Platzmeister*in (Bau)

Platzmeister*innen arbeiten in Bau- und Bauzubehörbetrieben sowie in Betrieben, in denen Materialien, Baustoffe oder Maschinen im Freien oder in überdachten Lagerplätzen gelagert werden (z. B. Sägewerke, Holzbaubetriebe). Sie sorgen für die sachgerechte Lagerung und Ausgabe der Materialien, sie überwachen und koordinieren die Verladearbeiten von oder auf LKWs, Palettenwägen oder Förderbänder und kümmern sich um Dokumente wie Lieferscheine, Frachtpapiere und dergleichen.

In regelmäßigen Abständen (mindestens einmal im Jahr) führen sie Inventuren (Bestandsaufnahmen) durch, dabei berechnen sie Kennziffern wie Lagerumschlag, Materialeinsatz oder Fehlmengen. Weiters teilen sie die Tätigkeiten von Fach- und Hilfskräften wie z. B. Lagerarbeiter*innen, Staplerfahrer*innen ein und hantieren beispielsweise mit Verpackungsmaschinen, Förderbändern, Hubstaplern usw.

Sonstiger Beruf
Hauptberuf

Tätigkeiten und Aufgaben

  • Lager- und Platzeinteilungspläne erstellen, dabei auf eine effiziente Einteilung und Ausnutzung der Lagerflächen achten
  • Begeh- und Zufahrtsmöglichkeiten zu den Lagerhallen und Lagerplätzen planen und errichten, Ladeflächen einrichten und absichern
  • Materialausgabe: Materialien wie Betriebs- und Werkstoffe, Baustoffe oder Maschinen, Werkzeuge, Einzel- und Zubehörteile nach Bedarf und Bestellung ausgeben, Stückzahlen, Qualität und Funktionstüchtigkeit kontrollieren, Dokumente wie Lieferscheine und Frachtpapiere ausstellen
  • Materialannahme: Lieferungen annehmen, Mengen und Qualität kontrollieren, Lieferscheine, Dokumente und Rechnungen überprüfen, sachgerechte Einlagerung der gelieferten Stoffe organisieren
  • Mängel feststellen, Schadensbehebung organisieren, Reklamationen durchführen
  • Fach- und Hilfskräfte wie Lager- und Transportarbeiter*innen, Staplerfahrer*innen usw. einteilen und koordinieren
  • Bestandsaufnahmen und Lagerinventuren durchführen: Lagermengen erfassen, z. B. mittels Zählen, Abwiegen, Messen; Inventurlisten erstellen, Fehlmengen und Verluste berechnen
  • Dokumente, Listen, Journale, Protokolle und Betriebsbücher führen

In jedem Beruf brauchst du spezielles fachliches Know-how, das in der Aus- und Weiterbildung vermittelt wird. In den beiden Menüpunkten Ausbildung und Weiterbildung findest du Informationen zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für diesen Beruf.

Es gibt auch Kompetenzen, Fähigkeiten und Eigenschaften, die in allen Berufen wichtig sind. Dazu gehören besonders:

  • Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit
  • genaues und sorgfältiges Arbeiten
  • selbstständiges Arbeiten
  • Einsatzfreude
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Fähigkeit und Bereitschaft mit anderen zusammen zu arbeiten (Teamfähigkeit)
  • Lernbereitschaft

Die folgende Liste gibt dir einen Überblick über weitere allgemeine Anforderungen, die in DIESEM Beruf häufig gestellt werden. Diese können natürlich je nach Betrieb, Institution oder Organisation sehr unterschiedlich sein.

DENK DARAN: Viele dieser Anforderungen sind auch Bestandteil der Ausbildung.

Hinweis: Die Begriffe werden in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.

    Körperliche Anforderungen: Welche körperlichen Eigenschaften sind wichtig?

  • gute Reaktionsfähigkeit
  • Lärmunempfindlichkeit
  • Trittsicherheit

     

    Fachkompetenz: Welche Fähigkeiten und Kenntnisse werden von mir erwartet?

  • handwerkliche Geschicklichkeit
  • räumliches Vorstellungsvermögen
  • technisches Verständnis
  • Zahlenverständnis und Rechnen

     

    Sozialkompetenz: Was brauche ich im Umgang mit anderen?

