Konsumentenberater*in

Konsumentenberater*innen informieren und beraten Konsument*innen in allen Fragen vor und nach dem Kauf von Konsumgütern bzw. der Inanspruchnahme von Dienstleistungen. Sie erläutern Produkteigenschaften, Wartungsvorschriften, Service- und Garantiebedingungen und bieten juristische Beratung z. B. bei Kaufverträgen oder Reklamationen. Sie sind aber auch für Fragen bezüglich Mietrechtsangelegenheiten und Finanzdienstleistungen zuständig. Konsumentenberater*innen arbeiten mit modernen Informations- und Kommunikationssystemen in den Büros und Beratungsräumen von Konsumentenschutzorganisationen. Sie sind gemeinsam mit Berufskolleg*innen und verschiedenen Fach- und Assistenzkräften tätig und haben Kontakt zu Klient*innen, Jurist*innen, Journalist*innen usw.

Sonstiger Beruf
Hauptberuf

Tätigkeiten und Aufgaben

  • Konsument*innen in verschiedenen Fragen vor und nach dem Kauf von Konsumgütern und Dienstleistungen informieren und beraten
  • über preis- und qualitätsmäßig passende Produkte informieren
  • über Pflegemöglichkeiten, Service- und Wartungsvorschriften aufklären
  • bei Problemen, Reklamationen, Beschwerden juristischen Rat und Beistand geben
  • wissenschaftliche Untersuchungen und Gutachten erstellen
  • bei der Erstellung von ÖNORMEN mitwirken
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Testkäufe durchführen
  • Qualität und Preise vergleichbarer Waren und Dienstleistungen prüfen und dokumentieren
  • Produkte auf umwelt- und gesundheitsschädigende Inhaltsstoffe untersuchen lassen, über Alternativprodukte informieren
  • wettbewerbswidrige Praktiken aufdecken und veröffentlichen

In jedem Beruf brauchst du spezielles fachliches Know-how, das in der Aus- und Weiterbildung vermittelt wird. In den beiden Menüpunkten Ausbildung und Weiterbildung findest du Informationen zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für diesen Beruf.

Es gibt auch Kompetenzen, Fähigkeiten und Eigenschaften, die in allen Berufen wichtig sind. Dazu gehören besonders:

  • Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit
  • genaues und sorgfältiges Arbeiten
  • selbstständiges Arbeiten
  • Einsatzfreude
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Fähigkeit und Bereitschaft mit anderen zusammen zu arbeiten (Teamfähigkeit)
  • Lernbereitschaft

Die folgende Liste gibt dir einen Überblick über weitere allgemeine Anforderungen, die in DIESEM Beruf häufig gestellt werden. Diese können natürlich je nach Betrieb, Institution oder Organisation sehr unterschiedlich sein.

DENK DARAN: Viele dieser Anforderungen sind auch Bestandteil der Ausbildung.

Hinweis: Die Begriffe werden in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.

    Körperliche Anforderungen: Welche körperlichen Eigenschaften sind wichtig?

  • gute Stimme

     

    Fachkompetenz: Welche Fähigkeiten und Kenntnisse werden von mir erwartet?

  • Anwendung und Bedienung digitaler Tools
  • Datensicherheit und Datenschutz
  • gute Allgemeinbildung
  • gute Deutschkenntnisse
  • wirtschaftliches Verständnis

     

    Sozialkompetenz: Was brauche ich im Umgang mit anderen?

  • Argumentationsfähigkeit / Überzeugungsfähigkeit
  • Durchsetzungsvermögen
  • Einfühlungsvermögen
  • Hilfsbereitschaft
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Konfliktfähigkeit
  • Kritikfähigkeit
  • Kund*innenorientierung
  • Verhandlungsgeschick

     

    Selbstkompetenz: Welche persönlichen Eigenschaften sollte ich mitbringen?

  • Aufmerksamkeit
  • Flexibilität / Veränderungsbereitschaft
  • Freundlichkeit
  • Geduld
  • Rechtsbewusstsein
  • Verschwiegenheit / Diskretion

     

    Weitere Anforderungen: Was ist sonst noch wichtig?

  • gepflegtes Erscheinungsbild

     

    Methodenkompetenz: Welche Arbeits- und Denkweisen sind wichtig?

  • interdisziplinäres Denken
  • Organisationsfähigkeit
  • Problemlösungsfähigkeit

Für Konsumentenberater*innen gibt es keine geregelte Ausbildung. Die Berater*innen eignen sich die einschlägigen Kenntnisse im Rahmen einer speziellen betriebsinternen Ausbildung an. So werden einerseits ausgebildete Jurist*innen mit dem Konsumentenschutzgesetz näher vertraut gemacht, ebenso können aber Fachkräfte aus den unterschiedlichsten Bereichen, wie beispielweise Ernährung, Umwelt oder ehemalige Verkäufer*innen z. B. aus der Textil- oder Elektrobranche ihre Erfahrungen in die Beratung einbringen.

Selbstständigkeit


ALLGEMEINE HINWEISE:

Selbstständige Tätigkeiten sind alle Tätigkeit, die du in eigener Verantwortung (also nicht angestellt), regelmäßig und mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, ausüben willst. Für viele dieser Tätigkeiten brauchst du eine Gewerbeberechtigung. Es gibt aber auch sogenannte Freie Berufe (freiberufliche Tätigkeiten) und land- und forstwirtschaftliche Tätigkeiten, die nicht der Gewerbeordnung unterliegen. Auch für viele dieser Tätigkeiten gibt es eigene Rechtsvorschriften für die selbstständige Berufsausübung, manche können aber auch ohne besondere Voraussetzungen selbstständig ausgeübt werden.

In allen Fällen einer selbstständigen Berufsausübung (egal, ob im Rahmen eines Gewerbes, als freiberufliche Tätigkeit, im Rahmen eines Land- und forstwirtschaftlichen Betriebes) musst du diese bei der zuständigen Sozialversicherungsanstalt und dem zuständigen Finanzamt melden. Je nach selbstständiger Tätigkeit gibt es noch andere Meldepflichten oder Register, in die du dich eintragen musst.

Selbstständige Tätigkeiten, für die eine Gewerbeberechtigung erforderlich ist, musst du außerdem bei der Gewerbebehörde (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat) anmelden.
Unabhängig von einem oft notwendigen Befähigungsnachweis musst du dafür folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • das 18. Lebensjahr muss vollendet sein
  • österreichische Staatsbürgerschaft oder Staatsbürgerschaft eines anderen EU-Mitgliedstaates (oder eines Staates, mit dem ein entsprechender Staatsvertrag besteht) oder es liegt ein gültiger Aufenthaltstitel vor, der zur selbstständigen Tätigkeit berechtigt
  • keine Ausschließungsgründe (z. B. abgewiesene Konkursanträge, Bestrafung wegen Finanzstrafdelikten)

Für weitere Informationen schau dir unseren Thementext Im Fokus: Selbstständigkeit an oder nutze eine der folgenden Quellen und Kontakte:

Alternativen (Auswahl)

Alternative Berufe sind Berufe, die entweder eine ähnliche Ausbildung oder ähnliche Aufgaben- oder Tätigkeitsbereiche haben, wie der Beruf, über den du dich gerade informierst. Die Ähnlichkeit kann auch in den Arbeitsmaterialien, den Arbeitsumgebungen liegen oder in der Art, wie du mit anderen Menschen zusammenarbeitest.

Diese Liste soll dir bei der Überlegung helfen, welche Berufe und Ausbildungen für dich noch interessant sein könnten und dich auf weitere Ideen bringen.

Berufsinfos werden zur Verfügung gestellt von:

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Arbeitsbereiche

Konsumentenschutz ist seit 1970 in Österreich als öffentliche Aufgabe festgelegt. Konsumentenberater*innen sind häufig auf bestimmte Gebiete spezialisiert, zum Beispiel auf Verbraucher*innenrecht, Wohn- und Mietrecht, Finanzdienstleistungen, Umwelt, Ernährung, Gesundheit.

Konsumentenberater*innen leisten aktive Öffentlichkeitsarbeit im Bereich Konsumentenschutz. Sie beraten, informieren und betreuen Konsument*innen vor und nach einem Kauf. Sie klären Konsument*innen hinsichtlich Preis und Qualität von Produkten auf und helfen so aus dem oft unübersichtlichen Angebot am Markt das passende Produkt auszusuchen. Konsumentenberater*innen informieren über Pflegemöglichkeiten, Wartungsvorschriften und Bedienungsanweisungen und leisten juristische Beistands- und Beratungsarbeit bei rechtlichen Problemen, Reklamationen und Beschwerden. Sie vertreten die Interessen von Konsument*innen bei Anhörungen und Verhandlungen, verfolgen wettbewerbswidrige Praktiken von Unternehmen und veröffentlichen diese in den Medien.

Je nach Ausbildung und Berufserfahrung erstellen sie auch wissenschaftliche Gutachten und Untersuchungen, z. B. zu Konsumgütern und Dienstleistungen des EU-Raums oder ökologischen und technischen Fragen betreffend Produktsicherheit. Weiters wirken sie in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Normungsinstitut bei der Erstellung von ÖNORMEN mit.

Arbeitsmittel

Konsumentenberater*innen arbeiten an modern ausgestatteten Arbeitsplätzen mit Computer, Internet und Telefonanlagen, sie benutzen Drucker, Scanner und Kopiergeräte. Sie verwenden juristische Texte (Gesetze, Erlässe, Verordnungen, Urteile usw.), Gutachten, Produkt- und Preisinformationen, Marktanalysen, Verbraucherstromanalysen usw. und führen Protokolle, Datenbanken und Archive.

Arbeitsumfeld

Konsumentenberater*innen arbeiten in Büro- und Besprechungsräumen und im Außendienst bei Veranstaltungen, Präsentationen, Pressekonferenzen usw. Sie sind im Team mit Berufskolleg*innen und anderen Mitarbeiter*innen tätig und haben Kontakt zu Jurist*innen, Journalist*innen sowie zu ihren Klient*innen und Mitarbeiter*innen von Unternehmen und Organisationen.

Beschäftigungsmöglichkeiten für Konsumentenberater*innen bieten insbesondere:

  • öffentlicher Dienst, Ämter und Behörden
  • Konsumentenschutzorganisationen
  • Kammern und Interessenvertretungen
  • Rechtsberatungsabteilungen von großen Handelsbetrieben

Der Beruf Konsumentenberater*in ermöglicht mit entsprechender Berufserfahrung und Weiterbildung beispielsweise die Spezialisierung auf:

  • bestimmte Themenbereiche wie z. B. Energietarife, Gesundheits- und Umweltfragen
  • Produktgruppen, z. B. Elektrogeräte
  • Finanzprodukte
  • Mieter*innenberatung
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Rechtsbeistand

Konsumentenberater*innen sind beruflich immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. Voraussetzung für Erfolg in diesem Beruf ist es, immer auf dem neuesten Stand der Entwicklung zu bleiben und das Fachwissen, die Methodenkompetenzen und sozialen Kompetenzen laufend zu ergänzen und zu vertiefen.

Beratungseinrichtungen wie Kammern, öffentliche Einrichtungen usw. führen für ihre Mitarbeiter*innen laufend interne Seminare, Schulungen und Lehrgänge zur Weiterbildung durch.

Weiterbildungseinrichtungen wie z. B. das Berufsförderungsinstitut (BFI) und das Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) bieten beispielsweise zu allgemeinen und kaufmännischen Themenbereichen zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten. Zudem haben Konsumentenberater*innen die Möglichkeit zur beruflichen Weiterentwicklung und Höherqualifizierung in Form eines Studiums, Zweitstudiums oder Weiterbildungsstudiums.

Außerdem ist für Konsumentenberater*innen die laufende Lektüre von Fachzeitschriften, der Besuch von facheinschlägigen Seminaren, die Vernetzung bei Veranstaltungen und Kongressen und die Teilnahme an Expert*innennetzwerken (online und offline) eine wichtige Möglichkeit, um sich auf dem neuesten Stand zu halten.

Weiterführende Bildungsmöglichkeiten und Höherqualifizierung: