüben willst. Für viele dieser Tätigkeiten brauchst du eine Gewerbeberechtigung. Es gibt aber auch sogenannte Freie Berufe (freiberufliche Tätigkeiten) und land- und forstwirtschaftliche Tätigkeiten, die nicht der Gewerbeordnung unterliegen. Auch für viele dieser Tätigkeiten gibt es eigene Rechtsvorschriften für die selbstständige Berufsausübung, manche können aber auch ohne besondere Voraussetzungen selbstständig ausgeübt werden.

In allen Fällen einer selbstständigen Berufsausübung (egal, ob im Rahmen eines Gewerbes, als freiberufliche Tätigkeit, im Rahmen eines Land- und forstwirtschaftlichen Betriebes) musst du diese bei der zuständigen Sozialversicherungsanstalt und dem zuständigen Finanzamt melden. Je nach selbstständiger Tätigkeit gibt es noch andere Meldepflichten oder Register, in die du dich eintragen musst.

Selbstständige Tätigkeiten, für die eine Gewerbeberechtigung erforderlich ist, musst du außerdem bei der Gewerbebehörde (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat) anmelden.
Unabhängig von einem oft notwendigen Befähigungsnachweis musst du dafür folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • das 18. Lebensjahr muss vollendet sein
  • österreichische Staatsbürgerschaft oder Staatsbürgerschaft eines anderen EU-Mitgliedstaates (oder eines Staates, mit dem ein entsprechender Staatsvertrag besteht) oder es liegt ein gültiger Aufenthaltstitel vor, der zur selbstständigen Tätigkeit berechtigt
  • keine Ausschließungsgründe (z. B. abgewiesene Konkursanträge, Bestrafung wegen Finanzstrafdelikten)

Für weitere Informationen schau dir unseren Thementext Im Fokus: Selbstständigkeit an oder nutze eine der folgenden Quellen und Kontakte:

Alternativen (Auswahl)

Alternative Berufe sind Berufe, die entweder eine ähnliche Ausbildung oder ähnliche Aufgaben- oder Tätigkeitsbereiche haben, wie der Beruf, über den du dich gerade informierst. Die Ähnlichkeit kann auch in den Arbeitsmaterialien, den Arbeitsumgebungen liegen oder in der Art, wie du mit anderen Menschen zusammenarbeitest.

Diese Liste soll dir bei der Überlegung helfen, welche Berufe und Ausbildungen für dich noch interessant sein könnten und dich auf weitere Ideen bringen.

Berufsinfos werden zur Verfügung gestellt von:

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Anlagevermögen

Anlagevermögen bezeichnet die Vermögenswerte (z. B. Gebäude, Maschinen, Einrichtungen), die dem Unternehmen über einen längeren Zeitraum zur Verfügung stehen und gebraucht werden, um die Leistung (Produktion, Verkauf etc.) zu erbringen.

Anleihen

Wenn der Staat, Unternehmen oder öffentliche Körperschaften Kapital benötigen, haben sie die Möglichkeit, sogenannte Anleihen (eine Form von festverzinslichen Wertpapieren) auszugeben. Kennzeichen dieser Anleihen sind eine feste Laufzeit sowie ein fester oder variabler (veränderbarer) Zins. Die Ausschüttungen werden in der Regel jährlich gutgeschrieben. Anleihen gelten als langfristige Anlage und lohnen sich besonders in Zeiten hoher Zinsen.

Baisse/Hausse

Fachbegriffe im Börsenhandel: gehen Aktienkurse über längere Zeit zurück, spricht man von einer Baisse. Ein Trend mit steigenden Aktienkursen wird Hausse genannt.

Cash Management

Elektronisches Informationssystem zur Unterstützung des Finanzmanagements eines Unternehmens. Cash Management Systeme bieten jederzeit einen aktuellen Überblick über alle nationalen und internationalen Konten bzw. Kontobewegungen des Unternehmens.

Controlling

Controlling ist ein systematisches Steuerungs- und Koordinationskonzept zur Kontrolle, Planung, Lenkung und Steuerung wirtschaftlicher Prozesse im Unternehmen. Durch die gezielte Berechnung von Steuer- und Zielgrößen kann das Controlling vergangene Entscheidungen der Geschäftsführung evaluieren (bewerten) und zukünftige Entscheidungsfindungsprozesse unterstützen.

Cross-Rate

Kennziffer zur Angabe des echten Wertes einer Währung im Vergleich zur amtlich festgesetzten Parität (= das offiziell festgesetzte Austauschverhältnis zwischen den Währungen und dem Dollarkurs).

Dividende

Gewinnbeteiligung z. B. auf Wertpapiere wie Aktien.

Fonds

franz. "fonds" = engl. "fund" = deut. "Kapital"

Ein Fonds (z. B. Investmentfonds) ist eine Vermögensmasse aus verschiedenen Wertpapieren (oder auch Immobilien), die nach dem Grundsatz der Risikostreuung ausgewählt werden. Dieses Vermögen wird in Anteile (Zertifikate) auf eine größere Zahl von Anteilsinhaber*innen (Wertpapierkäufer*innen) aufgeteilt.

Immobilien

Immobilien sind bebaute und unbebaute Grundstücke, Häuser, Wohnungen und Geschäftsräume, Lager und Werkstätten, Gewerbeobjekte sowie Industrieliegenschaften.

Leasing

Ein Sammelbegriff für atypische Mietgeschäfte im Zusammenhang mit Kraftfahrzeugen, Fernsehgeräten, Maschinen, Werksanlagen usw. Dabei finanziert und beschafft der/die Leasinggeber*in ein Objekt (z. B. einen LKW), gegen Bezahlung eines Entgeltes erwirbt der/die Leasingnehmer*in das Nutzungsrecht. Anders als bei der klassischen Miete, ist der Leasingnehmer*in selbst für die Instandhaltung des geleasten Objektes verantwortlich.

Liquidität

Die Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens ("flüssig sein"). Also die Möglichkeit, Zahlungsverpflichtungen fristgerecht zu erfüllen. Dies kann auch bedeuten, bei Bedarf Sachwerte in Geld umzuwandeln.

Trader (m./w./d.)

Trader (m./w./d.) ist die angloamerikanische Bezeichnung für Börsen- bzw. Wertpapierhändler*innen, die – im Gegensatz zum Broker (m./w./d.) – sowohl für Kund*innen (auf fremde Rechnung) als auch im eigenen Namen (auf eigene Rechnung) Börsengeschäfte durchführen.

Treasury

Als Treasury werden jene Unternehmensabteilungen bezeichnet, die mit der Verwaltung der unternehmenseigenen finanziellen Mitteln betraut sind. In Banken zählt dazu auch das Management von Zins-, Währungs- und Kreditrisiken.