Diplomierte psychiatrische Gesundheits- und Krankenpfleger*innen arbeiten in Psychiatrien, Nervenheilanstalten und psychiatrischen Abteilungen von Krankenhäusern. Dort betreuen und pflegen sie Menschen mit psychischen (seelischen) Störungen und neurologischen (nervlichen) Erkrankungen. Sie nehmen nicht nur betreuerische, sondern auch therapeutische und soziale Aufgaben wahr, wie z. B. Gespräche führen. Sie unterstützen ihre Patient*innen bei der Bewältigung des Alltags und bei der Wiedereingliederung in Familie, Beruf und Gesellschaft. Sie arbeiten im Team mit Berufskolleg*innen sowie mit verschiedenen Fach- und Hilfskräften aus dem medizinischen und sozialen Bereich.
In jedem Beruf brauchst du spezielles fachliches Know-how, das in der Aus- und Weiterbildung vermittelt wird. In den beiden Menüpunkten Ausbildung und Weiterbildung findest du Informationen zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für diesen Beruf.
Es gibt auch Kompetenzen, Fähigkeiten und Eigenschaften, die in allen Berufen wichtig sind. Dazu gehören besonders:
Die folgende Liste gibt dir einen Überblick über weitere allgemeine Anforderungen, die in DIESEM Beruf häufig gestellt werden. Diese können natürlich je nach Betrieb, Institution oder Organisation sehr unterschiedlich sein.
DENK DARAN: Viele dieser Anforderungen sind auch Bestandteil der Ausbildung.
Hinweis: Die Begriffe werden in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.
Die Ausbildung zur/zum Diplomierten psychiatrischen Gesundheits- und Krankenpfleger*in ist dem Bereich „gehobener Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege“ zuzurechnen. Die Ausbildung erfolgt in der Regel über einjährige Sonderausbildungen (1600 Stunden). Voraussetzung dafür ist die Ausbildung im gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege (Schule oder Fachhochschulstudium).
Voraussetzung für die Ausübung dieses Berufs ist die Registrierung im Gesundheitsberuferegister.
Art: Fachhochschullehrgang
Dauer: 3 Semester
Form: Berufsbegleitend und Vollzeit
Voraussetzungen:
Abschluss:
Akademische/r Expert*in in der Psychiatrischen Gesundheits- und Krankenpflege
Berechtigungen:
Berufsberechtigung für die psychiatrische Gesundheits- und Krankenpflege
FH Gesundheitsberufe OÖ – Ausbildungszentrum am Med Campus V
Krankenhausstraße 26-30
4020 Linz
Tel.: +43 (0)50 344 200-00
Fax: 050 344/20000
email: office@fhgooe.ac.at
Internet: https://www.fh-gesundheitsberufe.at/
FH Salzburg – Campus Urstein
Urstein Süd 1
5412 Puch/Salzburg
Tel.: +43 / 50-2211-0
Fax: +43 / 50-2211-1099
email: studienberatung@fh-salzburg.ac.at
Internet: https://www.fh-salzburg.ac.at/
Joanneum Academy – Weiterbildung an der FH Joanneum
Alte Poststraße 149/Standorte: Graz / Kapfenberg / Bad Gleichenberg
8020 Graz
Tel.: +43 (0)316 54 53 – 0
email: info@fh-joanneum.at
Internet: https://www.fh-joanneum.at/joanneum-academy/
fh gesundheit / fhg – Zentrum für Gesundheitsberufe Tirol GmbH
Innrain 98
6020 Innsbruck
Tel.: +43 (0)512 5322
Fax: +43 (0)512 5322 -75200
email: info@fhg-tirol.ac.at
Internet: https://www.fhg-tirol.ac.at/
Hochschule für Angewandte Wissenschaften Campus Wien (HCW)
