Lehrer*in für Kunst und Gestaltung

Lehrer*innen für Kunst und Gestaltung sind ausgebildet als Lehrer*in für die Primarstufe oder Lehrer*in für die Sekundarstufe – Allgemeinbildung mit dem Ausbildungsschwerpunkt Bildnerische Erziehung. Sie unterrichten je nach Ausbildung an Volksschulen oder Mittelschulen, AHS und anderen Schulen der Sekundarstufe. Sie vermitteln theoretische Grundlagen und praktische Methoden bzw. Techniken der Malerei, des Zeichnens und verwandter Bereiche. Weiters lehren sie auch die grundlegenden Inhalte verschiedener Fachgebiete, wie z. B. der Kunstgeschichte. Sie fördern und unterstützen die Jugendlichen entsprechend ihren Fähigkeiten und Talenten und motivieren sie durch den Einsatz verschiedener Unterrichtsmaterialien und -methoden zu eigener künstlerischer Tätigkeit.

Akademischer Beruf
Hauptberuf

Tätigkeiten und Aufgaben

  • den Unterricht planen, organisieren, vor- und nachbereiten, Unterrichtsmethoden und -materialien auswählen und einsetzen
  • unterrichten, d. h. die didaktisch aufbereiteten Fachinhalte vermitteln
  • die Schüler*innen zur kritischen und kreativen Auseinandersetzung mit den Inhalten anleiten und motivieren
  • die Talente und Fähigkeiten der Jugendlichen individuell fördern, das künstlerische Potenzial der Schüler*innen anregen und wecken
  • Schüler*innenleistungen kontrollieren und beurteilen, Korrekturen ausführen und besprechen, Zeugnisse ausstellen
  • Aufzeichnungen über die Leistungen und das Verhalten und die Mitarbeit der Schüler*innen führen
  • Feste, Projekte, Ausstellungs- und Konzertbesuche organisieren und durchführen
  • Elternsprechtage und Elternabende abhalten, an Konferenzen und Fortbildungsveranstaltungen teilnehmen
  • administrative Tätigkeiten wie z. B. Klassenbücher führen, Unterrichtsmittel verwalten

In jedem Beruf brauchst du spezielles fachliches Know-how, das in der Aus- und Weiterbildung vermittelt wird. In den beiden Menüpunkten Ausbildung und Weiterbildung findest du Informationen zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für diesen Beruf.

Es gibt auch Kompetenzen, Fähigkeiten und Eigenschaften, die in allen Berufen wichtig sind. Dazu gehören besonders:

  • Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit
  • genaues und sorgfältiges Arbeiten
  • selbstständiges Arbeiten
  • Einsatzfreude
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Fähigkeit und Bereitschaft mit anderen zusammen zu arbeiten (Teamfähigkeit)
  • Lernbereitschaft

Die folgende Liste gibt dir einen Überblick über weitere allgemeine Anforderungen, die in DIESEM Beruf häufig gestellt werden. Diese können natürlich je nach Betrieb, Institution oder Organisation sehr unterschiedlich sein.

DENK DARAN: Viele dieser Anforderungen sind auch Bestandteil der Ausbildung.

Hinweis: Die Begriffe werden in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.

    Körperliche Anforderungen: Welche körperlichen Eigenschaften sind wichtig?

  • Fingerfertigkeit
  • gutes Sehvermögen (viel Lesen bzw. Arbeiten am Computer)

     

    Fachkompetenz: Welche Fähigkeiten und Kenntnisse werden von mir erwartet?

  • Anwendung generativer künstlicher Intelligenz (KI)
  • Datensicherheit und Datenschutz
  • didaktische Fähigkeiten
  • fachspezifische Fähigkeiten und Fertigkeiten (Lehrer*in)
  • Gefühl für Farben und Formen
  • gestalterische Fähigkeit
  • gute Deutschkenntnisse
  • handwerkliche Geschicklichkeit
  • Kunstverständnis

     

    Sozialkompetenz: Was brauche ich im Umgang mit anderen?

