Gießereitechniker*innen sind in leitender Funktion in Industrie- und Gewerbebetrieben tätig, die Gusstücke aller Art aus Gusseisen, Stahl oder anderen Metallen, z. B. aus Kupfer, Messing, Bronze herstellen. Sie tragen Verantwortung für eine störungsfreie Produktion sowie für die Einhaltung von Qualitäts- und Sicherheitsstandards. Sie programmieren die computergesteuerten Anlagen und führen Qualitätskontrollen durch. Gemeinsam mit der Betriebsleitung kalkulieren sie Kosten und Termine, sie planen die Arbeitsabläufe und teilen die Facharbeiter*innen ein.
In jedem Beruf brauchst du spezielles fachliches Know-how, das in der Aus- und Weiterbildung vermittelt wird. In den beiden Menüpunkten Ausbildung und Weiterbildung findest du Informationen zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für diesen Beruf.
Es gibt auch Kompetenzen, Fähigkeiten und Eigenschaften, die in allen Berufen wichtig sind. Dazu gehören besonders:
Die folgende Liste gibt dir einen Überblick über weitere allgemeine Anforderungen, die in DIESEM Beruf häufig gestellt werden. Diese können natürlich je nach Betrieb, Institution oder Organisation sehr unterschiedlich sein.
DENK DARAN: Viele dieser Anforderungen sind auch Bestandteil der Ausbildung.
Hinweis: Die Begriffe werden in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.
Die Möglichkeit einer selbstständigen Berufsausübung ist gegeben durch:
a) Freie Gewerbe:
Informationen zum „Freien Gewerbe“: freie Gewerbe erfordern in der Regel keinen Befähigungsnachweis, sondern lediglich eine Anmeldung bei der Gewerbebehörde. Grundsätzlich richtet sich der Gewerbeumfang nach dem Wortlaut der Gewerbeanmeldung.
Liste der Freien Gewerbe:
b) Reglementierte Gewerbe/Handwerke:
Für die Ausübung eines reglementierten Gewerbes sind, neben der Erfüllung der allgemeinen Voraussetzungen, Befähigungsnachweise zu erbringen, die in den angeführten Bundesgesetzblättern festgelegt sind.
Downloadmöglichkeit der Zugangsvoraussetzung und Prüfungsordnungen (Bundesgesetzblätter): Wirtschaftskammer Österreich: Prüfungs- und Befähigungsnachweise für reglementierte Gewerbe
ALLGEMEINE HINWEISE:
Selbstständige Tätigkeiten sind alle Tätigkeit, die du in eigener Verantwortung (also nicht angestellt), regelmäßig und mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, ausüben willst. Für viele dieser Tätigkeiten brauchst du eine Gewerbeberechtigung. Es gibt aber auch sogenannte Freie Berufe (freiberufliche Tätigkeiten) und land- und forstwirtschaftliche Tätigkeiten, die nicht der Gewerbeordnung unterliegen. Auch für viele dieser Tätigkeiten gibt es eigene Rechtsvorschriften für die selbstständige Berufsausübung, manche können aber auch ohne besondere Voraussetzungen selbstständig ausgeübt werden.
In allen Fällen einer selbstständigen Berufsausübung (egal, ob im Rahmen eines Gewerbes, als freiberufliche Tätigkeit, im Rahmen eines Land- und forstwirtschaftlichen Betriebes) musst du diese bei der zuständigen Sozialversicherungsanstalt und dem zuständigen Finanzamt melden. Je nach selbstständiger Tätigkeit gibt es noch andere Meldepflichten oder Register, in die du dich eintragen musst.
Selbstständige Tätigkeiten, für die eine Gewerbeberechtigung erforderlich ist, musst du außerdem bei der Gewerbebehörde (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat) anmelden.
Unabhängig von einem oft notwendigen Befähigungsnachweis musst du dafür folgende Voraussetzungen erfüllen:
Für weitere Informationen schau dir unseren Thementext Im Fokus: Selbstständigkeit an oder nutze eine der folgenden Quellen und Kontakte:
Alternative Berufe sind Berufe, die entweder eine ähnliche Ausbildung oder ähnliche Aufgaben- oder Tätigkeitsbereiche haben, wie der Beruf, über den du dich gerade informierst. Die Ähnlichkeit kann auch in den Arbeitsmaterialien, den Arbeitsumgebungen liegen oder in der Art, wie du mit anderen Menschen zusammenarbeitest.
Diese Liste soll dir bei der Überlegung helfen, welche Berufe und Ausbildungen für dich noch interessant sein könnten und dich auf weitere Ideen bringen.
Gießereitechniker*innen sind im Bereich der Herstellung von Gussstücken aus Eisen und anderen Metallen tätig. Dabei überwachen und steuern sie die Abläufe und technischen Prozesse (Schmelzen, Legieren, Vergießen und Formen der Metalle). Die Gießereitechniker*innen programmieren und steuern die technischen Maschinen und Anlagen und sorgen für störungsfreie Produktionsabläufe. Zu ihren Aufgaben gehört auch die Arbeitsplanung sowie die Weiterentwicklung und Verbesserung von gießereitechnischen Fertigungsprozessen.
Gemeinsam mit der Betriebsleitung kalkulieren sie Kosten, Stückzahlen und Termine und sind für das Einhalten der Produktionspläne und der Produktqualität verantwortlich. Eine wichtige Aufgabe für Gießereitechniker*innen ist die Qualitätskontrolle. Sie überprüfen die zu bearbeitenden Rohstoffe, ihre Aufbereitung sowie die Zwischen- und Endprodukte. Bei der Herstellung von Legierungen stellen sie sicher, dass die Bestandteile genau in den geforderten Mengen eingeschmolzen werden.
Die zunehmende Digitalisierung fast aller Berufsbereiche (siehe Digitale Transformation) eröffnet für Gießereitechniker*innen neue Anforderungen und Herausforderungen und bietet ihnen die Möglichkeit sich z. B. mit folgenden Technologien zu befassen, bzw. sich in diesen zu spezialisieren oder weiterzubilden:
Siehe auch die Lehrberufe
Gießereitechniker*innen arbeiten mit unterschiedlichen Metallen (Gusseisen, Stahl, Kupfer, Messing, Bronze etc.) und bedienen und überwachen die zum Teil computergesteuerten Maschinen und Anlagen. Sie analysieren Proben und Werkstücke mit Laborgeräten wie z. B. Mikroskopen, Röntgen- und Ultraschallgeräten ebenso wie mit Chemikalien, Prüfmagneten und verschiedenen Prüfmaschinen, wie Pendelschlagwerken, Pulsatoren, Temperaturkammern, Kühl- und Heizeinrichtungen. Sie verwenden Computer und Zeichenprogramme (CAD = Computer Aided Design) zur Konstruktion von Werkstücken und Gießwerkzeugen, aber auch Kalkulations- und Planungsprogramme zur Berechnung von Arbeitsabläufen und Kosten.
Gießereitechniker*innen arbeiten in Werkhallen und Labors von Betrieben des Gießereigewerbes und der Gießereiindustrie sowie in der Maschinenbauindustrie. Sie arbeiten im Team mit verschiedenen Spezialist*innen sowie mit Fach- und Hilfskräften zusammen, siehe z. B. Gießereitechnik – Eisen- und Stahlguss (Lehrberuf), Gießereitechnik – Nichteisenmetallguss (Lehrberuf), Metalltechnik (Modullehrberuf), Verfahrenstechniker*in.
Der Beruf Gießereitechniker*in ermöglicht mit entsprechender Berufserfahrung und Weiterbildung beispielsweise die Spezialisierung auf:
Spezialisierungs- und Aufstiegsmöglichkeiten (Auswahl):
Gießereitechniker*innen sind beruflich immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. Voraussetzung für Erfolg in diesem Beruf ist es, immer auf dem neuesten Stand der Entwicklung zu bleiben und das Fachwissen, die Methodenkompetenzen und sozialen Kompetenzen laufend zu ergänzen und zu vertiefen.
Weiterbildungseinrichtungen wie z. B. das Berufsförderungsinstitut (BFI) und das Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) bieten zahlreiche Kurse und Lehrgänge zu relevanten technischen und kaufmännischen Themenbereichen an, z. B. in den Bereichen Metallbearbeitung, Maschinensteuerung, CAD- und CNC-Technik oder zu betriebswirtschaftlichen/kaufmännischen Themen an. Spezialisierte Anbieter wie z. B. die Schweißtechnische Zentralanstalt (SZA) bieten beispielsweise Kurse in Schweißtechniken und anderen Spezialgebieten an.
Auch der Besuch einer Werkmeisterschule oder die Vorbereitung auf die Meister*innenprüfung sowie Weiterbildungsangebote in verwandten Berufen kommen als Weiterbildung und Höherqualifizierung in Frage.
In vielen Betrieben der Metalltechnik werden auch innerbetriebliche Kurse zur Schulung an neuen Maschinen und technischen Zusatzeinrichtungen oder zu neuen Verfahren und Methoden durchgeführt. Viele Betriebe bieten außerdem Zuliefer- und Servicebetrieben, Maschinen-, Hardware- und Software-Ausstattern die Möglichkeit Produktschulungen durchzuführen.
Für Weiterbildungsmöglichkeiten je nach Ausbildungsschwerpunkt siehe die Infos in den Schwerpunkten:
Weiterführende Bildungsmöglichkeiten und Höherqualifizierung:
CAD | Abkürzung für "Computer Aided Design" (computerunterstütztes Design): Computerprogramme für Planung, Entwurf und Konstruktion. Zeichnungen und räumliche Darstellungen von geometrischen Formen und Modellen können von allen Seiten und aus allen Perspektiven gezeigt werden (3-D-Darstellungen). CAD beinhaltet Berechnungsanwendungen, Informationsbereitstellung, automatisiertes Zeichnen und rechnerunterstützten Entwurf. |
CAM | Abkürzung für "Computer Aided Manufacturing" (Computerunterstützte Produktion). |
entgraten | Beim Entgraten werden scharfe Kanten, die bei einem Bearbeitungs- oder Herstellungsvorgang entstanden sind, entfernt (z. B. an Metallen, Beton, Mauerwerk). Auch Auffaserungen oder Splitter von metallischen Werkstücken werden durch Bürsten, Feilen, Schleifen, Fräsen, Gleitschleifen, thermisches Entgraten (z. B. Thermal Explosion Machining, TEM), elektrochemisches Entgraten, Hochdruckwasserstrahlentgraten, Druckfließen (DFL) oder Schneiden entfernt. |
Legierung | Legierung nennt man das Zusammenschmelzen verschiedener Metalle zu einem Mischmetall. |