Moderator*in

Moderator*innen arbeiten in öffentlichen und privaten Fernsehanstalten. Sie leiten politische, kulturelle und sportliche Nachrichtensendungen, Diskussionsrunden und Talkshows. Sie sprechen frei in die Kamera auf der Grundlage von Notizen und Anmerkungen, die sie vor der Sendung zusammenstellen. Vor ihrem Fernsehauftritt werden sie von Visagist*innen geschminkt und gestylt. Moderator*innen arbeiten mit verschiedenen Fachkräften zusammen, z. B. Redakteur*innen, Regisseur*innen, Lichttechniker*innen und Kameraleuten (siehe Kameramann / Kamerafrau). Sie moderieren auch bei Firmenpräsentationen, auf Messen, Sport-, Kultur- und Konzertveranstaltungen und wirken bei Werbespots mit.

Sonstiger Beruf
Hauptberuf

Tätigkeiten und Aufgaben

  • Sendungen und Textbeiträge gemeinsam mit den Redakteur*innen vorbereiten
  • Notizen und Anmerkungen über Interviewpartner*innen, Gäste und Themen vorbereiten
  • Einblendungen und Unterbrechungen (z. B. Musik, Filmbeitrag, Grafiken) gemeinsam mit den Techniker*innen abstimmen, auf Zeichen und Signale achten
  • Gespräche mit Studiogästen führen, politische und kulturelle Diskussionsrunden leiten, Gesprächsrunden in Fernseh- und Talkshows moderieren
  • Interviews mit Auslandskorrespondent*innen oder mit Gästen via Live-Schaltung führen

In jedem Beruf brauchst du spezielles fachliches Know-how, das in der Aus- und Weiterbildung vermittelt wird. In den beiden Menüpunkten Ausbildung und Weiterbildung findest du Informationen zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für diesen Beruf.

Es gibt auch Kompetenzen, Fähigkeiten und Eigenschaften, die in allen Berufen wichtig sind. Dazu gehören besonders:

  • Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit
  • genaues und sorgfältiges Arbeiten
  • selbstständiges Arbeiten
  • Einsatzfreude
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Fähigkeit und Bereitschaft mit anderen zusammen zu arbeiten (Teamfähigkeit)
  • Lernbereitschaft

Die folgende Liste gibt dir einen Überblick über weitere allgemeine Anforderungen, die in DIESEM Beruf häufig gestellt werden. Diese können natürlich je nach Betrieb, Institution oder Organisation sehr unterschiedlich sein.

DENK DARAN: Viele dieser Anforderungen sind auch Bestandteil der Ausbildung.

Hinweis: Die Begriffe werden in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.

    Körperliche Anforderungen: Welche körperlichen Eigenschaften sind wichtig?

  • gute Stimme

     

    Fachkompetenz: Welche Fähigkeiten und Kenntnisse werden von mir erwartet?

  • Datensicherheit und Datenschutz
  • Fremdsprachenkenntnisse
  • gute Allgemeinbildung
  • gute rhetorische Fähigkeit
  • Präsentationsfähigkeit
  • wirtschaftliches Verständnis

     

    Sozialkompetenz: Was brauche ich im Umgang mit anderen?

  • Aufgeschlossenheit
  • Durchsetzungsvermögen
  • Einfühlungsvermögen
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Konfliktfähigkeit
  • Kontaktfreude

     

    Selbstkompetenz: Welche persönlichen Eigenschaften sollte ich mitbringen?

  • Aufmerksamkeit
  • Belastbarkeit / Resilienz
  • Flexibilität / Veränderungsbereitschaft
  • Freundlichkeit
  • Selbstvertrauen / Selbstbewusstsein
  • Spontanität
  • Verschwiegenheit / Diskretion

     

    Weitere Anforderungen: Was ist sonst noch wichtig?

  • gepflegtes Erscheinungsbild

     

    Methodenkompetenz: Welche Arbeits- und Denkweisen sind wichtig?

  • Informationsrecherche und Wissensmanagement
  • Koordinationsfähigkeit
  • kritisches Denken
  • Organisationsfähigkeit
  • Umgang mit sozialen Medien

Für den Beruf Moderator*in gibt es keine geregelte Ausbildung. Viele Moderator*innen im Hörfunk werden in hausinternen Schulungen von speziellen Kommunikations- und Medientrainer*innen ausgebildet. Im Fernsehbereich kommen die Moderator*innen aus den unterschiedlichsten Bereichen: Kabarett, Schauspiel, Zeitungs- und Hörfunkredaktionen. Wer Interesse an diesem Beruf hat, sollte versuchen, einen journalistischen Beruf zu ergreifen, um darüber einen Einstieg zu schaffen. Eine Stimm- bzw. Sprechausbildung ist ebenfalls empfehlenswert.

Aus- und Weiterbildungsangebote in unterschiedlichen Spezialisierungsbereichen bietet insbesondere die Österreichische Medienakademie, beispielsweise mit dem Journalismus-Kolleg.
Nähere Infos: Österreichische Medienakademie – Ausbildungsinstitut für Journalistinnen und Journalisten
https://oema.at/

Art: Lehrgang

Dauer: 128 Lehreinheiten

Form: Berufsbegleitend

Voraussetzungen:

  • Besuch des Informationsabends

Abschluss:

Kursbestätigung, ein Diplom sowie die eigenen Werke (Audio und Video) zur weiteren Verwendung

Info:

Kosten: EUR 2.650,00

Inhalte:

  • redaktionelles und journalistisches Arbeiten, Grundbegriffe Moderation, On-Air und Off-Air, TV-Moderation
  • Sprechunterricht, Sprechtechnik
  • Rhetorik, Kraft der Stimme, Prosodie
  • TV-Beitragsgestaltung, Basics Kameratechnik, Aufgaben des TV-Redakteurs, praktische Arbeit
  • Radio-Livemoderation, Beitragserstellung, Sendeplanung, Meldung schreiben
  • Abschlussprüfung, Praxistag

Adressen:

WIFI Steiermark
Körblergasse 111-113
8021 Graz

Tel.: +43 (0)316 / 602 -1234
Fax: +43 (0)316 / 602 -301
email: info@wifi.wkstmk.at
Internet: https://www.stmk.wifi.at

Selbstständigkeit

Berufliche Selbstständigkeit ist für Moderator*innen gegeben, indem sie ihre Tätigkeit im Rahmen eines „freien Berufes“ z. B. als Coach oder Trainer*in für Rhetorik und Gesprächsführung oder als freiberufliche*r Journalist*in ausüben.

Freie Berufe sind selbstständige (freiberufliche) Tätigkeiten, die nicht der Gewerbeordnung unterliegen (z. B. Arzt/Ärztin und andere Gesundheitsberufe, Rechtsanwalt/-anwältin, Musiker*in, Schriftsteller*in und andere Künstlerberufe). Für einige freie Berufe ist die Berufsausübung durch eigene Rechtsvorschriften (Ärztegesetz, Rechtsanwaltsordnung, Ziviltechnikergesetz etc.) geregelt und es bestehen eigene Interessensvertretungen (Kammern oder Berufsverbände), denen die Aufnahme der selbstständigen Berufstätigkeit gemeldet werden muss. Für andere freie Berufe, wie z. B. Künstler*in, Schriftsteller*in, Journalist*in, bestehen keine besonderen Rechtsvorschriften und Meldepflichten.

In allen Fällen einer selbstständigen Berufsausübung (ob im Rahmen eines Gewerbes oder als freiberufliche Tätigkeit) ist diese bei der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft und dem zuständigen Finanzamt zu melden.


ALLGEMEINE HINWEISE:

Selbstständige Tätigkeiten sind alle Tätigkeit, die du in eigener Verantwortung (also nicht angestellt), regelmäßig und mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, ausüben willst. Für viele dieser Tätigkeiten brauchst du eine Gewerbeberechtigung. Es gibt aber auch sogenannte Freie Berufe (freiberufliche Tätigkeiten) und land- und forstwirtschaftliche Tätigkeiten, die nicht der Gewerbeordnung unterliegen. Auch für viele dieser Tätigkeiten gibt es eigene Rechtsvorschriften für die selbstständige Berufsausübung, manche können aber auch ohne besondere Voraussetzungen selbstständig ausgeübt werden.

In allen Fällen einer selbstständigen Berufsausübung (egal, ob im Rahmen eines Gewerbes, als freiberufliche Tätigkeit, im Rahmen eines Land- und forstwirtschaftlichen Betriebes) musst du diese bei der zuständigen Sozialversicherungsanstalt und dem zuständigen Finanzamt melden. Je nach selbstständiger Tätigkeit gibt es noch andere Meldepflichten oder Register, in die du dich eintragen musst.

Selbstständige Tätigkeiten, für die eine Gewerbeberechtigung erforderlich ist, musst du außerdem bei der Gewerbebehörde (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat) anmelden.
Unabhängig von einem oft notwendigen Befähigungsnachweis musst du dafür folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • das 18. Lebensjahr muss vollendet sein
  • österreichische Staatsbürgerschaft oder Staatsbürgerschaft eines anderen EU-Mitgliedstaates (oder eines Staates, mit dem ein entsprechender Staatsvertrag besteht) oder es liegt ein gültiger Aufenthaltstitel vor, der zur selbstständigen Tätigkeit berechtigt
  • keine Ausschließungsgründe (z. B. abgewiesene Konkursanträge, Bestrafung wegen Finanzstrafdelikten)

Für weitere Informationen schau dir unseren Thementext Im Fokus: Selbstständigkeit an oder nutze eine der folgenden Quellen und Kontakte:

Alternativen (Auswahl)

Alternative Berufe sind Berufe, die entweder eine ähnliche Ausbildung oder ähnliche Aufgaben- oder Tätigkeitsbereiche haben, wie der Beruf, über den du dich gerade informierst. Die Ähnlichkeit kann auch in den Arbeitsmaterialien, den Arbeitsumgebungen liegen oder in der Art, wie du mit anderen Menschen zusammenarbeitest.

Diese Liste soll dir bei der Überlegung helfen, welche Berufe und Ausbildungen für dich noch interessant sein könnten und dich auf weitere Ideen bringen.

Berufsinfos werden zur Verfügung gestellt von:

Folgende Inhalte löschen:

Arbeitsbereiche

Moderator*innen präsentieren Nachrichtensendungen, sie moderieren Diskussions- und Gesprächsrunden, leiten Talkshows und führen die Zuschauer*innen durch eine Sendung. Im Unterschied zu Fernsehsprecher*innen, die meist vorgegebene Texte verlesen, reden Moderator*innen oft frei. Als Grundlage dienen ihnen Notizen, die sie vor der Sendung vorbereiten. Diese enthalten z. B. Angaben über die Gäste, die in der Sendung erwartet werden, Angaben über die Themen und den zeitlichen Ablauf der Sendung. Sind sie live auf Sendung, führen sie Gespräche mit den Gästen und leiten z. B. politische oder kulturelle Diskussionsrunden. Dabei müssen sie darauf achten, dass Redezeiten eingehalten werden, dass die Gesprächsteilnehmer*innen nicht vom Thema abschweifen, sondern auf gestellte Fragen eingehen und dass die Gäste nicht durcheinander, sondern geordnet der Reihe nach sprechen.

Gemeinsam mit Redakteur*innen, Techniker*innen und anderen Mitarbeiter*innen besprechen sie den Ablauf einer Sendung und stimmen Übergänge, Pausen und Einblendungen wie z. B. Grafiken, Filmbeiträge und Musik ab. Für aktuelle Nachrichten- und Informationssendungen werden Meldungen von Journalist*innen und Presseagenturen ausgewertet. Sie erklären Grafiken und Schaubilder und stellen Fragen an Auslandskorrespondent*innen und Interviewgäste, die via Live-Schaltung ins Studio verbunden werden. Moderator*innen sorgen dafür, dass sie immer modisch und gepflegt gekleidet vor die Kamera treten. Vor ihrem Auftritt werden sie von Stylist*innen und Visagist*innen gestylt und geschminkt.

In Fernseh- und Talkshows, die vor Publikum stattfinden, begrüßen die Moderator*innen die geladenen Gäste, führen Gespräche mit ihnen und leiten Gesprächsrunden zu einem bestimmten Thema. Nachdem bei diesen Sendungen der Unterhaltungswert im Vordergrund steht, sorgen Moderator*innen dafür, dass die Diskussionen spannend, bewegt oder heiter ablaufen. Beliebte Moderator*innen haben sehr oft eine eigene Sendung, die täglich oder wöchentlich ausgestrahlt wird.

Arbeitsmittel

Das wichtigste Arbeitsmittel von Moderator*innen sind sie selbst. Das Wichtigste in diesem Beruf ist ein gepflegtes Erscheinungsbild und eine klare Stimme und Ausdrucksweise. Darüber hinaus verwenden Moderator*innen Arbeits- und Gesprächsnotizen, achten auf die Signale von Lichttechnik und Kamera und hantieren mit Mikrophonen, Computern, Schautafeln, mit Konferenzschaltungen, Video- und Online-Chats und Aufzeichnungsgeräten usw. Für Recherchen und zur Vorbereitung ihrer Moderation arbeiten sie mit Informations- und Kommunikationsgeräten wie Computer, Telefon, Internet und dergleichen mehr.

Arbeitsumfeld

Moderator*innen arbeiten in Fernseh- und Rundfunkstudios und Büroräumen. Sie moderieren aber auch bei Firmeneröffnungen und -veranstaltungen sowie auf Kultur- und Konzertveranstaltungen und auf Messen. Moderator*innen arbeiten im Team mit Berufskolleg*innen, z. B. mit Redakteur*innen, Fernsehsprecher*innen, Techniker*innen, Visagist*innen, und verschiedenen Assistent*innen. Sie haben Kontakt zu Interview- oder Diskussionsgästen und Analyst*innen, die sie während der Nachrichtensendung interviewen und werden live mit Korrespondent*innen an verschiedenen Nachrichtenschauplätzen (z. B. bei Veranstaltungen, Konferenzen, Unglücksorten oder Kriegsschauplätzen) verbunden.

Die Arbeitszeiten von Moderator*innen hängen von den Sendungen ab, in denen sie moderieren, können entsprechend auch am späten Abend und nachts und am Wochenende liegen.

Beschäftigungsmöglichkeiten für Moderator*innen bieten insbesondere:

  • Öffentliche und private Fernseh- und Rundfunkanstalten
  • Onlinemedien

Der Beruf Moderator*in ermöglicht mit entsprechender Berufserfahrung und Weiterbildung beispielsweise die Spezialisierung auf:

  • bestimmte Fachressorts wie z. B. Wissenschaft, Kultur, Politik, Sport
  • Diskussionssendungen
  • Interviewführung
  • Online-Redaktion, Multi-Media

Spezialisierungs- und Aufstiegsmöglichkeiten (Auswahl):

Spezialisierungsmöglichkeiten (Auswahl):

Moderator*innen sind beruflich immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. Voraussetzung für Erfolg in diesem Beruf ist es, immer auf dem neuesten Stand der Entwicklung zu bleiben und das Fachwissen laufend zu ergänzen und zu vertiefen.

Unter anderem bietet die Österreichische Medienakademie berufsbegleitende Aus- und Fortbildungskurse an.

Kuratorium für Journalistenausbildung
Nähere Infos: Österreichische Medienakademie – Ausbildungsinstitut für Journalistinnen und Journalisten
https://oema.at/

Weiterbildungseinrichtungen wie z. B. das Berufsförderungsinstitut (BFI) und das Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) sowie zahlreiche Universitäts- und Fachhochschullehrgänge bieten eine gute Möglichkeit sich in relevanten Bereichen weiterzubilden und höher zu qualifizieren. Darüber hinaus besteht für Moderator*innen auch die Möglichkeit der beruflichen Weiterentwicklung und Höherqualifizierung in Form eines Bachelor- oder Masterstudiums, auch als Zweitstudiums oder weiterführenden PhD-Studiums an.

Für Moderator*innen ist auch die laufende Lektüre von Fachzeitschriften und Tageszeitungen (online und offline), der Besuch von facheinschlägigen Seminaren, die Vernetzung bei Veranstaltungen und Kongressen und die Teilnahme an Expert*innennetzwerken (online und offline) eine wichtige Möglichkeit, um sich auf dem neuesten Stand zu halten.

Weiterführende Bildungsmöglichkeiten und Höherqualifizierung:

Auto Cue

Einrichtung, mit der Textvorlagen in eine Fernsehkamera eingespielt werden, die von Fernsehsprecher*innen oder Fernseh-Moderator*innen gelesen werden können, während sie in die Kamera blicken. Auch Teleprompter genannt.