Favoritenstraße 232
1100 Wien
Tel.: +43 (0)1 / 606 68 77 -6600
email: office@hcw.ac.at
Internet: https://www.hcw.ac.at/
Schwerpunkte:
Standort Favoritenstraße 222:
Standort Favoritenstraße 232:
Art: Lehrgang
Dauer: 1 bis 2 Jahre (1.600 Stunden)
Form: Berufsbegleitend und Vollzeit
Voraussetzungen:
Abschluss: Akademische Expertin oder Akademischer Experte in der psychiatrischen Gesundheits- und Krankenpflege
Berechtigungen: Berufsberechtigung im gehobenen Dienst der psychiatrischen Gesundheits- und Krankenpflege
Info:
Zielgruppe: Diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger*innen, die sich zur psychiatrischen Gesundheits- und Krankenpflege weiterentwickeln wollen
Kosten: Je nach Anbieter unterschiedlich
Inhalt:
Theoretische Ausbildung (800 Stunden)
Praktische Ausbildung (800 Stunden)
Schriftliche Fachbereichsarbeit und mündliche Diplomprüfung
Schule für Gesundheits- und Krankenpflege am Landesklinikum Donauregion Tulln
Alter Ziegelweg 10
3430 Tulln
Tel.: +43 (0)2272 / 9004 -24100
Fax: +43 (0)2272 / 9004 -49200
email: gukps@tulln.lknoe.at
Internet: https://pflegeschulen-noe.at
Schwerpunkte:
Schule für allgemeine Gesundheits- und Krankenpflege:
FH Gesundheitsberufe OÖ – Ausbildungszentrum am Med Campus V
Krankenhausstraße 26-30
4020 Linz
Tel.: +43 (0)50 344 200-00
Fax: 050 344/20000
email: office@fhgooe.ac.at
Internet: https://www.fh-gesundheitsberufe.at/
FH Salzburg – Campus Urstein
Urstein Süd 1
5412 Puch/Salzburg
Tel.: +43 / 50-2211-0
Fax: +43 / 50-2211-1099
email: studienberatung@fh-salzburg.ac.at
Internet: https://www.fh-salzburg.ac.at/
Bildungszentrum für Pflege und Gesundheit Süd des Landes Steiermark – Graz
Wagner-Jauregg-Platz 23
8053 Graz
Tel.: +43 (0)316 2191-2470
email: sgbzs@stmk.gv.at
Internet: https://www.gesundheitsausbildungen.steiermark.at
Schwerpunkte:
Medizinische Fachassistenz
Ausbildung in der Pflegeassistenz
Ausbildung in der Pflegefachassistenz
Ausbildung von der Pflegeassistenz zur Pflegefachassistenz
Höhere Lehranstalt für Pflege und Sozialbetreuung
Ausbildungszentrum West für Gesundheitsberufe der Tirol Kliniken GmbH – Innsbruck
Innrain 98
6020 Innsbruck
Tel.: +43 (0)512 5322 – 0
Fax: +43 (0)512 5322 – 75200
email: info@azw.ac.at
Internet: https://www.azw.ac.at
Schloss Hofen – Wissenschafts- und Weiterbildungs GesmbH
Hofer Straße 26
6911 Lochau
Tel.: +43 (0)5574 / 49 30 -0
Fax: +43 (0)5574 / 49 30 -22
email: info@schlosshofen.at
Internet: http://www.schlosshofen.at
Hochschule für Angewandte Wissenschaften Campus Wien (HCW)
Favoritenstraße 232
1100 Wien
Tel.: +43 (0)1 / 606 68 77 -6600
email: office@hcw.ac.at
Internet: https://www.hcw.ac.at/
Schwerpunkte:
Standort Favoritenstraße 222:
Standort Favoritenstraße 232:
Eine selbstständige Berufsausübung ist in Form des freien Berufes Psychiatrische Gesundheits- und Krankenpflege möglich. Dazu ist der Nachweis einer abgeschlossenen Ausbildung gemäß Gesundheits- und Krankenpflegegesetz (Qualifikationsnachweis) und eines Berufssitzes in Österreich zu erbringen und die Meldung der Aufnahme der freiberuflichen Tätigkeit bei der Bezirksverwaltungsbehörde erforderlich.
Zu beachten sind überdies – wie bei jeder selbstständigen Berufstätigkeit – die Meldepflichten bei Finanzamt und Sozialversicherung.
Alternative Berufe sind Berufe, die entweder eine ähnliche Ausbildung oder ähnliche Aufgaben- oder Tätigkeitsbereiche haben, wie der Beruf, über den du dich gerade informierst. Die Ähnlichkeit kann auch in den Arbeitsmaterialien, den Arbeitsumgebungen liegen oder in der Art, wie du mit anderen Menschen zusammenarbeitest.
Diese Liste soll dir bei der Überlegung helfen, welche Berufe und Ausbildungen für dich noch interessant sein könnten und dich auf weitere Ideen bringen.
Diplomierte psychiatrische Pflegefachkräfte betreuen Patient*innen mit vielfältigen Krankheitsbildern, z. B. suchtkranke, depressive oder manische Patient*innen, Menschen mit psychotischen Zuständen, Menschen, die auf Grund einer Persönlichkeitsstörung mit sich selbst und der Umwelt in Konflikt geraten sind, geistig und mehrfach behinderte Menschen sowie Personen die an neurologischen Erkrankungen leiden und bei der Bewältigung ihres Alltags auf fachliche Hilfe angewiesen sind.
Diplomierte psychiatrische Pflegefachkräfte unterstützen ihre Patient*innen bei der täglichen Hygiene, verabreichen fachärztlich verordnete Medikamente, kontrollieren laufend den Gesundheitszustand ihrer Patient*innen und assistieren den Ärzt*innen bei Untersuchungen und Behandlungen.
Sie sind aber auch wichtige Ansprechpersonen für ihre Patient*innen. Einfühlungsvermögen, Geduld und zuhören können sind deshalb besonders wichtige Fähigkeiten.
Diplomierte psychiatrische Pflegekräfte sind aber auch für verschiedene Verwaltungstätigkeiten verantwortlich. Sie erfassen und aktualisieren die Patient*innendaten in den Krankenblättern und Karteien und fungieren als Kontaktperson zu den Angehörigen.
Diplomierte psychiatrische Gesundheits- und Krankenpfleger*innen verwenden verschiedene Arbeitsmittel der Grund- und Behandlungspflege, z. B. Waschschüsseln, Nierenschalen und Bettschüsseln und benutzen Messinstrumente wie Blutdruck- und Blutzuckermessgeräte, Fieberthermometer und Personenwaagen. Sie bedienen medizinische Geräte und Instrumente, z. B. Monitore, Röntgengeräte und verwenden Materialien wie Verbände, Medikamente, Tabletten, Infusionen und Spritzen.
Im Officebereich führen sie Datenbanken, Karteien, Dokumente, Listen, Protokolle und Patientenbögen. Sie arbeiten an Computer und Laptop und bedienen Drucker, Scanner und Kopiergeräte sowie Telefonanlagen.
Diplomierte psychiatrische Gesundheits- und Krankenpfleger*innen arbeiten in psychiatrischen und neurologischen Krankenhäusern, Nervenheilanstalten, Rehabilitationskliniken oder psychiatrischen und psychotherapeutischen Ambulanzen. Sie halten sich in Patientenzimmern, in Untersuchungs- und Behandlungsräumen, in Operationssälen sowie in den Räumlichkeiten der Notfallaufnahme auf.
