Müllaufleger*in

Müllaufleger*innen entleeren Mistkübel und Müllcontainer mittels Hebe- und Kippvorrichtung in einen Müllwagen. Dabei fahren sie meist zu zweit auf einem Müllwagen stehend und zu bestimmten Abholzeiten von Haustor zu Haustor. Müllaufleger*innen arbeiten im öffentlichen Dienst bei Gemeinden, Magistratsabteilungen oder privaten Müllentsorgungsunternehmen. Dieser Beruf ist ein Anlernberuf, d. h. die Ausbildung erfolgt direkt am Arbeitsplatz.

Sonstiger Beruf
Hauptberuf

Tätigkeiten und Aufgaben

  • Routen besprechen, Arbeitsgeräte zusammenstellen, Müllfahrzeug auf Funktionstüchtigkeit prüfen
  • Mistkübel und Müllcontainer aus Höfen, Stiegenhäuser und Müllräumen oder bei Müllsammelplätzen abholen
  • Behälter in den Müllwagen entleeren
  • dabei Mülltrennung beachten: getrennte Entsorgung von Altpapier, Glas, Verpackungen, Kompost (Biomüll) und Restmüll
  • leere Behälter auf ihre Plätze zurückstellen
  • den aufgeladenen Müll zur Mülldeponie abtransportieren, dort abladen
  • Maschinen, Werkzeuge und Geräte reinigen, pflegen und warten

In jedem Beruf brauchst du spezielles fachliches Know-how, das in der Aus- und Weiterbildung vermittelt wird. In den beiden Menüpunkten Ausbildung und Weiterbildung findest du Informationen zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für diesen Beruf.

Es gibt auch Kompetenzen, Fähigkeiten und Eigenschaften, die in allen Berufen wichtig sind. Dazu gehören besonders:

  • Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit
  • genaues und sorgfältiges Arbeiten
  • selbstständiges Arbeiten
  • Einsatzfreude
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Fähigkeit und Bereitschaft mit anderen zusammen zu arbeiten (Teamfähigkeit)
  • Lernbereitschaft

Die folgende Liste gibt dir einen Überblick über weitere allgemeine Anforderungen, die in DIESEM Beruf häufig gestellt werden. Diese können natürlich je nach Betrieb, Institution oder Organisation sehr unterschiedlich sein.

DENK DARAN: Viele dieser Anforderungen sind auch Bestandteil der Ausbildung.

Hinweis: Die Begriffe werden in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.

    Körperliche Anforderungen: Welche körperlichen Eigenschaften sind wichtig?

  • gute körperliche Verfassung
  • Kraft
  • Unempfindlichkeit gegenüber Gerüchen
  • Wetterfest

     

    Fachkompetenz: Welche Fähigkeiten und Kenntnisse werden von mir erwartet?

  • guter Orientierungssinn

     

    Selbstkompetenz: Welche persönlichen Eigenschaften sollte ich mitbringen?

  • Aufmerksamkeit
  • Flexibilität / Veränderungsbereitschaft
  • Umweltbewusstsein

Der hier dargestellte Beruf ist ein Anlernberuf, d. h. die erforderlichen Fertigkeiten und Kenntnisse werden durch innerbetriebliche Schulungen vermittelt.

Selbstständigkeit

Eine selbstständige Berufsausübung ist z. B. im folgenden freien Gewerbe möglich:

  • Sammeln und Behandeln von Abwässern und Abfällen (inkl. Altkleidung)

Informationen zum „Freien Gewerbe“: freie Gewerbe erfordern in der Regel keinen Befähigungsnachweis, sondern lediglich eine Anmeldung bei der Gewerbebehörde. Grundsätzlich richtet sich der Gewerbeumfang nach dem Wortlaut der Gewerbeanmeldung.
Liste der freien Gewerbe: Bundeseinheitliche Liste der freien Gewerbe


ALLGEMEINE HINWEISE:

Selbstständige Tätigkeiten sind alle Tätigkeit, die du in eigener Verantwortung (also nicht angestellt), regelmäßig und mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, ausüben willst. Für viele dieser Tätigkeiten brauchst du eine Gewerbeberechtigung. Es gibt aber auch sogenannte Freie Berufe (freiberufliche Tätigkeiten) und land- und forstwirtschaftliche Tätigkeiten, die nicht der Gewerbeordnung unterliegen. Auch für viele dieser Tätigkeiten gibt es eigene Rechtsvorschriften für die selbstständige Berufsausübung, manche können aber auch ohne besondere Voraussetzungen selbstständig ausgeübt werden.

In allen Fällen einer selbstständigen Berufsausübung (egal, ob im Rahmen eines Gewerbes, als freiberufliche Tätigkeit, im Rahmen eines Land- und forstwirtschaftlichen Betriebes) musst du diese bei der zuständigen Sozialversicherungsanstalt und dem zuständigen Finanzamt melden. Je nach selbstständiger Tätigkeit gibt es noch andere Meldepflichten oder Register, in die du dich eintragen musst.

Selbstständige Tätigkeiten, für die eine Gewerbeberechtigung erforderlich ist, musst du außerdem bei der Gewerbebehörde (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat) anmelden.
Unabhängig von einem oft notwendigen Befähigungsnachweis musst du dafür folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • das 18. Lebensjahr muss vollendet sein
  • österreichische Staatsbürgerschaft oder Staatsbürgerschaft eines anderen EU-Mitgliedstaates (oder eines Staates, mit dem ein entsprechender Staatsvertrag besteht) oder es liegt ein gültiger Aufenthaltstitel vor, der zur selbstständigen Tätigkeit berechtigt
  • keine Ausschließungsgründe (z. B. abgewiesene Konkursanträge, Bestrafung wegen Finanzstrafdelikten)

Für weitere Informationen schau dir unseren Thementext Im Fokus: Selbstständigkeit an oder nutze eine der folgenden Quellen und Kontakte:

Alternativen (Auswahl)

Alternative Berufe sind Berufe, die entweder eine ähnliche Ausbildung oder ähnliche Aufgaben- oder Tätigkeitsbereiche haben, wie der Beruf, über den du dich gerade informierst. Die Ähnlichkeit kann auch in den Arbeitsmaterialien, den Arbeitsumgebungen liegen oder in der Art, wie du mit anderen Menschen zusammenarbeitest.

Diese Liste soll dir bei der Überlegung helfen, welche Berufe und Ausbildungen für dich noch interessant sein könnten und dich auf weitere Ideen bringen.

Berufsinfos werden zur Verfügung gestellt von:

Folgende Inhalte löschen:

Arbeitsbereiche

Müllaufleger*innen fahren zu bestimmten Abholzeiten und nach bestimmten Routen mit einem Müllwagen durch die Straßen. Sie holen Mistkübel oder Müllcontainer aus den Höfen, Stiegenhäusern und Müllräumen und stellen sie an den Straßenrand oder fahren Sammelstellen für recycelbare Altstoffe ab. Die Müllaufleger*innen befördern die Behälter zum Müllwagen, entleeren den Inhalt mit Hilfe einer Hebe- und Kippvorrichtung in den Müllwagen und bringen die Behälter wieder zurück in die Häuser. Altpapier, Kompost, Glas, Verpackungen und Restmüll werden dabei getrennt gesammelt, entsorgt oder dem Recycling zugeführt.

Müllaufleger*innen arbeiten in Arbeitspartien mit zwei bis drei Kolleg*innen zusammen. Der/die Lenker*in des Müllwagens fährt dabei langsam die Straßenzüge eines Bezirkes oder einer Ortschaft ab, hält bei den Eingangstoren oder bei Müllsammelstellen und wartet, bis die Müllaufleger*innen die Container in den Laderaum entleert haben. Die Müllabholung erfolgt zeitlich eingeteilt nach einem Müllentsorgungsplan, den das zuständige Magistrat oder Gemeindeamt erstellt. Abschließend fahren sie mit dem vollen Müllwagen zur Deponie, Müllverbrennungsanlage oder Recyclinganlage, wo der Müll entsorgt wird oder Altstoffe getrennt und wieder aufbereitet werden.

Arbeitsmittel

Müllaufleger*innen fahren mit Müllwagen durch die Straßen und hantieren mit Müllcontainer, Mistkübel, Altpapier-, Glas-, Bio- und Restmüllcontainer oder Sammelcontainern für andere Wertstoffe, die sie fachgerecht entsorgen oder der Wiederaufbereitung zuführen. Sie verwenden bei ihrer Arbeit Werkzeuge und Geräte wie Schaufeln, Rechen, Besen usw., tragen Berufskleidung, Handschuhe und Sicherheitsschuhe.

Arbeitsumfeld

Müllaufleger*innen sind bei Gemeindeämtern, Magistraten oder bei privaten Müllentsorgungsunternehmen beschäftigt. Sie sind vorwiegend im Außendienst im Freien mit dem Müllwagen unterwegs. Sie arbeiten in Arbeitspartien mit Berufskolleg*innen und mit den Müllwagenfahrer*innen zusammen.

Müllaufleger*innen sind

  • im öffentlichen Dienst bei Gemeinden und Magistratsabteilungen oder
  • bei privaten Müllentsorgungsunternehmen beschäftigt.

Der Beruf Müllaufleger*in ermöglicht mit entsprechender Berufserfahrung und Weiterbildung beispielsweise die Spezialisierung auf:

  • betriebliche Fachbereiche wie z. B. Müllabfuhr, Deponien, Schrottplätze, Problemstoff-Sammelstellen

Spezialisierungs- und Aufstiegsmöglichkeiten (Auswahl):

Voraussetzung für Erfolg in diesem Beruf ist es, immer auf dem neuesten Stand der entsorgungs- und umwelttechnischen Entwicklung zu bleiben und das Fachwissen, aber auch die Methodenkompetenzen und sozialen Kompetenzen laufend zu ergänzen und zu vertiefen.

Weiterbildung kann für Müllaufleger*inne bedeutet beispielsweise, eine Fachausbildung im Rahmen einer Lehre zu absolvieren (z. B Entsorgungs- und Recyclingfachkraft (Lehrberuf)). Der Besuch von Vorbereitungs- oder Aufbaulehrgänge ermöglicht den Abschluss einer Berufsbildende Mittleren oder Höheren Schule (Fachschule, Kolleg, HTL für Berufstätige), z. B. im Bereich Recycling, Abwasseraufbereitung und -entsorgung.

Weiterführende Bildungsmöglichkeiten und Höherqualifizierung:

Abfallentsorgung

Die Abfallentsorgung umfasst die Beseitigung, Ablagerung oder Verwertung von Abfällen sowie die dafür erforderlichen Maßnahmen des Einsammelns, Abtransportierens und Beförderns zu Mülldeponien und Sammelstellen.

Altlasten

Ein Begriff aus dem technischen Umweltschutz. Gemeint sind damit Belastungen der Umwelt, vor allem des Bodens und des Wassers, die durch Stoffe (Abfälle und sonstige umweltgefährdende Stoffe) im Bereich von Altablagerungen und Altstandorten aufgetreten sind.

Endlagerung

Die langfristige, sichere Verwahrung von radioaktiven Abfällen aus Forschung, Medizin, Industrie und Kernkraftwerken. Wegen seiner Gefährlichkeit muss der Atommüll so gelagert werden, dass er nicht mit der übrigen Umwelt in Berührung kommt.

Entsorgung

Die Abfallentsorgung umfasst die Verwertung und die Beseitigung von Abfällen. Dazu gehören auch alle erforderlichen Maßnahmen des Einsammelns, Beförderns und Lagerns sowie die Schadstoffminimierung.

Sammelstelle

Zwischenlager, in dem regional Abfälle angenommen und zu größeren bedarfsgerechten Transporten zur Entsorgungsanlage zusammengestellt werden.