  • Durchsetzungsvermögen
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Kund*innenorientierung

     

    Selbstkompetenz: Welche persönlichen Eigenschaften sollte ich mitbringen?

  • Aufmerksamkeit
  • Belastbarkeit / Resilienz
  • Beurteilungsvermögen / Entscheidungsfähigkeit
  • Flexibilität / Veränderungsbereitschaft
  • Sicherheitsbewusstsein
  • Umweltbewusstsein

     

    Methodenkompetenz: Welche Arbeits- und Denkweisen sind wichtig?

  • Koordinationsfähigkeit
  • Organisationsfähigkeit
  • Planungsfähigkeit

Die Ausbildung der Platzmeisterei erfolgt in der Regel betriebsintern. Meist haben die Platzmeister*innen bereits eine abgeschlossene branchenspezifische Berufsausbildung (insb. Bau-, Holz- und Metallbranche) und sind langjähriger Mitarbeiter*innen im Betrieb.

Auch die Ausbildung in einem facheinschlägigen Lehrberuf ermöglicht mit entsprechender Weiterbildung den Zugang zu diesem Beruf. Im Bereich Bautechnik gibt es auch zahlreiche Ausbildungsmöglichkeiten für Berufstätige (d. h. in Form von Abendunterricht).

Auf der Webseite der Bauakademie Österreich (www.bauakdemie.at) findest du umfangreiche Informationen über die Zugangs- und Entwicklungsmöglichkeiten (Karrierewege) im Baubereich.

Selbstständigkeit

ALLGEMEINE HINWEISE:

Für jede Tätigkeit, die Sie selbstständig, regelmäßig und mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, ausüben wollen, brauchen Sie eine Gewerbeberechtigung (Ausnahme: Freie Berufe). Diese erhalten Sie durch Anmeldung bei der Gewerbebehörde (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat).
Unabhängig von einem etwaigen Befähigungsnachweis müssen sie dafür folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • das 18. Lebensjahr muss vollendet sein
  • österreichische Staatsbürgerschaft oder Staatsbürgerschaft eines anderen EU-Mitgliedstaates (oder eines Staates, mit dem ein entsprechender Staatsvertrag besteht) oder es liegt ein gültiger Aufenthaltstitel vor, der zur selbstständigen Tätigkeit berechtigt
  • keine Ausschließungsgründe (z. B. abgewiesene Konkursanträge, Bestrafung wegen Finanzstrafdelikten)

In allen Fällen einer selbstständigen Berufsausübung (ob im Rahmen eines Gewerbes oder als freiberufliche Tätigkeit) ist diese bei der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft und dem zuständigen Finanzamt zu melden.

Weitere Informationen und Kontakte:

Alternativen (Auswahl)

Alternative Berufe sind Berufe, die entweder eine ähnliche Ausbildung oder ähnliche Aufgaben- oder Tätigkeitsbereiche haben, wie der Beruf, über den du dich gerade informierst. Die Ähnlichkeit kann auch in den Arbeitsmaterialien, den Arbeitsumgebungen liegen oder in der Art, wie du mit anderen Menschen zusammenarbeitest.

Diese Liste soll dir bei der Überlegung helfen, welche Berufe und Ausbildungen für dich noch interessant sein könnten und dich auf weitere Ideen bringen.

Berufsinfos werden zur Verfügung gestellt von:

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Arbeitsbereiche

Platzmeister*innen sind für wichtige administrative, logistische und organisatorische Tätigkeiten in einem Betrieb bzw. auf einer Baustelle zuständig. Ihnen obliegt die gesamte Verwaltung und Einteilung von Lagerflächen eines Betriebsgeländes oder auf einer Baustelle. Sie sorgen dafür, dass alle Materialien, Bau- und Betriebsstoffe, Maschinen, Werkzeuge etc. immer in ausreichenden Mengen vorhanden, funktionstüchtig und einsatzbereit sind.

Sie verwalten Materialien, Baustoffe, Maschinen, Werkzeuge, Ersatz- und Zubehörteile aller Art in Magazinen, Lagerhallen und auf Lagerplätzen von Bau- und Industriebetrieben, Sägewerken oder Baustellen. Sie leiten und koordinieren die sachgerechte Annahme und Ausgabe der Materialien und Gerätschaften sowie die innerbetriebliche Warenmanipulation (Einlagerung in Lagerhallen oder auf Lagerplätze, Transport der Maschinen und Materialien zu Förderbändern, Verladen auf Lastkraftwägen usw.). Sie führen Bestellungen durch, prüfen Transport- und Frachtpapiere, stellen Mängel fest und sorgen für die Schadensbehebung.

Platzmeister*innen erstellen Arbeits- und Dienstpläne, teilen Fach- und Hilfskräfte ein, koordinieren Bau-, Montage- und Servicetrupps und achten auf die Einhaltung der gesetzlichen Sicherheitsvorschriften. Weiters führen sie Bestandsaufnahmen und Inventuren durch (zumindest einmal im Jahr), dabei werden alle eingelagerten Materialien und Betriebsstoffe gezählt, kontrolliert und Kennzahlen wie Lagerumschlag und Fehlmengen errechnet.

Arbeitsmittel

Platzmeister*innen hantieren mit Maschinen und Geräten wie Staplerfahrzeugen, Palettenwägen, Hubstaplern, Förderbändern usw. Für Verwaltungsaufgaben arbeiten sie an Computern mit entsprechender Lagerverwaltungssoftware und bedienen Drucker, Scanner, Kopiergeräte und andere Bürogeräte. Weiters verwenden sie Mobiltelefone oder Funkgeräte (z. B. zur Kommunikation auf Baustellen) und führen Datenbanken, Bestands- und Lagerlisten, Dienstpläne, Frachtpapiere, verschiedene Dokumente und Protokolle.

Arbeitsumfeld

Platzmeister*innen arbeiten im Freien am Betriebs- und Werksgelände von Industriebetrieben, Baubetrieben, Sägewerken sowie auf Baustellen. Sie arbeiten außerdem in Lagerhallen und Magazinen sowie in Büros – die auf Baustellen oft in Containern untergebracht sind. Sie arbeiten im Team mit Lagerarbeiter*innen, Transportarbeiter*innen und Staplerfahrer*innen und stehen auf Baustellen in engem Kontakt mit unterschiedlichen Fachkräften des Bauwesens sowie Baumeister*innen, Bautechniker*innen oder Architekt*innen.

Platzmeister*innen sind häufig im Freien tätig und dabei unterschiedlichen Wetterbedingungen für Hitze, Kälte oder Wind ausgesetzt.

  • Bauunternehmen
  • Bauzubehörbetriebe, Bauhäuser, Lagerhäuser
  • Sägewerke, Holzbaubetriebe

Der Beruf Platzmeister*in (Bau) ermöglicht mit entsprechender Berufserfahrung und Weiterbildung beispielsweise die Spezialisierung auf:

  • Digitales Lagermanagement, Lagerverwaltung
  • Logistik, Vertrieb, Disposition
  • Personalmanagement
  • Fuhrparkmanagement
  • IT, Lager- und Logistiksoftware

Spezialisierungs- und Aufstiegsmöglichkeiten (Auswahl):

Platzmeister*innen sind beruflich immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. Voraussetzung für Erfolg in diesem Beruf ist es, immer auf dem neuesten Stand der Entwicklung zu bleiben und das Fachwissen, die Methodenkompetenzen und sozialen Kompetenzen laufend zu ergänzen und zu vertiefen.

Weiterbildung kann für Platzmeister*innen auch bedeuten, eine Fachausbildung im Rahmen einer Lehre (z. B. Betriebslogistikkaufmann*frau) zu absolvieren. Der Besuch von Vorbereitungs- oder Aufbaulehrgänge ermöglicht den Abschluss einer technischen oder kaufmännischen berufsbildende höheren Schule (Kolleg, HTL für Berufstätige, Handelsakademie), z. B. im Bereich Lager und Logistik.

Insbesondere die Bauakademie Österreich (www.bauakdemie.at) bietet österreichweit zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten.

klimaaktiv: Angebote rund um die Themenbereiche Energieeffizienz, Bauen und Energie, ökologisches/nachhaltiges Bauen, Bausanierung usw. können über die Webseite der klimaaktiv Bildungskoordination gefunden werden, einschließlich dem klimaaktiv e-Learning Tool: www.klimaaktiv.at/bildung.html

Weiterführende Bildungsmöglichkeiten und Höherqualifizierung: