Interviewer*innen führen im Auftrag von Markt- und Meinungsforschungsinstituten, statistischen Ämtern und anderen Institutionen und Organisationen Interviews mit verschiedenen Zielgruppen durch. Sie ermitteln beispielsweise das Wahl-, Kauf- oder Freizeitverhalten bestimmter Zielgruppen, die Kundenzufriedenheit mit Produkten oder Dienstleistungen oder die Werbewirksamkeit verschiedener Medien.
Je nach Thema und Aufgabenstellung befragen sie Personen nach ihren Meinungen, Gewohnheiten, Wünschen, Verhaltensweisen, politischen Ansichten und dergleichen. Sie führen die Interviews als Einzel- oder Gruppeninterviews oder per Telefon oder Computer durch. Nach den Interviews werten sie die erhobenen Daten und Informationen aus, stellen sie in Form von Tabellen, Grafiken und Statistiken dar und fassen die Ergebnisse in Berichten zusammen.
Abgesehen von professionellen Interviewer*innen wird diese Tätigkeit häufig nebenberuflich z. B. als Nebenerwerb während eines Studiums ausgeübt.
In jedem Beruf brauchst du spezielles fachliches Know-how, das in der Aus- und Weiterbildung vermittelt wird. In den beiden Menüpunkten Ausbildung und Weiterbildung findest du Informationen zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für diesen Beruf.
Es gibt auch Kompetenzen, Fähigkeiten und Eigenschaften, die in allen Berufen wichtig sind. Dazu gehören besonders:
Die folgende Liste gibt dir einen Überblick über weitere allgemeine Anforderungen, die in DIESEM Beruf häufig gestellt werden. Diese können natürlich je nach Betrieb, Institution oder Organisation sehr unterschiedlich sein.
DENK DARAN: Viele dieser Anforderungen sind auch Bestandteil der Ausbildung.
Hinweis: Die Begriffe werden in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.
Für den Beruf Interviewer*in ist in der Regel eine abgeschlossene Schulausbildung erforderlich. Eine Ausbildung im Bereich Markt- und Sozialforschung kann hilfreich sein. Die Ausbildung erfolgt in der Regel durch innerbetriebliche Einschulung. Zusätzlich werden Interviewer*innen vor jeder Befragung mit der jeweiligen Problemstellung vertraut gemacht und eingehend informiert. Für Fach- und Spezialinterviews werden meist Akademiker*innen z. B. aus den Bereichen Soziologie oder Wirtschaftswissenschaften eingesetzt.
Häufig wird die Tätigkeit als Interviewer*in auch nebenberuflich z. B. als Erwerbstätigkeit neben einem Studium ausgeübt.
ALLGEMEINE HINWEISE:
Selbstständige Tätigkeiten sind alle Tätigkeit, die du in eigener Verantwortung (also nicht angestellt), regelmäßig und mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, ausüben willst. Für viele dieser Tätigkeiten brauchst du eine Gewerbeberechtigung. Es gibt aber auch sogenannte Freie Berufe (freiberufliche Tätigkeiten) und land- und forstwirtschaftliche Tätigkeiten, die nicht der Gewerbeordnung unterliegen. Auch für viele dieser Tätigkeiten gibt es eigene Rechtsvorschriften für die selbstständige Berufsausübung, manche können aber auch ohne besondere Voraussetzungen selbstständig ausgeübt werden.
In allen Fällen einer selbstständigen Berufsausübung (egal, ob im Rahmen eines Gewerbes, als freiberufliche Tätigkeit, im Rahmen eines Land- und forstwirtschaftlichen Betriebes) musst du diese bei der zuständigen Sozialversicherungsanstalt und dem zuständigen Finanzamt melden. Je nach selbstständiger Tätigkeit gibt es noch andere Meldepflichten oder Register, in die du dich eintragen musst.
Selbstständige Tätigkeiten, für die eine Gewerbeberechtigung erforderlich ist, musst du außerdem bei der Gewerbebehörde (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat) anmelden.
Unabhängig von einem oft notwendigen Befähigungsnachweis musst du dafür folgende Voraussetzungen erfüllen:
Für weitere Informationen schau dir unseren Thementext Im Fokus: Selbstständigkeit an oder nutze eine der folgenden Quellen und Kontakte:
Alternative Berufe sind Berufe, die entweder eine ähnliche Ausbildung oder ähnliche Aufgaben- oder Tätigkeitsbereiche haben, wie der Beruf, über den du dich gerade informierst. Die Ähnlichkeit kann auch in den Arbeitsmaterialien, den Arbeitsumgebungen liegen oder in der Art, wie du mit anderen Menschen zusammenarbeitest.
Diese Liste soll dir bei der Überlegung helfen, welche Berufe und Ausbildungen für dich noch interessant sein könnten und dich auf weitere Ideen bringen.
Interviewer*innen befragen ausgewählte Zielgruppen und Personenkreise im Rahmen von Einzelinterviews, Gruppeninterviews oder Telefonumfragen. Je nach Themenstellung können die interviewten Personen aus speziellen Berufsgruppen oder sozialen Schichten zusammengesetzt sein. Interviewer*innen führen auch Straßeninterviews durch – dabei befragen sie zufällig vorbeikommende Passant*innen, die sich zu einem Interview bereit erklären.
Interviews werden durchgeführt, um z. B. das Wahl-, Konsum- oder Freizeitverhalten bestimmter Ziel- oder Bevölkerungsgruppen zu erheben, um die Kundenzufriedenheit mit bestimmten Produkten und Dienstleistungen oder die Reichweite von Werbekampagnen zu ermitteln. Das erhobene Datenmaterial wird von den Interviewer*innen analysiert und ausgewertet und bei der Entwicklung von daran anschließenden Maßnahmen und Strategien berücksichtigt.
Sie bereiten ihre Interviews vor, indem sie die Fragebögen, Hinweise, Erklärungen und Adresslisten durchgehen und sich mit verschiedenen Fachkräften, z. B. mit Markt- und Meinungsforscher*innen, Werbefachleuten, Medienfachleuten, Soziolog*innen usw. besprechen. Um repräsentative Ergebnisse zu erzielen (Ergebnisse, die die Zielgruppe bestmöglich abbilden), werden die zu befragenden Personen nach vorab festgelegten Kriterien und Verfahren ausgewählt und kontaktiert, bzw. zur Interviewteilnahme motiviert (z. B. in Form von finanzieller Vergütung, Gutscheine, Gratisprodukten). Die Interviews werden je nach Thema/Projekt vor Ort in Marktforschungsinstituten, auf der Straße, per Telefon oder mittels Computer/Video durchgeführt.
Während der Interviews dokumentieren Interviewer*innen die Antworten und erheben Daten der befragten Personen, z. B. in Form von Fragebögen; mitunter nehmen sie die Gespräche auf Tonband auf. Im Anschluss werten sie die Antworten, Daten und Informationen aus oder übergeben die Materialien an ihre Auftraggeber*innen zur weiteren Auswertung durch Expert*innen, z. B. von Statistiker*innen oder Psycholog*innen.
Interviewer*innen arbeiten mit Computern, Laptops und Tablets, die mit verschiedenen facheinschlägigen Datenbank- und Statistikprogrammen ausgestattet sind. Weiters bedienen sie Kopiergeräte, Drucker, Scanner, Telefonanlagen, Mikrofone, Diktafone, Aufnahmegeräte und Videokameras. Sie verwenden Fragebögen und Tests, führen Karteien, Dokumente, Listen und Protokolle und lesen sozial- und wirtschaftswissenschaftliche Studien und Berichte.
Interviewer*innen arbeiten in den Büros und Räumlichkeiten von Markt- und Meinungsforschungsinstituten. Darüber hinaus im Außendienst, d. h. auf der Straße, wo sie Menschen aus der Bevölkerung befragen. Sie arbeiten eigenständig sowie im Team mit Berufskolleginnen und -kollegen und verschiedenen Fachleuten aus den Bereichen Sozialforschung, Statistik, Marketing und Wirtschaftspsychologie (siehe z. B. Soziologe / Soziologin, Statistiker*in, Werbefachmann / Werbefachfrau, Psychologe / Psychologin). Sie haben persönlichen oder telefonischen Kontakt zu den interviewten Personen.
Interviewer*innen, die Privatpersonen telefonisch interviewen, arbeiten auch zu Tagesrandzeiten, vor allem am Abend, zum Teil auch am Wochenende, weil dann die Interviewpartner*innen eher zu Hause erreichbar sind.
Beschäftigungsmöglichkeiten für Interviewer*innen bieten insbesondere:
Der Beruf Interviewer*in ermöglicht mit entsprechender Berufserfahrung und Weiterbildung beispielsweise die Spezialisierung auf:
Spezialisierungs- und Aufstiegsmöglichkeiten (Auswahl):
Interviewer*innen sind beruflich immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. Voraussetzung für Erfolg in diesem Beruf ist es, immer auf dem neuesten Stand der Entwicklung zu bleiben und das Fachwissen, die Methodenkompetenzen und sozialen Kompetenzen laufend zu ergänzen und zu vertiefen.
Weiterbildungseinrichtungen wie zum Beispiel das Berufsförderungsinstitut (BFI) und das Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) bieten Kurse und Lehrgänge zu verschiedenen Themenbereichen an, die auch für Interviewer*innen relevant sein können, z. B. in den Bereichen Betriebswirtschaft, Datenbanken, Informations- und Wissensmanagement, Kommunikation.
Viele Betriebe und Institute führen für ihre Mitarbeiter*innen interne Kurse, Seminare und Schulungen z. B. zu neuen Softwareprogrammen, Datenbank- oder Archivsystemen durch.
Neben Fachliteratur, Onlinemedien, Kongressen oder anderen Fachveranstaltungen bestehen Weiterbildungsmöglichkeiten für Interviewer*innen beispielsweise über einschlägige Hochschullehrgänge. Außerdem besteht die Möglichkeiten zur beruflichen Weiterentwicklung in Form eines Zweitstudiums oder weiterführenden PhD-Studiums.
Weiterführende Bildungsmöglichkeiten und Höherqualifizierung:
Human Relations | Unter Human Relations versteht man die Beziehungen einer Unternehmung/Institution zu ihren Mitarbeiter*innen. Instrumente der Förderung und Verbesserung dieser Beziehungen sind z. B. Betriebsausflüge, Betriebsfeiern, Newsletter für MitarbeiterInnen, Leistungs-Prämien, Preise usw. |
Media Relations | Ein Teil von Public Relations Konzepten. Unter Media-Relations versteht man die Beziehungen von Unternehmen und Organisationen zu Vertreter*innen von Medien (z. B. Journalist*innen, Redakteur*innen). Instrumente der Media Relations sind z. B. Pressekonferenzen und -veranstaltungen, Broschüren und Infomappen, Presseaussendungen, E-Mail, Newsletter. |
Public Marketing | engl. für: Öffentlichkeits-Marketing; Gesamtheit aller Marketing-Maßnahmen, die auf die allgemeine Öffentlichkeit ausgerichtet sind. |
Statistik | Ein Teilgebiet der Mathematik, welches mit dem Sammeln, Aufbereiten, Analysieren und Interpretieren von Daten aller Art befasst ist. |