Diplomierte psychiatrische Gesundheits- und Krankenpfleger*innen haben intensiven Umgang mit ihren Patient*innen und deren Angehörigen. Sie arbeiten im Team mit Berufskolleg*innen sowie mit Fachkräften aus anderen Berufsgruppen, vor allem mit Ärzten/Ärztinnen (siehe Arzt / Ärztin) Psycholog*innen (siehe Psychologe / Psychologin), Physiotherapeut*innen, Ergotherapeut*innen, Stationsgehilf*innen sowie mit Fachkräften des sozialen Bereichs (siehe z. B. Sozialarbeiter*in)
Angehörige des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege sind verpflichtet, sich über den jeweiligen Stand der fachlichen und wissenschaftlichen Erkenntnisse und Erfahrungen zu informieren und danach zu handeln. Daher sind 40 Fortbildungsstunden innerhalb von 5 Jahren nachzuweisen. Die Krankenhäuser und Pflegeheime bieten vorwiegend betriebliche, aber auch berufliche Fortbildungen an.
Die Akademie für Fortbildungen und Sonderausbildungen führt Sonderausbildungen, Weiterbildungen und Fortbildungen gemäß der Richtlinien des Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes (GuKG) sowie Universitätslehrgänge für lehrende und leitende Pflegepersonen durch.
Weiterbildungsmöglichkeiten im Überblick:
Weitere Informationen und Kontakt:
Akademie für Fortbildungen und Sonderausbildungen (FBA) für den Bereich Pflege
Spitalgasse 23
1090 Wien
Tel: +43-(0)1-404 00-7320, -7321
Fax: +43-(0)1-404 00-7129
Weiterführende Bildungsmöglichkeiten und Höherqualifizierung:
Ambient Assisted Living | Ambient Assisted Living (AAL) bedeutet frei übersetzt intelligente Assistenz im Alltag. Damit sind technische, oft elektronische Systeme, aber auch Konzepte und Methoden gemeint, die Menschen (insb. älteren oder behinderten Menschen) dabei unterstützen ihren Alltag möglichst selbstbestimmt zu bewältigen. Dazu zählen elektronische Steuerung für automatische Ein- und Ausschaltungen von Licht, elektrischen Geräten, Heizungen, Unterhaltungselektronik ebenso wie Notruf- und Sturzdetektoren, TeleMonitoring-Systeme oder automatische Alarmsysteme, wenn z. B. eine Herd zu lange unbeaufsichtigt eingeschaltet bleibt. |
Neurose | Unter einer Neurose verstehen die meisten Fachleute eine seelisch bedingte Gesundheitsstörung, deren Ursachen dem Betroffenen nicht bewusst und letztlich in der Kindheitsentwicklung zu suchen sind. Typische Beschwerden sind Ängste, Zwänge oder auch körperliche Symptome, für die man aber keine eigentlichen körperlichen Ursachen finden kann. |
Patientenanwaltschaft | Die Patientenanwaltschaft sind unabhängige und weisungsfreie Einrichtungen, die durch das Gesetz beauftragt sind, die Rechte und Interessen von Patientinnen und Patienten gegenüber Ärztinnen und Ärzten bzw. Krankenanstalten und Pflegeeinrichtungen zu vertreten, wenn es zu Konflikten und Meinungsverschiedenheiten kommt. Die konkrete Zuständigkeit der Patientenanwaltschaft ist von Bundesland zu Bundesland etwas unterschiedlich. Ihre Dienstleistungen sind kostenlos. |
Psychodrama | Ziel dieser Therapieform ist die Freisetzung des kreativen Potentials im Menschen durch spielerisches Darstellen von Lebenssituationen. Das Psychodrama wurde von Jacob Moreno (1889-1974) in den 30er Jahren eingeführt. |
Psychopharmaka | Oberbegriff für alle Medikamente, die in erster Linie die Psyche des Menschen beeinflussen. Die am häufigsten gebrauchten Psychopharmaka sind Antidepressiva und Neuroleptika (wirken z. B. gegen Beschwerden wie Stimmenhören und Verfolgungsängste). |
Psychose | Die Psychose ist eine psychische Störung mit meist erheblichen Beeinträchtigungen der Wahrnehmung und des Körper- und Selbstempfindens. Eine Psychose kann wahnhafte Ausprägungen annehmen. |