  • Aufgeschlossenheit
  • Durchsetzungsvermögen
  • Einfühlungsvermögen
  • Integrationsvermögen
  • interkulturelle Kompetenz
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Konfliktfähigkeit
  • Kritikfähigkeit
  • Motivationsfähigkeit
  • Verständnis für Jugendliche und Kinder

     

    Selbstkompetenz: Welche persönlichen Eigenschaften sollte ich mitbringen?

  • Begeisterungsfähigkeit
  • Belastbarkeit / Resilienz
  • Beurteilungsvermögen / Entscheidungsfähigkeit
  • Freundlichkeit
  • Geduld
  • Selbstbeherrschung
  • Selbstorganisation
  • Selbstvertrauen / Selbstbewusstsein

     

    Weitere Anforderungen: Was ist sonst noch wichtig?

  • gepflegtes Erscheinungsbild

     

    Methodenkompetenz: Welche Arbeits- und Denkweisen sind wichtig?

  • Koordinationsfähigkeit
  • Kreativität
  • Organisationsfähigkeit
  • Planungsfähigkeit
  • Problemlösungsfähigkeit
  • systematische Arbeitsweise

Selbstständigkeit

Die Möglichkeit einer selbstständigen Berufsausübung ist gegeben durch:

Freiberufliche Tätigkeit als Privatlehrer*in, Nachhilfelehrer*in, VortragendeR

Freie Berufe sind selbstständige (freiberufliche) Tätigkeiten, die nicht der Gewerbeordnung unterliegen (z. B. Arzt/Ärztin und andere Gesundheitsberufe, Rechtsanwalt/-anwältin, Musiker*in, Schriftsteller*in und andere Künstlerberufe). Für einige freie Berufe ist die Berufsausübung durch eigene Rechtsvorschriften (Ärztegesetz, Rechtsanwaltsordnung, Ziviltechnikergesetz etc.) geregelt und es bestehen eigene Interessensvertretungen (Kammern oder Berufsverbände), denen die Aufnahme der selbstständigen Berufstätigkeit gemeldet werden muss. Für andere freie Berufe, wie z. B. Vortragende, Nachhilfelehrer*innen, Künstler*innen, Journalist*innen bestehen keine besonderen Rechtsvorschriften und Meldepflichten.


ALLGEMEINE HINWEISE:

Selbstständige Tätigkeiten sind alle Tätigkeit, die du in eigener Verantwortung (also nicht angestellt), regelmäßig und mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, ausüben willst. Für viele dieser Tätigkeiten brauchst du eine Gewerbeberechtigung. Es gibt aber auch sogenannte Freie Berufe (freiberufliche Tätigkeiten) und land- und forstwirtschaftliche Tätigkeiten, die nicht der Gewerbeordnung unterliegen. Auch für viele dieser Tätigkeiten gibt es eigene Rechtsvorschriften für die selbstständige Berufsausübung, manche können aber auch ohne besondere Voraussetzungen selbstständig ausgeübt werden.

In allen Fällen einer selbstständigen Berufsausübung (egal, ob im Rahmen eines Gewerbes, als freiberufliche Tätigkeit, im Rahmen eines Land- und forstwirtschaftlichen Betriebes) musst du diese bei der zuständigen Sozialversicherungsanstalt und dem zuständigen Finanzamt melden. Je nach selbstständiger Tätigkeit gibt es noch andere Meldepflichten oder Register, in die du dich eintragen musst.

