Komponist*in

Komponist*innen komponieren Musikwerke verschiedener Arten und Genres (z. B. Klassik, Jazz, Pop- und Rock, Electro, Film- und Werbemusik). Grundlage für ihre Kompositionen sind Stimmungen, Gefühle, Inspirationen und Ideen, welche sie nach musiktechnischen Regeln und Methoden in Musikstücke umsetzen und in Form von Notenzeichen festhalten und verschriftlichen. Komponist*innen arbeiten in der Regel eigenständig am Schreibtisch oder am Instrument (z. B. Klavier, Geige, Gitarre) mit Notenblättern und Stiften sowie mit Computer, Laptops und verschiedenen tontechnischen Geräten. Die fertigen Musikstücke proben sie mit Musiker*innen, Sänger*innen und Dirigent*innen ein.

Akademischer Beruf
Hauptberuf

Tätigkeiten und Aufgaben

  • musikalische Ideen, Melodien zu einem Werk zusammenstellen, z. B. zu einer Symphonie, Sonate, Oper, Kantate
  • Musikstücke für Film und Fernsehen, für Ballett und Chöre komponieren
  • Songs der Tanzmusik, Pop- und Rockmusik komponieren
  • Melodien für Werbespots komponieren
  • Inspirationen aus der Literatur, der Natur, den bildenden Künsten sowie aus bereits bestehenden Musikwerken holen
  • je nach Musikstück und Genre z. B. Naturvorgänge, Rauschen und andere Themen in Klänge und Töne umsetzen und auf Noten festhalten
  • Tonfolgen und Arrangements für die einzelnen Stimmen und Instrumente komponieren; dabei musiktechnische Regeln, Methoden und Techniken (z. B. Harmonielehre, Tonsatz, Formenlehre) beachten
  • im Bereich der elektronischen Musik:
    komponieren an Computern und Laptops, Sounddateien und Tonspuren importieren, arrangieren, mixen
  • bei Auftragsarbeiten:
    Kund*innenwünsche und Rahmenbedingungen klären (z. B. Stilrichtung, Thema und Motiv, Instrumente und Techniken)
  • erstelltes Musikwerk mit den Interpret*innen und Dirigent*innen einüben, Besprechungen durchführen, Korrekturen vornehmen

In jedem Beruf brauchst du spezielles fachliches Know-how, das in der Aus- und Weiterbildung vermittelt wird. In den beiden Menüpunkten Ausbildung und Weiterbildung findest du Informationen zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für diesen Beruf.

Es gibt auch Kompetenzen, Fähigkeiten und Eigenschaften, die in allen Berufen wichtig sind. Dazu gehören besonders:

  • Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit
  • genaues und sorgfältiges Arbeiten
  • selbstständiges Arbeiten
  • Einsatzfreude
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Fähigkeit und Bereitschaft mit anderen zusammen zu arbeiten (Teamfähigkeit)
  • Lernbereitschaft

Die folgende Liste gibt dir einen Überblick über weitere allgemeine Anforderungen, die in DIESEM Beruf häufig gestellt werden. Diese können natürlich je nach Betrieb, Institution oder Organisation sehr unterschiedlich sein.

DENK DARAN: Viele dieser Anforderungen sind auch Bestandteil der Ausbildung.

Hinweis: Die Begriffe werden in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.

    Körperliche Anforderungen: Welche körperlichen Eigenschaften sind wichtig?

  • gutes Hörvermögen

     

    Fachkompetenz: Welche Fähigkeiten und Kenntnisse werden von mir erwartet?

  • Anwendung generativer künstlicher Intelligenz (KI)
  • gestalterische Fähigkeit
  • Kunstverständnis
  • Repräsentationsvermögen
  • Rhythmikgefühl

     

    Sozialkompetenz: Was brauche ich im Umgang mit anderen?

  • Argumentationsfähigkeit / Überzeugungsfähigkeit
  • Aufgeschlossenheit
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Kritikfähigkeit
  • Kund*innenorientierung

     

    Selbstkompetenz: Welche persönlichen Eigenschaften sollte ich mitbringen?

  • Ausdauer / Durchhaltevermögen
  • Begeisterungsfähigkeit
  • Belastbarkeit / Resilienz
  • Beurteilungsvermögen / Entscheidungsfähigkeit
  • Flexibilität / Veränderungsbereitschaft
  • Geduld
  • Musikalität
  • Selbstmotivation
  • Selbstvertrauen / Selbstbewusstsein
  • Spontanität
  • Zielstrebigkeit

     

    Weitere Anforderungen: Was ist sonst noch wichtig?

  • gepflegtes Erscheinungsbild

     

    Methodenkompetenz: Welche Arbeits- und Denkweisen sind wichtig?

  • Kreativität
  • Organisationsfähigkeit
  • systematische Arbeitsweise

Selbstständigkeit

Eine selbstständige Berufsausübung ist für Komponist*innen vor allem im Rahmen einer freien Berufstätigkeit als Künstler*in möglich.

Freie Berufe sind selbstständige (freiberufliche) Tätigkeiten, die nicht der Gewerbeordnung unterliegen (z. B. Arzt/Ärztin und andere Gesundheitsberufe, Rechtsanwalt/-anwältin, Musiker*in, Schriftsteller*in und andere Künstlerberufe). Für einige freie Berufe ist die Berufsausübung durch eigene Rechtsvorschriften (Ärztegesetz, Rechtsanwaltsordnung, Ziviltechnikergesetz etc.) geregelt und es bestehen eigene Interessenvertretungen (Kammern oder Berufsverbände), denen die Aufnahme der selbstständigen Berufstätigkeit gemeldet werden muss. Für andere freie Berufe, wie z. B. Künstler*in, Schriftsteller*in, Journalist*in, bestehen keine besonderen Rechtsvorschriften und Meldepflichten.

ALLGEMEINE HINWEISE:

Für jede Tätigkeit, die Sie selbstständig, regelmäßig und mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, ausüben wollen, brauchen Sie eine Gewerbeberechtigung (Ausnahme: Freie Berufe). Diese erhalten Sie durch Anmeldung bei der Gewerbebehörde (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat).
Unabhängig von einem etwaigen Befähigungsnachweis müssen sie dafür folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • das 18. Lebensjahr muss vollendet sein
  • österreichische Staatsbürgerschaft oder Staatsbürgerschaft eines anderen EU-Mitgliedstaates (oder eines Staates, mit dem ein entsprechender Staatsvertrag besteht) oder es liegt ein gültiger Aufenthaltstitel vor, der zur selbstständigen Tätigkeit berechtigt
  • keine Ausschließungsgründe (z. B. abgewiesene Konkursanträge, Bestrafung wegen Finanzstrafdelikten)

In allen Fällen einer selbstständigen Berufsausübung (ob im Rahmen eines Gewerbes oder als freiberufliche Tätigkeit) ist diese bei der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft und dem zuständigen Finanzamt zu melden.

Weitere Informationen und Kontakte:

Alternativen (Auswahl)

Alternative Berufe sind Berufe, die entweder eine ähnliche Ausbildung oder ähnliche Aufgaben- oder Tätigkeitsbereiche haben, wie der Beruf, über den du dich gerade informierst. Die Ähnlichkeit kann auch in den Arbeitsmaterialien, den Arbeitsumgebungen liegen oder in der Art, wie du mit anderen Menschen zusammenarbeitest.

Diese Liste soll dir bei der Überlegung helfen, welche Berufe und Ausbildungen für dich noch interessant sein könnten und dich auf weitere Ideen bringen.

Berufsinfos werden zur Verfügung gestellt von:

Folgende Inhalte löschen:

Arbeitsbereiche

Komponist*innen beschäftigen sich mit der Erstellung von Musikwerken. Dabei geht es um die rhythmische, harmonische und melodische Ausführung von gedanklichen Inspirationen und Ideen sowie deren schriftliche Festhaltung auf Notenblättern. Grundlage für ihre Kompositionen sind Beobachtungen, Stimmungen und Gefühle, bei Auftragsarbeiten aber auch vorgegebene musikalischen Themen, wie z. B. bei Film- und Fernsehmusik, Werbespots usw.

Komponist*innen sind in der Regel auf eine bestimmte Stilrichtung spezialisiert, z. B. auf Klassik, Jazz, Electronic, Techno oder auf Pop- und Rockmusik. Ihre Themen und Inspirationen arbeiten sie nach musiktechnischen Regeln und Gesichtspunkten aus und beachten Harmonie, Rhythmik, Formen und Tonsätze. Im Bereich der klassischen Musik wird in der Regel die Erstversion bzw. die Grundmelodie eines Stückes für das Klavier bestimmt. Danach werden weitere Instrumente und Stimmen eingearbeitet. Die fertige Orchesterpartitur enthält dann sämtliche Informationen für die Dirigent*innen und die ausführenden Musiker*innen.

Arbeitsmittel

Komponist*innen arbeiten am Schreibtisch mit Notenpapier, Stiften und verschiedenen Instrumenten, vor allem mit Klavieren. Sind sie Komponist*innen für elektronische Musik, verwenden sie Computer, Laptops und verschiedene Anlagen und Geräte der Tontechnik, wie z. B. Verstärker, Bässe, Tonregler. Als Arbeitsgrundlage benutzen sie musikwissenschaftliche Bücher und Fachjournale, Musikkassetten, CDs, Langspielplatten und andere Tondokumente sowie Video und DVDs. Sie führen Datenbanken und Archive.

Arbeitsumfeld

Komponist*innen arbeiten vorwiegend freiberuflich in eigenen Arbeitsräumen, Studios und Büros. Zum Einüben und Aufführen der Musikstücke arbeiten sie in Tonstudios, Konzerthallen und Aufnahmestudios. Sie arbeiten in der Regel eigenständig, beim Einstudieren der Musikstücke aber auch im Team mit Dirigent*innen, Instrumentalmusiker*innen, Sänger*innen, Tontechniker*innen usw. Weiters haben sie Kontakt zu Mitarbeiter*innen von Rundfunk- und Fernsehanstalten, zu Medienfachleuten usw.

Komponist*innen arbeiten vor allem freiberuflich und selbstständig, zum Teil aber auch für:

  • Symphonieorchester
  • Konzerthäuser
  • Opernhäuser
  • Theaterbühnen
  • Radio-, Film- und Fernsehanstalten

Spezialisierungsmöglichkeiten (Auswahl):

Alt

von Ital. "alto" für hoch:
1) hohe Stimmlage (z. B. hohe Männerstimme)
2) Stimmlage von Instrumenten (z. B. Altsaxophon, Altposaune etc.)

Audio-Tool

Audio-Tools (aus dem Englischen: Audio = Ton, Tool = Werkzeug) sind Computerprogramme zur Bearbeitung von Tonmaterialien, wie z. B. Studioaufnahmen von Konzerten, Livemitschnitten, Aufnahmen von Interviews, Diskussionen, Vorträgen und dergleichen.

Bariton

In der Musik die Bezeichnung für eine mittlere Männersingstimme (tiefer als Tenor, höher als Bass).

Bass

In der Musik die Bezeichnung für eine tiefe Männersingstimme.

Bridge

(engl. Brücke) ist eine Überleitung oder ein Zwischenspiel zwischen den Strophen und dem Refrain eines Liedes, Musikstücks oder Popsongs. Die Bridge ist meistens ausschließlich instrumental und soll sich harmonisch und melodisch vom restlichen Stück abheben, um für Abwechslung beim Hören zu sorgen.

Hookline

Ein Hookline (engl: hook = Haken, Line = Zeile) bezeichnet eine Melodie, eine Textstelle und/oder Gesangsart, die ein Lied, einen Popsong oder ein Instrumentalstück besonders prägt und den Wiedererkennungswert ausmacht. Die Hookline ist meistens im Refrain eingebaut.

Partitur

- übersichtliche Zusammenstellung aller zu einer Komposition gehörenden Stimmen (Takt für Takt in Notenschrift).

Refrain

Als Refrain (engl. Chorus) bezeichnet man den Hauptteil eines Musikstücks, Lieds oder Popsongs der sich mehrmals wiederholt. Zwischen dem Refrain stehen die Strophen und die Bridge. In den Refrain ist meistens die Hookline eingebaut.

Strophe

Als Strophe bezeichnet man jenen Teil eines Musikstücks, Lieds oder Popsongs der die Geschichte bzw. das Thema transportiert. Der Text wird in kurzen Sätzen und Wortfolgen, in Versen oder Reimen gesungen. Die Melodie der Strophe ist anders als beim Refrain, der sich mit den Strophen abwechselt.

Tantiemen

Tantiemen erhalten Künstler*innen für die Verwendung ihres Werkes. z. B. Schrifsteller*innen, Musiker*innen, Songwriter (m./w./d.). Die Tantiemen werden von Verwertungsgesellschaften ausbezahlt.