Selbstständige Tätigkeiten, für die eine Gewerbeberechtigung erforderlich ist, musst du außerdem bei der Gewerbebehörde (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat) anmelden.
Unabhängig von einem oft notwendigen Befähigungsnachweis musst du dafür folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • das 18. Lebensjahr muss vollendet sein
  • österreichische Staatsbürgerschaft oder Staatsbürgerschaft eines anderen EU-Mitgliedstaates (oder eines Staates, mit dem ein entsprechender Staatsvertrag besteht) oder es liegt ein gültiger Aufenthaltstitel vor, der zur selbstständigen Tätigkeit berechtigt
  • keine Ausschließungsgründe (z. B. abgewiesene Konkursanträge, Bestrafung wegen Finanzstrafdelikten)

Für weitere Informationen schau dir unseren Thementext Im Fokus: Selbstständigkeit an oder nutze eine der folgenden Quellen und Kontakte:

Alternativen (Auswahl)

Alternative Berufe sind Berufe, die entweder eine ähnliche Ausbildung oder ähnliche Aufgaben- oder Tätigkeitsbereiche haben, wie der Beruf, über den du dich gerade informierst. Die Ähnlichkeit kann auch in den Arbeitsmaterialien, den Arbeitsumgebungen liegen oder in der Art, wie du mit anderen Menschen zusammenarbeitest.

Diese Liste soll dir bei der Überlegung helfen, welche Berufe und Ausbildungen für dich noch interessant sein könnten und dich auf weitere Ideen bringen.

Berufsinfos werden zur Verfügung gestellt von:

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Arbeitsbereiche

Lehrer*innen für Kunst und Gestaltung legen in ihrem Unterricht ein besonderes Augenmerk darauf, die Kreativität und Fantasie der Schüler*innen zu wecken und ihnen Gelegenheiten zu bieten, ihr künstlerisches Potenzial zu entdecken und zu entfalten. Sie regen die Schüler*innen zu selbstständigem gestalterischen Arbeiten an und schulen deren visuelle Wahrnehmung. Neben handwerklichen Grundlagen, wie z. B. den Umgang mit den unterschiedlichsten Materialien, Farben und Techniken, bringen sie den Schüler*innen auch Offenheit, Experimentierfreudigkeit und Flexibilität bei, damit für die Schüler*innen das kreative Gestalten als bereichernd erlebbar wird.

Neben dem praktischen Gestalten vermitteln Lehrer*innen für Kunst und Gestaltung auch Inhalte verschiedener Sachgebiete. Sie bringen den Schüler*innen grundlegendes Wissen in vielen Bereichen der Kunst bei, wie z. B. Malerei, Fotografie, Videokunst, Film, Architektur, Präsentationsmedien, Raumgestaltung und Denkmalschutz. Dabei leiten sie die Schüler*innen auch zu selbstständigem Denken und kritischer Reflexion an. Sie übernehmen auch erzieherische Aufgaben und unterstützen die Schüler*innen bei der Persönlichkeitsentwicklung und der Entwicklung sozialer Fähigkeiten.

Lehrer*innen für Kunst und Gestaltung bereiten den Unterricht durch die Auswahl geeigneter didaktischer Methoden und entsprechender Unterrichtsmaterialien und -medien (Schulbücher, Lehrfilme, aktuelle Publikationen, Internetrecherche etc.) vor. Sie vermitteln den Lehrstoff entsprechend den geltenden Lehrplänen, wobei sie auf aktuelle, kulturelle und gesellschaftspolitische Problemstellungen bzw. Ereignisse Bezug nehmen. Weiters beurteilen, besprechen und korrigieren sie Schüler*innenarbeiten und beobachten das Verhalten und die Mitarbeit der Schüler*innen im Unterricht und führen darüber Aufzeichnungen.

Lehrer*innen für Kunst und Gestaltung übernehmen auch organisatorische und verwaltende Aufgaben. Sie führen z. B. (digitale) Klassenlisten und Klassenbücher, verwalten Unterrichtsmittel, planen Exkursionen, Feste oder andere Aktivitäten und betreiben Öffentlichkeitsarbeit. Außerdem nehmen sie an Konferenzen und Elternsprechtagen ihrer Schule und an Fortbildungsveranstaltungen teil. Sie übernehmen gegebenenfalls auch Sonderaufgaben, etwa als Vertrauenslehrer*innen oder Schüler- bzw. Bildungsberater*innen, wozu sie aber meist eine Zusatzausbildung bzw. Schwerpunktsetzung während der Ausbildung benötigen.

Arbeitsmittel

Lehrer*innen für Kunst und Gestaltung arbeiten eng mit Kindern und Jugendlichen zusammen und haben daher eine nicht zu unterschätzende Vorbildwirkung. Deshalb ist es wichtig, dass sie Handlungen und Aussagen überlegt einsetzen und auf ein gepflegtes Erscheinungsbild und eine gepflegte Sprache achten.

Sie arbeiten mit den verschiedensten Materialien (Papier, Malblöcke, Skizzenblöcke, Holz, Ton, Metall, Farben etc.) und Werkzeugen (Pinseln, Staffeleien, Rahmen etc.) sowie mit Ausstattung von Klassenräumen, Präsentationsgeräten und -software, Whiteboards und anderen Tafeln. Außerdem setzen sie unterschiedliche Lehrmittel wie Schulbücher, eigene Ausarbeitungen, Filme etc. ein und bedienen Computer, Laptops, Tablets und grafische und administrative Software.

Arbeitsumfeld

Lehrer*innen für Kunst und Gestaltung arbeiten in Zeichensälen, Werkstätten oder sonstigen Unterrichtsräumen der jeweiligen Schule. Sie arbeiten im Team mit anderen Lehrer*innen, mit der Schulleitung und den Schüler*innen und haben Kontakt zu Eltern und Elternvertreter*innen. Als Mitglieder eines Lehrkörpers nehmen sie auch regelmäßig an Lehrer*innenkonferenzen teil.

Schulen der Primarstufe und Sekundarstufen I und II:

  • Volksschulen
  • Mittelschulen
  • Allgemeinbildende höhere Schulen – Unterstufe (AHS-Unterstufe)
  • Berufsbildende mittlere und höhere Schulen (BMS, BHS)
  • Allgemeinbildende höhere Schulen – Oberstufe (AHS-Oberstufe)
  • Kunstschulen, Einrichtungen der Erwachsenenbildung

Ästhetik

Eine philosophische Teildisziplin. Dabei geht es um die Theorie des Schönen und dessen Erscheinungsformen in Kunst und Natur.

E-Learning

E-Learning (Electronic Learning) bezeichnet alle Formen von Lernen, bei denen elektronische oder digitale Medien zum Einsatz kommen. E-Learning kann als Selbstlernen oder durch die Unterstützung eines/einer Lehrer*in oder Trainer*in ausgeübt werden. Formen von E-Learning sind z. B.:

  • Virtuelle Lehre: die Lehre findet ausschließlich mit digitalen Tools statt
  • Blended Learning: virtuelle und Präsenz-Lehre wechseln sich ab
  • Virtual Classroom: geografisch auseinanderliegende Lernende lernen gemeinsam in einem virtuellen Klassenzimmer

E-Learning-Tools sind Lernprogramme (z. B. Apps), Lernplattformen, Foren, Chats, Webinare, usw.

Pädagogik

Erziehungswissenschaft oder die Theorie und Praxis von Bildung und Erziehung.

Reflexion

Aktive, geistige Tätigkeit; Nachdenken, Überlegen.

Renaissance

Renaissance bezeichnet eine kunstgeschichtliche Epoche, die im 14. Jahrhundert in Italien begonnen hat. Als Kernzeitraum gilt das 15. und 16. Jahrhundert. Das französische Wort Renaissance bedeutet die „kulturelle Wiedergeburt der Antike“. Im weiteren Sinne meint Renaissance daher die Wiedergeburt des klassischen griechischen und römischen Altertums in seinem Einfluss auf die Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft.